Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Robert Koch-Institut finden die Webseminare "Wissenschaft trifft Praxis im virtuellen Raum" als 90-minütige Fortbildungsveranstaltungen Livestream via Webex statt. Nach dem Konzept „Aus der Praxis für die Praxis“ werden wissenschaftliche Hintergrundinformationen sowie Projekte und Modelle aus den Kernaufgaben des ÖGD vorgestellt und im moderierten Plenum diskutiert.
Die Webseminare sind bundesweit kostenfrei zugänglich und richten sich an Mitarbeiter:innen des Öffentlichen Gesundheitswesens, v.a. an das Fachpersonal im Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie an Ärzt:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen in der ambulanten und klinischen Versorgung. Um den fachübergreifenden Austausch anzuregen, sollen jedoch alle Berufsgruppen, die mit der Gesundheit der Bevölkerung betraut sind, angesprochen werden. Mit dieser Fortbildungsreihe wird evidenzbasiertes Wissen vermittelt und der Dialog zwischen unterschiedlichen Akteur:innen des deutschen Gesundheitswesens gefördert.
Von den ca. 200 bekannten HPV-Typen (Humane Papillomviren) befallen 40 HPV-Typen vor allem die Schleimhaut und Haut des Genitalbereichs und Afters (genitale HPV-Typen). Sie werden hauptsächlich sexuell übertragen. Je nach Virustyp kann eine Infektion mit diesen Erregern zu gutartigen Genitalwarzen führen oder es kommt zu Gewebeveränderungen aus denen sich Krebs entwickeln kann. Eine anhaltende (chronische) Infektion mit sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen, erhöht das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen. Die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 sind für etwa 70%
aller Gebärmutterhalskarzinome verantwortlich.
Basierend auf Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 7500 Frauen und ca. 3000 Männer an Karzinomen, die durch HPV-Infektionen bedingt sind. Das Krebsrisiko durch HPV kann sich erhöhen, wenn zusätzlich sexuell übertragbare Infektionen, v.a. HIV, vorliegen. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen HPV für Mädchen und Jungen ab dem Alter von 9 Jahren. Bei bereits HPV-infizierten Frauen wirkt die HPV-Impfung jedoch deutlich schlechter als bei nicht HPV-Infizierten. Die Grundimmunisierung sollte daher vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.
In der Beratung zu sexuell übertragenen Erkrankungen sind Informationen zur Übertragung und Impfung besonders wichtig, vor allem vor dem Hintergrund, dass nur ca. 36% der männlichen Jugendlichen mit 15 Jahren vollständig gegen HPV geimpft sind. Die Nachfrage nach einer HPV-Aufklärung in den Beratungsstellen ist groß, vor allem seitdem das PAP-Screening für Frauen über 35 Jahre um den HPV-Test erweitert wurde.
Ziel der Veranstaltung ist es, den Personen in der STI/HIV Beratung die Grundlagen und neuen Informationen zu HPV-Infektionen zu vermitteln und Teststrategien und Präventionsmöglichkeiten zu diskutieren.
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen und unseren Referent:innen.
Letzte Änderung: 12.05.2026