Lese-Ansicht

Professionelle Gesundheitskompetenz von Hebammen – Ergebnisse einer standardisierten Online-Befragung in Bayern

Gesundheitswesen 2026; 88: 542-551
DOI: 10.1055/a-2887-6200

Die individuelle Gesundheitskompetenz (GK) von Frauen vor, während und nach der Geburt ist gesellschaftlich von hoher Relevanz. Da Hebammen häufig die erste Anlaufstelle in dieser sensiblen Phase darstellen, verfügen diese über ein großes Potenzial zur Förderung der GK in diesem Zeitraum. Hierzu benötigen sie allerdings selbst eine hohe professionelle GK. Ziel dieses Artikels ist es, erstmals die professionelle GK von Hebammen in Bayern aufzuzeigen.Die Erhebung erfolgte mittels standardisierter Online-Befragung im Rahmen der HELPER-Studie. Es wurden zwischen November 2023 und Mai 2024 insgesamt 668 bayerische Hebammen eingeschlossen. Ermittelt wurde die professionelle GK anhand des Erhebungsinstrument PROF-HL-Q, welches aus 34 Items besteht und vier Aufgabenbereiche umfasst. Die Ergebnisdarstellung erfolgt deskriptiv sowie in Form von t-Tests und Korrelationsanalysen.Im Durchschnitt liegt der Punktwert für die befragten Hebammen in den erfragten Aufgabenbereichen zwischen 48,6 und 78,0 von 100 möglichen Punkten. Dabei fällt den Hebammen die patientenzentrierte Kommunikation am leichtesten und die professionelle digitale Gesundheitskompetenz am schwersten.Die Ergebnisse zeigen, dass Hebammen eine wichtige Informationsquelle für Frauen darstellen. Gleichzeitig konnten Kompetenzbereiche der professionellen GK identifiziert werden, in denen noch Förderungsbedarf besteht. Auf dieser Grundlage müssen Ausbildungscurricula angepasst und gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Evidenzbasierung und Kommunikation entwickelt werden.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Asylsuchende in der Erstaufnahmeeinrichtung „Oldentruper Hof“ Bielefeld: Erste Masernimpfdosis-Quote von 90,3% nach dem Impfangebot im Rahmen der Erstuntersuchung

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2918-6372

Ziel dieser Studie ist es, demografische Daten, die „erste Masernimpfdosis-Quote nach dem Impfangebot im Rahmen der Erstuntersuchung“ (EMID-Quote) und Hindernisse für die Masernimpfung bei Asylbewerbern in der Erstaufnahmeeinrichtung „Oldentruper Hof“ Bielefeld (EAE OTH) im Jahr 2024 zu identifizieren.Bei dieser Studie handelt es sich um eine retrospektive Datenanalyse. Die demografischen Daten und die Impfdaten werden aus den Excel-Tabellen der Verwaltung und den Impflisten der EAE OTH entnommen.Bezüglich des Jahres 2024 wurden die Daten von 3213 Asylbewerbern in der EAE OTH ausgewertet. Die meisten dieser Asylbewerber waren jung und männlich. Die zehn häufigsten Herkunftsländer waren in absteigender Reihenfolge: Syrien, Afghanistan, die Türkei, der Irak, der Iran, Serbien, (Nord)-Mazedonien, China, Algerien sowie Angola und Aserbaidschan (es gab genauso viele Asylsuchende aus Angola wie aus Aserbaidschan). 3047 von ihnen waren in einem Alter, in dem sie einen Impfschutz gegen Masern benötigten. 6,3% der 3047 konnten ein Masernimpfdokument von außerhalb der EAE OTH vorlegen. 84,0% der 3047 hatten keinen externen Nachweis über eine Masernimpfung und erhielten ihre erste Masernimpfdosis in der EAE OTH. Die EMID-Quote lag folglich bei 90,3%. 9,7% hatten weder einen externen Masernimpfnachweis noch erhielten sie die erste Masernimpfdosis in der EAE OTH. Dafür wurden folgende Gründe für diese Nichtimpfung identifiziert: Ablehnung durch 1,5%, Krankheit bei 1,2%, Schwangerschaft bei 2,6%, „Sonstiges“ bei 4,3%.Insgesamt wurde festgestellt, dass die EMID-Quote der EAE OTH im Jahr 2024 mit 90,3% hoch war. Die Bemühungen müssen fortgesetzt werden, um diese Impfquote weiter zu optimieren. Weitere Studien in den verschiedenen EAEs und darüber hinaus sind erforderlich, um mehr Forschungsdaten über Asylbewerber in Deutschland zu erhalten.
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Neuartiger Natriumkanalblocker lindert akute Schmerzen nach Abdominoplastik

Thousand Oaks/Los Angeles – Die Blockade von spannungsgesteuerten Natriumkanälen hat in einer Phase-2-Studie die Schmerzen nach einer Abdominoplastik rasch gelindert und den Einsatz von Opiaten vermindert. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine (2026; DOI: 10.1056/NEJMoa2602910) publiziert. Der spannungsgesteuerte Natriumkanal...[weiter lesen]

Autismus-Spektrum-Störung: Ist die Definition zu weit gefasst, um noch nützlich zu sein?

London – Die Definition von Autismus ist möglicherweise so weit gefasst worden, dass sie Verwirrung stiftet und sogar das Risiko von Fehldiagnosen erhöht. In einem neuen Editorial beschreibt Uta Frith, University College London, dass deutliche Unterschiede bestehen zwischen Personen, die bereits im Kindesalter erstmals diagnostiziert wurden, und...[weiter lesen]

Herzklappen aus menschlichen Stammzellen sollen Erforschung des rheumatischen Fiebers fördern

Melbourne – Australischen Forschern ist es gelungen, menschliche Herzklappen aus Stammzellen herzustellen. Die für eine Implantation notwendige Festigkeit wurde zwar nicht erreicht. Ein erster Einsatz könnte die Erforschung der Pathogenese des rheumatischen Fiebers sein ( Cell Stem Cell 2026; DOI: 10.1016/j.stem.2026.07.010). An rheumatischen Fieber...[weiter lesen]

Genomtest im Fersenblut erkennt häufig drohende Krebserkrankungen

Boston – Durch die Sequenzierung von 11 Krebsprädispositionsgenen im Fersenblut konnten in einer bevölkerungsbasierten Studie fast 7 % aller Kinder ermittelt werden, die bis zum Alter von 8 Jahren an Krebs erkrankt waren ( Nature Communications 2026; DOI: 10.1038/s41467-026-76296-8). Ein Neugeborenenscreening könnte über eine frühzeitige Diagnose die...[weiter lesen]
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