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Lese-Ansicht

Sana Klinik München von Wörner Traxler Richter Architekten

Infrastrukturen |
Best Practice

Sana Klinik München von Wörner Traxler Richter Architekten

Die Sana Klinik München in München-Sendling wurde 2017 nach dem Entwurf von Wörner Traxler Richter Architekten fertiggestellt. Der Neubau ergänzt die bestehende Bebauung zum Sana Gesundheitscampus München und eröffnet eine Fachklinik für orthopädische Chirurgie. Die Architekt*innen haben in ihrem Entwurf einen Fokus auf die Mitarbeitenden gesetzt und besonders auf eine wohltuende Arbeitsatmosphäre geachtet. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die natürliche Belichtung des Arbeitsumfeldes, sodass auch in den Operationssälen ein Arbeiten bei Tageslicht ermöglicht wird.

Informationen zum Projekt
Architekt*innen

Wörner Traxler Richter, Frankfurt am Main I Dresden I München I Basel

Gebäudetypologie

Krankenhaus

Grundrisstypologie

Sockelbau

Bauvorhaben

Neubau

Fertigstellung

2017


Standort

München, Deutschland

BGF

14.000 m2 im Neubau

Bettenanzahl

173 Betten + 7 Intensivpflegebetten

Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner

Die Sana Klinik München ist ein fünfgeschossiger Neubau und liegt im Münchner Stadtteil Sendling. Sie wurde 2017 als Fachklinik für orthopädische Chirurgie eröffnet. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Klinikaltbau bildet er den Sana Gesundheitscampus München.

Das Gebäude gliedert sich in mehrere Gebäudeflügel, die einen offenen Hof von drei Seiten umschließen. Zwei seitliche Flügel sind durch einen querliegenden Gebäudeteil miteinander verbunden und bilden so einen U-förmigen Grundriss. Am oberen Ende des rechten Flügels verbindet sich der Neubau mit dem Bestand eines Mehrfamilienhauses. So bildet pro Etage jeder der beiden Seitenflügel eine Station aus. Die Patient*innenenzimmer liegen entlang der Fassade und öffnen sich entweder zum Hof oder zu den umliegenden Gebäuden.

Die zentrale Erschließung der Station liegt in der Mitte des U-förmigen Grundrisses, in dem verbindenden Gebäudeteil und erfolgt über drei Aufzüge und ein Treppenhaus. Der Erschließungsbereich wird durch Wartemöglichkeiten, Büroflächen und Sanitäranlagen ergänzt. Von hier durchstößt ein zentraler Erschließungsbereich die jeweiligen Stationen und bildet somit auch den Eingang zu den Stationen aus. Beim Betreten der Station fällt der Blick direkt über das gegenüberliegende Fenster in den Außenraum. Die Patient*innen oder Angehörigen werden zunächst am Stationsstützpunkt empfangen.

Ein zentraler, innenliegender Flur erschließt in den Seitenflügeln jeweils die Patient*innenzimmer. Die östlichen Stationen weisen aufgrund des verbindenden Gebäudeflügels, der den Neubau mit dem Altbau verbindet, eine höhere Anzahl an Zimmern auf. Am knickenden Gelenk des Flügels befinden sich hier noch einmal dienende Räume  und im Seitenflügel ordnen sich fünf weitere Patient*innenzimmer zur Fassade hin an. Jede Station weist am Kopfende der Flügel, zur Straßenseite angeordnet, einen Gemeinschaftsraum vor. Durch die Anordnung von Aufenthaltsbereichen nahe der zentralen Erschließung als auch an den Enden der Gebäudeflügel können diese als Orte der Begegnung dienen.

Weitere Treppenkerne befinden sich jeweils am Ende der Gebäudeflügel. Im rückwärtigen Bereich des Verbindungsflügels ordnen sich die dienenden Räumlichkeiten der jeweiligen Station an, die separate Zugänge für Mitarbeitende vorweisen.

Die Sana Klinik München zeichnet sich durch einen großen Fensteranteil in der Fassade aus. Die großen, nahezu bodentiefen Fenster lassen viel Tageslicht in die Patientenzimmer und ermöglichen gleichzeitig einen Blick in den Hof oder auf die umliegenden Gebäude. Die Patientenzimmer zum Hof weisen hier eine Besonderheit durch ihre schräg angeordneten Fensterbereiche auf. Die Wände zum Hof sind um etwa 30° abgewinkelt und bilden so einen privaten Blick in den Hof aus. Dadurch verändert sich auch die Struktur der Zimmer im Fensterbereich und bildet dort eine gemütliche Sitzecke aus.

Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Standardzimmer

Die Standardzimmer sind als Zweibettzimmer konzipiert und werden über den Stationsflur erschlossen. Im Eingangsbereich befindet sich die zugehörige Nasszelle. Durch die abgeschrägte Wand wird der Blick in das Zimmer geöffnet und zusätzliche Bewegungsfläche im Patientenzimmer geschaffen.
Die Betten sind parallel zueinander und mit ihren Kopfenden an derselben Seitenwand angeordnet. Zum Hof hin öffnet sich der Raum durch den abgewinkelten Fensterbereich. Hier befindet sich eine gemeinsame Sitzgruppe mit einem Tisch und zwei Stühlen. Dadurch entsteht neben dem Bereich der Betten ein zusätzlicher Platz zum Sitzen und für Gespräche.

Privatzimmer

Die Wahlleistungszimmer sind als Zweibettzimmer konzipiert und werden über einen gemeinsamen Eingangsbereich erschlossen, von dem auch das gemeinsame Bad betreten wird. In diesem Eingangsbereich befinden sich zusätzlich Arbeits- und Lagermöglichkeiten. Ein festes Trennelement gliedert das Zimmer in zwei private Bereiche und schafft eine seitliche Abschirmung der Patient*innen. Zum Eingangsbereich bleiben beide Bereiche offen und miteinander verbunden. Jeder Bettplatz verfügt über einen eigenen Fensterabschnitt sowie separate Sitz- und Ablagemöglichkeiten. Im Vergleich zu den Standardzimmern bietet diese Raumaufteilung mehr Platz und Privatheit.

Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Quelle: wörner traxler richter | Fotograf: Christian Börner
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?

Die Sana Klinik in München Sending sticht vor allem durch ihren hohen Fensteranteil hervor, wodurch viel Tageslicht in die Patient*innenzimmer gelangt und eine gute natürliche Belüftung möglich ist.
Durch die klare Gliederung der Grundrissstruktur können die einzelnen Stationen im Akutfall kohortiert und dezentral erschlossen werden.
Die Stationen sind übersichtlich gestaltet und weisen einen zentralen Stationsstützpunkt vor, wodurch sich Mitarbeitende, Angehörige und Patient*innen gut orientieren können.

Die klare Gliederung der Station ermöglicht kurze Wege zwischen den dienenden und hochfrequentierten Räumen und den Patient*innenzimmern, sodass auch die Arbeitsprozesse unterstützt werden. Auf den größeren Stationen sind noch einmal dezentrale Räumlichkeiten zur Patient*innenversorgung angeordnet, wodurch die Arbeitsprozesse noch weiter unterstützt und Wege verkürzt werden.
Durch die same-handed Anordnung der Grundrisse in den Patient*innenzimmern auf der Normalstation wird das Personal zusätzlich in ihren Arbeitsprozessen unterstützt. So muss sich das Personal in den unterschiedlichen Zimmern nicht neu orientieren und die Versorgungsprozesse können optimiert werden.
Im Unterschied dazu ist die Gestaltung in Privatzimmern nicht same-handed ausgebildet Dafür sind jedoch die Patient*innenbereiche klar voneinander getrennt, wodurch auch die Prozesse klar gegliedert und voneinander getrennt stattfinden. Durch die räumliche Trennung finden auch die Arbeitsbereiche in den dafür ausgewiesenen Flächen pro Patient*in statt. Durch die klar lesbaren und nutzerspezifischen Zonen im Patient*innenzimmer können unkontrollierte Kontakte vermieden werden.

Vom Eingang sind die Bettplätze für das Personal gut einsehbar, sodass eine gute Überwachung der Patientinnen ermöglicht wird und im Notfall ein schneller Eingriff möglich ist.

Die Gestaltung der Patient*innenzimmer trägt durch ein hohes Maß an natürlichem Lichteinfall zum Wohlbefinden der Patient*innen bei.

Flächenmanagement Pflegezimmer
Flächenmanagement Privatzimmer
Kohortierung OG
Orientierung OG

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Arztpraxis in Köln-Rodenkirchen, von Trint + Kreuder

Infrastrukturen |
Best Practice

Zentrum für ganzheitliche Medizin trint + kreuder

Eine zuvor lange leerstehende Villa in Köln-Rodenkirchen wurde vom Architekturbüro trint + kreuder umfassend saniert und zu einem medizinischen Zentrum ausgebaut. Die unterschiedlichen Stilrichtungen des Bestandsbaus sollten mit dem Neuen verschmelzen und wie die dort praktizierte Mischung aus klassischer Schulmedizin und alternativer Naturheilkunde eine Symbiose bilden.

Informationen zum Projekt
Architekt*innen

trint + kreuder d.n.a. architekten PartGmbB, Köln

Typologie

Arztpraxis

Bauvorhaben

Umbau

Fertigstellung

2006


Standort

Köln-Rodenkirchen

BGF

820 m2

Durch den Umbau zu einem Zentrum für ganzheitliche Medizin wurde das verwaiste, parkähnliche Grundstück in Köln wieder zum Leben erweckt. Die Anlage aus den 1920er-Jahren besteht aus einer Villa und einem Kutscherhaus. Erstere wurde um einen großzügigen Anbau im Untergeschoss erweitert. Die vielen Umbauten im letzten Jahrhundert lassen sich an den unterschiedlichsten Stilrichtungen im und am Gebäude erkennen. Besonders prägnant ist eine Treppenanlage aus den 1970er-Jahren. Ihre Granitstufen wurden von den Architekt*innen im Bodenbelag des Eingangsbereiches fortgeführt, alte Stuckdecken und Türen wiederhergestellt. Die Behandlungsräume erhielten einen neuen Bodenbelag aus Eichenholz. Insgesamt 14 dieser Behandlungsräume gibt es auf dem Gelände, darunter spezielle Räume für Innere Medizin, Ultraschall und EKG, Infusionen, Nuklearmedizin, Gynäkologie und Pädiatrie. Die meisten dieser Räume befinden sich in der Villa, zwei im Kutscherhaus und ein einziger im Anbau des Untergeschosses. Über den hinterleuchteten Empfang im Erdgeschoss der Villa gelangen die Patient*innen entweder in den Wartebereich im ehemaligen Gartensaal oder über die zuvor erwähnte Treppe in die darüberliegenden Geschosse. Jede Etage verfügt über eigene, den sich dort befindlichen Behandlungsräumen zugeordnete Sanitäranlagen und Wartebereiche. Ein Labor befindet sich im ersten, der Personalaufenthaltsraum im zweiten Obergeschoss. Das durch den großen Anbau erweiterte Untergeschoss beherbergt die Umkleideräume für das Personal, ein Archiv, Lager- und Technikräume sowie einen Seminarsaal mit angeschlossenen Werk-, Computer- und Behandlungsräumen.

Quelle: tkdna
Quelle: tkdna
Quelle: tkdna
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?

Das parkähnliche, etwa 1600 m² große Grundstück bietet ausreichend Außenflächen, um im Bedarfsfall temporäre Räume zu errichten. Das Grundstück und die Aufteilung der Räumlichkeiten in unterschiedliche Gebäude ermöglichen zum einen dezentrale Erschließungsmöglichkeiten und zum anderen die Kohortierung von Patient*innen. Die Erschließungsflächen in der Infrastruktur sind zwischen den Räumen großzügig dimensioniert, sodass ausreichend Bewegungsfläche vorhanden ist. Die Patient*innen können auf insgesamt vier Wartezonen verteilt werden, sodass im Bedarfsfall Personen mit Infektionsverdacht kohortiert werden können. Alle Behandlungsräume verfügen über eigene Lagerflächen, womit die Wege für das Personal kurz gehalten und Arbeitsprozesse unterstützt werden. Auch die dezentral angeordneten Sanitäranlagen verkürzen Wege innerhalb des Gebäudes und unterstützen Kohortierungsmöglichkeiten. Durch die Anordnung der Flur- und Wartebereiche wird eine Querlüftung ermöglicht.

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Arztpraxis Praxiszentrum in Burglengenfeld, von Pure Gruppe

Infrastrukturen |
Best Practice

Praxiszentrum Burglengenfeld von PURE Gruppe

Im Oberpfälzischen Burglengenfeld plante die PURE Gruppe ein neues Praxiszentrum in einem schon existierenden Rohbau eines Geschäftshauses. Die vier dort behandelnden Allgemeinmediziner*innen teilen sich die Nutzfläche von 290 m² und einen acht Meter langen Empfangstresen, der das Herzstück der Praxis bildet.

Quelle: PURE GRUPPE
Informationen zum Projekt
Architekt*innen

PURE Gruppe Architektengesellschaft mbH, Regensburg

Typologie

Arztpraxis

Bauvorhaben

Umbau

Fertigstellung

2013


Standort

Burglengenfeld, Bayern

BGF

318 m2

Quelle: PURE GRUPPE
Quelle: PURE GRUPPE
Quelle: PURE GRUPPE
Quelle: PURE GRUPPE

Beim Betreten der Praxis im 1. Obergeschoss werden die Besuchenden von einem acht Meter langen Tresen empfangen, der im Zentrum platziert das Herzstück der Praxis bildet. Von dort können die Patient*innen auf das Wartezimmer direkt gegenüber, auf eine der beiden Kurzwartezonen im Flurbereich oder in die Sprech- und Behandlungszimmer verteilt werden. Ziel der Planenden war es, die Räumlichkeiten entsprechend ihrer Anforderung an Diskretion um den zentralen Empfangstresen anzuordnen. Hinter dem Empfangstresen befinden sich die Personalräume: das Backoffice, der Sozialraum, ein Büro inklusive Archiv und ein Umkleideraum mit angeschlossenem WC für die Mitarbeitenden. Die Gemeinschaftspraxis verfügt über vier Sprechzimmer. Sie liegen an der nordöstlichen Seite des Gebäudes und sind über Türen miteinander verbunden. Ihnen gegenüber liegen zwei Räume für Ultraschalluntersuchungen, eine in eine Wandnische eingelassene Kurzwartezone und ein etwas größerer Raum für EKG-Untersuchungen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Praxis und damit nicht an die Außenfassade angeschlossen befinden sich eine Garderobe, die Sanitäranlagen für Besuchende, ein Labor und die zweite Kurzwartezone. Die Wände hinter dem Tresen und den Sitznischen sind mit Natursteinen verblendet, alle anderen Wände wurden weiß verputzt.

Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?

Durch die Struktur des Grundrisses ergibt sich die Möglichkeit einer guten Belüftung, vor allem auf den höher frequentierten Bewegungsflächen. Die Anordnung aller Räume um den zentralen Empfangstresen herum ermöglicht eine Übersichtlichkeit der gesamten Praxis. In den höher frequentierten Bereichen sind die konisch verlaufenden Bewegungsflächen ausreichend breit dimensioniert, um Begegnungen zwischen Patient*innen bei Bedarf zu minimieren. Die für das Personal und Besuchende entstehenden Wege sind kurz. Durch die Verbindung der Sprechzimmer über Türen können Mitarbeitende im Arbeitsalltag kurze Wege nutzen, wodurch Prozesse erleichtert und die Begegnungen zwischen Mitarbeitenden und Patient*innen reduziert werden. Gleichermaßen ergibt die nach Funktion angeordnete Raumstruktur grundsätzlich kürzere Wege zwischen den unterschiedlichen Räumen. Jedes Sprechzimmer verfügt über eigene Lagerflächen. Die Materialien für den täglichen Bedarf sind so immer in unmittelbarer Nähe verfügbar, sodass einerseits Wege vermieden werden und andererseits die Compliance mit korrekten Arbeitsprozessen unterstützt wird.

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