Digitale Bewegungsversorgung: Wirkungen, Qualität und Forschungsimplikationen – ein interdisziplinäres Diskussionspapier
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2930-2321
Digitale bewegungsbezogene Versorgungsleistungen (dbVL) gewinnen zunehmend in
der deutschen Gesundheitsversorgung an Bedeutung, während aktuell
Qualitätsanforderungen und Wirksamkeitskriterien noch einem dynamischen
Entwicklungsprozess unterliegen. Ziel des Beitrags ist eine begriffliche
Einordnung von dbVL sowie die systematische Darstellung des Status quo der
Einsatzmöglichkeiten und der Qualitätsanforderungen in der
Versorgungspraxis.Für die begriffliche Einordnung wurden bestehende Perspektiven der
Bewegungsversorgung sowie internationale Klassifikationssysteme digitaler
Gesundheitsinterventionen berücksichtigt. Gesetzliche Rahmenbedingungen
sowie spezifische Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen für die
Versorgung mit dbVL wurden aus verfügbaren, versorgungsrelevanten Dokumenten
systematisch synthetisiert.In allen Versorgungskontexten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen
grundsätzlich den Einsatz von dbVL. Die Analyse zeigt jedoch eine
erhebliche, teils sektoral bedingte Heterogenität und Fragmentierung
hinsichtlich der Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen.Die Analyse verdeutlicht den Bedarf einheitlicher und kontextübergreifender
Systematisierungen, Qualitätsanforderungen und Evaluationskriterien für
dbVL. Zentrale abgeleitete Positionen sind die Einbindung bewegungsbezogener
Expertise, nutzerinnen- und nutzerzentrierte Entwicklung und
technologieadäquate Evaluationsansätze. Zugleich wird sichtbar, dass die
derzeitige sektorale Fragmentierung konsensfähige, kontextübergreifende
Evidenz- und Nutzenkonzepte sowie perspektivisch eine kohärentere
regulatorische Neu-/Umordnung erfordert.
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