Zufriedenheit mit der Patientenbegleitung durch Schlaganfall-Lotsen – Befragungsergebnisse aus Betroffenenperspektive
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2776-2308
Viele Schlaganfall-Betroffene sind mit der Steuerung und Aufrechterhaltung
ihrer komplexen Versorgung und Therapie in der Nachsorge überfordert [1].
Schlaganfall-Lotsen unterstützen und koordinieren den Übergang in die
Nachsorge und stehen den Betroffenen für 12 Monate nach dem Schlaganfall, zu
mindestens sechs Kontaktzeitpunkten, als Ansprechpartner zur Verfügung.Postalische Befragung von Schlaganfall-Betroffenen, die im Rahmen eines
Selektivvertrages nach §140 SGB V in Ostwestfalen-Lippe durch Lotsen
begleitet wurden. Berichtet werden die Ergebnisse der aktuellen Befragung
(n=101) und in Summe die Gesamtergebnisse aller bisher befragten Personen
(n=335), die durch einen Schlaganfall-Lotsen der Stiftung Deutsche
Schlaganfall-Hilfe begleitet wurden.Die Begleitung durch einen Schlaganfall-Lotsen wird von den Betroffenen als
nützliche und sinnvolle Unterstützung wahrgenommen. Die kumulierte
Zufriedenheit (Zustimmung oder volle Zustimmung auf einer vierstufigen
Likert-Skala) in Bezug auf die Kontakthäufigkeit (96%), die Erreichbarkeit
(95%) und den persönlichen Umgang mit Betroffenen und ggf. Angehörigen (98%)
wird sehr positiv bewertet. 82% der Befragten geben als größte wahrgenommene
Unterstützung das Vorhandensein eines persönlichen Ansprechpartners an.
Zudem melden die Betroffenen zurück, dass die Lotsen einen Einfluss auf die
Achtsamkeit und den Umgang mit Risiko- und Lebensstilfaktoren haben. Es
besteht eine hohe Zufriedenheit mit der Begleitung und die Befragten
empfehlen auf Grund ihrer Erfahrungen eine Übernahme der Intervention in die
Regelversorgung für alle Schlaganfall-Betroffenen (99%).Die entwickelte Intervention wird von den Betroffenen gut angenommen und
führt zu einer Entlastung für Betroffene und Angehörige. Eine hohe Akzeptanz
auf Seiten der Betroffenen und eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der
Lotsentätigkeit stellt eine zentrale Voraussetzung zur bundesweiten
Etablierung von Schlaganfall-Lotsen in der Regelversorgung dar und ergänzt
die bisherigen Ergebnisse des Lotsenmodells um den zentralen Aspekt der
Betroffenenperspektive.
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