Lese-Ansicht
IFAT Munich 2026: Der Countdown läuft
Die Herausforderungen für Kommunen, Versorger und Industrie wachsen: Starkregen und Trockenperioden, alternde Infrastrukturen, steigende Anforderungen an Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung sowie neue regulatorische Vorgaben verlangen nach robusten, effizienten und zukunftsfähigen Systemen. Besonders im kommunalen Wassersektor rücken Themen wie PFAS, die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie, Phosphorrückgewinnung und klimaresiliente Infrastrukturen in den Mittelpunkt. Im Folgenden ein Auszug aus dem Programm der Blue Stage:
- Digitalisieurng/KI
- Abwasserrichtlinie
- Ideas2Impact
- Water4All
- Membrantechnologie
- Der wasserwirtschaftliche Datenraum
- Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen
Auf der IFAT Munich 2026 zeigt die Branche, wie moderne Wasserwirtschaft künftig aussehen kann: von energieeffizienten Kläranlagen über Verfahren zur Spurenstoffelimination bis hin zu digitaler Netzüberwachung, Wasserwiederverwendung und vorausschauendem Infrastrukturmanagement. Das Fachprogramm legt dabei einen starken Schwerpunkt auf nachhaltige und klimaangepasste Wasserwirtschaft, Wasserreuse und energieeffiziente Abwasserbehandlung. Auch die Digitalisierung der Wasserwirtschaft wird in eigenen Formaten adressiert. Leitmotiv der Messe ist „Circularity is a must“.
Philipp Eisenmann, Exhibition Director IFAT Munich, erklärt dazu: „Für die Wasserwirtschaft bedeutet dies, Stoff- und Energiekreisläufe konsequenter zu schließen und Abwasser zunehmend als Ressource zu verstehen – sei es als Quelle für Energie, Nährstoffe oder wiederverwendbares Wasser.“
Ein besonderes Augenmerk gilt innovativen Ansätzen für die Praxis: Digitale Systeme ermöglichen eine präzisere Überwachung von Netzen und Anlagen, KI-gestützte Prognosen unterstützen beim Umgang mit Extremwetter, und neue Aufbereitungsverfahren helfen, Schadstoffe wirksamer aus dem Wasserkreislauf zu entfernen. Forschungseinrichtungen und Unternehmen präsentieren zudem Lösungen für die vierte Reinigungsstufe und die effiziente Entfernung von Spurenstoffen.
Geöffnet hat die IFAT an allen vier Tagen von 9 bis 18 Uhr.
Das Team der gwf Wasser+Abwasser freut sich auf Ihren Besuch in Halle B2, Stand 300. Stöbern Sie in den aktuellen Ausgaben, den Fachbuchklassikern und unseren Neuheiten! Und holen Sie sich ein Exemplar unserer Messe-Ausgabe!
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Trinkwasser in Küstennähe weltweit bedroht
Grundwasser nahe der Küste ist in vielen Regionen der Erde eine zentrale Trinkwasserquelle. Allerdings ist diese Quelle durch Überentnahme und die daraus folgende potenzielle Versalzung bedroht – und der Anstieg des Meeresspiegels verschlimmert die Situation weiter. Das zeigt die aktuelle Studie eines Forschungsteams um Prof. Dr. Robert Reinecke vom Institut für Geographie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Annika Nolte vom Climate Service Center Germany (GERICS) in Hamburg, die heute in der Fachzeitschrift Nature Water veröffentlicht wurde.
„Im Zeitraum von 1990 bis 2024 zeigen mehr als 20 Prozent der von uns untersuchten Küstengebiete signifikante Veränderungen des Grundwasserspiegels, teilweise ist er um mehr als 50 Zentimeter pro Jahr gesunken. Das weist auf eine Überentnahme und damit das potenzielle Eindringen von Meerwasser und eine damit einhergehende Versalzung hin“, erklärt Prof. Dr. Robert Reinecke. Dabei sei vor allem das Zusammenspiel von Überentnahme und dem durch die Erderwärmung weltweit steigenden Meeresspiegel gefährlich: „Denn sinkt das Grundwasser, kann das Meerwasser leichter eindringen.“
Daten zu 480.000 Brunnen verknüpft
Grundlage der Studie sind Daten zu rund 480.000 Brunnen in verschiedenen Ländern, die die Forschenden zusammengetragen haben – den bislang größten globalen Datensatz zu Küstengrundwasser-Messungen.
„Unsere Studie leistet drei wesentliche Beiträge: Erstens übersetzt sie die verfügbaren Messdaten von den verschiedenen Orten in global vergleichbare Größen, anhand derer sich die Lage erstmals großflächig bewerten lässt. Zweitens weist sie auf Gebiete, die besonders gefährdet sind, und die dortigen Veränderungen hin. Und drittens liefert sie Indikatoren, mit denen die Entwicklung an bislang nicht beobachteten Küsten simuliert werden kann“, so Reinecke.
Wie sich der Grundwasserspiegel in den betroffenen Gebieten verändert hat, ist sehr unterschiedlich – teilweise ist er gestiegen, teilweise gesunken. Allerdings registrieren die Forschenden seit 2016 zunehmend sinkende Pegel. Die Grundwasserspiegel können je nach Region – auch sehr kleinräumig – stark variieren. Sinkende Pegel zeigten sich vor allem an Küsten der USA und Zentralamerikas, im Mittelmeerraum, in Südafrika, in Indien sowie im Süden Australiens.
Im Mittelpunkt der jetzt vorgelegten Studie stand die Frage, wo Küstengrundwasser besonders anfällig für eindringendes Salzwasser ist.
„Besonders gefährdet sind Küstengebiete, in denen das Grundwasser in der Nähe des Meeresspiegels liegt, sowie generell trockene Gebiete, in denen die Bevölkerung sich besonders auf Grundwasser verlassen muss. Unsere Studie liefert weltweite Belege, dass das küstennahe Grundwasser von Versalzung bedroht ist und priorisiert überwacht und gemanagt werden muss“, so Reinecke. „In den kommenden 50 Jahren kann es in allen Küstengebieten der Welt zu Trinkwasserproblemen kommen.“
Das sei nicht nur problematisch für die Trinkwasserversorgung der dort lebenden Menschen und damit mehr als 30 Prozent der Weltbevölkerung, sondern auch für die dortige Lebensmittelerzeugung und die dortigen Ökosysteme.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Robert Reinecke
Erdsystemmodellierung
Geographisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
reinecke@uni-mainz.de
Originalpublikation:
A. Nolte et al., Coastal groundwater-level trends reveal global susceptibility to seawater intrusion, Nature Water, 14. April 2026, 10.1038/s44221-026-00619-8
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Hörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze
Tag der Arbeitssicherheit
Berlin-Brandenburger Brunnentage 2026: Grundwasser im Fokus
Im Rahmen der Berlin-Brandenburger Brunnentage werden aktuelle Themen aus dem Bereich Grundwasser und Brunnenbau behandelt. Fachbeiträge aus Praxis und Wissenschaft greifen unterschiedliche Aspekte der Wassergewinnung, Brunnenplanung und -bewirtschaftung auf. Dabei werden sowohl technische als auch fachliche Fragestellungen vorgestellt und diskutiert. Die Beiträge geben Einblicke in konkrete Projekte, Erfahrungen und Entwicklungen aus dem Bereich der Brunnen- und Wasserwirtschaft.
Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft
Die Veranstaltung dient dem fachlichen Austausch zwischen Teilnehmenden und Referierenden. Im Mittelpunkt stehen Diskussionen zu aktuellen Entwicklungen sowie der direkte Dialog über praktische Erfahrungen und Herausforderungen im Arbeitsalltag. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und den Austausch innerhalb der Fachcommunity zu fördern.
Die Berlin-Brandenburger Brunnentage finden am 18. und 19. Mai 2026 im Hotel Müggelseeperle in Berlin statt. Die Anmeldung erfolgt über ein Formular auf der Website des Veranstalters, die Teilnahme ist kostenpflichtig.
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