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Forschungsprojekt GOW-Opti gestartet

Gemeinsam mit dem TZW (DVGW-Technologiezentrum Wasser) beschäftigt sich das IWW mit der Weiterentwicklung von gesundheitlichen Regelungswerten im Trinkwasser und Optimierung des Transfers in die Praxis. Das Projekt läuft insgesamt 1 Jahr.

Die enorme Menge an chemischen Substanzen in Produktion und Anwendung sowie der Umwelt führt dazu, dass sich ein nicht unerheblicher Teil in nahezu allen Umweltkompartimenten nachweisen lässt. Internationale Institutionen wie die WHO, die ECHA und EFSA oder nationale Behörden wie das Umweltbundesamt (UBA) können bisher nur einen kleinen Anteil der in die Umwelt, in Gewässer, gelangten Stoffe auf Basis von chronischen Versuchsdaten toxikologisch bewerten. Daher werden angepasste Bewertungskonzepte gebraucht, mit denen bei unzureichender oder fehlender toxikologischer Datenlage eine robuste Aussage im Rahmen der Vorsorge getroffen werden kann.

Ziele und Methodik

Im Rahmen des Projekts wird das bewährte Konzept der gesundheitlichen Orientierungswerte (GOW) einer Prüfung unterzogen, ob und wie es in der Praxis der Gesundheitsbehörden ankommt und wie es umgesetzt wird und wie gegebenenfalls weitere Optimierungen angepackt werden könnten. Dabei wird die Sichtweise der Wasserversorger mit einbezogen, die von den Anordnungen und Maßnahmen der Behörden direkt betroffen sind. Es werden Potentiale zur Optimierung von Schwachpunkten zur Verfestigung von Stärken abgeleitet, was zu einem direkten Nutzen für die Wasserversorgung und die Überwachung führen kann. Dabei wird darauf Wert gelegt, den GOW mit den anderen relevanten Regelungswerten in Beziehung zu setzen. Zudem werden strategische Umsetzungshinweise für die Verbesserung der Anwendung in der Praxis gegeben. Daraus sollte sich ein wichtiger Input für weitere Vorgehensweisen beim UBA sowie den Beteiligten auf der operativen Ebene ergeben.

Das R3VOLUTION Projekt revolutioniert das industrielle Wassermanagement

Die Wassernutzung in der Industrie hat verschiedene Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und die Gesellschaft in Europa. Eines der Hauptprobleme in diesem Bereich ist die Wasserknappheit, da 40 % des entnommenen Wassers in Europa von der Industrie genutzt wird. Dies ist insbesondere ein Problem in Gebieten mit begrenzten Wasserressourcen, Verschmutzung der Wasserressourcen, allgemeiner Verschlechterung der Wasserqualität und erheblichem Energieverbrauch im Zusammenhang mit der Wassernutzung und -aufbereitung. Trotz dieser Tatsache und der zusätzlichen Auswirkungen des Klimawandels sind Lösungen und Initiativen zur Rückgewinnung von Industrieabwasser selten, vor allem weil der Preis für Wasser nicht seinen wahren Wert oder seine Verfügbarkeit widerspiegelt. Dies hält die Industrie oft davon ab, in dringend benötigte Technologien zur Wasserrückgewinnung zu investieren.

Das Projekt

Unter dem Titel “Ein revolutionärer Ansatz zur Maximierung der Wiederverwendung von Prozesswasser und der Rückgewinnung von Ressourcen durch eine intelligente, zirkuläre und integrierte Lösung” wird R3VOLUTION die industrielle Wasserwirtschaft in der EU revolutionieren. Um den Weg für einen nachhaltigen und effizienten Wasser- und Ressourcenverbrauch zu ebnen, entwickelt das Projekt Schlüsselinnovationen, die eine wirtschaftliche, ökologische und betriebliche Wasserrückgewinnung ermöglichen und die Herausforderungen der Lösungsmittel- und Energierückgewinnung angehen.

Im Laufe von vier Jahren demonstrieren die Projektpartner nachhaltige Lösungen für die Ressourcenrückgewinnung und entwickeln maßgeschneiderte membranbasierte Aufbereitungsanlagen, die mit Abwärme gekoppelt sind. Ein digitaler Prozessassistent ermöglicht eine optimale Konfiguration für verschiedene industrielle Umgebungen. Hierbei werden Risiken bei der Umsetzung minimiert und der Betrieb entscheidend unterstützt. Um das industrielle Wassermanagement zu revolutionieren, umfasst das R3VOLUTION-Projekt vier Demonstrationsstandorte im Pilotmaßstab, die die Anwendbarkeit und Reproduzierbarkeit von Lösungen in der petrochemischen Industrie, der biobasierten Chemie, der Stahlindustrie sowie der Zellstoff- und Papierindustrie zeigen. Das IWW Zentrum Wasser leitet die Öffentlichkeitsarbeit im Projekt und arbeitet an den technischen Lösungen mit.

Projektförderung

R3VOLUTION wird vom Projektpartner Cetaqua Water Technology Centre in Spanien koordiniert, der Anfang Februar das Kick-off-Meeting in Barcelona veranstaltete. Das Projekt umfasst 19 Partner aus 9 verschiedenen Ländern und wird von der Europäischen Union im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101138245 finanziert.

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