Lese-Ansicht

Interdisziplinarität und ko-kreative Paradigmen angewandter Sozialmedizin

Gesundheitswesen 2026; 88: 16-21
DOI: 10.1055/a-2757-2684

Die Sozialmedizin bundesrepublikanischer Prägung ist interdisziplinär fundiert. In dem ihr durch die Sozialversicherung zugewiesenen facettenreichen Aufgabenspektrum realisiert sie in multiprofessioneller Kooperation und Ko-Kreation gleichermaßen partizipative wie transformative Gestaltungsprozesse. Der theoretischen wie praktischen Vielschichtigkeit der Sozialmedizin widmete sich auf der 60. Jahrestagung der DGSMP am 19. September 2025 in der Charité ein vom DGSMP-Ressort „Praktische Sozialmedizin und Rehabilitation“ unter maßgeblicher Mitwirkung seiner AG Pflege konzipiertes Symposium. Es war intendiert als Gestaltungsimpuls zur Konkretisierung eines zeitgemäßen Profils der Sozialmedizin und zum dann perspektivisch daran anzuknüpfenden konstruktiven Diskurs. Sechs Einzelbeiträge verwiesen auf wesentliche, die Sozialmedizin konstituierende Konzepte und sozialgesetzliche Maßgaben zur Typisierung der sozialmedizinisch-multiprofessionellen Praxis. Auf der interdisziplinären Agenda standen ausgewählte Themen aus epistemologischer, geschichts-, rechts-, gesundheits- und pflegewissenschaftlicher sowie medizinischer Perspektive.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Methods for health economic evaluation of complex interventions in healthcare: current practice, challenges and guidance for future researchMethoden zur gesundheitsökonomischen Evaluation komplexer Interventionen in der Gesundheitsversorgung: aktuelle Praxis, Herausforderungen und Weiterentwicklungsbedarf

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2569-9765

Health economic methods can support the development and evaluation of new healthcare interventions by generating data on the resources used and relating these to a defined benefit. However, the standard methodology of health economic evaluation that is usually used does not do justice to the high degree of complexity of interventions in healthcare. As a result, there is a lack of decision-relevant information, for example, on the preferences of the target group, on spillover effects on the part of carers, or on implementation costs and the role of different contexts in the implementation of interventions into routine care. The UK Medical Research Council’s (MRC) standard-setting framework for complex interventions therefore emphasises the need to incorporate health economic aspects more strongly into all phases of the development and evaluation of complex interventions. To make this possible, the MRC’s recommendations for expanding and adapting the standard methodology of health economic evaluation must be concretised and supplemented. Building on already established methodological procedures, recommendations should be developed and proposals for necessary further research formulated.Gesundheitsökonomische Methoden können die Entwicklung und Evaluation von neuen Versorgungskonzepten unterstützen, indem sie Daten zu eingesetzten Ressourcen genieren und diese ins Verhältnis zu einem definierten Nutzen setzen. Die meist angewendete Standardmethodik der gesundheitsökonomischen Evaluation wird dabei jedoch dem hohen Komplexitätsgrad von Interventionen in der Gesundheitsversorgung nicht gerecht. Dadurch fehlen entscheidungsrelevante Informationen, beispielsweise zu Präferenzen der Zielgruppe, zu Spillover-Effekten auf Seiten pflegender Angehöriger, oder zu Implementierungskosten und der Rolle unterschiedlicher Kontexte bei der Überführung von Interventionen in die Regelversorgung. Das Standard setzende Rahmenwerk des britischen Medical Research Councils (MRC) für komplexe Interventionen betont daher die Notwendigkeit, gesundheitsökonomische Aspekte stärker in alle Phasen der Entwicklung und Evaluation komplexer versorgungsbezogener Interventionen einzubeziehen. Um dies zu ermöglichen müssen die Empfehlungen des MRC zur Erweiterung und Anpassung der Standardmethodik der gesundheitsökonomischen Evaluation konkretisiert und ergänzt werden. Aufbauend auf bereits etablierten methodischen Verfahren sollen hierzu Empfehlungen entwickelt sowie Vorschläge für erforderliche weitere Forschung formuliert werden.
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