Einschätzung hausärztlich tätiger Ärzt*innen zur Reform der Psychotherapie-Richtlinie
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2826-9180
Hausärzt*innen nehmen in der Versorgung von Menschen mit psychischen
Erkrankungen eine wichtige Rolle ein. Sie sind in den überwiegenden Fällen
die Eintrittspforte ins System. Häufig koordinieren sie die Weiterleitung in
eine psychotherapeutische Behandlung. Entsprechend hat die Reform der
Psychotherapie-Richtlinie (2017) mit der Einführung der
psychotherapeutischen Sprechstunde als neue Leistung eine direkte Auswirkung
auf die Hausärzt*innen. Ziel dieses Artikels ist es, die Einschätzung der
Hausärzt*innen zu dieser Reform abzubilden.Im Rahmen des Projekts „Evaluation der Psychotherapie-Richtlinie“ wurde eine
standardisierte Querschnittbefragung von 3400 Hausärzt*innen in der
vertragsärztlichen Versorgung durchgeführt. Die Auswertung der Befragung
erfolgte deskriptiv.Es nahmen 256 Hausärzt*innen an der Befragung teil. 72,7% der Teilnehmenden
waren 51 Jahre und älter, 53,8% waren weiblich. Während der Großteil der
Hausärzt*innen den Zeitraum bis zu einer psychotherapeutischen Sprechstunde
mit 4 Wochen oder länger angibt, sind ebenfalls etwa zwei Drittel der
Ansicht, dass bis zum Beginn einer Richtlinientherapie 9 oder mehr Wochen
vergehen. Eine Verbesserung der Situation nach der Reform wird nur von
einigen gesehen.Aus Sicht der Hausärzt*innen besteht weiterhin Verbesserungspotenzial im
Zugang der Patient*innen zur psychotherapeutischen Versorgung. Daneben ist
auch die Kommunikation über die Patientenpfade optimierungsfähig, da
Hausärzt*innen angeben, nur von etwa einem Viertel der Patient*innen eine
Rückmeldung nach der Sprechstunde zu erhalten.
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