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Herausforderungen in der rehabilitativen Versorgung von Menschen mit kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen – ein Erfahrungsbericht aus einer Pilotstudie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2675-0855

Die Studie befasst sich mit der rehabilitativen Versorgungslücke für Menschen mit kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen. Die herkömmlichen medizinischen Versorgungsstrukturen sind häufig unzureichend an die Bedürfnisse dieser Patientinnen- und Patientengruppe angepasst. In diesem Projekt wird die rehabilitative Versorgungslücke mit einem sozialraumorientierten Rehabilitationskonzept für Menschen mit kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen praktisch geschlossen und wissenschaftlich begleitet, um die bestehende Versorgungslücke in der Rehabilitation dieser Patientinnen- und Patientengruppe zu adressieren und nachhaltige Lösungsansätze zu schaffen. Es werden die Herausforderungen einer bedarfsorientierten rehabilitativen Versorgung und die Lösungsansätze aus dem experimentellen Pilotprojekt dargestellt und diskutiert.Diese Studie wurde als prospektive, monozentrische Pilotstudie mit explorativem Charakter konzipiert. Ein interprofessionelles Team dokumentierte systematisch die Herausforderungen und hemmenden Faktoren während der Implementierung und Interventionsphase in einem Laborbuch.Es nahmen 15 Menschen mit unterschiedlichen kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen und Kontextfaktoren an der Pilotstudie teil. Bereits in der Vorbereitung der Interventionsphase gab es herausfordernde strukturelle Aspekte, insbesondere bei der Ressourcen- und Ablaufplanung. Während der Interventionsphase traten organisatorische Herausforderungen in den Vordergrund, z. B. die Terminplanung mit Zugehörigen, Transportdiensten und die Raumplanung. Im direkten Kontakt mit den Patientinnen und Patienten waren Spontaneität und Improvisation erforderlich, um auf individuelles Verhalten und herausfordernde Situationen flexibel reagieren zu können.Das sozialraumorientierte Rehabilitationskonzept zeigt, dass die heterogenen Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen individuell adressiert werden können und die Teilnehmenden beim Erreichen ihrer Teilhabeziele erfolgreich unterstützt werden. Das sozialraumorientierte Rehabilitationskonzept ist praktisch umsetzbar. Es erscheint im Kontext des demografischen Wandels, der Zunahme chronischer Erkrankungen sowie der verstärkten Ambulantisierung medizinischer Behandlungen als eine vielversprechende Entwicklung im Gesundheitssystem.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Telemedizinische Post-COVID-Beratungen einer universitären Spezialambulanz: Fokusgruppenergebnisse zu Einflussfaktoren auf die Teilnahme von Hausärzt*innen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2661-8280

Die Versorgung von Patient*innen mit Post-COVID-Syndrom stellt Hausärzt*innen vor diverse Herausforderungen sowohl bei der Diagnostik und Behandlung als auch bei der Koordination der weiterführenden Versorgungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen (hausärztliche Primärversorgung, fachärztliche Spezialversorgung und Maximalversorgung z. B. an Universitätskliniken). Die Vernetzung zwischen Hausärzt*innen und Spezialversorgern ist gerade bei komplexen Krankheitsbildern wie Post-COVID von großer Bedeutung. Hier setzt das Projekt ViCoReK an, bei dem sich Hausärzt*innen und ihre Patient*innen durch ein interdisziplinäres Team aus einer Universitätsklinik telemedizinisch beraten lassen können. In der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, welche Faktoren die Teilnahme von Hausärzt*innen an dem Angebot beeinflussen.Im Februar und April 2024 wurden zwei Fokusgruppen mit Hausärzt*innen, die eine Beratung im Projekt ViCoReK in Anspruch nahmen, sowie solchen, die dies nicht taten, durchgeführt und mithilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.Die Ergebnisse der 93- bzw. 102-minütigen Fokusgruppen mit 13 Hausärzt*innen und einem Physician Assistant zeigen, dass zahlenmäßig nur noch wenige, dafür aber schwer betroffene Patient*innen mit Post-COVID in den Praxen der Befragten versorgt werden. Die Versorgung dieser Patient*innen ist mit hohem zeitlichen Aufwand verbunden und erzeugt Druck bei den Hausärzt*innen, da die aktuell zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten als nur bedingt hilfreich erlebt werden. Das persönliche Engagement der Hausärzt*innen fördert die Projektteilnahme: Sie wünschen sich einen Austausch mit Expert*innen zum Thema „Post-COVID“ und engagieren sich für die Nutzung digitaler Technologien in ihren Praxen. Die größten Barrieren für ihre Teilnahme sind Probleme bei der Digitalisierung der Praxen, unzureichende Möglichkeiten der Vergütung und mangelnde zeitliche Kapazitäten.Auch wenn die persönliche Bereitschaft von Hausärzt*innen, im Bereich Post-COVID telemedizinische Angebote zur Vernetzung mit Spezialambulanzen zu nutzen, grundsätzlich gegeben ist, stehen der Nutzung auf struktureller Ebene größere technische, finanzielle und zeitliche Hürden entgegen. Digitale Angebote zur Unterstützung der Versorgung bei Post-COVID sollten so niedrigschwellig zugänglich und pragmatisch gestaltet werden, dass sie trotz geringer zeitlicher Kapazität in hausärztlichen Praxen nutzbar sind.
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