Lese-Ansicht

WHO-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Unfruchtbarkeit

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2923-8257

Unfruchtbarkeit betrifft weltweit etwa jede sechste Person im reproduktionsfähigen Alter und ist unabhängig von Wohnort und Einkommensverhältnissen ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem. Sie schränkt die Verwirklichung des Kinderwunsches ein und unterstreicht damit die Relevanz einer hochwertigen reproduktionsmedizinischen Versorgung.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeitete die Leitlinie gemäß WHO-Standards. Ein Team des WHO Collaborating Centres für Evidenzbasierte Medizin an der Universität für Weiterbildung Krems (Österreich) hat die Zusammenfassung der Leitlinie aus dem Englischen übersetzt.Neben allgemeinen Gute-Praxis Empfehlungen zum Management von Unfruchtbarkeit, enthält die Leitlinie vier Empfehlungen zur Prävention, elf zur Diagnostik und 24 zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. In den Diagnostik- und Behandlungsempfehlungen wird dabei jeweils zwischen weiblicher, männlicher und ungeklärter Unfruchtbarkeit unterschieden.Die vorliegende Leitlinie ist die erste WHO-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Unfruchtbarkeit. Sie zielt darauf ab, die Implementierung evidenzbasierter Interventionen in Bezug auf Unfruchtbarkeit zu verbessern.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Richtlinien und Interventionen zur Gestaltung gesunder Ernährungsumgebungen in Schulen – WHO Leitlinie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2923-9047

Gesunde Ernährung im Kindes- und Jugendalter ist essenziell für Gesundheit und Wohlbefinden und kann durch gesunde Ernährungsumgebungen an Schulen gezielt gefördert werden. Die vorliegende Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zu ernährungsbezogenen Richtlinien und Interventionen im Bereich der Schulverpflegung.Die Leitlinienentwicklung erfolgte nach standardisiertem WHO-Verfahren unter Einbindung der WHO Nutrition Guidance Expert Advisory Group (NUGAG) und Evidenzbewertung mittels Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation System (GRADE). Die Evidenzgrundlage umfasste einen Scoping Review sowie einen Systematischen Review (Literatursuche bis 10/2023) zu drei Interventionsbereichen: direkte Schulverpflegung, Ernährungsstandards und -richtlinien sowie Nudging-Maßnahmen. Für Interventionen zu Marketingbeschränkungen oder Preismaßnahmen wurden keine geeigneten Studien identifiziert.Die WHO empfiehlt, die Schulverpflegung gezielt zu nutzen, um den Verzehr gesundheitsförderlicher Lebensmittel und Getränke zu steigern. Ebenso empfiehlt die WHO Ernährungsstandards oder -richtlinien festzulegen und anzuwenden, um Verfügbarkeit, Kauf und Verzehr von gesundheitsförderlichen Lebensmitteln und Getränken zu erhöhen und jene, die nicht zu einer gesunden Ernährung beitragen, zu verringern. Nudging-Maßnahmen, die die Ernährungsumgebung in der Schule verändern, um Auswahl, Kauf und Verzehr von gesundheitsförderlichen Lebensmitteln und Getränken zu erhöhen, sollten umgesetzt werden, wobei mehrere gleichzeitige Nudging-Maßnahmen als effektsteigernd angesehen werden. Die Umsetzung dieser Leitlinie sollte lokale Faktoren wie die Ernährungssituation des Landes, soziokulturellen und -ökonomischen Kontext, regional verfügbare Lebensmittel, Ernährungssicherheit, Klimawandel, Ernährungsgewohnheiten, Infrastruktur, Ressourcen, politische und rechtliche Rahmenbedingungen sowie Governance-Strukturen des WHO-Mitgliedstaates berücksichtigen und einen koordinierten Ansatz mit weiteren relevanten Leitlinien und Empfehlungen verfolgen.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

❌