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Mobilitätsangebote in der hausärztlichen Versorgung: Ein Überblick bestehender Angebotstypen und Potenziale für das deutsche Gesundheitswesen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-6420

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland führen zu Konzentrationsprozessen hausärztlicher Versorgungsangebote, aus denen insbesondere in ländlich geprägten Räumen längere Wegstrecken oder -zeiten resultieren können. Zwar existieren bislang lediglich Empfehlungen zur Zumutbarkeit des Aufwands zu ihrer Erreichbarkeit. Gleichwohl werden vermehrt Anstrengungen, z. B. für mobilitätseingeschränkte Menschen und chronisch Erkrankte gefordert, um mögliche Zugangsbarrieren abzubauen. Ein Diskussionsstrang der letzten Jahre ist die Weiterentwicklung zugehender und aufsuchender hausärztlicher Versorgungsangebote. Dabei werden u. a. mobile Hausarztpraxen sowie spezifische Beförderungsangebote für Patientinnen und Patienten als Ergänzung zum ÖPNV und Individualverkehr diskutiert. Bedarfe und Stellenwert entsprechender Angebote im deutschen Gesundheitssystem wurden jedoch bislang kaum untersucht. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über bestehende Angebotstypen zu geben, diese zu diskutieren und mögliche Potenziale für das deutsche Gesundheitswesen aufzuzeigen.Neben Datenbankrecherchen zur Identifizierung wissenschaftlicher Publikationen wurde eine Internetrecherche durchgeführt. Es wurden sowohl nationale als auch internationale Ergebnisse berücksichtigt.Die identifizierten Ansätze aus den 21 einbezogenen Publikationen wurden nach Angebotstypen geclustert. Es wurden die vier Cluster „Eigenständige mobile Arztpraxis“, „Mobile Zweigpraxis“, „Spezifische Beförderungsangebote für Patientinnen und Patienten als Ergänzung des Nahverkehrs“ und „Maklerleistungen zur Beförderung von Patientinnen und Patienten“ herausgearbeitet. Bei Konzeption und Implementierung förderlich, hat sich v. a. ein eng aufeinander abgestimmtes Vorgehen relevanter Akteure mit partizipativem Ansatz zur Berücksichtigung verschiedener Perspektiven gezeigt. Hemmend wirken neben rechtlichen Hürden v. a. nicht kostendeckende Wirtschaftlichkeitsaspekte, die oft mit der eher geringen Inanspruchnahme der Angebote assoziiert sind.Mobile Arztpraxen und Angebote zur Ergänzung bestehender Mobilitätsoptionen für Patientinnen und Patienten können potenziell einen Beitrag zum Abbau von Zugangsbarrieren zu einer wohnortnahen hausärztlichen Versorgung leisten, insbesondere wenn sie Teil eines Gesamtkonzeptes für eine multiprofessionelle Primärversorgung sind und die jeweiligen Bedarfslagen berücksichtigen. Zur Konkretisierung des Potenzials ist eine wissenschaftlich fundierte Evaluation etwaiger, weiterer Modellprojekte empfehlenswert. Dabei sollten regionale Bedarfe und Bedürfnisse konsequent berücksichtigt werden.
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