Das größte Entlastungspotenzial für Ärztinnen und Ärzte durch digitale Pflegeanwendungen (DiPAs) besteht in der Altersgruppe der 50–65-Jährigen.
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2560-1275
Die erste digitale Pflegeanwendung (DiPA) sollte 2024 für pflegebedürftige
Personen, welche in der eigenen Häuslichkeit leben, zugelassen werden DiPA
sollen die Selbstständigkeit und Fähigkeiten der Nutzerinnen und Nutzer
verbessern. Sie könnten die Zahl der benötigten Hausbesuche reduzieren und
somit die Arbeitsbelastung der Ärzte verringern. Die vorliegende Studie
untersucht, welche Altersgruppe bei der Nutzung von DiPA das größte
Entlastungspotenzial für Ärzte bietet.Anhand der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten nach §295 SGB V wurde geprüft,
für wie viele erwachsene gesetzlich Versicherte die Erstverordnung einer
DiGA durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzten im Zeitraum von März 2021
bis Dezember 2022 abgerechnet wurde. Zudem wurden diese Abrechnungen für das
vierte Quartal 2022 nach Alter der Versicherten analysiert und den
abgerechneten Hausbesuchen gegenübergestellt.Die Zahl der durch Niedergelassene abgerechneten Leistungen zur
DiGA-Verordnung stieg von 6.660 im zweiten Quartal 2021 auf 32.546 im
vierten Quartal 2022. DiGA wurden häufiger bei Erwachsenen im jüngeren und
mittleren Alter verordnet, mit Peaks bei 30 und 56 Jahren, während
Hausbesuche bei älteren Erwachsenen häufiger vorkamen, mit Peaks im Alter
von 61 und 83 Jahren.Der stete Anstieg der DiGA-Verordnungen deutet auf eine wachsende Akzeptanz
bei Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten hin. Dieser Trend
suggeriert, dass auch DiPA Akzeptanz gewinnen könnten. Der zweite
Alters-Peak bei DiGA-Verordnungen betrifft die Altersgruppe von etwa 50 bis
65 Jahren, die sich mit dem ersten Alters-Peak bei Hausbesuchen
überschneidet. Daher sollten DiPA zunächst auf die Altersgruppe von 50 bis
65 Jahren ausgerichtet werden, mit späteren Anpassungen für ältere
Altersgruppen. Die Einbeziehung von Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen
und Patienten in die Entwicklung könnte das Vertrauen der Nutzenden und
Verschreibenden erhöhen.
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