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Lese-Ansicht

Routinedatenanalyse räumlicher Aspekte der HIV-Präexpositionsprophylaxe und -Schwerpunkttherapie in ausgewählten KV-Regionen in den Jahren 2019 bis 2022

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2949-5865

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gilt als eine effektive Möglichkeit zur Vermeidung von HIV-Neuinfektionen und ist in Deutschland seit September 2019 für Menschen mit gesetzlicher Krankenversicherung mit einem substantiellen HIV-Infektionsrisiko erstattungsfähig. Relevant für einen optimalen Erfolg der Prävention ist es, dass die Versorgungsstrukturen möglichst viele Personen mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko erreichen und kontinuierlich einbinden. Ziel der hier berichteten Analysen ist eine Deskription der PrEP- und HIV-Versorgung von Personen, die in den in Bezug auf die HIV-Schwerpunkt-Versorgung weniger ausgebauten Regionen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein leben.In anonymen Routinedaten der BARMER aus den Jahren 2019 bis 2022 wurden Personen mit PrEP-Nutzung sowie Personen, die mit HIV leben, mit einer Versorgung entsprechend der Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V, selektiert. Für diese Personen wurden die KV-Region der Ärztinnen und Ärzte ermittelt, die die PrEP verschrieben beziehungsweise die HIV-Behandlung erbrachten. Deskriptiv wurde eine Gegenüberstellung der KV-Regionen vorgenommen, in der die Versicherten leben und in denen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte praktizieren.Zwischen den betrachteten Regionen bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Rate an Personen, die in der KV-Region mit der PrEP versorgt wird, in der sie wohnt. Während die PrEP brandenburgischer Nutzenden ausschließlich außerhalb von Brandenburg verordnet werden, werden 775 der Verordnungen von niedersächsischen PrEP-Nutzenden in der eigenen Region erbracht und nur 164 Verordnungen in anderen KV-Regionen. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind hierzwischen einzuordnen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der HIV-Versorgung, mit der Ausnahme, dass hier auch in Brandenburg zu beobachten ist, dass Personen in der eigenen KV-Region versorgt werden. In beiden Analysen zeigt sich die Relevanz der Versorgungsstrukturen insbesondere in Berlin und Hamburg für die Versorgung von Personen aus den KV-Regionen der benachbarten Flächenstaaten.Beobachtet werden kann, dass Versorgungsstrukturen in beispielsweise Berlin oder Hamburg in hohem Maße PrEP-Nutzende und Personen, die mit HIV leben, aus anderen KV-Regionen mitversorgen. Zudem könnten die Ergebnisse darauf hinweisen, dass in Regionen, in denen ein Großteil der eingeschlossenen Personen Leistungen in anderen KV-Regionen beziehen, möglicherweise Personen unterversorgt sind, die die damit verbundenen Mobilitätsanforderungen nicht erfüllen können.
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Methods for health economic evaluation of complex interventions in healthcare: current practice, challenges and guidance for future researchMethoden zur gesundheitsökonomischen Evaluation komplexer Interventionen in der Gesundheitsversorgung: aktuelle Praxis, Herausforderungen und Weiterentwicklungsbedarf

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2569-9765

Health economic methods can support the development and evaluation of new healthcare interventions by generating data on the resources used and relating these to a defined benefit. However, the standard methodology of health economic evaluation that is usually used does not do justice to the high degree of complexity of interventions in healthcare. As a result, there is a lack of decision-relevant information, for example, on the preferences of the target group, on spillover effects on the part of carers, or on implementation costs and the role of different contexts in the implementation of interventions into routine care. The UK Medical Research Council’s (MRC) standard-setting framework for complex interventions therefore emphasises the need to incorporate health economic aspects more strongly into all phases of the development and evaluation of complex interventions. To make this possible, the MRC’s recommendations for expanding and adapting the standard methodology of health economic evaluation must be concretised and supplemented. Building on already established methodological procedures, recommendations should be developed and proposals for necessary further research formulated.Gesundheitsökonomische Methoden können die Entwicklung und Evaluation von neuen Versorgungskonzepten unterstützen, indem sie Daten zu eingesetzten Ressourcen genieren und diese ins Verhältnis zu einem definierten Nutzen setzen. Die meist angewendete Standardmethodik der gesundheitsökonomischen Evaluation wird dabei jedoch dem hohen Komplexitätsgrad von Interventionen in der Gesundheitsversorgung nicht gerecht. Dadurch fehlen entscheidungsrelevante Informationen, beispielsweise zu Präferenzen der Zielgruppe, zu Spillover-Effekten auf Seiten pflegender Angehöriger, oder zu Implementierungskosten und der Rolle unterschiedlicher Kontexte bei der Überführung von Interventionen in die Regelversorgung. Das Standard setzende Rahmenwerk des britischen Medical Research Councils (MRC) für komplexe Interventionen betont daher die Notwendigkeit, gesundheitsökonomische Aspekte stärker in alle Phasen der Entwicklung und Evaluation komplexer versorgungsbezogener Interventionen einzubeziehen. Um dies zu ermöglichen müssen die Empfehlungen des MRC zur Erweiterung und Anpassung der Standardmethodik der gesundheitsökonomischen Evaluation konkretisiert und ergänzt werden. Aufbauend auf bereits etablierten methodischen Verfahren sollen hierzu Empfehlungen entwickelt sowie Vorschläge für erforderliche weitere Forschung formuliert werden.
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