Lese-Ansicht

Health research requires the linking of healthcare-related dataGesundheitsforschung braucht die Verknüpfung versorgungsnaher Daten

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2780-8325

Linking project data and data from routine clinical practice with healthcare-related data is essential for German healthcare research in order to answer complex questions validly and efficiently. Currently, fragmented data sources, heterogeneous legal requirements, and a lack of infrastructure prevent the optimal use and linking of these data. The Network University Medicine (NUM) is therefore developing a dedicated data infrastructure to link primary study data and routine clinical data with external healthcare-related data (e. g., data from statutory and private health insurance companies, data from cancer registries of the federal states, and data from registration offices). The position paper describes the various data worlds, including examples from epidemiological and clinical research that illustrate the added value and challenges of data linkage. In particular, it presents the new structures of the data acceptance and processing center (DAAeD) in the NUM, which is intended to enable quality-assured, data protection-compliant receipt and linkage of data. Standardized application and approval procedures as well as innovative privacy-preserving record linkage procedures are central to this. International experience, including from Scandinavia and the UK, demonstrates the benefits of such infrastructures for research and healthcare. In conclusion, we advocate rapid political and institutional implementation of the recommendations described in order to make health research in Germany competitive in international comparison and to ensure sustainable, patient-centered health care.Die Verknüpfung von Projektdaten und Daten aus der klinischen Routine mit versorgungsnahen Daten ist für die deutsche Versorgungsforschung essentiell, um komplexe Fragestellungen valide und effizient zu beantworten. Aktuell stehen fragmentierte Datenquellen, heterogene rechtliche Vorgaben und fehlende Infrastrukturen einer optimalen Nutzung und Verknüpfung dieser Daten entgegen. Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) entwickelt daher eine darauf ausgerichtete Dateninfrastruktur zur Verknüpfung primärer Studiendaten und klinischer Routinedaten mit externen versorgungsnahen Daten (z. B. Daten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, Daten der Landeskrebsregister und Daten der Melderegister). Das Positionspapier beschreibt die verschiedenen Datenwelten einschließlich Beispiele aus epidemiologischer und klinischer Forschung, die die Mehrwerte und Herausforderungen der Datenverknüpfung abbilden. Insbesondere werden die neuen Strukturen der Datenannahme- und -aufbereitungsstelle (DAAeD) im NUM dargestellt, die eine qualitätsgesicherte, datenschutzkonforme Annahme und Verknüpfung von Daten ermöglichen soll. Zentral sind vereinheitlichte Antrags- und Genehmigungsverfahren sowie innovative Privacy-Preserving-Record-Linkage-Verfahren. Internationale Erfahrungen, u. a. aus Skandinavien und UK, belegen den Nutzen solcher Infrastrukturen für Forschung und Versorgung. Es wird für eine rasche politische und institutionelle Umsetzung der beschriebenen Empfehlungen plädiert, um die Gesundheitsforschung in Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu machen und eine nachhaltige, patientenzentrierte Gesundheitsversorgung zu sichern.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Gute Kartographische Praxis im Gesundheitswesen – Kurzfassung der Version 2

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2778-0259

In gesundheitswissenschaftlichen Studien und der Gesundheitsberichterstattung werden zunehmend Karten aufgrund des wachsenden Interesses an regionalen Fragestellungen verwendet. Bei fehlenden methodischen Kenntnissen für die Erstellung von Karten können Probleme bei der Interpretation kartographischer Darstellungen entstehen. Aufgrund dessen wurde von einem Expertenkreis aus Geographie, Kartographie, Epidemiologie und Gesundheitswissenschaften die „Gute Kartographische Praxis im Gesundheitswesen (GKPiG)“ entwickelt und einer ersten Revision unterzogen. Diese dient als Orientierungshilfe zur Erstellung und Interpretation von Karten mit gesundheitlichem Bezug nach aktuellen wissenschaftlichen Standards. Vor der eigentlichen Kartenerstellung erfolgt die Planung der Karte, um die Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Darstellungsform der Karte festzulegen. Diese umfasst die Definition der Zielsetzung, des Mediums und der Zielgruppe. Der weitere Arbeitsprozess gliedert sich in die Arbeitsvorbereitung, die Datenaufbereitung sowie den Erstellungsprozess der Karte, welcher in mehrere Teilaspekte subsummiert ist. Für jede dieser Arbeitsphasen wurden spezifische Empfehlungen zur Umsetzung erarbeitet. Zur Nachvollziehbarkeit der Karte sollten Hinweise zum Verständnis der Karte gegeben werden, um Endnutzer*innen die Interpretation zu erleichtern. Entsprechende Empfehlungen für die Umsetzung wurden ebenfalls formuliert.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Determinanten der Inanspruchnahme des Gesundheits-Check-ups von älteren Erwachsenen in Sachsen-Anhalt: Welchen Einfluss hat der Zugang zur Gesundheitsversorgung auf die Inanspruchnahme?

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2446-6583

Aufgrund der demografischen Entwicklung besteht ein steigender Bedarf an Präventionsmaßnahmen. In Deutschland haben gesetzlich krankenversicherte Personen einen Anspruch auf Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von bevölkerungsmedizinisch bedeutsamen Erkrankungen. Insbesondere die ältere Bevölkerung nutzt diese Leistung bislang jedoch unzureichend, wodurch bedeutende Präventionspotenziale verloren gehen. Ziel des Beitrages ist es, den Einfluss des objektiven und subjektiv empfundenen Zugangs zur Gesundheitsversorgung auf die Inanspruchnahme des Gesundheits-Check-ups bei Einwohner*innen ab 55 Jahren in Sachsen-Anhalt zu untersuchen.Als Datengrundlage dienen Daten einer schriftlichen Querschnittsbefragung von Einwohner*innen aus vier groß- und kleinstädtischen Regionen Sachsen-Anhalts. Zur Analyse der Daten wird nach deskriptiven Auswertungen eine mehrstufige binär-logistische Regression verwendet, um den statistischen Zusammenhang zwischen vier Zugangsparametern und der Inanspruchnahme zu evaluieren.In die Analysen wurden 953 Fragebögen eingeschlossen. 59,7% der Befragten nahmen den Gesundheits-Check-up im empfohlenen Zeitintervall in Anspruch. Im Rahmen der multivariaten Analysen konnte für die subjektive Zufriedenheit mit dem Zugang und für die selbsteingeschätzten Reisezeiten zu Hausärzt*innen kein signifikanter Einfluss auf die Inanspruchnahme nachgewiesen werden. Die Zugehörigkeit zur gesetzlichen Krankenversicherung und die Nutzung des eigenen Autos erhöhten hingegen die Chance einer Inanspruchnahme. Als einflussreich erwiesen sich zudem das Einkommen und die Pflegebedürftigkeit.Die Untersuchung zeigt Steigerungspotenziale in der Inanspruchnahme des Gesundheits-Check-ups bei älteren Menschen auf. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die aus Public Health-Perspektive notwendige Steigerung der Teilnahmequote derzeit nicht über die Verbesserung der Zugänglichkeit erfolgen kann, sondern an anderen Faktoren, wie der Einstellung gegenüber den Check-ups, angesetzt werden muss, welches allerdings weiterer Analysen bedarf.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

❌