Geschlechtsunterschiede in der Transformationsbereitschaft zur interprofessionellen hausärztlichen Teampraxis
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2854-0128
Interprofessionelle Teampraxen werden als Lösung für die derzeitigen hausärztlichen Versorgungsprobleme angesehen. Da zukünftig ein hoher Anteil der hausärztlich tätigen Personen weiblich sein wird, ist es wichtig, Erwartungen und Bedürfnisse von Frauen in der Allgemeinmedizin zu erheben. Das Ziel der Studie besteht darin, zu untersuchen, inwieweit sich die Geschlechter hinsichtlich ihrer Bereitschaft zur Transformation zu einer Teampraxis unterscheiden.Mit Hilfe von qualitativen Fokusgruppen- und Einzelinterviews wurden Chancen und Barrieren der Teampraxiskonzepte bayerischer Hausärztinnen und Hausärzte (HÄ) erhoben und anhand der framework Methode geschlechtsspezifisch ausgewertet. Anschließend wurden die gewonnenen Erkenntnisse mit Hilfe einer quantitativen Online-Befragung erweitert. Die quantitative Befragung richtete sich an alle HÄ in Bayern.An den qualitativen Interviews nahmen n=37, an der quantitativen Befragung n=336 bayerische HÄ teil. Unabhängig vom Geschlecht zeigte sich eine hohe Transformationsbereitschaft zu interprofessioneller Zusammenarbeit. Männer gaben dabei eher als Frauen an, die Gesamtleitung einer Teampraxis übernehmen zu wollen. Gemeinsame Teamentscheidungen sowie soziale Umstände im Team erachteten hingegen Frauen als wichtiger als Männer.Die geschlechtsspezifische Darstellung der Chancen und Barrieren, von denen HÄ in interprofessionellen Teams ausgehen, kann Realisierungsprojekte zur Erprobung unterstützen. Beispielsweise sollten Pilotierungsprojekte mit Hausärztinnen insbesondere soziale Umstände und die Wertschätzung im Arbeitsteam fokussieren. Für Projekte mit Männern in der Allgemeinmedizin sind vor allem ein Ausbau des Qualitätsmanagements und der Kompetenzen im Bereich Personalführung zu bedenken.
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