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Wenn ein Staudamm zur Gefahr wird

Im internationalen Forschungsprojekt DAMAST untersuchen deutsche, georgische und armenische Partner die sicherheitsrelevanten Prozesse rund um den Enguri-Staudamm. Ziel des Projekts ist die Entwicklung übertragbarer Monitoring- und Sicherheitskonzepte für Talsperren in erdbebengefährdeten Regionen.

Sensibles Messnetz installiert

Im Fokus der Forschungsarbeit stehen moderne Überwachungstechnologien, mit denen kleinste Veränderungen an der Staumauer und im umliegenden Gestein frühzeitig erkannt werden können. Dafür wurde rund um den Enguri-Staudamm ein neues seismisches Messnetz installiert, das selbst schwache Mikrobeben registriert. Die Forscher analysieren unter anderem, wie sich Wasserstandsschwankungen im Reservoir auf die lokale Seismizität auswirken.

Darüber hinaus kommen radarbasierte Deformationsmessungen zum Einsatz. Mithilfe eines Ground-based Synthetic Aperture Radar (GB-SAR) lassen sich Bewegungen der Staumauer mit einer Genauigkeit im Millimeterbereich erfassen. Die Messungen erfolgen teilweise in Echtzeit und liefern wichtige Erkenntnisse über Belastungen durch Wasserdruck, Temperaturänderungen oder geologische Prozesse.

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Herausfordernder Forschungsstandort

Die Forschungsarbeiten sollen dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die langfristige Betriebssicherheit großer Wasserkraftanlagen zu verbessern. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und der wachsenden Bedeutung von Wasserkraft im Zuge der Energiewende gewinnt die Überwachung kritischer Wasserinfrastrukturen weltweit an Bedeutung.

Hinzu kommt die besondere geopolitische Lage der Anlage: Der Enguri-Staudamm liegt auf georgisch kontrolliertem Gebiet, während zentrale Teile des Wasserkraftwerks in Abchasien liegen. Damit ist der Betrieb der Infrastruktur auf eine funktionierende Zusammenarbeit über eine politisch hoch sensible Grenze hinweg angewiesen.

Gerade deshalb gilt der Enguri-Staudamm nicht nur als technisches, sondern auch als politisches Schlüsselbauwerk. Er verbindet Fragen der Energieversorgung, der Versorgungssicherheit und der regionalen Stabilität. Die Anlage zeigt exemplarisch, wie eng kritische Wasser- und Energieinfrastruktur mit geopolitischen Konfliktlagen verknüpft sein kann.

Das Projekt DAMAST gewinnt vor diesem Hintergrund zusätzliche Bedeutung: Die wissenschaftlichen Untersuchungen liefern nicht nur Erkenntnisse zur Alterung, Sedimentation und seismischen Belastung des Bauwerks, sondern schaffen auch eine fachliche Grundlage für einen langfristig sicheren Betrieb dieser grenzüberschreitend relevanten Infrastruktur.


Weiterführende Informationen:
Beitrag auf ARTEmdr AKTUELL

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Wenn Gerüche zur Belastung werden

Was viele zunächst als bloßes Ärgernis wahrnehmen, kann sich zu einem ernsthaften Problem für Lebensqualität, Gesundheit und Stadtentwicklung entwickeln. Zahlreiche Kommunen verzeichnen regelmäßig Beschwerden über Geruchsbelastungen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und während warmer Witterungsphasen.

„Gerüche sind die unterschätzte Form der Umweltverschmutzung“, sagt Christian Elmauer aus der Geschäftsführung der coalsi GmbH. „Sie wirken unmittelbar auf das Wohlbefinden und beeinträchtigen die Wahrnehmung des gesamten Umfelds.“

Ursachen unter der Erde

Ein wesentlicher Ursprung vieler Geruchsprobleme befindet sich in der Kanalisation. Dort entstehen durch biologische Prozesse Gase wie Schwefelwasserstoff. Diese sind nicht nur für den typischen Kanalgeruch verantwortlich, sondern greifen langfristig auch die Infrastruktur an. Korrosion und Schäden an Leitungen führen zu hohen Folgekosten für Städte und Gemeinden. Durch die Auswirkungen des Klimawandels verschärft sich die Situation zusätzlich. Steigende Temperaturen begünstigen die Geruchsbildung, während Starkregenereignisse die Systeme belasten und zu vermehrten Emissionen führen.

Obwohl die Relevanz des Themas zunimmt, wird es in der öffentlichen Diskussion bislang vergleichsweise selten aufgegriffen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Städte und Gemeinden, die Lebensqualität zu erhalten und Beschwerden ernst zu nehmen – insbesondere im Wettbewerb um Einwohner, Touristen und Unternehmen.

„Gerüche entscheiden mit darüber, wie wir Orte wahrnehmen, ob wir uns dort wohlfühlen“, sagt Elmauer.

Das Thema gehöre stärker auf die Agenda.

Grenzen herkömmlicher Lösungen

Die Bekämpfung von Gerüchen ist technisch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele herkömmliche Systeme arbeiten mit losen Aktivkohleschüttungen und einfachen Geruchsverschlüssen. Diese Lösungen stoßen jedoch häufig an ihre Grenzen. Feuchtigkeit und Verschmutzungen können dazu führen, dass die Schüttungen versotten oder sich verdichten. Dadurch wird der Luftaustausch im Kanal erheblich beeinträchtigt oder sogar vollständig unterbunden. Hinzu kommt, dass der Austausch des Filtermaterials oftmals aufwendig ist. Die eingeschränkte Belüftung erhöht zugleich die Gefahr von Korrosionsschäden im Kanalsystem.

Moderne Filtersysteme setzen deshalb auf kompakte, strukturstabile Filtermatten mit aufgebrachter Aktivkohle. Durch ein modulares Siphon-System bleiben die Matten dauerhaft sauber und trocken, sodass die Aktivkohle ihre Wirkung ungehindert entfalten kann.

Auch bei langen Betriebszeiten besteht keine Gefahr von Verschluss oder Verdichtung. Der notwendige Luftaustausch im Kanal bleibt erhalten, wodurch die Belüftung des Systems sichergestellt und Korrosionsschäden wirksam vorgebeugt werden können.

Nachhaltige Lösungen für Infrastruktur und Umwelt

Die coalsi GmbH hat sich auf solche hybriden Filtersysteme spezialisiert. Das Unternehmen aus dem Münchner Umland entwickelt modulare Lösungen, die sich an die jeweilige Belastungssituation anpassen lassen – von punktuellen Anwendungen in der Kanalisation bis hin zu komplexeren Anforderungen in Prozessen und kommunaler Infrastruktur.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Wirtschaftlichkeit. Durch den gezielten Abbau korrosiver Gase können Schäden an Bauwerken und Leitungen verhindert werden (MIC-Korrosion). Dadurch verlängern sich Wartungsintervalle und die Kosten für Sanierung und Instandhaltung lassen sich reduzieren.

„Die Technologie ist heute so weit, dass sich Geruchsprobleme in vielen Fällen vollständig und nachhaltig lösen lassen“.

Die Herausforderung sei weniger die Technik als vielmehr, die Sache rechtzeitig anzupacken. Da sind sich wohl alle Experten einig: Um Städte und Arbeitsumgebungen langfristig lebenswert zu halten, muss das Thema Geruch stärker in den Fokus rücken – als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung der Umweltqualität.


Quelle: Lösungen zum Thema Geruchsprobleme Kanal von COALSI

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Neue Webtools machen Klimafolgen für Wald, Landwirtschaft und Gewässer sichtbar

Der Klimawandel trifft alle Bereiche, die direkt von natürlichen Ressourcen abhängen. Wälder geraten unter Druck, Gewässer verändern sich, und landwirtschaftliche Erträge werden unsicherer. Im Rahmen des Forschungsprogramms National Centre for Climate Services NCCS ist nun eine Wissensplattform entstanden, um den Sektoren Forstwirtschaft, Wassermanagement und Landwirtschaft ihre Planung im Klimawandel zu erleichtern.

Eine Reihe von Webapps macht dafür die Auswirkungen des Klimawandels auf wichtige Leistungen der Natur sichtbar und stellt Entscheidungsgrundlagen bereit.

Gewässernutzung planen

Der Klimawandel verändert die Niederschlagsmuster in der Schweiz: weniger im Sommer und mehr im Winter, und dies öfter als Regen statt Schnee. Trockenheit beeinträchtigen die Trinkwasserversorgung, die Ernteerträge und die Energieproduktion. Hochwasser hingegen spülen Sedimente und Nährstoffe weg, was zum Beispiel Seen überdüngen und Kraftwerke verstopfen kann.

Forschende der Universität Genf haben die App AquaREL entwickelt, die diese Veränderungen aufzeigen und prognostizieren kann. Sie zeigt, wie sich drei zentrale Aspekte der Gewässer verändern:

  • die verfügbare Wassermenge (Abfluss),
  • die Nährstofffracht (Eintrag von Stickstoff und Phosphor),
  • die Sedimentfracht (Eintrag von Bodenmaterial).

AquaREL stellt diese Informationen auf Karten dar – für die ganze Schweiz und für verschiedene Regionen. Nutzerinnen und Nutzer können sehen, wo sich die Situation künftig verbessert oder verschlechtert. Die Ergebnisse basieren auf wissenschaftlichen Modellen und liefern eine erste Einschätzung möglicher Entwicklungen.

Die App richtet sich sowohl an Fachleute aus Verwaltung, Planung und Forschung als auch an die interessierte Öffentlichkeit. Sie soll helfen, Risiken früh zu erkennen und die Wasserbewirtschaftung an den Klimawandel anzupassen, und unterstützt so fundierte Entscheidungen für den Umgang mit unseren Gewässern.

Wälder stärken

Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall sind in den Schweizer Wäldern häufiger geworden. Die wirtschaftlich wichtigen Fichten sterben vielerorts im Mittelland oder müssen früher als geplant gefällt werden. Viele Schutzwälder sind zu einförmig und überaltert, was sie anfällig für Stürme und Schädlingsbefall macht. Förster und Fachstellen wollten besser verstehen, wie sich Wälder unter dem Klimawandel verändern – sowohl im Detail vor Ort als auch im grossen Zusammenhang. Hierbei hilft die von der ETH Zürich entwickelte ForClim-App.

Sie beruht auf einem dynamischen Modell, zeigt also nicht nur einen Zustand, sondern die Entwicklung eines Waldes über die Zeit. Nutzerinnen und Nutzer geben einige Angaben zu ihrem Waldbestand ein. Daraus berechnet das Modell, wie sich dieser unter verschiedenen Klimaszenarien entwickeln würde.

„Mit unserer App können Forstbetriebe oder Waldplanende das Schicksal ihrer Bestände sehen. Es gibt Bestände, wo der heutige Holzvorrat bereits in 20 oder 30 Jahren zusammenbrechen könnte“, sagt Harald Bugmann von der ETH Zürich.

Ziel ist es, Entscheidungen im Wald besser zu planen, etwa welche Baumarten gefördert werden sollen oder wann Eingriffe sinnvoll sind.

Die App FORTE liefert dagegen einen grossräumigen Überblick. Sie zeigt auf Karten, wie sich Wälder und ihre Ökosystemleistungen unter dem Klimawandel verändern könnten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Baumarten, sondern auch um die vielen verschiedenen Funktionen des Waldes. Die Entwicklung der App geht auf konkrete Bedürfnisse aus der Praxis zurück. So wollte zum Beispiel die Kantonsoberförsterkonferenz wissen, wie sich die Multifunktionalität der Wälder durch den Klimawandel verändert. Damit ist gemeint, dass Wälder mehrere Leistungen gleichzeitig erfüllen – etwa Holz liefern, Lebensraum bieten und vor Naturgefahren schützen. Die App richtet sich besonders an Politik und Planung, die solche Entwicklungen auf regionaler Ebene beurteilen müssen.

Landwirtschaft im Klimawandel

Der Klimawandel verändert die Grundlagen der Landwirtschaft schon heute. Längere Wachstumszeiten, mehr Hitze und häufigerer Wassermangel beeinflussen Pflanzen, Tiere und die Arbeit auf dem Hof. Die Sicherheit von Erträgen und Einkommen sinken: In besonders trockenen Sommern kommt es zu Ernteausfällen, während einzelne Kulturen – etwa Wintergerste –von wärmeren Wintern profitieren. Gleichzeitig verändern sich ökologische Wechselwirkungen, etwa zwischen Pflanzen und Bestäubern wie Wildbienen.

Die App CLIMAGS, die Forschende von Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, entwickelt haben, macht diese Veränderungen sichtbar. Sie zeigt, wie sich in verschiedenen Regionen der Schweiz wichtige Ökosystemleistungen der Landwirtschaft künftig verändern könnten. Dazu gehören Erträge von Ackerkulturen und das Grünland und deren Schwankungen, das Bestäubungspotenzial und der Kohlenstoff im Boden. Nutzerinnen und Nutzer können sehen, wie sich ihre Region im Vergleich zu anderen entwickelt und wie sich die Bedingungen in Zukunft verändern könnten.

Die App liefert keine konkreten Handlungsempfehlungen für einzelne Betriebe. Sie entstand auf Wunsch von Ämtern als Grundlage, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft besser zu verstehen und einzuordnen.

„Der Klimawandel kommt zum allgemeinen Strukturwandel hinzu“, sagt Pierluigi Calanca von Agroscope. „Unsere App kann Grundlagen liefern, um neue Wege einzuschlagen und Diskussionen in der Praxis wie auch in Politik und Gesellschaft anzustossen.“

NCCS: das Netzwerk für Klimadienstleistungen

Als nationales Koordinations- und Innovationsorgan und Wissensdrehscheibe unterstützt das NCCS klimakompatible Entscheidungsfindungen, um Risiken zu minimieren, Chancen zu maximieren und Kosten zu optimieren. Im NCCS-Programm „Entscheidungsgrundlagen zum Umgang mit dem Klimawandel in der Schweiz: Informationen zu sektorenübergreifenden Themen“ (NCCS-Impacts) wurden von 2022 bis 2026 in mehreren sektorübergreifenden Projekten praxisnahe Klimadienstleistungen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet. Diese sollen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft und Forschung als Entscheidungsgrundlage für Massnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Ausstoss und zur Anpassung an den Klimawandel dienen. Das Programm NCCS-Impacts wird von allen Mitgliedern des NCCS gemeinsam getragen. Mit einer Gesamtschau stehen ab Herbst 2026 sämtliche Ergebnisse gebündelt zur Verfügung.

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Wissenschaftliche Ansprechpartner:
WSL-Kontakte
Dr. Astrid Björnsen
Co-Programmleiterin Extremes/Stab
astrid.bjoernsen@wsl.ch

Prof. Dr. Arthur Gessler
Leiter Forschungseinheit Wald- und Bodenökologie
arthur.gessler@wsl.ch

Externe Kontakte:
Wald: Harald Bugmann, Professur für Waldökologie, ETH Zürich, harald.bugmann@env.ethz.ch

Klima und Landwirtschaft: Pierluigi Calanca, Agroscope, pierluigi.calanca@agroscope.admin.ch
Bestäuber: Sibylle Stöckli, Agroscope, sibylle.stoeckli@agroscope.admin.ch

Wasser: Anthony Lehmann, Institute for Environmental Sciences, Universität Genf, anthony.lehmann@unige.ch (Französisch, Englisch)


Quelle: Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

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Interaktive Storymap macht Veränderungen an den Ahr-Gewässern sichtbar

Als Vorbereitung für Nährstoffmessungen, werden die Wasserproben direkt am Gewässer filtriert und für den Transport abgefüllt. (Quelle: Sumita Thapa)

Das MonAHR-Projekt ist eine Forschungskooperation des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, der Universität Koblenz und der Hochschule Koblenz. Finanziert und unterstützt wird es durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, den Landkreis Ahrweiler und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Nach dem extremen Hochwasser 2021 an der Ahr sind umfangreiche Maßnahmen zum Wieder- und Neuaufbau der Infrastruktur erforderlich. In diesem Zusammenhang werden auch Maßnahmen zur Gewässerwiederherstellung durchgeführt. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Frage, wie sich die ökologischen Prozesse und der Zustand der Ahr aus wissenschaftlicher Sicht entwickeln.

Interaktive Einblicke ins Ahrtal

Die nun veröffentlichte ArcGIS StoryMaps erklärt das Forschungsvorhaben und angewandte Methoden. Besonders hervorzuheben sind interaktive Karten, die Veränderungen in der Region vor und nach der Flut auf Luftbildern sichtbar machen. Nutzer*innen können so die dynamischen Entwicklungen im Ahrtal unmittelbar nachvollziehen. Darüber hinaus veranschaulicht die ArcGIS StoryMaps die wissenschaftlichen Methoden des Projekts und stellt die verwendeten Messgeräte vor. Aussagekräftige Bilder und begleitende Texte zeigen, wie Daten erhoben werden und welche Technologien dabei zum Einsatz kommen.

Mit der Veröffentlichung der ArcGIS StoryMaps schafft das MonAHR-Projekt einen offenen Zugang zu seiner Forschungsarbeit und stärkt den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit. Perspektivisch wird die Plattform kontinuierlich erweitert: Zukünftig sollen hier auch aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht und geteilt werden.

Ziele des MonAHR-Projekts

Mit Fokus auf den am stärksten betroffenen Mittel- und Unterlauf der Ahr wird das bereits existierende behördliche Monitoringnetz von den wissenschaftlichen Partner*innen ergänzt. Laufend werden Daten zur Entwicklung der Gewässerstrukturen, physikalisch-chemischen Wasserqualität und Entwicklung der Artgemeinschaften erhoben. Dadurch wird die Entwicklung der Ahr während der Umsetzung der Wiederherstellungsmaßnahmen wissenschaftlich begleitet.

Das Ziel von MonAHR ist ein genaues Verständnis der Entwicklung des Lebensraums Ahr mit seinen Strukturen, Prozessen und Artgemeinschaften sowie der sich daraus ergebenden Ökosystemleistungen und des ökologischen Bewertungszustands. Ein solches Verständnis ist notwendig, um Handlungsalternativen bei Neubau- und Wiederherstellungsmaßnahmen bewerten und Prognosen zu zukünftigen Entwicklungen an der Ahr geben zu können.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Stoll
s.stoll@umwelt-campus.de


Quelle: Hochschule Trier

 

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Halle testet neue Wege für sauberes Klinikabwasser

Krankenhäuser benötigen enorme Mengen Wasser, bis zu 600 Liter pro Belegbett und Tag. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt verbraucht jede Person täglich rund 120 Liter Trinkwasser im Haushalt. Am Universitätsklinikum Halle (Saale) analysiert man im Rahmen des Vorhabens deshalb bereits seit Mitte 2025 die Wasserverbräuche und Abwasserströme genauer.

„Große Mengen entfallen beispielsweise auf die Dialyse oder die Sterilgutversorgung. Aber auch viele kleinere Verbraucher wie Spül- und Waschmaschinen summieren sich im Klinikalltag schnell“, erklärt Projektleiter Dr. Felix Glahn, Laborleiter des Instituts für Umwelttoxikologie der Universitätsmedizin Halle. „Erste Erfahrungen aus anderen Kliniken zeigen, dass sich der Trinkwasserverbrauch nahezu halbieren lässt, etwa durch die Nutzung von Regen- oder Grauwasser.“

Antibiotika-Rückstände im Abwasser reduzieren und untersuchen

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Reinigung belasteter Abwässer. Die Forschenden erproben dabei moderne Verfahren, um Rückstände von Arzneimitteln und Krankheitserregern möglichst gezielt aus dem Abwasser zu entfernen.

„Das Projekt setzt dort an, wo relevante Abwasserbelastungen entstehen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Wiese, Co-Antragsteller und Professor für Siedlungswasserwirtschaft mit dem Schwerpunkt Abwasser an der Hochschule Magdeburg-Stendal. „Ein besonderes Augenmerk liegt auf Antibiotika, deren Eintrag wir besser erfassen und möglichst reduzieren wollen. Dazu testen wir verschiedene neuartige Filtrations- und Oxidationsverfahren. So wollen wir auch die Entstehung multiresistenter Erreger eindämmen.“

Darüber hinaus sollen Möglichkeiten entwickelt werden, die im Abwasser enthaltene Wärme zurückzugewinnen.

Flankierend zu den Reinigungsversuchen erfolgen Studien am Institut für Umwelttoxikologie der Universitätsmedizin Halle, um unerwünschte Effekte von Antibiotikarückständen zu untersuchen – sowohl vor als auch nach der Reinigung. Denn deren chemische Abbauprodukte könnten nach einer Aufbereitung weiterhin problematisch sein. Tests mit Fadenwürmern und Algen helfen dabei, die Auswirkungen genauer abzuschätzen.

Förderung bis 2028

Das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt fördert das Projekt bis Mitte 2028 mit rund 983.000 Euro. Bei der Vorstellung des Vorhabens überreichte Staatssekretär Dr. Steffen Eichner einen Förderbescheid.

„Die möglichst nachhaltige Nutzung von Energie und Wasser ist gerade für das Gesundheitswesen eine enorme Herausforderung, aber auch eine große Chance. Denn wer den Einsatz von Ressourcen konsequent reduziert, schont nicht nur das Klima, sondern spart auch Kosten. Ich freue mich, dass Universität und Uniklinikum Halle hier vorangehen – und dass wir sie bei diesem Zukunftsprojekt kräftig unterstützen können. Ich bin zuversichtlich, dass künftig auch andere Krankenhäuser von den Konzepten profitieren können, die im Rahmen des Modellprojekts entstehen werden“, betont Eichner.

Wichtige Partner im Projekt sind die Stabsstellen Krankenhaushygiene sowie Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz des Universitätsklinikums Halle (Saale), die Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V. (GMBU e.V.), das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft und die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH.


Quelle: Universitätsmedizin Halle

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Kommunalheldin 2026 gesucht

Mit dem Preis „Die Kommunalheldin“ werden Frauen ausgezeichnet, die mit Mut, Kreativität und Engagement die Kommunalwirtschaft prägen. Ziel der Auszeichnung ist es, Frauen sichtbar zu machen, die Verantwortung übernehmen, Veränderungen anstoßen und ihre Organisationen sowie Kommunen nachhaltig weiterentwickeln.

Engagement mit nachhaltiger Wirkung

Dabei stehen nicht einzelne Projekte im Mittelpunkt, sondern die Menschen dahinter. Gewürdigt werden Frauen, die über viele Jahre hinweg Wirkung entfalten – sei es in den Bereichen Energiewende, Digitalisierung, Transformation, Innovation oder Bürgerbeteiligung. Gesucht werden Persönlichkeiten, die die kommunale Welt aktiv mitgestalten und mit ihrem Einsatz etwas bewegen.

Teilnahmeberechtigt sind Frauen aus kommunalen Unternehmen mit mindestens 50 Prozent kommunaler Beteiligung sowie aus kommunalen Verwaltungen und Eigenbetrieben. Nicht teilnahmeberechtigt sind Frauen aus privatwirtschaftlichen Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen ohne oder mit nur geringfügiger kommunaler Trägerschaft.

Bewerbungen können vom 13. April bis zum 15. Juni 2026 (23:59 Uhr) eingereicht werden. Die Verleihung des Preises findet am Abend des 3. September 2026 in Lübeck statt.

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Infrastruktur stärken, Zukunft sichern

Die Berliner Wasserbetriebe haben ihre Investitionen im Jahr 2025 erneut gesteigert und damit einen neuen Höchstwert erreicht. Trotz weitgehend stabiler Wasserverkaufs- und Abwassermengen sowie unveränderter Gebühren lag die Investitionsquote bei über 40 % des Umsatzes. Mit den umfangreichen Investitionen reagiert Deutschlands größtes Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen auf die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums in der Hauptstadtregion sowie auf veränderte Umweltbedingungen.

Schwerpunkt auf Netzen und Anlagen

Insgesamt investierten die Berliner Wasserbetriebe 543,7 Mio. Euro aus eigenen Mitteln (2024: 539,1 Mio. Euro). Der größte Anteil entfiel mit 265,9 Mio. Euro (2024: 251,4 Mio. Euro) auf die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung des rund 19.000 km langen Rohr- und Kanalnetzes.

Weitere 233,1 Mio. Euro (2024: 245,5 Mio. Euro) flossen in Klär-, Pump- und Wasserwerke. Innerhalb dieses Bereichs lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Kläranlagen, für den 184,9 Mio. Euro aufgewendet wurden. Neben Großprojekten wie der Erneuerung zentraler Trinkwasserleitungen in der Landsberger Allee und dem Austausch wichtiger Abwasserdruckleitungen zu den südlichen Klärwerken wurden die Investitionen in die Netzinfrastruktur über das gesamte Stadtgebiet verteilt in rund 1.000 Projekten umgesetzt.

Stabile Geschäftsentwicklung trotz Sondereffekt

Der Wasserverkauf stieg 2025 leicht auf 216,5 Mio. m³ (2024: 214,3 Mio. m³). Gleichzeitig verringerte sich die in den Klärwerken behandelte Abwassermenge auf 257,0 Mio. m³ (2024: 264,7 Mio. m³). Bei konstanten Gebühren erwirtschafteten die Berliner Wasserbetriebe einen Umsatz von 1.343,4 Mio. Euro und damit 36,8 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Das Jahresergebnis wurde jedoch maßgeblich von einem einmaligen Effekt beeinflusst. Die Berliner Wasserbetriebe schrieben 2025 einen sogenannten Goodwill aus der Zeit der Rekommunalisierung vollständig ab. Dadurch veränderte sich das Ergebnis von einem Gewinn in Höhe von 127,0 Mio. Euro im Jahr 2024 zu einem Fehlbetrag von -149,8 Mio. Euro. Ohne diesen Sondereffekt erreichte das operative EBIT erneut das Niveau der Vorjahre.

„Die Berliner Wasserbetriebe waren auch 2025 ein verlässlicher Garant für das Funktionieren der Hauptstadt“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey. „Die Ver- und Entsorgung war zu jeder Zeit sicher – selbst unter schwierigen Bedingungen, wie den Angriffen auf die Strominfrastruktur im Herbst und Winter. Ein immenses Investitionsprogramm wurde bewältigt und – etwa bei den Not- und Zierbrunnen – sogar zusätzliche Aufgaben übernommen. Dafür sind wir dem Unternehmen und seiner Belegschaft sehr dankbar.“

Der Vorstandsvorsitzende, Frank Bruckmann, ergänzt: „Die Hauptstadtregion wächst, unsere Umwelt verändert sich, das stellt die Wasserbetriebe vor Herausforderungen. Denen stellen wir uns und machen jeden Tag unsere Infrastruktur robuster und die Stadt resilienter. Eine sichere Wasserversorgung und eine funktionierende Infrastruktur sind die Basis einer lebenswerten Stadt.“

Personalaufbau und internationale Fachkräfte

Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, stellten die Berliner Wasserbetriebe im Jahr 2025 insgesamt 296 neue Mitarbeiter ein. Die Zahl der Beschäftigten stieg damit um 50 auf 4.886. Gleichzeitig sank das Durchschnittsalter der Belegschaft auf 46,4 Jahre.

Noch im laufenden Jahr soll zudem ein Qualifizierungs- und Integrationsprogramm starten, mit dem bis zu 40 internationale Fachkräfte auf Tätigkeiten bei den Berliner Wasserbetrieben vorbereitet werden. Im Fokus stehen dabei insbesondere Bereiche des Kerngeschäfts wie Elektrotechnik, Ingenieurwesen und die Instandhaltung des Rohrnetzes.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Frühwarnsystem für Ostsee-Keime: KI erkennt Risikoperioden Wochen im Voraus

Vibrionen gehören natürlicherweise zu marinen Bakteriengemeinschaften und treten insbesondere in warmen Küsten- und Brackgewässern auf. Man kennt gut 150 verschiedene Arten, von denen etwa 10 % pathogen sind und Infektionen bei Menschen, Fischen oder Muscheln verursachen. Zu diesen zählt auch Vibrio vulnificus. Der Erreger kann bereits über kleinste Hautverletzungen beim Baden in den Körper gelangen und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Wundinfektionen oder Sepsis verursachen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Da steigende Meerestemperaturen die Vermehrung der Bakterien begünstigen, gilt die Ostsee heute als eine der europäischen Hochrisikoregionen für Vibrio-Infektionen.

Hochaufgelöste Umweltdaten liefern der KI entscheidende Frühwarnsignale

Für die kürzlich in „Water Research“ veröffentlichte Studie untersuchte das IOW-Forschungsteam von April 2022 bis Mai 2023 insgesamt 15 Messstationen entlang der Ostseeküste und der Warnow-Mündung im Raum Rostock. Zweimal pro Woche entnahmen sie Wasserproben, die sie mit molekularbiologischen sowie mikrobiologischen Verfahren analysierten. Ergänzt wurden die Messungen durch Umwelt-, Wetter- und Satellitendaten zu Wassertemperatur, Salzgehalt, Nährstoffen, Chlorophyllgehalten und Strömungsverhältnissen.

Insgesamt werteten die Forschenden gut 1.500 Wasserproben aus. Dabei zeigte sich ein klares saisonales Muster: Nachweise von Vibrio vulnificus konzentrierten sich fast ausschließlich auf die Sommermonate zwischen Ende Juni und Anfang September. Besonders häufig trat das Bakterium bei Wassertemperaturen über 18 °C und Salzgehalten zwischen etwa 12 und 18 ‰ auf – Bedingungen, die im Sommer in der südlichen Ostsee häufig vorkommen.

Hohe zeitliche und räumliche Auflösung der Daten

Die große Stärke des Datensatzes lag nicht allein in der Menge der Messungen, sondern in ihrer hohen zeitlichen und räumlichen Auflösung. Dadurch konnten die Forschenden detailliert nachvollziehen, wie sich mikrobielle Gemeinschaften und Umweltbedingungen vor einem verstärkten Auftreten von Vibrio vulnificus verändern.

„Wir konnten zeigen, dass sich das Auftreten der potenziell gefährlichen Vibrionen durch charakteristische ökologische Veränderungen frühzeitig ankündigt“, erklärt der Erstautor der Studie, Conor Christopher Glackin, der zu diesem Thema am IOW promoviert.

Diese biologischen Vorläufersignale nutzte das Forschungsteam, um verschiedene KI-Modelle gezielt zu trainieren. Sie sollten vorhersagen, ob und wann Vibrionen zu einem späteren Zeitpunkt an einem Standort auftreten.

„Genau solche Muster kann künstliche Intelligenz erkennen und für Vorhersagen nutzen“, erläutert Glackin.

Die besten KI-gestützten Modelle lieferten zuverlässige Prognosen zum Auftreten von Vibrio vulnificus bis zu vier bzw. fünf Wochen im Voraus. Besonders leistungsfähig erwiesen sich die Modelle, die neben physikalischen Umweltfaktoren auch Veränderungen mikrobieller Gemeinschaften berücksichtigten.

Bemerkenswert war dabei, dass auch frei verfügbare Satellitendaten ein hohes Potenzial für operationelle Frühwarnsysteme zeigten. Die Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere mikrobielle Sukzessionsprozesse nach massiven Algenblüten eine zentrale Rolle spielen. Denn beim Zerfall großer Mengen an Phytoplankton werden organische Substanzen freigesetzt, die günstige Wachstumsbedingungen für Vibrionen schaffen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich mikrobiologische Prozesse in Küstengewässern deutlich besser vorhersagen lassen als bislang angenommen, so dass uns jetzt erstmals konkrete Vorhersagen für Vibrionen-Risikoperioden im Jahreslauf möglich sind“, sagt Matthias Labrenz, Umweltmikrobiologe am IOW und Leiter der Studie. „Damit rückt erstmals ein praktikables Frühwarnsystem in greifbare Nähe, das Gesundheitsbehörden oder Badeorte bei konkreten Warnentscheidungen unterstützen kann.“

Drohnen sollen KI-gestützt lokal präzise Warnsysteme ermöglichen

Das IOW arbeitet inzwischen auch anwendungsorientiert an einem solchen System: Seit April testen Forschende unter Leitung des Umweltmikrobiologen Daniel Herlemann ein KI-gestütztes Drohnen-Messprogramm zur lokalen Einschätzung von Vibrionen-Risiken an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns. Dabei erfassen Drohnen hochaufgelöst Umweltparameter wie Wassertemperatur, Strömungsverhältnisse, Salzgehalt und Blaualgenblüten im Bereich des Badewasserstreifens vor dem Warnemünder Strand. Die Daten werden automatisiert an einen Server übertragen und dort KI-basiert ausgewertet. Ziel ist die Entwicklung eines lokalen Vibrionen-Umweltindex mit Ampelsystem, das innerhalb weniger Minuten nach einem Drohnenflug eine standortspezifische Risikoeinschätzung liefern kann.

Das Projekt KIVib-Küste (kurz für „Digitalisierte und KI-gesteuerte Vibrio Bewertung von Küstengewässern“) knüpft direkt an die Ergebnisse der jüngst publizierten Studie und früherer IOW-Analysen zum Auftreten von Vibrionen an. Langfristig hoffen die Forschenden, dass die bisherigen eher allgemeinen Warnungen durch lokal präzise und kurzfristig aktualisierte Risikoabschätzungen ersetzt werden können.

„Angesichts des Klimawandels gewinnt das Thema zunehmend an Relevanz: Wärmere Sommer verlängern die jährliche Vibrionen-Saison, während gleichzeitig durch demografische Entwicklungen die Zahl besonders gefährdeter Personen zunimmt. Im touristisch stark genutzten deutschen Ostseeraum mit seinen vielen Millionen Urlaubsgästen jährlich ist es daher sowohl zur Gesundheitsvorsorge als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtig, Risikoperioden so klar wie möglich von eher unbedenklichen Bade- und Wassersportbedingungen abgrenzen zu können“, so Matthias Labrenz abschließend.

Mehr Information zu KIVib-Küste

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Matthias Labrenz | Tel.: +49 (0)381 5197 – 378 | matthias.labrenz@iow.de
Dr. Daniel Herlemann | Tel.: +49 (0)381 5197 – 356 | daniel.herlemann@iow.de

Originalpublikation:
Conor Christopher Glackin, David Riedinger, Erik Zschaubitz, Lukas Vogel, Theodor Sperlea, Heike Benterbusch, Clara Nietz, Matthias Labrenz (2026): AI-driven forecasting of Vibrio vulnificus in the Southern Baltic Sea using high-resolution data. Water Research 297, 125647. https://doi.org/10.1016/j.watres.2026.125647


Quelle: IOW

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Elisabeth Jreisat erneut in den LDEW-Vorstand gewählt

Elisabeth Jreisat, Geschäftsführerin von Hessenwasser, ist auf der aktuellen Mitgliederversammlung des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. (LDEW) in Fulda erneut in den Vorstand gewählt worden. Dem Gremium gehört Jreisat bereits seit vielen Jahren an.

Interessenvertretung der Energie- und Wasserwirtschaft

Der LDEW vertritt die Interessen von rund 270 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit. Gemeinsam sichern die Unternehmen die regionale Infrastruktur, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

Fokus auf Versorgungssicherheit und Infrastruktur

„Viele zentrale Rahmenbedingungen für die Energie- und Wasserwirtschaft werden aktuell auf europäischer, Bundes- und Landesebene neu verhandelt. Umso wichtiger ist es, die Perspektive unserer Branche in Hessen und Rheinland-Pfalz mit starker Stimme einzubringen““, erklärte Elisabeth Jreisat nach der Wahl. „Gerade bei Fragen der Versorgungssicherheit, der klimaresilienten Infrastruktur und einer langfristig tragfähigen Finanzierung braucht es praxistaugliche Lösungen. Ich freue mich, in den nächsten zwei Jahren auch im LDEW-Vorstand an der Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen in Hessen/Rheinland-Pfalz mitwirken zu dürfen.“


Quelle: Hessenwasser

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Jetzt bewerben: Stiftungspreis für Wasser- und Energieprojekte

Die Prof. Joachim Lenz Stiftung vergibt im Jahr 2026 erneut ihren Preis zur Förderung herausragender ingenieurwissenschaftlicher Projekte und Arbeiten mit besonderem gesellschaftlichem Mehrwert. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 39. Oldenburger Rohrleitungsforums „Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft“ im Februar 2027 statt. Gesucht werden praxisnahe Projekte und Ingenieurarbeiten, die sich mit den lebenswichtigen Ressourcen Wasser und/oder Energie befassen.

Bewerbungen aus dem In- und Ausland möglich

Bewerben können sich Einzelpersonen oder Teams aus Deutschland und allen anderen Ländern mit Projekten oder ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Wasserwirtschaft oder Energiewirtschaft, bevorzugt mit Bezug zu Leitungsinfrastrukturen wie Transport, Verteilung, Erfassung oder Digitalisierung.

Das eingereichte Projekt beziehungsweise die Arbeit darf vor nicht mehr als drei Jahren begonnen worden sein. Zudem sollen die Projekte entweder eine hohe Praxisrelevanz aufweisen oder durch einen herausragenden theoretischen Ansatz überzeugen. Auch die Inspiration und Einbindung junger Menschen ist ausdrücklich erwünscht.

Ein weiteres Kriterium ist die internationale Wirkung der eingereichten Projekte oder Arbeiten. Diese sollen die Beziehungen zwischen Deutschland und mindestens einem weiteren Land stärken, kulturelle Vielfalt fördern und demokratische Strukturen unterstützen. Voraussetzung ist außerdem, dass die Projekte mindestens bilateral getragen werden.

Digitale Einreichung bis Ende Oktober 2026

Die Bewerbung kann in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Erforderlich sind eine allgemeinverständliche Kurzfassung, eine ausführliche Beschreibung des Projekts beziehungsweise der Ingenieurarbeit im vorgegebenen Formular, die Darstellung der erfüllten Kriterien sowie eine Bestätigung, dass alle Rechte an der eingereichten Arbeit bei den Bewerbenden liegen.

Einsendeschluss für digitale Bewerbungen ist der 31. Oktober 2026. Mit der Einreichung werden die Teilnahmebedingungen des Stiftungspreises, das Recht zur Veröffentlichung der Bewerbungsunterlagen sowie die Datenschutzbestimmungen anerkannt. Der Stiftungsausschuss behält sich vor, das Preisgeld auf bis zu drei Preisträgerinnen oder Preisträger aufzuteilen.

 

Mehr Informationen

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Wiederherstellung von Auen: BUND fordert klare Ziele

Deutschland muss bis September im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung einen nationalen Wiederherstellungsplan für geschädigte Ökosysteme vorlegen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert dabei ambitionierte Ziele für die Renaturierung von Flüssen und Auen, darunter 2.000 Kilometer frei fließende Flüsse. Hintergrund ist unter anderem, dass in Deutschland nur noch ein Drittel der ursprünglichen Auen erhalten und weniger als zehn Prozent davon ökologisch intakt sind. Wie wichtig lebendige Auen für Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Wasserhaushalt und Klimaschutz sind, zeigen erfolgreiche Praxisbeispiele wie die Deichrückverlegung in Lenzen an der Elbe.

Lenzener Elbtalaue als Vorbildprojekt

Das Naturschutzgroßprojekt Lenzener Elbtalaue zeigt, dass Renaturierung gleichzeitig Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Klimaschutz stärkt. Auf rund 420 Hektar haben der BUND und das Land Brandenburg über zehn Jahre dafür gesorgt, dass die Elbe wieder mehr Raum bekommt. Eine aktuelle Auswertung (2025) zeigt: Die Aue trägt messbar zum Hochwasserschutz bei, erhöht die Biodiversität und bindet Kohlenstoff.

BUND-Vorsitzender Olaf Bandt: „Wenn Deutschland die EU-Vorgaben ernst nimmt, müssen wir jetzt großflächig in die Wiederherstellung von Auen investieren. Lenzen zeigt: es funktioniert – und es bringt konkrete Vorteile für Mensch und Natur“, sagte er bei einem Projektbesuch heute vor Ort im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der die Ergebnisse des BUND-Projekt ebenfalls würdigte.

Renaturierung stärkt Hochwasserschutz und Artenvielfalt

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Das Renaturierungsprojekt in der Lenzener Elbtalaue hat Maßstäbe für den integrierten Natur-, Gewässer- und Hochwasserschutz gesetzt. Das ist gut für die Natur und für die Menschen vor Ort: Es entstehen wieder natürliche Überschwemmungsflächen, das verbessert den Hochwasserschutz. Wasser wird in der Aue gehalten und bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden neuen Lebensraum. Die Lenzener Elbtalaue ist auch ein gutes Praxisbeispiel für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung. Wo Flüsse wieder frei fließen, kann sich Natur erholen. Wir stärken damit das Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen.“

Intakte Auen sind zentrale Bausteine gegen Klimakrise und Artensterben. Der Handlungsbedarf für ihren Erhalt ist groß. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht in erfolgreichen Projekten wie Lenzen eine Blaupause für die anstehenden nationalen Wiederherstellungspläne.

Bandt: „Es ist entscheidend, Maßnahmen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu entwickeln. So können Renaturierungsprojekte auch zu echten Gemeinschafts- und Demokratieprojekten werden. Wenn Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Naturschutz vor Ort zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, von denen Klima, Mensch und Natur gleichermaßen profitieren. Die neue Überschwemmungsfläche ist heute Hotspot für Biodiversität, eine Erholungsoase für Anwohner*innen und Gäste und hat beim Jahrhunderthochwasser 2013 erheblich zum Schutz der Region beigetragen.“

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Quelle:BUND

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Blau und sehr klein: neuer Oktopus auf 1800m Tiefe entdeckt

Erstmals entdeckt wurde das Tier 2015 während einer Expedition mit der E/V Nautilus, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Charles Darwin Foundation und der Galápagos-Nationalparkverwaltung. Mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserroboters untersuchte das Team den Meeresboden nahe Darwin Island. In 1.773 Metern Tiefe stieß die Kamera auf den kleinen Oktopus.

„Er ist winzig!“ – „Er ist blau!“

So reagierten die Forschenden laut Tonaufnahmen der Expedition auf den Fund. Das Tier, etwa so groß wie ein Golfball, wurde geborgen und später an der Charles-Darwin-Forschungsstation untersucht. Da unklar war, welcher Art es angehörte, wandten sich die Forschenden an die Oktopus-Expertin Janet Voight vom Field Museum in Chicago.

„Ich wusste sofort, dass es etwas ganz Besonderes war“, sagt Voight, Hauptautorin der Studie, in der die neue Art beschrieben wird. „So etwas hatte ich noch nie gesehen.“

Untersuchung ohne Beschädigung

Ventrale Betrachtung des kleinen Oktopus. (Quelle: © Charles Darwin Foundation)

Forschungsteam der Forschungsstation auf den Galápagos-Inseln konservierte den Körper des Oktopus in Alkohol und Formalin und schickte das Exemplar von den Galápagos-Inseln nach Chicago, damit Voight es im Field Museum untersuchen konnte. Der kleine Oktopus war in der Tat ein Unikat, was für die wissenschaftliche Forschung eine Herausforderung darstellte. Und weil nur ein einziges Exemplar vorlag, wollte das Forschungsteam den seltenen Fund nicht für Untersuchungen beschädigen. Stattdessen nutzten die Wissenschaftler CT-Scans, um die inneren Strukturen sichtbar zu machen. So konnten wichtige anatomische Merkmale untersucht werden, ohne das Tier aufzuschneiden.

„Wenn man eine neue Tintenfischart beschreibt, muss man alle Teile betrachten, einschließlich des Mauls, des Schnabels und der Zähne. Und um diese Dinge zu sehen, muss man das Exemplar aufschneiden. Wir hatten nur dieses eine Exemplar, also wollte ich es nicht auseinandernehmen“, sagt Voight.

Die neue Art trägt den Namen Microeledone galapagensis. Der kleine, gedrungene Tiefsee-Oktopus besitzt kurze Arme mit wenigen Saugnäpfen und weist mehrere ungewöhnliche Merkmale auf. Besonders auffällig sind seine nahezu pigmentfreie Oberseite, die dichte Färbung der inneren Mantelmuskulatur sowie anatomische Besonderheiten, die ihn von verwandten Arten unterscheiden.

Warum der Fund biologisch bedeutsam ist

Die Entdeckung ist auch wissenschaftlich relevant: Bislang galt die Familie der Megaleledonidae als ausschließlich großwüchsig und im Südlichen Ozean beheimatet. Der Fund vor den Galápagos-Inseln stellt diese Einordnung nun infrage und könnte zu einer Neubewertung der gesamten Tiergruppe führen. Die Forschenden vermuten zudem, dass die kurzen Arme und die geringe Zahl an Saugnäpfen evolutionäre Anpassungen darstellen könnten, die mehr Energie für die Fortpflanzung verfügbar machen.

Tiefsee der Galápagos bleibt voller Rätsel

Die Entdeckung zeigt, wie wenig die Tiefsee und damit die Tintenfischfauna rund um die Galápagos-Inseln bisher erforscht ist. Jede neue Art liefert wichtige Hinweise auf verborgene Ökosysteme – und darauf, warum ihr Schutz so entscheidend ist.

Entdeckungen wie diese zeigen, wie wichtig das Zusammenspiel von Wissenschaft und Naturschutz ist, um die Ozeane besser zu verstehen und Schutzgebiete wirksam zu verwalten“, sagt Lorena Sánchez, Direktorin des Galápagos-Nationalparks. „Jede neue Studie hilft, die marine Biodiversität besser zu verstehen – und unterstreicht, wie wichtig der Schutz dieser einzigartigen Ökosysteme für künftige Generationen ist.“

Die Forschungsergebnisse sind auf der Webseite der Fachzeitschrift Zootaxa als Open Access Paper zugänglich.


Quelle: Charles Darwin Foundation

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Seltener Gast an der Lippe: Fischotter nach Jahrzehnten wieder nachgewiesen

Passend zum „Tag der Artenvielfalt“ an diesem Freitag, 22. Mai, kann der Lippeverband eine besonders erfreuliche Nachricht verkünden: Der vom Aussterben bedrohte Fischotter ist an die Lippe zurückgekehrt. Erste Hinweise auf die Rückkehr des Tieres gab es bereits vor einigen Jahren, als der scheue „Wassermader“ an der Lippe zufällig beobachtet wurde. Seitdem wird er von Wissenschaftler*innen regelmäßig über Spurensuche nachgewiesen. Die Ansiedlung des Fischotters wertet der Lippeverband daher als Beleg für das Gelingen der Flussrenaturierung. Wie erfolgreich diese war, wird im Juli beim „Tag der lebendigen Lippe“ untersucht – wobei auch interessierte Bürgerinnen dann selbst mitforschen können.

„Auch wenn sich der Otter bisher noch nicht überall entlang der Lippe etabliert hat, zeigt die Entwicklung deutlich, dass die neu geschaffenen Lebensräume zunehmend angenommen werden. Fischotter brauchen saubere Gewässer, ruhige Ufer und genug Nahrung, weshalb ihr Vorkommen als Indikator für eine gute Gewässerqualität und intakte Ökosysteme gilt“, sagt Gunnar Jacobs, Mitarbeiter beim Lippeverband und Experte für Artenvielfalt.

Renaturierung als Schlüssel

Der Wasserwirtschaftsverband hat in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um das Fluss-System wieder naturnaher zu gestalten: So wurde im Verbandsgebiet die Reinigungsleistung der Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen optimiert und zugleich umfassende Renaturierungsmaßnahmen entlang der Lippe durchgeführt. Dabei wurden Uferbereiche naturnah umgestaltet, befestigte Abschnitte des Flusses wieder geöffnet und außerdem die ökologische Durchgängigkeit des Fluss-Systems verbessert.

Der eurasische Fischotter (Lutra lutra) ist ein semiaquatischer Säuger aus der Familie der Marder (Mustelidae). Er steht in Deutschland nach Bundesnaturschutzgesetz unter strengem Schutz und galt dennoch in Nordrhein-Westfalen jahrzehntelang als ausgestorben. Denn vor allem die starke Flussverschmutzung sowie der Gewässerausbau im Zuge der Industrialisierung hatten seine Lebensbedingungen erheblich verschlechtert.

Die Rückkehr des Fischotters zeigt nun: Die Maßnahmen des Lippeverbandes zum Schutz und zur Renaturierung der Lippe wirken. Denn nicht nur der Fischotter profitiert – auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten besiedeln inzwischen die neu geschaffenen Lebensräume. Als Spitzenprädator stärkt der Fischotter zudem das ökologische Gleichgewicht im Fluss. Da er vor allem alte, schwache und kranke Fische frisst, trägt er so aktiv zu gesunden Fischbeständen bei.

Mittendrin in der Forschung

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Wasserwirtschaftsverbandes laden der Lippeverband, der NABU NRW und die Landschaftsagentur Plus zum „Tag der lebendigen Lippe“ in Datteln ein. Erstmals im Lippe-Gebiet nehmen Forscher*innen am 11. und 12. Juli die Natur am Haus Vogelsang unter die Lupe. Über 24 Stunden werden Tier- und Pflanzenarten gesichtet und dokumentiert, um die Artenvielfalt zu analysieren.
Am 12. Juli von 11.00 bis 17.00 Uhr können auch Besucherinnen selbst forschen. Spannende Mitmach-Aktionen für Klein und Groß laden dazu ein, die Flusslandschaft zu erkunden – etwa beim Keschern, am Mikroskop oder beim Basteln von Saatkugeln. Darüber hinaus bieten Expertinnen Führungen an. Themen sind unter anderem die Umbaumaßnahmen an der Lippe sowie Amphibien und Vögel.


Quelle: Emschergenossenschaft / Lippeverband

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GeoTHERM 2027 startet Call for Papers zum 20-jährigen Jubiläum

Mit rund 8.600 Fachbesuchern und 302 ausstellenden Unternehmen aus aller Welt hat die GeoTHERM Expo & Congress 2026 ihre Rolle als weltweit führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie erneut bestätigt. Auch 2027 bietet die Veranstaltung wieder eine zentrale Plattform für Innovationen, fachlichen Austausch und Vernetzung innerhalb der Branche. Zudem feiert die GeoTHERM, die am 25. und 26. Februar 2027 in Offenburg stattfindet, ihr 20-jähriges Bestehen.

Call for Papers eröffnet

Begleitend zur Fachmesse widmet sich der wissenschaftliche Kongress der GeoTHERM 2027 aktuellen Entwicklungen in der Tiefen und Oberflächennahen Geothermie. Ab sofort können Beiträge zu diesen Themenfeldern sowie zum Fokusthema der kommenden Veranstaltung eingereicht werden.

Der wissenschaftliche Kongress deckt die gesamte Bandbreite der Geothermie ab und richtet sich an Fachleute aus Forschung, Entwicklung und Praxis.

Tiefe Geothermie

Gesucht werden Beiträge rund um die Nutzung tiefer geothermischer Ressourcen. Im Fokus stehen technische, wissenschaftliche, wirtschaftliche und regulatorische Fragestellungen entlang der gesamten Projektkette – von Exploration und Erschließung über Speicherung bis hin zu Betrieb und Wärmenutzung.

Eingereicht werden können Beiträge zu aktuellen Entwicklungen, Anwendungen und Praxiserfahrungen im Bereich der oberflächennahen Geothermie. Willkommen sind Themen aus Planung, Technik, Betrieb, Innovation und Monitoring ebenso wie Praxisbeispiele aus Gebäuden, Quartieren und kommunalen Versorgungskonzepten.

Fokusthema 2027: Sektorenkopplung und Synergien mit Öl, Gas und Bergbau

Ein besonderer Schwerpunkt der GeoTHERM 2027 liegt auf der Sektorenkopplung sowie auf Schnittstellen zwischen Geothermie und den Bereichen Öl & Gas, Bergbau und Untergrundnutzung.

Für den GeoTHERM Congress werden hierzu Beiträge zu Technologien, Infrastruktur, Know-how-Transfer und Transformationsstrategien gesucht, die bestehende Kompetenzen und Ressourcen dieser Industrien für geothermische Anwendungen nutzbar machen.

Eingereicht werden können unter anderem Praxisbeispiele, Forschungsarbeiten, innovative Konzepte sowie Erfahrungsberichte aus nationalen und internationalen Projekten. Auch interdisziplinäre Ansätze und Forschungsergebnisse aus angrenzenden Bereichen der Geothermie sind ausdrücklich erwünscht.

Die Einreichung erfolgt online über die GeoTHERM-Journal-Plattform. Vorgeschlagen werden können Vorträge oder wissenschaftliche Poster in deutscher oder englischer Sprache. Voraussetzung ist ein erweiterter Abstract mit maximal drei DIN-A4-Seiten, inklusive Titel, Vortragenden, Vortragssprache und Zuordnung zum jeweiligen Themenbereich.

Beiträge zum Congress der GeoTHERM können bis zum 31. August 2026 übermittelt werden. Die Auswahl der Einreichungen erfolgt durch den wissenschaftlichen Beirat im Double-Blind-Verfahren.
Reine Produkt- oder Unternehmenspräsentationen ohne fachlich-wissenschaftlichen Mehrwert können leider nicht berücksichtigt werden.

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Quelle: GeoTHERM

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Neue Regeln für Phosphorrezyklate und Klärschlammaschen

Für aus Klärschlamm zurückgewonnenen Phosphor muss es eine klare Perspektive für eine wirtschaftliche Verwertung geben. Als Düngemittel geeignete Phosphorrezyklate müssen rechtssicher in der Landwirtschaft eingesetzt werden können. Für Klärschlammaschen ohne verfügbare Rückgewinnungsoptionen ist eine befristete, rechtssichere und praxistaugliche Übergangslösung erforderlich. Die Umweltminister der Länder und des Bundes haben auf der Umweltministerkonferenz (UMK) am 8. Mai in Leipzig wichtige Weichen für die Zukunft der Phosphorrückgewinnung gestellt. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) begrüßt den UMK-Beschluss ausdrücklich.

„2029 werden keine ausreichenden Kapazitäten zur Phosphorrückgewinnung zur Verfügung stehen. Der Beschluss der Umweltminister ist ein wichtiger Schritt, um die Umsetzung der Phosphorrückgewinnung realistisch, verlässlich und innovationssicher zu gestalten, wie es die DWA bereits vor einigen Wochen angeregt hat“, betont DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel.

Übergangsphase braucht klare Regeln

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) schreibt ab 2029 die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm vor. Betreiber größerer Kläranlagensind verpflichtet, den in Klärschlamm oder Klärschlammasche enthaltenen Phosphor technisch zurückzugewinnen oder entsprechende Recyclingwege zu nutzen. Bis 2029 werden hochwahrscheinlich keine ausreichenden technischen Kapazitäten für die flächendeckende Rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammaschen zur Verfügung stehen. Darauf weisen auch die Umweltminister im UMK-Beschluss „Phosphorrückgewinnung stärken – Düngemittelverordnung zügig anpassen, um die Phosphorrückgewinnung nach Klärschlammverordnung sicherzustellen“ ausdrücklich hin. Für die daraus resultierende Übergangsphase müssen klare und belastbare Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Entsorgungssicherheit gewährleisten und zugleich Investitionen in Monoverbrennungs- und Phosphorrückgewinnungskapazitäten schützen.

Rezyklate rechtssicher nutzbar machen

Besonders wichtig ist aus Sicht der DWA die Aufforderung an das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, kurzfristig eine rechtssichere und praxistaugliche Übergangslösung für Klärschlammaschen zu schaffen, für die noch keine verfügbare Rückgewinnungsoption besteht. Um die erforderliche Technologiereife und die großtechnische Umsetzung von Anlagen zur Phosphorrückgewinnung insbesondere auch für schadstoffbelastete Aschen zu erreichen, ist es erforderlich, ausgehend von dem in der AbfKlärV vorgesehenen „Start“ der Phosphorrückgewinnung in 2029, eine Übergangsphase vorzusehen, die eine ambitionierte Rückgewinnung mit der technischen Machbarkeit harmonisiert. Die DWA wird hierzu entsprechende Vorschläge in die weitere Diskussion einbringen.

Der UMK-Beschluss bestätigt zentrale Forderungen der DWA. Dazu gehört neben einer praxistauglichen Übergangslösung die zügige Anpassung der Düngemittelverordnung. Hochwertige Phosphorrezyklate und geeignete Klärschlammaschenströme brauchen verlässliche und praktikable rechtliche Rahmenbedingungen, damit sie tatsächlich in den Stoffkreislauf zurückgeführt und als Düngemittel nutzbar gemacht werden können.


Quelle: DWA

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Wasserwirtschaft fordert rechtssichere Nitratregelungen

Wissenschaftler:innen der Universität Paderborn haben gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam eine neue Methode entwickelt, mit der sich giftige Arsen-Varianten in Böden und Gewässern schnell und präzise nachweisen lassen. Die Studie wurde im Fachmagazin Royal Society of Chemistry veröffentlicht und zeigt, wie vergleichsweise einfache Technologien aufwendige und teure Laborverfahren ersetzen können. Gleichzeitig eröffnet die Methode die Möglichkeit, Analysen direkt vor Ort durchzuführen.

Unterschiedliche Arsen-Formen im Fokus

Arsen ist ein giftiges Schwermetall, das natürlicherweise in Böden und Gewässern vorkommen kann. Entscheidend ist dabei nicht nur die Konzentration, sondern auch die chemische Form, in der das Arsen vorliegt. Forschende unterscheiden deshalb gezielt zwischen Arsen(III) und Arsen(V).

„Diese beiden Formen verhalten sich in der Umwelt völlig unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Bisher waren Messungen auf diesem hohen Niveau aber sehr teuer und kompliziert“, erklärt Prof. Dr. Thomas Zentgraf vom Department Physik der Universität Paderborn.

Aufwendige Analyseverfahren bisher Standard

Für den Nachweis kleinster Arsen-Spuren wird bislang meist das sogenannte SERS-Verfahren eingesetzt (SERS = „Surface-Enhanced Raman Scattering“). Dabei handelt es sich um eine hochsensitive analytische Methode, bei der die klassische Raman-Spektroskopie mit nanostrukturierten Metalloberflächen kombiniert wird. Dadurch lässt sich das Raman-Signal von Molekülen millionenfach verstärken, sodass selbst geringste Mengen chemischer oder biologischer Stoffe eindeutig identifiziert werden können.

Allerdings ist die Herstellung solcher Systeme bislang aufwendig. Häufig sind spezielle Maschinen, teure Materialien und zusätzliche chemische Behandlungen notwendig, damit die Sensoren zuverlässig funktionieren.

„Auch die Auswertung der Daten erfordert häufig leistungsstarke Computer und teure Messgeräte, die nicht einfach vor Ort eingesetzt werden können“, ergänzt Prof. Zentgraf.

Neue Nanostruktur vereinfacht den Nachweis

Die Forschenden entwickelten deshalb eine alternative Lösung auf Basis einer sogenannten „Loch-Sphäre-Nanogap-Plattform“. Hierfür werden Gold-Nanopartikel verwendet, die sich selbstständig auf einer Goldoberfläche anordnen. Anschließend wird die Oberfläche erhitzt und leicht angeätzt. Dadurch kann auf die ansonsten notwendige Lithografie – also die Strukturierung mittels Belichtung – verzichtet werden.

Das entstandene System arbeitet äußerst stabil und liefert sehr konstante Messergebnisse. Nach Angaben der Forschenden verstärkt die Methode das Lichtsignal um den Faktor 100 Millionen. Selbst kleinste Mengen von Arsen lassen sich dadurch sichtbar machen. Da die Struktur vollständig aus Metall besteht, entstehen zudem keine störenden Signale aus anderen Materialien, was die Zuverlässigkeit der Messungen erhöht.

Einsatz auch mit Smartphones möglich

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Methode liegt in ihrem einfachen Aufbau. Weder teure Maschinen noch spezielle Chemikalien sind erforderlich. Zudem funktioniert die Plattform auch dann zuverlässig, wenn die eingesetzten Messgeräte keine besonders hohe Präzision besitzen.

Die Forschenden konnten nachweisen, dass sich die verschiedenen Arsen-Varianten sogar mithilfe einfacher Filter oder Smartphones erkennen lassen. Dadurch eignet sich die Methode insbesondere für den mobilen Einsatz, etwa auf Baustellen oder in der Landwirtschaft.

Zum Paper


Quelle: Schwermetalle in Boden und Wasser erkennen: Neue Methode für die Vor-Ort-Analyse

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AWS setzt auf Wasserrückführung und Feuchtgebietsrenaturierung

Amazon Web Services (AWS) hat zwei Projekte zur Wasserrückführung in Deutschland vorgestellt. Geplant sind eine Initiative zur Erkennung von Wasserlecks in Frankfurter Gebäuden sowie die Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessartwald. Gemeinsam sollen die Projekte künftig jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen. Dafür arbeitet AWS mit dem Wassertechnologie-Unternehmen Shayp und dem Naturprojektentwickler EcoTree zusammen.

Die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erklärt: „Hessen ist eine Schlüsselregion für innovative sowie nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung, daher stärkt das Vorhaben von AWS auch Hessen als führenden Standort. Mit unserer regionalen Rechenzentrumsagenda wollen wir unseren Status als digitales Kraftzentrum in Europa festigen und ausbauen, indem wir Wachstum, Nachhaltigkeit und technologische Stärke miteinander verbinden.“

„Städte stehen vor zunehmenden Herausforderungen bei der Wasserversorgung. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, Wasser sorgfältig einzusetzen und innovative Lösungen zu unterstützen, damit jeder Liter zählt“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology Deutschland bei AWS. „Die Projekte in Deutschland zeigen, wie Technologie und naturbasierte Lösungen helfen können, Wasser effizienter zu nutzen, Verluste zu reduzieren und diese lebenswichtige Ressource langfristig zu sichern.“

Leckageerkennung in 500 Gebäuden

Im Mittelpunkt des Frankfurter Projekts steht die frühzeitige Erkennung von Wasserlecks in Gebäuden. Amazon finanziert bis 2028 die Installation intelligenter IoT-Überwachungssysteme von Shayp in insgesamt 500 Gebäuden. Dazu zählen unter anderem Schulen, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen. Ziel ist es, Wasserverluste schneller zu erkennen und unnötige Verschwendung zu vermeiden. Die Sensoren sollen noch in diesem Jahr installiert werden und dauerhaft Daten zur Überwachung liefern. Die Cloud-Technologie auf Basis von AWS ermöglicht Echtzeit-Analysen und schnelle Reaktionen auf erkannte Lecks. Shayp arbeitet dabei mit der Gebäudemanagementgruppe WISAG zusammen, um geeignete Gebäude für das Projekt zu gewinnen.

Gregoire de Hemptinne, CEO von Shayp, erklärt: „Wir sind stolz, mit Amazon an diesem wegweisenden Projekt in Frankfurt zusammenzuarbeiten. Unsere AWS-gestützte Technologie wird der Stadt helfen, Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter zu reduzieren. Das zeigt, wie Innovation drängende Umweltherausforderungen bewältigen kann.“

Renaturierung im Spessartwald

Parallel dazu setzt EcoTree ein Projekt zur Feuchtgebietsaktivierung und Renaturierung im Spessartwald bei Würzburg um. Auf rund 200 Hektar sollen Feuchtgebiete gestärkt und neue Feuchtlebensräume geschaffen werden. Durch gezielte Erdarbeiten soll Wasser länger in der Fläche gehalten und die Grundwasseranreicherung verbessert werden. Nach Abschluss Ende 2027 werden jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser erwartet. Darüber hinaus soll das Projekt neue Lebensräume für bedrohte Arten schaffen, Mikroklimata stabilisieren und die Kohlenstoffspeicherung im Mischwald unterstützen. Gleichzeitig verweist EcoTree auf die Bedeutung solcher Maßnahmen angesichts zunehmender Dürren und Extremwetterereignisse.

Christian Bergius, Managing Director EcoTree Deutschland, erklärt: „Wir befinden uns in einer Ära der Wasserextreme: entweder zu viel, zu wenig oder oft zu stark verschmutzt. Das löst Dürren und Überschwemmungen aus und bedroht die Gemeinden, Ökosysteme und Unternehmen in ganz Deutschland direkt. Genau deshalb müssen wir die Wiederherstellung und Anpassung von Ökosystemen und ihrem hydrologischen Gleichgewicht beschleunigen. Wir freuen uns besonders über Amazons strategischen Beitrag zu diesem Leuchtturmprojekt.“

Die neuen Projekte sind Teil der weltweiten Wasserschutzmaßnahmen von Amazon. Nach Unternehmensangaben wurden bislang mehr als 50 Wasserprojekte angekündigt, die zusammen jährlich über 21 Milliarden Liter Wasser zurückführen sollen. Zusätzlich investiert Amazon weiter in CO2-freie Energieprojekte und Maßnahmen zur Klimaanpassung, darunter auch Miniwälder in Berlin.


Quelle:AWS

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BDEW warnt vor Abschaffung der Stoffstrombilanz

Anlässlich der Verhandlungen zur Novellierung des Düngegesetzes im Agrarausschuss des Bundesrates hat Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser Martin Weyand die Bedeutung einer verbindlichen betrieblichen Nährstoffbilanzierung betont. Aus Sicht der Wasserwirtschaft sei sie weiterhin notwendig, um Stickstoffüberschüsse verursachergerecht zu erfassen und gezielt zu reduzieren.

Wirkungsmonitoring ersetzt keine flächendeckende Bilanzierung

Das geplante Wirkungsmonitoring umfasse zwar zusätzliche Datenzugänge, Modellregionen und Auswertungen, könne jedoch keine systematische und flächendeckende Erfassung der Nährstoffflüsse ersetzen. Ohne einen Ersatz der bisherigen Stoffstrombilanz durch ein vergleichbares verbindliches Instrument würden die Anforderungen an eine nachvollziehbare Nährstoffbilanzierung nicht erfüllt.

Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei nun eine rechtssichere und zugleich praxistaugliche Umsetzung der Vorgaben erforderlich. Nach Ansicht der Wasserwirtschaft braucht es zeitnah klare Lösungen für die bestehende Rechtslage, insbesondere im Zusammenhang mit den sogenannten roten Gebieten. Die rechtssichere Ausweisung dieser Gebiete im Sinne der europäischen Nitratrichtlinie sei dringend notwendig.

Warnung vor Folgen bei unzureichender Umsetzung

Nach Einschätzung des Verbandes könnten bei einer unzureichenden Umsetzung der Nitratrichtlinie nicht nur die Nitratbelastungen weiter bestehen bleiben. Zudem drohe eine Wiederaufnahme des Vertragsverletzungsverfahrens durch die EU-Kommission. Offen sei außerdem weiterhin, wie ein wirksames nationales Nitrat-Aktionsprogramm umgesetzt werden solle. Erfolgreich könne ein solches Programm nur sein, wenn damit eine tatsächliche Verringerung der Nitrateinträge erreicht werde.


Quelle: BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft )

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Nachruf: Berthold Bleser mit 69 Jahren verstorben

Mit Berthold Bleser verliert die SITW eine Persönlichkeit, die den Verband über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt hat. Von September 2015 bis Oktober 2023 stand er der Fachvereinigung als 1. Vorsitzender vor und setzte sich mit großem persönlichem Engagement, hoher fachlicher Kompetenz und klarer Haltung für die Weiterentwicklung, Öffnung und stärkere Wahrnehmung der SITW innerhalb der Branche ein. Er gestaltete die konstruktive Arbeit in zahlreichen Gremien aktiv mit und trug mit seinem Sachverstand, seiner Verlässlichkeit und seiner integrativen Persönlichkeit wesentlich zur positiven Entwicklung des Verbandes bei.

Einsatz für Qualität und technische Standards

Sein Ziel war es stets, den Stellenwert der qualitätsgesicherten Instandsetzung von Trinkwasserbehältern zu stärken und das Bewusstsein für die hohen technischen und hygienischen Anforderungen in diesem sensiblen Bereich der Wasserversorgung weiter zu schärfen.

Seine hohe fachliche Expertise gründete dabei auch auf seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Geschäftsführer der GFB Gesellschaft für Bauwerksanierung und Instandsetzung mbH. Die Entwicklung dieses Unternehmens zu einem anerkannten Spezialunternehmen der Bauwerkssanierung gestaltete er maßgeblich mit. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die SITW zu einer anerkannten Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Planung und ausführenden Unternehmen. Berthold Bleser war überzeugt davon, dass der langfristige Schutz und die sachgerechte Instandsetzung von Trinkwasserbehältern nur durch fundiertes Fachwissen, hohe Qualitätsstandards und die konsequente Anwendung anerkannter Regeln der Technik gewährleistet werden können. Diese Überzeugung prägte sein Wirken im Verband nachhaltig.

Fachlicher Austausch im Mittelpunkt

Die Förderung qualifizierter Ausführung, die Bedeutung von Hygieneanforderungen sowie die Zertifizierung nach den Vorgaben des DVGW waren ihm daher ein besonderes Anliegen. Mit seinem Wirken trug er maßgeblich dazu bei, die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland dauerhaft zu sichern.

Die Mitglieder der SITW schätzten Berthold Bleser nicht nur als erfahrenen Fachmann und verlässlichen Vorsitzenden, sondern ebenso als integrative und menschlich zugewandte Persönlichkeit. Mit seiner ruhigen Art, seiner Verlässlichkeit und seinem hohen Anspruch an Qualität und Verantwortung war er für viele ein geschätzter Wegbegleiter und Impulsgeber.

Würdigung eines prägenden Wegbegleiters

Die SITW wird Berthold Bleser ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Engagement für die Fachvereinigung, für Qualität in der Trinkwasserversorgung und für den offenen fachlichen Austausch innerhalb der Branche bleibt auch künftig Maßstab und Verpflichtung zugleich.


Quelle: SITW

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Bau der Klärschlammverwertungsanlage in Hürth schreitet voran

Die Arbeiten an der Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage der Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH (KVR) in Hürth-Knapsack schreiten weiter voran. Der Massivbau der Ofenhalle ist inzwischen abgeschlossen, gleichzeitig hat der Ausbau der technischen Anlagen begonnen. Bereits montiert wurden erste Bauteile des Ofens für die Wirbelschichtverbrennung sowie Komponenten des Kessels.

Bei einer Baustellenbesichtigung am 19. Mai 2026 informierten sich Vertreterinnen und Vertreter der Aufsichtsgremien und Vorstände von Erftverband, Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und RWE Power gemeinsam mit Hürths Bürgermeister Dirk Breuer über den aktuellen Stand des Projekts. Die drei Partner hatten 2024 das Tochterunternehmen KVR gegründet, um die Anlage gemeinsam zu errichten und künftig zu betreiben.

„Die Arbeiten gehen sichtbar voran und wir sind auf Kurs. Die Fertigstellung der Anlage ist für das Jahr 2028 vorgesehen“, betonten die KVR-Geschäftsführer Stefan Ruchay und Peter Lindemann während des Termins.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der drei Partner in der KVR GmbH, die mit dem Projekt befasst sind.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der drei Partner in der KVR GmbH, die mit dem Projekt befasst sind. Quelle:KVR GmbH

 

Langfristige Entsorgungslösung für Klärschlamm

Mit dem Projekt wollen der Erftverband und der Wasserverband Eifel-Rur die Entsorgung ihrer Klärschlämme langfristig absichern. Ab 2029 sollen jährlich bis zu 148.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm aus den Kläranlagen der beiden Wasserverbände nach Hürth-Knapsack geliefert werden. RWE Power übernimmt zusätzlich die Logistik für weitere Mengen bis zur Gesamtkapazität der Anlage von 180.000 Tonnen.

Der Klärschlamm wird dort künftig thermisch verwertet. Die Monoverbrennung gilt zugleich als wichtige Voraussetzung für die ab 2029 gesetzlich vorgeschriebene Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm.

Erftverbandsvorstand Prof. Heinrich Schäfer erklärte dazu: „Eine nachhaltige Wasserwirtschaft braucht verlässliche Entsorgung und Ressourcenschonung. Die Monoverbrennung schafft die Voraussetzung, Phosphor ab 2029 gezielt zurückzugewinnen – ein wichtiger Schritt im Interesse unserer Verbandsmitglieder.“

Weitere Anlagenteile sollen 2026 folgen

Im weiteren Verlauf des Jahres sind zusätzliche Baufortschritte vorgesehen. Bis zum Sommer soll der Klärschlammbunker fertiggestellt werden, der als Zwischenspeicher vor der eigentlichen Verbrennungsanlage dient. Für den Herbst ist der Einhub der beiden Trockner geplant. Diese senken den Wassergehalt des mechanisch entwässerten Klärschlamms auf rund 60 Prozent und gehören gemeinsam mit Ofen und Dampferzeuger zu den zentralen Komponenten der Anlage.

WVER-Vorstand Joachim Reichert betonte: „Mit der gemeinsamen Anlage setzen wir die Vorgaben der Klärschlammverordnung um und schaffen Planungssicherheit. Das Projekt verbindet Umweltziele mit einer langfristig wirtschaftlichen Lösung für die Menschen in der Region.“

Auch RWE Power sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Baustein für die zukünftige Entwicklung des Standorts Knapsack.

Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied von RWE Power, sagte: „Der Bau der neuen Anlagen und die Partnerschaft mit den Wasserverbänden sind wichtige Schritte für die Zukunft des Knapsacker Hügels nach dem Kohleausstieg. Künftig wird der Schwerpunkt auf Kreislaufwirtschaft, Entsorgungssicherheit und nachhaltiger Energieerzeugung liegen.“


Quelle:KVR GmbH

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