Lese-Ansicht

Epidemiologisches Bulletin 14/2026

30-jähriges Jubiläum: Die Nationalen Referenz­zentren und Konsiliar­labore stellen sich vor Konsiliarlabor für Bacillus anthracis Konsiliarlabor für Francisella tularensis Konsiliarlabor für human­patho­gene Vibrionen Konsiliarlabor für Yersinia pestis Stellungnahme der STIKO zur Bedeutung der Meningokokken-Impfung für Jugend­liche und junge Er­wachsene NEU: Interaktives Epid-Bull--Epidemiologisches Bulletin-Dashboard für melde­pflichtige Infektions­krank­heiten 12. Würzburger Meningo­kokken- und Haemo­philus-influenzae-Work­shop

Die allgemeine Gesundheits­kompetenz Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024

Abstract: Hintergrund: Allgemeine Gesundheitskompetenz (GK) umfasst themen- und kontextübergreifende Fähigkeiten, Motivation und Wissen im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Geringe GK ist mit höheren Versorgungsbedarfen und ungünstigen Gesundheitsverhalten assoziiert. Methode: Mit Daten des RKI-Panels 2024 (n = 26.817) soll ein aktueller Überblick über die GK Erwachsener geben werden. Die Messung der GK fand mit dem HLS19-Q12 statt. Die gewichteten Analysen erfolgten stratifiziert nach Geschlecht, Alter und Bildung. Ergebnisse: 81,3 % der Frauen und 81,0 % der Männer haben eine geringe GK. Im Altersverlauf nimmt der Anteil der Frauen mit geringer GK bis zur Altersgruppe der 65- bis 79-Jährigen tendenziell ab, während bei Männern dieser Trend derart nicht zu beobachten ist. Die Gruppe mit hoher Bildung weist bei beiden Geschlechtern den niedrigsten Anteil an geringer GK auf. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen auf erheblichen Handlungsbedarf zur Förderung von GK hin. Diese sollte nicht primär an individuellen Fähigkeiten ansetzen, sondern Angebote und Strukturen sollten so gestaltet werden, dass gesundheitskompetentes Handeln ermöglicht wird.

Impfbereitschaft

Impfungen retten weltweit Millionen Menschenleben. Dennoch bleibt auch in Deutschland eine beträchtliche Anzahl von Menschen ungeimpft gegen einzelne oder zum Teil auch gegen alle impfpräventablen Erkrankungen und riskiert so schwere Krankheitsverläufe bis hin zum Tod. Um wirksame Strategien entwickeln zu können, mit denen mehr Menschen erreicht und vor impfpräventablen Erkrankungen geschützt werden, ist es essentiell zu verstehen, wie viele, welche und warum Menschen sich impfen bzw. nicht impfen lassen.

RKI 2035 – eine gesündere Zukunft für alle

Mit der Strategie „RKI 2035“ begegnet das RKI den Heraus­forderungen in den kommenden Jahren: Ziel ist eine vernetzte, krisenfeste und gerechte öffentliche Gesund­heit für alle – national wie international – durch innovative Forschung, digitale Exzellenz, Schaffen und Bereit­stellen von Evidenz und inter­disziplinäre Zusammen­arbeit im In- und Ausland. Schwer­punkte sind Prävention und Gesund­heits­förderung, Über­wachung von Krank­heiten, der Ausbau von Erreger­kom­pe­ten­zen, Bewältigung von Aus­brüchen und Pandemien, das Sicher­stellen der Gesund­heit in außer­gewöhn­lichen Lagen und die Förderung gesund­heit­licher Chancen­gleichheit.

Anhang 14: Aktionsplan (Beispiel)

Anhang zum "Methodenhandbuch zu institutionellen Lernprozessen – Planung, Durchführung von Intra- und After-Action-Reviews während und nach epidemisch bedeutsamen Lagen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst"

Abschluss von COPE I: Dissemi­na­tion der Ergeb­nisse und ab­schließ­ende Evaluation

In den letzten drei Jahren hat das COPE-Projekt eine Strategie pilotiert, die gemeinschaftsorientierte Ansätze zur Verringerung der Belastung durch Lassa-Fieber innerhalb eines One-Health-Forschungs- und Aktionsrahmens im Südosten Nigerias fördert. Ein wesentlicher Bestandteil der COPE-Strategie ist das systematische Feedback von Forschungsergebnissen an die beteiligten Gemeinschaften in Formaten, die lokal aussagekräftig und praktisch nutzbar sind.

Sieben Dimen­sionen - Di­ver­sität ist das Motto beim dies­jährigen Tag des Ge­sund­heits­amtes am 19. März

Im Unterschied zu Kranken­häusern oder Arzt­praxen stehen im Öffent­lichen Ge­sund­heits­dienst be­völke­rungs­bezogene Aspekte im Mittel­punkt, außer­dem Be­völke­rungs­gruppen, für die kein oder ein er­schwerter Zu­gang zur gesund­heit­lichen Regel­ver­sorgung ge­geben ist. Den Tag des Ge­sund­heits­amtes am 19. März hat das RKI erst­mals 2019 aus­gerufen, um die Arbeit der Ge­sund­heits­ämter zu würdigen und auf ihre Situation und den Unter­stüt­zungs­bedarf hinzu­weisen. Viele Gesundheits­ämter stellen an diesem Tag ihre facetten­reiche Arbeit der Öffent­lich­keit vor. Das Motto 2026 ist Diver­sität.

Diskriminierungs­erfahrungen sind bedeut­sam für die Gesund­heit und gesund­heitliche Ungleich­heit in Deutsch­land

Die Daten des RKI-Panels 2024 zeigen: Mehr als zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland erleben selten oder manchmal Diskriminierung im Alltag; über 12 Prozent geben an, oft oder sehr oft entsprechende Erfahrungen zu machen. Besonders häufig erleben Menschen mit niedrigem Einkommen, Erwerbslose, trans oder genderdiverse Personen, junge Erwachsene sowie Menschen mit Migrationsgeschichte alltägliche Diskriminierung. Fast die Hälfte erlebt Mehrfachdiskriminierung.
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