Lese-Ansicht

„Zehn Prozent weniger Geld sind zehn Prozent weniger Leistungen“ – KBV-Vorstand lehnt Sparvorschläge ab

Die Sparvorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Finanzkommission Gesundheit sehen für den ambulanten Bereich Mittelkürzungen von jährlich rund fünf Milliarden Euro vor. Das entspricht einem Minus von zehn Prozent. Neben dem Wegfall der Vergütungsregelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes sollen unter anderem diverse Zuschläge gestrichen und die psychotherapeutischen Leistungen wieder aus dem Budget bezahlt werden. Der Vorstand der KBV warnt vor einer erheblichen Verschlechterung der Gesundheitsversorgung.

Hofmeister: „Wegweisende Entscheidung für Qualität und Transparenz“ – Details zu Pädiatrischen Institutsambulanzen geregelt

Vertragsärzte können Kinder und Jugendliche mit schweren chronischen Erkrankungen künftig an eine Pädiatrische Institutsambulanz überweisen, um einen stationären Aufenthalt zu vermeiden. Eine entsprechende Vereinbarung zur Ermächtigung von Krankenhäusern zur ambulanten Versorgung von unter 18-jährigen Patienten trat am 1. April in Kraft. Seitdem gelten für die dort tätigen Klinikärzte im Wesentlichen dieselben Regelungen wie für Vertragsärzte.

Dialysepraxen: Fachliche Anforderungen an Ärzte aus dem Gebiet Innere Medizin geregelt

Für Ärzte aus dem Gebiet Innere Medizin, die als sogenannte weitere Ärzte in Dialysepraxen tätig werden und nicht die Facharztbezeichnung Innere Medizin und Nephrologie führen, gelten seit 1. April neue Anforderungen an die fachliche Qualifikation. Welche das sind, haben die KBV und der GKV-Spitzenverband in der Qualitätssicherungsvereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren geregelt.

KBV rät zum Einspielen aktueller PVS-Updates

Praxen sollten in ihren Praxisverwaltungssystemen regelmäßig die von den Softwareherstellern bereitgestellten Updates einspielen. Insbesondere für die Anwendungen elektronisches Rezept und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist eine Aktualisierung für eine reibungslose Nutzung zum 1. April notwendig, da sich technische Vorgaben geändert haben. Praxen sollten daher auf die Informationen ihres Softwareanbieters achten.

Hofmeister: Wir brauchen Krisenpläne, um die Resilienz dieses Systems zu stärken

Auf eine zügige Vorbereitung des Gesundheitssystems für Krisenfälle drängt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister. Nötig sei eine vorausschauende und umfassende Planung. Dazu gehörten neben notwendigen Gesetzesänderungen durch die Politik auch Bestandsaufnahmen vor Ort, sagte Hofmeister in einem Video-Interview.

„Dann gibt es weniger Termine“ – KBV-Chef warnt vor weiteren Kürzungen und kündigt Klage gegen Psychotherapie-Beschluss an

Nach der Streichung von Geldern für Psychotherapien warnt KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen eindringlich vor Kürzungen in der ambulanten Gesundheitsversorgung. Sollte es zu weiteren Sparmaßnahmen kommen, seien Leistungseinschränkungen unausweichlich, sagte Gassen. Zugleich kündigte er an, dass die KBV gegen den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Absenkung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen Klage einreichen wird.

Aktueller Bericht bestätigt: Qualität der Patientenversorgung in Praxen weiterhin hoch

Die Qualität der ambulanten Versorgung ist trotz wachsender Herausforderungen im Gesundheitswesen ungebrochen hoch. Das ist das Fazit des jüngsten Qualitätsberichts, den die KBV jetzt veröffentlicht hat. Danach haben im Berichtsjahr 2024 nahezu alle Praxen die zusätzlichen Qualitätsanforderungen, die an viele Behandlungen und Untersuchungen gestellt werden, erfüllt.

Sensible Gesundheitsdaten müssen geschützt bleiben

Bei der geplanten Ausweitung verdeckter Abwehrmaßnahmen zur Stärkung der Cybersicherheit hat die KBV vor einem Aufweichen der geschützten Patientenkommunikation gewarnt. In dem vom Bundesinnenministerium vorgelegten Referentenentwurf für ein solches Gesetz fehlten Vorschriften, die die Kommunikation von Ärzten und Psychotherapeuten als Träger von Berufsgeheimnissen schützten.
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