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Der Zopf des Grauens

Auch wenn es fast an Kunst erinnert: So sollte es dort wirklich nicht aussehen. Feuchttücher, die sich zu unzerstörbaren Klumpen verbünden, Wattestäbchen als Rohrkiller, Hygieneartikel, Essensreste und Zigarettenstummel – sie alle überfordern Kanäle und Kläranlagen und treiben Entsorgungsbetriebe in teure Notfälle. Um auf immer größere Mengen an Müll im Abwasser aufmerksam zu machen, rief die Stadtentwässerung Dresden im Januar 2017 zu einem Reimwettbewerb auf. Dort hieß es dann acht Wochen lang „Reimscheißen statt Reinschmeißen“.

Titelthema: Abwasserbehandlung

In der Februarausgabe der gwf Wasser|Abwasser stehen Kläranlagen, besonders aber das Thema Abwasserbehandlung im Mittelpunkt.

Kläranlagen spielen eine zentrale Rolle für Umwelt und Gesellschaft. Sie reinigen täglich riesige Mengen Abwasser und verhindern, dass Schadstoffe in Flüsse und Böden gelangen. Die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie, KARL, wartet mit teils vollkommen neuen Anforderungen und Herausforderungen für die Wasserwirtschaft auf.

Zur neuen Ausgabe gwf wasser|Abwasser

 

Manchmal landen Dinge in der Kläranlage – das glaubt man gar nicht: Uhren, Gebisse, Spielzeugautos, Handys … Eher unwahrscheinlich, dass diese Gegenstände mit Absicht in der Toilette landen. Vieles, was nicht ins Klo gehört, wird jedoch völlig bewusst runtergespült. Und dann wird’s richtig eklig! Der Entsorgungsverband Saar zeigt, was so alles aus der Kanalsystem gefischt werden muss.

Um massiven Verschmutzungen entgegenzuwirken rief die Stadtentwässerung Dresden im Januar 2017 zu einem Reimwettbewerb auf. Unter dem Motto „Reimscheißen statt Reinschmeißen“ machte sie auf die immer größere Müllmenge im Abwasser aufmerksam. 8 Wochen lang konnte zum Thema „Kein Müll ins Klo“ gereimt werden. Insgesamt wurden fast 400 Reime und Gedichte eingesandt.

Mehr zum Reimscheißer-Wettbewerb

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Pharma- und Kosmetikindustrie ohne Erfolg vor dem EuG: Gericht stützt Rechtsauffassung von BDEW und VKU

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßen die Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union (EuG), die Klagen der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie gegen zentrale Elemente der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) als unzulässig abzuweisen. Damit folgt das Gericht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, die sich im Verfahren als Streithelfer positioniert hatten.

Gericht bestätigt erweiterte Herstellerverantwortung

Insgesamt hatten 16 Verfahren, zusammengefasst in drei Hauptverfahren, das Ziel, die in der Richtlinie festgeschriebene erweiterte Herstellerverantwortung aufzuheben. Diese verpflichtet erstmals auch Hersteller von Arznei- und Kosmetikprodukten, sich an den Kosten der sogenannten vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen zu beteiligen. Also an der Entfernung von Mikroschadstoffen, die aus ihren Produkten stammen.

Die Gerichtsentscheidung entspricht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, wonach die Klagen vor dem europäischen Gericht keinen Bestand haben konnten. Vor diesem Hintergrund hatten die beiden Verbände den Streitbeitritt vor dem Europäischen Gericht gegen die Klagen der Pharma- und Kosmetikindustrie beantragt.

Meilenstein für Umweltökonomie und Gewässerschutz

Nach Auffassung von BDEW und VKU markiert die Gerichtsentscheidung einen umweltökonomischen Meilenstein für den Gewässer- und Gesundheitsschutz in Europa. Sie setze das Verursacherprinzip konsequent um und lege die Grundlage für eine nachhaltigere Finanzierung der Abwasserreinigung in Europa. Entscheidend sei nun, dass Deutschland die überarbeiteten EU-Vorgaben zügig und ohne nationale Sonderregelungen in nationales Recht überführt.

Appell an die Industrie: Vom Klagen zum Mitgestalten

Die beiden Verbände rufen die Pharma- und Kosmetikindustrie dazu auf, ihre bisherige Abwehrhaltung aufzugeben und sich aktiv an der Umsetzung der Richtlinie zu beteiligen. „Die Richtlinie ist beschlossen – jetzt ist die Zeit für Dialog und gemeinsame Verantwortung“, betonen BDEW und VKU. Sie fordern die pharmazeutische und kosmetische Industrie auf, sich aktiv und konstruktiv an der Umsetzung zu beteiligen sowie Verantwortung für die von ihnen verursachten Spurenstoffe zu übernehmen.

 


Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

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Neubau der Staumauer Spitallamm: Ingenieurskunst in alpinem Gelände

Mit der neuen Staumauer Spitallamm im Berner Oberland ist nun eines der anspruchsvollsten Wasserbauprojekte der Schweiz umgesetzt. Nach rund zehn Jahren Planung und Bauzeit ersetzen die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) die fast 90 Jahre alte Mauer durch eine moderne, doppelt gekrümmte Bogenstaumauer – bei laufendem Betrieb der Stromproduktion.

Ersatzneubau wenige Meter vor dem historischen Bauwerk

Die ursprüngliche Spitallamm-Staumauer am Grimselsee wurde 1932 fertiggestellt und gilt als bedeutendes Zeugnis der frühen Betonbaukunst. Im Laufe der Jahrzehnte zeigten sich jedoch Risse und Trennungen im Bauwerk, die eine Grundsanierung unwirtschaftlich sowie technisch riskant machten. Stattdessen entschied sich KWO 2015 für einen Ersatzneubau direkt vor der bestehenden Mauer.

2019 begann die Arbeitsgemeinschaft ARGE Grimsel – bestehend aus Frutiger AG, Implenia und Ghelma AG Baubetriebe – mit den Bauarbeiten. Im Sommer 2025 wurde die alte Mauer erstmals aufgestaut, womit die letzten Arbeiten für die endgültige Inbetriebnahme anliefen. Das Gesamtprojektvolumen liegt bei rund 125 Millionen Schweizer Franken.

Die neue Spitallamm-Staumauer erreicht 113 Meter Höhe, ist jedoch für eine spätere Aufstockung zur Vergrößerung des Grimselsees ausgelegt. Bildquelle: Implenia

Alpine Baustelle mit hoher technischer Komplexität

Der Neubau folgt exakt der Höhe des Vorgängerbauwerks mit 114 Metern und einer Kronenlänge von 212 Metern. Aufgrund der Höhenlage von bis zu 1.980 Metern über Meer war das Baufenster auf die schneefreien Monate von Mai bis Oktober begrenzt. Die logistischen und zeitlichen Rahmenbedingungen forderten eine präzise Organisation und Betoniervorgänge nahezu im Akkord.

Rund 100 Beschäftigte arbeiteten in mehreren Schichten täglich an der Baustelle. Etwa 500 Kubikmeter Beton wurden pro Tag verbaut – genug für ein drei Meter hohes Mauersegment. Die exakte Vermessung jedes Blocks war entscheidend, um die komplexe Krümmung der Bogenstaumauer millimetergenau zu realisieren. Eine interne Wasserkühlung mit Wasser aus dem See, das über 40 Kilometer Rohrleitungen zirkulierte, stellte die gleichmäßige Erhärtung sicher.

Lokaler Beton mit besonderer Gesteinskörnung

Für den Bau kam ein speziell entwickelter Beton zum Einsatz, hergestellt in einer eigens errichteten Anlage in unmittelbarer Nähe der Baustelle. Das verwendete Gestein stammte überwiegend aus Sprengungen und Abtragungen vor Ort. Teilweise wurde auch Material aus früheren Tunnel- und Kraftwerksprojekten in der Region aufbereitet. Auffällig war insbesondere die grobe Gesteinskörnung von bis zu 125 Millimetern.

Modernes Bauwerk mit Zukunftsperspektive

Die neue Spitallamm-Staumauer bleibt mit 113 Metern Höhe zunächst auf dem Niveau der Vorgängerin, ist jedoch statisch so ausgelegt, dass eine spätere Erhöhung zur Erweiterung des Grimselsees möglich wäre.

Die alte Staumauer bleibt bestehen und wird auf beiden Seiten eingestaut. Ein Verbindungstunnel sorgt für den hydraulischen Ausgleich zwischen Alt- und Neubau. Implenia bringt in das Projekt ihre umfangreiche Erfahrung im Wasserbau ein – unter anderem aus der Erhöhung der Staumauer Vieux Emosson (VS).

 

Weitere spannende Wasser-Infrastrukturprojekte finden Sie übrigens in der jüngsten Printausgabe der gwf Wasser|Abwasser.


Quellen: Implenia, BauNetz-Wissen

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MYTEX Retrofit: A Planned, Fast, Cost-Efficient Membrane Upgrade for Municipal MBR Plants

Upgrade performance without rebuilding your plant

Municipal wastewater treatment operators across Europe and other regions are facing challenges: stricter effluent targets, rising energy and maintenance costs, and aging membrane installations are placing pressure on existing MBR plants. When plate-and-frame modules reach end of life, operators are often left with limited and costly options, ranging from the replacement of numerous individual components to the procurement of entirely new filtration systems.

MYTEX Retrofit was developed as an alternative approach. It offers a planned modernization concept that allows existing plants to remain in operation while achieving measurable improvements in capacity and performance within a defined budget framework.

The problem with replacements

As membrane modules age, operators typically encounter two main scenarios:

  1. Expensive replacement parts (e.g., individual components) that drive up cost and downtime
  2. Full module replacement, often requiring higher investment, risking operational interruptions and may upgrade of auxiliary equipment

This situation was also encountered at the municipal wastewater treatment plant in Bodrum, Turkey, where outdated membranes needed to be renewed.

The MYTEX approach: Retrofit as a controlled, scalable upgrade

MYTEX Retrofit is a drop-in solution for all plate-and-frame modules, allows modernization to be carried out step by step with predictable timelines and costs. Importantly, it can be implemented without additional retrofitting or changes to the auxiliary equipment and further to the control system, allowing peripherals and operational processes to remain unchanged.

What this means for municipalities:

  • Plannable modernization instead of a complete rebuild
  • Short shutdown windows (designed for fast execution)
  • Cost control through targeted replacement strategy
  • Operational stability by keeping controls/peripherals intact

 

Replacement strategy that fits real-world budgets: focus on only the filtration part of the submerged membranes.

Instead of getting stuck in a costly cycle of expensive component replacements, MYTEX Retrofit supports replacement using standardized blocks or modules. Replacement outfitting using blocks or modules that can be precisely tailored to match the existing footprint, a practical approach for municipal plants planning staged CAPEX and scheduled maintenance windows.
This modular approach allows utilities to upgrade progressively, simplify procurement processes, and reduce the risk of hidden costs that often arise from piecemeal repairs.

Case Study: Bodrum, Turkey – planned and measurable results

Following the implementation of MYTEX Retrofit at the municipal wastewater treatment plant in Bodrum, the project achieved clearly defined outcomes under real operating conditions.

  • Minimal retrofit time: Installation was completed within four hours.
  • Lower investment cost: A cost-effective alternative to expensive individual components
  • Increased capacity within the same footprint: +50% capacity, increasing from 320 to 480 m² without any change to the existing layout
  • Robust module technology: The modules were described as highly robust for suction operation and incorporate a self-healing membrane structure.

 

Overall, the Bodrum project illustrates how a retrofit strategy can serve as a practical alternative to the replacement of outdated modules. Investment requirements and downtime were reduced while plant performance was improved.

Built for current requirements

MYTEX Retrofit is positioned as an upgrade platform rather than a fixed system. This flexibility is particularly relevant for municipalities and international operators, where procurement rules, long term framework agreements, and technology preferences may vary by region.
Key aspects considered in MYTEX Retrofit projects include:

  • PFAS-free solution (as specified for MYTEX Retrofit projects)
  • Free membrane choice
  • Over 80,000 configuration options
  • Designed for municipal end customers looking for predictable modernization

 

Why municipalities are choosing retrofit solutions

Retrofit concepts align with the practical constraints of public infrastructure projects:

  • Budget cycles demand phased investments
  • Downtime must be kept to a minimum
  • Performance improvements are expected without expanding the plant footprint
  • Upgrades should not trigger control-system overhauls

 

MYTEX Retrofit has been developed with these conditions in mind.

Next step: assessing retrofit potential

If your plant operates plate and frame membrane modules and you are planning a modernization, MYTEX Retrofit can be evaluated as a drop in upgrade option, ranging from a targeted replacement strategy to a staged upgrade plan.

Do you operate a municipal wastewater treatment plant and aim to increase capacity without changing the existing footprint or control system? For further information and individual assessment, please contact Andreas Bareth as your dedicated point of contact.

WTA UNISOL will also be exhibiting at IFAT Munich 2026 and can be visited at booth A2 534 for direct discussion of MYTEX Retrofit solutions.

 

Further technical details and background information will be available here:

Discover MYTEX Retrofit

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