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Lese-Ansicht

Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland

Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland

Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland

Um strategisch entscheiden zu können, wie die bauliche Struktur der deutschen Krankenhäuser entwickelt werden soll, ist ein Überblick über die aktuelle Struktur Voraussetzung. Im Rahmen des Verbundprojektes „HYBAU+“ (FKZ  10.08.18.7-14.04) konnte erstmals bundesweit der Zustand von baulichen Strukturen in deutschen Krankenhäusern mithilfe des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) abgefragt werden.

Bei der Befragung wurde der Ist-Zustand der baulichen Struktur der Krankenhäuser in Deutschland erfasst. Die Umfrage spannte hierbei einen Bogen von der Lage des Krankenhauses, ob städtisch oder ländlich, über die Kubatur  des Hauses, den geometrischen Aufbau der Funktionsbereiche bis hin zum Detail, wie z. B. die Ausstattung der Räume mit Händedesinfektionsmittelspendern. Die Umfrage erhob eine weite Bandbreite an Daten wie z. B. Baujahr des Krankenhauses, Zeiträume baulicher Veränderungen sowie bauliche Strukturen des Krankenhausgebäudes und selektiver Abteilungen. Weitere abgefragte Aspekte waren u. a. die Anzahl von Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmern, die Zimmergröße und die Distanz vom Pflegestützpunkt zum entferntesten Patientenzimmer. Zur Abfrage der baulichen Strukturen entwickelte das Institut für konstruktives Entwerfen, Industriebau und Gesundheitsbau der TU Braunschweig Piktogramme, die in den Fragebogen integriert wurden.

 

Erkenntnisse

Methodischer Aufbau der Umfrage

Die Umfrage wurde als Online-Fragebogen an die für die KISS Erfassung zuständigen Mitarbeitende (meist Krankenhaushygieniker*innen und Hygienefachkräfte) geschickt. Die Befragung der an KISS  partizipierenden Krankenhäuser erfolgte von März bis Juni 2015. Die Einladung zur Teilnahme wurde an 1.357 der knapp 2.000 deutschen Krankenhäuser verschickt . Es konnten ein Fragebogen für das ganze Krankenhaus und je ein Kurzfragebogen für Intensivstationen und neonatologische Stationen beantwortet werden. 621 Krankenhäuser nahmen an der Umfrage teil. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 46 %. Der Fragebogen zu den Intensivstationen wurde von 534 Stationen aus 368 Krankenhäusern beantwortet. Von 246  kontaktierten neonatologischen Stationen? Oder Krankenhäusern mit neonatologischen Stationen?  gaben 127  Daten zu ihren baulichen Strukturen an.

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Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Patient*innen werden als Endnutzer der Intensivstation gesehen. Dennoch wird die Intensivstation (ITS)  tagtäglich auch von unterschiedlichen Berufsgruppen als Arbeitsort erlebt. Lange Wege und Lärm sind wesentliche Störfaktoren im Alltag mit möglichen Konsequenzen auf die Ausdauer- und Konzentrationsfähigkeit  der Mitarbeitenden. Die bauliche Umgebung kann also einen Einfluss auf die Lebens- und – konsequenterweise – Arbeitsqualität der ITS-Mitarbeitenden haben, deren frühzeitige Involvierung in den Planungsprozess deshalb in der Praxis immer berücksichtigt werden sollte.

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Die gesamten Umfrageergebnisse

Umfragemethodik

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité und das Institut für konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau der TU Braunschweig haben im Rahmen des Forschungsprojektes „Intensivstation der Zukunft“ (FKZ 10.08.18.7-20.07) einen Fragenkatalog für die Planung von zukünftigen Intensivstationen t, in dem nicht nur die wissenschaftliche Evidenz zum Patienten Outcome sondern auch soziale Aspekte des Arbeitsplatzes berücksichtigt werden. Es wurden 280 Fragebögen auf 7 Intensivstationen der Charité Berlin, des Vivantes Klinikum Berlin und des Städtischen Klinikums Braunschweig ausgefüllt. Es wurde ein Fragebogen aus 21 Fragen über unterschiedliche Aspekte der Intensivstationsstruktur und deren Einfluss auf den Arbeitsalltag von ITS-Mitarbeitern erstellt. Die Fragebögen wurden auf 13 Intensivstationen in sechs Krankenhäusern (fünf in Berlin, eins in Braunschweig) verteilt. Die Teilnahme zur Umfrage war anonym und freiwillig.

Erkenntnisse

Die Umfrage zeigt, dass sich die meist genutzten Arbeitsplätze auf Intensivstationen im Patientenzimmer und im zentralen Pflegestützpunkt befinden, so dass diese zwei Bereiche das Herz der Station darstellen. Für Intensivpersonal ist die direkte Sichtbarkeit der Patient*innen vom Arbeitsplatz aus wichtig, um beispielsweise medizinische Notfälle schnell zu erfassen. Das sollte die Planende dazu anleiten, Arbeitsplätze eher in unmittelbarer Nähe der Patientenzimmer vorzusehen. Gleichzeitig wird aber dem zentralen Stützpunkt eine unverzichtbare Rolle als Dokumentationsplatz und Treffpunkt anerkannt. Dies suggeriert, dass eine Kombination aus „zentralen“ und „dezentralen“ Arbeitsplätzen die bessere Lösung ist.

 

73 % der Mitarbeiter  empfinden Lautstärke als ein relevantes Problem im Alltag, davon antworteten 70 %, dass dies vor allem in Patientenzimmern und im Stützpunkt belastend sei. Eine gute Abschirmung dieser Bereiche von äußeren Störfaktoren sollte also – durch technische und bauliche Hilfsmittel – gewährleistet werden. Platzmangel wird v.a. im Patientenzimmer und in Lagerräumen als Problem empfunden. Gleichzeitig besteht seitens der Mitarbeitenden der Wunsch, feste Flächen im Zimmer für die Vorbereitung und für die Lagerung von Medikamenten bzw. Materialien zu haben. Deutlicher wird der Widerspruch zur vorhandenen Evidenz beim Thema Waschbecken und Vorräumen. Die beiden werden als sinnvoll und nützlich erachtet. Aus infektionspräventiver Sicht ist allerdings kein klarerer Vorteil – außer in wenigen Situationen – der Vorräume nachweisbar (i. e. Isolierung bei Luftübertragung) und es gibt mehrere Hinweise , dass Waschbecken sogar ein Risiko für die Umgebungskontamination und für nosokomiale Infektionen sein könnten.

 

Aus diesen Beispielen kann abgeleitet werden, dass bei der Umsetzung von theoretischen Empfehlungen gezielte Lösungen gesucht werden sollten, die die Umstellung von gewöhnten Prozessen begleiten und die Akzeptanz neuerer Grundrissmodelle erhöhen.

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