Zwischen maximalem Einsatz und Herausforderungen: Interdisziplinäre Netzwerke in der ambulanten Palliativversorgung im Modell Westfalen-Lippe – Ergebnisse einer qualitativen Studie
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2801-0534
Die Palliativversorgung in Westfalen-Lippe zeichnet sich durch ein
interdisziplinäres Netzwerk von Palliativmedizinischen Konsiliardiensten
aus, das die Versorgung ohne strikte Unterscheidung zwischen Allgemeiner
Ambulanter Palliativversorgung und Spezialisierter Ambulanter
Palliativversorgung ermöglicht. Ziel dieser Studie war es, die
Besonderheiten und Herausforderungen dieser Netzwerkarbeit zu
analysieren.In einer qualitativen Studie innerhalb des VESPAL-Projekts (VESPAL –
Versorgungsqualität in der ambulanten Palliativversorgung am Beispiel von
Westfalen-Lippe) wurden 50 Versorger*innen im Palliativversorgungsmodell
Westfalen-Lippe mithilfe von Einzelinterviews und Fokusgruppen interviewt.
Zusätzlich wurden vorab nicht-teilnehmende Beobachtungen durchgeführt, um
die Versorgungsrealität besser abbilden zu können. Anschließend wurden die
Beobachtungen und Interviews mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse in
Anlehnung an Kuckartz mit der Software MAXQDA ausgewertet.Die Versorger*innen betonten die Vorteile der interdisziplinären
Zusammenarbeit, die schnelle Lösungen und eine individuelle und
bedarfsgerechte Betreuung der Patient*innen ermögliche. Herausforderungen
ergäben sich durch Rufbereitschaft, Koordinationsprobleme und logistische
Schwierigkeiten, insbesondere im ländlichen Raum.Das Modell der Palliativversorgung in Westfalen-Lippe bietet eine flexible,
bedürfnisorientierte Versorgung mit kurzen Dienstwegen und vernetzten Teams,
erfordert jedoch Anpassungen, um die Kommunikation und Koordination zu
verbessern.
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