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Heute — 04. September 2026Das Gesundheitswesen

Leaving no one behind in the era of climate change and digitalisation? Barriers to healthy and climate-friendly living among informal caregivers

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2898-4159

Informal caregivers play a crucial role in supporting older adults, yet they often face challenges that compromise their own health and well-being, particularly in family-based care regimes like Austria. These challenges leave little room for adopting ecologically sustainable behaviours, calling for societal strategies to address climate change without adding pressure. We examined barriers in areas linked to the “triple win” of health promotion, climate mitigation, and social inclusion, and explored the role of Information and Communication Technologies (ICTs).Data were collected in 2024 from a non-probability sample of Austrian caregivers on social contacts, mobility, nutrition, and digital device use. We present descriptive results.Unpaid caregiving responsibilities reshaped daily routines and challenged health and sustainability (N=204, 81% females; mean age 58±13 years): 15–20% of participants were at risk of social isolation, 54% reported fewer social interactions. Awareness of healthy diets increased partially, but 26% had less time to eat. Mobility patterns showed strong car reliance with higher weekly travel demands (69%). Internet and ICT were used for communication daily (72%).Mobility and nutrition offer high co-benefit potential, but structural changes, not individual responsibility, are key. ICT tools should complement in person engagement to leverage positive aspects of caregiving for climate-health co-benefits.
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Zeitlicher Versatz von Diagnoseinformationen aus unterschiedlichen Datenquellen in Data-Linkage-Projekten: Ein Problem? Eine Analyse am Beispiel von ADHS-Diagnosedaten aus dem Projekt INTEGRATE-ADHD

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2918-2975

Im Projekt INTEGRATE-ADHD wurden Routinedaten einer gesetzlichen Krankenkasse (DAK-Gesundheit) mit Daten aus einer Onlinebefragung und einer klinischen Online-Diagnostik verknüpft. Zwischen der Dokumentation einer ADHS-Diagnose eines Kindes in den Routinedaten und dem Elternbericht der Diagnose bei der Befragung lagen mindestens neun und höchstens 32 Monate. Die klinische Online-Diagnostik erfolgte nach AWMF-S3-Leitlinienstandard im Abstand von weiteren drei bis fünf Monaten nach der Befragung. Nur etwa zwei Drittel der Eltern hatten die ADHS-Diagnose des Kindes bei der Onlinebefragung berichtet und nur knapp zwei Drittel der administrativen ADHS-Diagnosen wurden in der Online-Diagnostik klinisch bestätigt. Diese Studie untersucht auf Basis der Daten von 1355 Kindern und Jugendlichen mit inzidenter ADHS-Diagnose mittels deskriptiver Statistiken und logistischer Regression, ob der zeitliche Versatz zwischen dem Dokumentationszeitpunkt der Diagnose und dem Elternbericht in der Befragung respektive der Diagnose in der klinischen Untersuchung, etwa aufgrund von Recall-Bias der Eltern oder Veränderungen in der Symptompräsentation bei betroffenen Kindern, die Diskrepanzen zwischen den jeweiligen Diagnosedaten erklären kann. Der Kodierzeitpunkt der Diagnose ließ sich mit dem Beginn- und Enddatum des Behandlungszeitraums, in dem die Diagnose dokumentiert wurde, approximieren. Im Anschluss wurde der Effekt des zeitlichen Versatzes deskriptiv und multivariat analysiert. Auch bei unterschiedlicher Approximation des Kodierzeitpunkts zeigte sich kein statistischer Zusammenhang zwischen dem zeitlichen Versatz und den Diskrepanzen zwischen den jeweiligen Diagnosedaten. Damit ergaben sich in den vorliegenden Analysen keine Hinweise darauf, dass ein zeitabhängiger Recall-Bias der Eltern oder Veränderungen der Symptompräsentation mit nicht berichteten bzw. klinisch nicht bestätigten ADHS-Diagnosen assoziiert sind.
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Spannungsfeld zwischen Ärztin und Muttersein: Eine qualitative Interviewstudie zu strukturellen Barrieren des beruflichen Wiedereinstiegs

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2910-4310

Der steigende Anteil von Ärztinnen und der gleichzeitig drohende Ärztemangel machen die Vereinbarkeit von Familie und ärztlicher Tätigkeit zu einem zentralen Thema der Gesundheitsversorgung. Besonders der Wiedereinstieg nach Mutterschutz oder Elternzeit stellt Ärztinnen vor strukturelle und organisationale Herausforderungen.Die Studie untersucht förderliche und hinderliche Faktoren des beruflichen Wiedereinstiegs von Ärztinnen mit Kindern sowie bestehende Gestaltungsspielräume zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.Es wurden zwanzig leitfadengestützte, halbstrukturierte Interviews mit Ärztinnen aus ambulanten und stationären Tätigkeitsbereichen geführt. Die Auswertung erfolgte mittels strukturierender Inhaltsanalyse nach Mayring.Der Wiedereinstieg wird maßgeblich durch vier Faktoren beeinflusst: (1) institutionelle Rahmenbedingungen wie Verfügbarkeit und Passung von Kinderbetreuungsangeboten; (2) organisationale Strukturen, insbesondere flexible Arbeitszeitmodelle und Dienstplangestaltung; (3) Team und Führungskultur, einschließlich Wertschätzung, Integration und Verständnis für familiäre Verpflichtungen; (4) Regelungen der fachärztlichen Weiterbildung in Bezug auf Anrechnungen, Dauer der Weiterbildung sowie Benachteiligungen in der Rotations- oder Stellenvergabe. Fehlende Strukturierung des Wiedereinstiegsprozesses sowie Unsicherheiten bezüglich rechtlicher Rahmenbedingungen verstärken die Belastung. Viele Ärztinnen berichten über Rollenkonflikte, mentale Belastung und Zweifel an der langfristigen Vereinbarkeit, was zu verzögerten Wiedereinstiegen, Fachrichtungswechseln oder Ausstiegsüberlegungen führen kann.Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Vereinbarkeit im ärztlichen Kontext primär eine strukturelle Herausforderung ist, die es strukturell zu bearbeiten gilt. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, verlässliche Kinderbetreuung, unterstützende Führungskulturen und flexible Weiterbildungsregelungen sind zentrale Ansatzpunkte, um den Wiedereinstieg zu erleichtern und dem Ärztemangel nachhaltig entgegenzuwirken.
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Erlebte Autonomie von Patient:innen in Hausarztpraxen: eine multizentrische Querschnittsstudie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2918-6420

Der Respekt vor der Patient:innenautonomie ist eines der leitenden Grundprinzipien der heutigen Medizinethik. Autonomieunterstützung kann die Gesundheitskompetenzen von Patient:innen verbessern und deren Adhärenz und das Outcome medizinischer Therapien fördern. Es fehlt an quantitativen Studien zum Autonomieerleben von Patient:innen sowie zu möglichen Prädiktoren im hausärztlichen Setting.2024 wurden in einer multizentrischen Querschnittsstudie Patient:innen in drei Hausarztpraxen in Niedersachsen befragt. Mittels eines Fragebogens wurden Patient:innenmerkmale sowie die erlebte Autonomie mit der deutschen Version des Health Care Climate Questionnaire (HCCQ) erfasst.Daten von n=637 Personen wurden eingeschlossen. Teilnehmer:innen zeigen im Mittel ein hohes Maß an Autonomieerleben auf einer Skala von 1–7 (M=6,1, SD=1,1). Das Alter der Patient:innen (ß=0,127; T=2,609; p=0,009), das Vorhandensein einer Partnerschaft (ß=0,101; T=2,421; p=0,016) und der formale Bildungsstand (ß=−0,112; T=−2,518; p=0,012) erwiesen sich als signifikante Prädiktoren des Autonomieerlebens.In dieser Studie wurde das Autonomieerleben von Patient:innen erstmals im hausärztlichen Setting in Deutschland quantitativ erfasst. Insgesamt zeigt sich ein höheres Autonomieerleben als in Studien im stationären Setting. Es wird diskutiert, inwiefern dieser Befund auf eine Ärzt:innen-Patient:innen-Beziehung auf Augenhöhe hinweist und sich Patient:innen in ihrer individuellen Autonomie bereits gut wahrgenommen fühlen. Die Analyse von Prädiktoren gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Gruppen, z. B. mit niedrigem Bildungsstand, gezielt in ihrer Autonomie gefördert werden sollten.
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WHO-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Unfruchtbarkeit

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2923-8257

Unfruchtbarkeit betrifft weltweit etwa jede sechste Person im reproduktionsfähigen Alter und ist unabhängig von Wohnort und Einkommensverhältnissen ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem. Sie schränkt die Verwirklichung des Kinderwunsches ein und unterstreicht damit die Relevanz einer hochwertigen reproduktionsmedizinischen Versorgung.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeitete die Leitlinie gemäß WHO-Standards. Ein Team des WHO Collaborating Centres für Evidenzbasierte Medizin an der Universität für Weiterbildung Krems (Österreich) hat die Zusammenfassung der Leitlinie aus dem Englischen übersetzt.Neben allgemeinen Gute-Praxis Empfehlungen zum Management von Unfruchtbarkeit, enthält die Leitlinie vier Empfehlungen zur Prävention, elf zur Diagnostik und 24 zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. In den Diagnostik- und Behandlungsempfehlungen wird dabei jeweils zwischen weiblicher, männlicher und ungeklärter Unfruchtbarkeit unterschieden.Die vorliegende Leitlinie ist die erste WHO-Leitlinie zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Unfruchtbarkeit. Sie zielt darauf ab, die Implementierung evidenzbasierter Interventionen in Bezug auf Unfruchtbarkeit zu verbessern.
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Digitale Bewegungsversorgung: Wirkungen, Qualität und Forschungsimplikationen – ein interdisziplinäres Diskussionspapier

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2930-2321

Digitale bewegungsbezogene Versorgungsleistungen (dbVL) gewinnen zunehmend in der deutschen Gesundheitsversorgung an Bedeutung, während aktuell Qualitätsanforderungen und Wirksamkeitskriterien noch einem dynamischen Entwicklungsprozess unterliegen. Ziel des Beitrags ist eine begriffliche Einordnung von dbVL sowie die systematische Darstellung des Status quo der Einsatzmöglichkeiten und der Qualitätsanforderungen in der Versorgungspraxis.Für die begriffliche Einordnung wurden bestehende Perspektiven der Bewegungsversorgung sowie internationale Klassifikationssysteme digitaler Gesundheitsinterventionen berücksichtigt. Gesetzliche Rahmenbedingungen sowie spezifische Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen für die Versorgung mit dbVL wurden aus verfügbaren, versorgungsrelevanten Dokumenten systematisch synthetisiert.In allen Versorgungskontexten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich den Einsatz von dbVL. Die Analyse zeigt jedoch eine erhebliche, teils sektoral bedingte Heterogenität und Fragmentierung hinsichtlich der Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen.Die Analyse verdeutlicht den Bedarf einheitlicher und kontextübergreifender Systematisierungen, Qualitätsanforderungen und Evaluationskriterien für dbVL. Zentrale abgeleitete Positionen sind die Einbindung bewegungsbezogener Expertise, nutzerinnen- und nutzerzentrierte Entwicklung und technologieadäquate Evaluationsansätze. Zugleich wird sichtbar, dass die derzeitige sektorale Fragmentierung konsensfähige, kontextübergreifende Evidenz- und Nutzenkonzepte sowie perspektivisch eine kohärentere regulatorische Neu-/Umordnung erfordert.
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Ältere BeiträgeDas Gesundheitswesen

Richtlinien und Interventionen zur Gestaltung gesunder Ernährungsumgebungen in Schulen – WHO Leitlinie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2923-9047

Gesunde Ernährung im Kindes- und Jugendalter ist essenziell für Gesundheit und Wohlbefinden und kann durch gesunde Ernährungsumgebungen an Schulen gezielt gefördert werden. Die vorliegende Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zu ernährungsbezogenen Richtlinien und Interventionen im Bereich der Schulverpflegung.Die Leitlinienentwicklung erfolgte nach standardisiertem WHO-Verfahren unter Einbindung der WHO Nutrition Guidance Expert Advisory Group (NUGAG) und Evidenzbewertung mittels Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation System (GRADE). Die Evidenzgrundlage umfasste einen Scoping Review sowie einen Systematischen Review (Literatursuche bis 10/2023) zu drei Interventionsbereichen: direkte Schulverpflegung, Ernährungsstandards und -richtlinien sowie Nudging-Maßnahmen. Für Interventionen zu Marketingbeschränkungen oder Preismaßnahmen wurden keine geeigneten Studien identifiziert.Die WHO empfiehlt, die Schulverpflegung gezielt zu nutzen, um den Verzehr gesundheitsförderlicher Lebensmittel und Getränke zu steigern. Ebenso empfiehlt die WHO Ernährungsstandards oder -richtlinien festzulegen und anzuwenden, um Verfügbarkeit, Kauf und Verzehr von gesundheitsförderlichen Lebensmitteln und Getränken zu erhöhen und jene, die nicht zu einer gesunden Ernährung beitragen, zu verringern. Nudging-Maßnahmen, die die Ernährungsumgebung in der Schule verändern, um Auswahl, Kauf und Verzehr von gesundheitsförderlichen Lebensmitteln und Getränken zu erhöhen, sollten umgesetzt werden, wobei mehrere gleichzeitige Nudging-Maßnahmen als effektsteigernd angesehen werden. Die Umsetzung dieser Leitlinie sollte lokale Faktoren wie die Ernährungssituation des Landes, soziokulturellen und -ökonomischen Kontext, regional verfügbare Lebensmittel, Ernährungssicherheit, Klimawandel, Ernährungsgewohnheiten, Infrastruktur, Ressourcen, politische und rechtliche Rahmenbedingungen sowie Governance-Strukturen des WHO-Mitgliedstaates berücksichtigen und einen koordinierten Ansatz mit weiteren relevanten Leitlinien und Empfehlungen verfolgen.
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Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Warum BGF-Angebote oft ungenutzt bleiben – und wie Führungskräfte das ändern können

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2918-6596

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, geprägt von steigenden Anforderungen und zunehmendem Leistungsdruck. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gilt als wirksamer Ansatz, um die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Dennoch bleibt die Teilnahme an BGF-Maßnahmen oft gering. Ziel dieser Studie war es, Barrieren und förderliche Faktoren für die Inanspruchnahme zu identifizieren und praxisnahe Empfehlungen abzuleiten.Mixed-Methods-Design mit quantitativer Onlinebefragung (n=103) und drei Workshops (n=23).Zeitmangel, unflexible Angebote und fehlende Führungskräfteunterstützung sind zentrale Barrieren.Flexibilität, Anreize und Führung sind Schlüsselfaktoren, um Teilnahme und Zufriedenheit zu erhöhen. Empfohlen wird ein Maßnahmenbündel aus Anreizsystemen, Führungskräfteschulung und bedarfsgerechten Angeboten.
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Digital Technologies in Line with Humanistic ValuesDigitale Technologien im Einklang mit humanistischen Werten

20. August 2026 um 11:12

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2894-2608

Climate change, demographic change and digitalisation jointly influence public health and health-care systems. Older people are particularly vulnerable to climate-related health risks and are also more frequently affected by digital exclusion.This article presents the KliMATE project as an applied example to show how digital and analogue interventions can promote climate, health and digital literacy. In addition, key design principles are discussed in the context of Digital Humanism.Conceptual analysis combined with project-based experience from developing an intervention consisting of a Progressive Web App and participatory formats.Initial experience shows that low-threshold access, the combination of digital and social formats, and participatory development are crucial for acceptance. Project materials also indicate that KliMATE purposefully links physical activity, climate-adapted training planning, social commitment and low-threshold digital support.Digital technologies can contribute to preventing climate-related health risks if they are designed in a user-centred, transparent and inclusive manner. Digital Humanism provides a suitable ethical framework for this purpose.Klimawandel, demografischer Wandel und Digitalisierung beeinflussen gemeinsam die öffentliche Gesundheit und Versorgungssysteme. Ältere Menschen sind besonders vulnerabel gegenüber klimabedingten Gesundheitsrisiken und gleichzeitig häufiger von digitaler Exklusion betroffen.Der Beitrag stellt das Projekt KliMATE als Anwendungsbeispiel vor, um zu zeigen, wie digitale und analoge Interventionen Klima-, Gesundheits- und Digitalkompetenz fördern können. Zudem werden zentrale Gestaltungsprinzipien im Kontext des Digitalen Humanismus diskutiert.Konzeptionelle Analyse kombiniert mit projektbasierten Erfahrungen aus der Entwicklung einer Intervention bestehend aus einer Progressive Web App und partizipativen Formaten.Erste Erfahrungen zeigen, dass niedrigschwellige Zugänge, die Kombination digitaler und sozialer Formate sowie partizipative Entwicklung entscheidend für Akzeptanz sind. Aus den Projektmaterialien wird zudem deutlich, dass KliMATE körperliche Aktivität, klimaangepasste Trainingsplanung, soziale Verbindlichkeit und niederschwellige digitale Unterstützung gezielt verbindet.Digitale Technologien können zur Prävention klimabedingter Gesundheitsrisiken beitragen, wenn sie nutzerzentriert, transparent und inklusiv gestaltet sind. Der Digitale Humanismus bietet hierfür einen geeigneten ethischen Rahmen.
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Professionelle Gesundheitskompetenz von Hebammen – Ergebnisse einer standardisierten Online-Befragung in Bayern

Gesundheitswesen 2026; 88: 542-551
DOI: 10.1055/a-2887-6200

Die individuelle Gesundheitskompetenz (GK) von Frauen vor, während und nach der Geburt ist gesellschaftlich von hoher Relevanz. Da Hebammen häufig die erste Anlaufstelle in dieser sensiblen Phase darstellen, verfügen diese über ein großes Potenzial zur Förderung der GK in diesem Zeitraum. Hierzu benötigen sie allerdings selbst eine hohe professionelle GK. Ziel dieses Artikels ist es, erstmals die professionelle GK von Hebammen in Bayern aufzuzeigen.Die Erhebung erfolgte mittels standardisierter Online-Befragung im Rahmen der HELPER-Studie. Es wurden zwischen November 2023 und Mai 2024 insgesamt 668 bayerische Hebammen eingeschlossen. Ermittelt wurde die professionelle GK anhand des Erhebungsinstrument PROF-HL-Q, welches aus 34 Items besteht und vier Aufgabenbereiche umfasst. Die Ergebnisdarstellung erfolgt deskriptiv sowie in Form von t-Tests und Korrelationsanalysen.Im Durchschnitt liegt der Punktwert für die befragten Hebammen in den erfragten Aufgabenbereichen zwischen 48,6 und 78,0 von 100 möglichen Punkten. Dabei fällt den Hebammen die patientenzentrierte Kommunikation am leichtesten und die professionelle digitale Gesundheitskompetenz am schwersten.Die Ergebnisse zeigen, dass Hebammen eine wichtige Informationsquelle für Frauen darstellen. Gleichzeitig konnten Kompetenzbereiche der professionellen GK identifiziert werden, in denen noch Förderungsbedarf besteht. Auf dieser Grundlage müssen Ausbildungscurricula angepasst und gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Evidenzbasierung und Kommunikation entwickelt werden.
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Asylsuchende in der Erstaufnahmeeinrichtung „Oldentruper Hof“ Bielefeld: Erste Masernimpfdosis-Quote von 90,3% nach dem Impfangebot im Rahmen der Erstuntersuchung

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2918-6372

Ziel dieser Studie ist es, demografische Daten, die „erste Masernimpfdosis-Quote nach dem Impfangebot im Rahmen der Erstuntersuchung“ (EMID-Quote) und Hindernisse für die Masernimpfung bei Asylbewerbern in der Erstaufnahmeeinrichtung „Oldentruper Hof“ Bielefeld (EAE OTH) im Jahr 2024 zu identifizieren.Bei dieser Studie handelt es sich um eine retrospektive Datenanalyse. Die demografischen Daten und die Impfdaten werden aus den Excel-Tabellen der Verwaltung und den Impflisten der EAE OTH entnommen.Bezüglich des Jahres 2024 wurden die Daten von 3213 Asylbewerbern in der EAE OTH ausgewertet. Die meisten dieser Asylbewerber waren jung und männlich. Die zehn häufigsten Herkunftsländer waren in absteigender Reihenfolge: Syrien, Afghanistan, die Türkei, der Irak, der Iran, Serbien, (Nord)-Mazedonien, China, Algerien sowie Angola und Aserbaidschan (es gab genauso viele Asylsuchende aus Angola wie aus Aserbaidschan). 3047 von ihnen waren in einem Alter, in dem sie einen Impfschutz gegen Masern benötigten. 6,3% der 3047 konnten ein Masernimpfdokument von außerhalb der EAE OTH vorlegen. 84,0% der 3047 hatten keinen externen Nachweis über eine Masernimpfung und erhielten ihre erste Masernimpfdosis in der EAE OTH. Die EMID-Quote lag folglich bei 90,3%. 9,7% hatten weder einen externen Masernimpfnachweis noch erhielten sie die erste Masernimpfdosis in der EAE OTH. Dafür wurden folgende Gründe für diese Nichtimpfung identifiziert: Ablehnung durch 1,5%, Krankheit bei 1,2%, Schwangerschaft bei 2,6%, „Sonstiges“ bei 4,3%.Insgesamt wurde festgestellt, dass die EMID-Quote der EAE OTH im Jahr 2024 mit 90,3% hoch war. Die Bemühungen müssen fortgesetzt werden, um diese Impfquote weiter zu optimieren. Weitere Studien in den verschiedenen EAEs und darüber hinaus sind erforderlich, um mehr Forschungsdaten über Asylbewerber in Deutschland zu erhalten.
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Anwendungsbegleitende Erfolgsmessung (AbEM) bei Digitalen Gesundheitsanwendungen: Optimierung aus Sicht der Versorgungsforschung für eine zielgerichtete und versorgungsrelevante Erfolgsmessung

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2907-9867

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind Bestandteil der Regelversorgung in Deutschland. Mit dem Digital-Gesetz wird ab 2026 eine anwendungsbegleitende Erfolgsmessung (AbEM) verpflichtend, um Nutzung und Wirksamkeit von DiGA unter Alltagsbedingungen zu bewerten. Ziel des Positionspapiers ist es, Anforderungen an AbEM zu formulieren, die eine valide und praxisrelevante Bewertung ermöglichen. Zudem wurden Vorschläge zur praktischen Umsetzung dieser Anforderungen erarbeitet.In 24 Treffen von Expert:innen aus Versorgungsforschung, Medizin und Digital Health wurde die AbEM diskutiert und bewertet. Bestehende Konzepte zur Qualitätsmessung und zu Patient-reported Outcome und Experience Measures (PROMs, PREMs) wurden gesichtet und auf ihre Übertragbarkeit hin geprüft. Weiterhin wurden spezifische Anforderungen an Datenerhebungen und -auswertungen bei AbEM herausgearbeitet.Zusätzlich zu den vorgeschlagenen Messinstrumenten für die AbEM, insbesondere PROMs und PREMs, und den Nutzungsdaten, die innerhalb der DiGA erfasst werden, sollten Abbruchgründe und Langzeitwirkungen sowie unerwünschte DiGA-Wirkungen kategorisiert erhoben werden. Die patientenseitige Einschätzung der Outcomes sollte durch eine therapeutenseitige Einschätzung am Ende der DiGA-Nutzung ergänzt werden. Eine aktive Abbruchlogik in den Anwendungen, standardisierte Erhebungsprotokolle und eine ePA-Schnittstelle, über die pseudonymisierte AbEM-Daten in einen gemeinsamen AbEM-Datenpool ausgeleitet und DiGA-spezifisch sowie herstellerunabhängig ausgewertet werden, könnten den Erkenntnisgewinn der AbEM und ihren Nutzen als Forschungsressource steigern. Vergleiche zwischen DiGA oder zu Therapiealternativen im Rahmen der AbEM werden aufgrund methodischer Limitationen derzeit abgelehnt. Perspektivisch könnte die Einbeziehung medizinischer Register, die standardisierte und interoperable DiGA-Stammdatensätze integrieren, oder die Etablierung eigenständiger DiGA-Register Nutzungsmöglichkeiten und Erkenntnisgewinne der AbEM-Daten von DiGA verbessern.AbEM bietet die Chance, DiGA-Nutzung transparent zu machen und eine qualitätsorientierte Vergütung zu fördern. Voraussetzung ist eine valide, unabhängige und interoperable Datenerhebung, die patientenrelevante Ergebnisse fokussiert, die Perspektive der Verordnenden einbezieht und die Integration von (Routine-)Daten ermöglicht. Die aktuelle Umsetzung der DiGA-AbEM berücksichtigt diese zentralen Punkte noch nicht ausreichend.
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Integrated climate and health policy interventions into everyday life can foster co-benefits for healthier aging and the climate

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2903-6433

Changes in everyday life have great potential to promote a long and healthy life. At the same time, these changes are also climate-friendly in many areas, as they either reduce emissions or increase resilience to the impacts of climate change. This article provides an overview of everyday life changes in the areas of physical activity, nutrition and housing. It describes the current lifestyles of older adults in Austria based on statistics on health, time use, mobility and nutrition, as well as consumer surveys. However, lifestyle changes are not presented solely as a matter of individual behavior; the article also highlights the critical role of structural aspects such as infrastructure and public access, supply and price structures. We focus on the impact chains, which, based on the scientific literature, illustrate the pathways through which changes in everyday life have a beneficial effect on health and climate protection or for resilience.Finally, a secondary effect becomes relevant: A more health-promoting everyday life reduces the number of years spent in ill-health, thereby lowering the demand for medical treatment. This benefits both health and the climate, as hospital stays can strain mental health and carry the risk of secondary diseases. Further, as medical care is carbon-intensive, avoiding hospitalizations reduces greenhouse gas emissions.The intensifying impact of climate change increasingly requires a transition in key areas such as mobility, leisure, housing and nutrition. This transition offers an opportunity to make climate-friendly and healthy everyday life the new attractive norm. Health benefits can serve as a compelling argument for climate mitigation, which in turn can act as a lever for creating healthy living conditions in times of inevitable change. As global warming increases, so do the climate risks to human health, and the risk of crop failures, water shortages and damage to settlements and infrastructure. Yet a decisive transition has the potential to promote a good and healthy aging for all.
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