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Determinanten der Inanspruchnahme des Gesundheits-Check-ups von älteren Erwachsenen in Sachsen-Anhalt: Welchen Einfluss hat der Zugang zur Gesundheitsversorgung auf die Inanspruchnahme?

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2446-6583

Aufgrund der demografischen Entwicklung besteht ein steigender Bedarf an Präventionsmaßnahmen. In Deutschland haben gesetzlich krankenversicherte Personen einen Anspruch auf Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von bevölkerungsmedizinisch bedeutsamen Erkrankungen. Insbesondere die ältere Bevölkerung nutzt diese Leistung bislang jedoch unzureichend, wodurch bedeutende Präventionspotenziale verloren gehen. Ziel des Beitrages ist es, den Einfluss des objektiven und subjektiv empfundenen Zugangs zur Gesundheitsversorgung auf die Inanspruchnahme des Gesundheits-Check-ups bei Einwohner*innen ab 55 Jahren in Sachsen-Anhalt zu untersuchen.Als Datengrundlage dienen Daten einer schriftlichen Querschnittsbefragung von Einwohner*innen aus vier groß- und kleinstädtischen Regionen Sachsen-Anhalts. Zur Analyse der Daten wird nach deskriptiven Auswertungen eine mehrstufige binär-logistische Regression verwendet, um den statistischen Zusammenhang zwischen vier Zugangsparametern und der Inanspruchnahme zu evaluieren.In die Analysen wurden 953 Fragebögen eingeschlossen. 59,7% der Befragten nahmen den Gesundheits-Check-up im empfohlenen Zeitintervall in Anspruch. Im Rahmen der multivariaten Analysen konnte für die subjektive Zufriedenheit mit dem Zugang und für die selbsteingeschätzten Reisezeiten zu Hausärzt*innen kein signifikanter Einfluss auf die Inanspruchnahme nachgewiesen werden. Die Zugehörigkeit zur gesetzlichen Krankenversicherung und die Nutzung des eigenen Autos erhöhten hingegen die Chance einer Inanspruchnahme. Als einflussreich erwiesen sich zudem das Einkommen und die Pflegebedürftigkeit.Die Untersuchung zeigt Steigerungspotenziale in der Inanspruchnahme des Gesundheits-Check-ups bei älteren Menschen auf. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die aus Public Health-Perspektive notwendige Steigerung der Teilnahmequote derzeit nicht über die Verbesserung der Zugänglichkeit erfolgen kann, sondern an anderen Faktoren, wie der Einstellung gegenüber den Check-ups, angesetzt werden muss, welches allerdings weiterer Analysen bedarf.
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