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Heute — 15. September 2026Fachinformationen

Der Hausarztvermittlungsfall in der ambulanten Versorgungspraxis – zwischen Koordination, Spannungen und Verbesserung der Patientenversorgung: Ergebnisse qualitativer Fokusgruppen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2924-0374

Der Hausarztvermittlungsfall wurde 2019 eingeführt, um medizinisch dringliche Fälle schneller von der hausärztlichen in die spezialisiert fachärztliche Versorgung zu überführen. Mit der Reform 2023 gewann das Instrument an Bedeutung – sowohl gesundheitspolitisch als auch im Versorgungsgeschehen. Ziel der Studie war es, die ärztliche Wahrnehmung, die Umsetzung in der Praxis sowie mögliche Auswirkungen auf Versorgung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das Arzt-Patienten-Verhältnis zu untersuchen.Es wurden acht qualitative Fokusgruppen mit 40 Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen durchgeführt. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.Es wurde betont, dass Patientinnen und Patienten mit HAFA schneller Termine bei unterversorgten Fachrichtungen bekommen. Hausärztinnen und Hausärzte empfinden den mit dem Hausarztvermittlungsfall verbundenen zusätzlichen organisatorischen Aufwand als Belastung. Die Regelung verändert die Dynamik zwischen Haus- und spezialisierter Fachärzteschaft – sowohl kooperativ als auch konflikthaft. Zudem zeigen sich unerwünschte Effekte wie Zweckentfremdung.Der Hausarztvermittlungsfall sorgt für eine schnellere Terminvergabe mit höherer Verbindlichkeit, offenbart aber auch strukturelle Spannungen im ambulanten Versorgungssystem. Um Zweckentfremdung zu verhindern, bedarf es einer Weiterentwicklung mit klareren Kriterien und eindeutigen Steuerungsmechanismen.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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