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Heute — 19. August 2026Fachinformationen

Professionelle Gesundheitskompetenz von Hebammen – Ergebnisse einer standardisierten Online-Befragung in Bayern

Gesundheitswesen 2026; 88: 542-551
DOI: 10.1055/a-2887-6200

Die individuelle Gesundheitskompetenz (GK) von Frauen vor, während und nach der Geburt ist gesellschaftlich von hoher Relevanz. Da Hebammen häufig die erste Anlaufstelle in dieser sensiblen Phase darstellen, verfügen diese über ein großes Potenzial zur Förderung der GK in diesem Zeitraum. Hierzu benötigen sie allerdings selbst eine hohe professionelle GK. Ziel dieses Artikels ist es, erstmals die professionelle GK von Hebammen in Bayern aufzuzeigen.Die Erhebung erfolgte mittels standardisierter Online-Befragung im Rahmen der HELPER-Studie. Es wurden zwischen November 2023 und Mai 2024 insgesamt 668 bayerische Hebammen eingeschlossen. Ermittelt wurde die professionelle GK anhand des Erhebungsinstrument PROF-HL-Q, welches aus 34 Items besteht und vier Aufgabenbereiche umfasst. Die Ergebnisdarstellung erfolgt deskriptiv sowie in Form von t-Tests und Korrelationsanalysen.Im Durchschnitt liegt der Punktwert für die befragten Hebammen in den erfragten Aufgabenbereichen zwischen 48,6 und 78,0 von 100 möglichen Punkten. Dabei fällt den Hebammen die patientenzentrierte Kommunikation am leichtesten und die professionelle digitale Gesundheitskompetenz am schwersten.Die Ergebnisse zeigen, dass Hebammen eine wichtige Informationsquelle für Frauen darstellen. Gleichzeitig konnten Kompetenzbereiche der professionellen GK identifiziert werden, in denen noch Förderungsbedarf besteht. Auf dieser Grundlage müssen Ausbildungscurricula angepasst und gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Evidenzbasierung und Kommunikation entwickelt werden.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
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Professionelle Gesundheitskompetenz als Bestandteil der Akademisierung des Hebammenwesens? Eine quantitative Studie unter Studierenden der Hebammenwissenschaft in Deutschland

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2871-4734

Der Hebammenberuf ist seit 2020 der erste Gesundheitsfachberuf in Deutschland, der vollständig in die Akademisierung überführt wurde. Allerdings ist unklar, ob die angehenden Hebammen durch das Studium auch die notwendige professionelle Gesundheitskompetenz vermittelt bekommen, um den steigenden Herausforderungen des Gesundheitswesens begegnen zu können – etwa dem enormen Zuwachs an verfügbarem Fachwissen oder den veränderten Versorgungs- und Mitbestimmungsansprüchen von Patient/-innen. Ob und wie die nun angehenden Hebammen über die notwendigen Voraussetzungen verfügen, auf neue Herausforderungen des Gesundheitswesens reagieren können, wird durch die sogenannte professionelle Gesundheitskompetenz erfasst. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, den Status Quo der professionellen Gesundheitskompetenz von Studierenden der Hebammenwissenschaft aufzuzeigen.Die Erhebung erfolgte im Rahmen der HELPER-Studie. Es wurden 140 Hebammenstudierende aus Bayern eingeschlossen. Ermittelt wurde die professionelle Gesundheitskompetenz anhand des Erhebungsinstruments PROF-HL-Q, welches aus 34 Items besteht und vier Aufgabenbereiche umfasst. Die Ergebnisse werden deskriptiv dargestellt. Im Anschluss werden Korrelationsanalysen durchgeführt, um mögliche Zusammenhänge mit soziodemographischen Merkmalen und studienbezogenen Parametern zu identifizieren.Im Durchschnitt schätzen die Studierenden ihre professionelle Gesundheitskompetenz als positiv ein und erreichen in den vier Aufgabenbereichen zwischen 51,4 und 78,7 von 100 möglichen Punkten. Dabei fällt den Hebammenstudierenden die patientenzentrierte Kommunikation am leichtesten und die professionelle digitale Gesundheitskompetenz am schwersten. Besonders schwer fällt ihnen das Einordnen statistischer Ergebnisse, der Umgang mit falschinformierten Patient/-innen sowie die Unterstützung von Patient/-innen beim Finden digitaler Gesundheitsinformationen. Insgesamt zeigen sich nur geringe Korrelationen mit den getesteten Bezugsgrößen.Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen die Kompetenzen der Hebammenstudierenden noch gestärkt werden müssen und lassen somit Schlussfolgerungen für die Gestaltung der Lehrcurricula zu, besonders mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung und die weitere Professionalisierung des Hebammenberufes.
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