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Heute — 08. April 2026Das Gesundheitswesen
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Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien auf Instagram: eine systematische Evaluation

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2761-2238

Ausgehend von der zunehmenden Nutzung sozialer Medien und dem Paradigmenwechsel in der Allergieprävention war es das Ziel, Art und Inhalt von Instagram-Beiträgen zur Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien zu untersuchen. Zudem wurde geprüft, inwieweit die Beiträge die aktuelle S3-Leitlinie Allergieprävention widerspiegeln.In Anlehnung an das Social Media Analytics Framework von Stieglitz und Dang-Xuan (2013) wurden vom 08.06.-15.06.2023 103 Instagram-Beiträge mittels Hashtag-Suche identifiziert und aufbereitet. Zur inhaltlichen Auswertung sowie zur Beschreibung der Verfasser:innen und Adressat:innen wurde eine inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) durchgeführt. Die Bewertung der Aktualität der Inhalte in Bezug auf die aktuelle S3-Leitlinie Allergieprävention erfolgte mittels einer evaluativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018).Ernährungsberater:innen bildeten mit 31,1% die größte Gruppe der Verfassenden, während die übrigen Verfassenden in 14 weitere Kategorien eingeordnet wurden. Hauptadressat:innen der Beiträge sind Eltern (81,6%). Die auf Instagram verfügbaren Informationen zur Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien sind heterogen, jedoch mehrheitlich leitlinienkonform in Bezug auf die Themen Beikosteinführung und Stillen. Insgesamt 13,2% der Beiträge enthielten Aussagen zur Allergieprävention, die nicht der aktuellen S3-Leitlinie entsprechen. Dabei handelt es sich insbesondere um Beiträge zum Stillen, zu hydrolysierter Säuglingsnahrung und zur Einführung von Beikost, die vor der Veröffentlichung der aktuellen Leitlinie verfasst wurden. Weitere Themen waren neben Prävention und Vorhersage auch die Definition von Nahrungsmittelallergien inklusive der Beschreibung von Ursachen, Allergenen und Kreuzallergien sowie die Abgrenzung zu Unverträglichkeiten. In den Kommentaren berichteten vor allem Mütter über ihre Erfahrungen und stellten Fragen zur Beikosteinführung.Präventionsempfehlungen, die sich im Vergleich zur vorherigen Version der Leitlinie aktualisiert haben, werden auf Instagram häufig nicht in ihrer aktuellen Form dargestellt. Entsprechend sollten die Inhalte von Nutzenden kritisch geprüft werden. Weiterer Forschungsbedarf besteht im Bereich der Nutzer:innenperspektive, insbesondere hinsichtlich des Nutzungsverhaltens von Eltern und deren Auswirkungen auf die Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien bei Kindern.
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Wie barrierefrei sind deutsche Krankenhäuser? Eine Sekundärdatenanalyse der Strukturierten Qualitätsberichte 2019

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2761-2117

Menschen mit Behinderung stoßen in Krankenhäusern auf vielfältige Barrieren, etwa in Form von unzureichender Beschilderung, fehlenden barrierefreien Zugängen und mangelnden Kommunikationshilfen. Trotz gesetzlicher Vorgaben zum Abbau von Barrieren im Gesundheitswesen fehlen strukturierte Informationen zur Barrierefreiheit in deutschen Krankenhäusern.Die vorliegende Studie zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen und einen Überblick über die Barrierefreiheit in Krankenhäusern in Deutschland zu geben. Es wurde eine Sekundärdatenanalyse der verpflichtenden Qualitätsberichte 2019 von 2242 Krankenhäusern in Deutschland durchgeführt und 40 Selbstangaben zur Barrierefreiheit aus acht Bereichen mittels deskriptiver Statistik analysiert.Nach den Qualitätsberichten erfüllen die Krankenhäuser im Durchschnitt 17,2 von 40 abgefragten Kriterien zur Barrierefreiheit. Dabei werden Maßnahmen für Sinnes- und geistige Behinderungen seltener vorgehalten als für körperliche Beeinträchtigungen. Viele Krankenhäuser sind weder barrierefrei zugänglich noch bieten sie barrierefreie Kommunikationssysteme an.Die selbstberichtete Barrierefreiheit in deutschen Krankenhäusern steht im Widerspruch zu modernen Standards für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung. Es besteht Entwicklungspotenzial. Weiterer Forschungsbedarf besteht zu Gesundheitseffekten der Barrierefreiheit in Krankenhäusern.
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Testing a model-based approach for planning and regional coordination of hospital service group offerings: A model project in the East Saxony healthcare clusterErprobung eines modellbasierten Ansatzes für die Planung und regionale Abstimmung von Leistungsgruppenangeboten im Krankenhaus: Ein Modellprojekt im Versorgungscluster Ostsachsen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2771-8616

The hospital reform passed in 2024 will lead to regional and nationwide changes in the German hospital landscape. A joint project to examine the effects of the hospital reform on health care structures in the East Saxony region was initiated by the Center for Evidence-Based Health Care (ZEGV) at Dresden University Hospital, the regional health care coordinators of the four districts in the East Saxony care cluster and the city of Dresden, a statutory health insurance provider (AOK PLUS), and other regional stakeholders. In addition, the aim was to promote cooperation between the stakeholders for the purpose of future regionally coordinated planning for inpatient care. The project involved the application and validation of a model displaying a hospital’s relevance for stationary care provision (care relevance model), which was developed in cooperation with the GKV-Spitzenverband (National Association of Statutory Health Insurance Funds) and is based on the performance data of German hospitals in accordance with § 21 KHEntgG (Hospital Remuneration Act). Thirty of the 36 hospital locations in the project region agreed to participate in the project. Both in a questionnaire-based self-assessment provided by the clinics and during a joint cluster conference, the tension between the need for cooperation and individual interests became clear. At this point, the care relevance model developed can scientifically support the dialogue between the stakeholders and thus support inpatient planning.Im Zuge der im Jahr 2024 verabschiedeten Krankenhausreform wird es zu regionalen und deutschlandweiten Veränderungen der Krankenhauslandschaft kommen. Vor diesem Hintergrund wurde ein gemeinsames Projekt des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) der Hochschulmedizin Dresden mit den Regionalkoordinator:innen für Gesundheit der vier Landkreise im Versorgungscluster Ostsachsen und der Stadt Dresden, der AOK PLUS und weiteren regionalen Akteuren initiiert, um die Auswirkungen der Krankenhausreform auf die Versorgungsstrukturen in der Region Ostsachsen zu untersuchen. Zudem sollte die Kooperation zwischen den Akteuren zum Zweck einer zukünftigen regional abgestimmten Planung für die stationäre Versorgung gefördert werden. Im Projekt erfolgte die Anwendung und Validierung eines Versorgungsrelevanzmodells, welches in Kooperation mit dem GKV-Spitzenverband entwickelt wurde und auf den Leistungsdaten deutscher Krankenhäuser nach § 21 KHEntgG basiert. Dreißig von 36 Krankenhausstandorten in der Projektregion konnten für eine Teilnahme am Projekt gewonnen werden. Sowohl in einer fragebogengestützten Selbstauskunft der Kliniken als auch im Rahmen der zusammenführenden Clusterkonferenz wurde das Spannungsfeld zwischen Kooperationsnotwendigkeiten und Partikularinteressen deutlich. An dieser Stelle kann das entwickelte Versorgungsrelevanzmodell den Dialog zwischen den Akteuren wissenschaftlich begleiten und so die stationäre Planung unterstützen.
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Zwischen maximalem Einsatz und Herausforderungen: Interdisziplinäre Netzwerke in der ambulanten Palliativversorgung im Modell Westfalen-Lippe – Ergebnisse einer qualitativen Studie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2801-0534

Die Palliativversorgung in Westfalen-Lippe zeichnet sich durch ein interdisziplinäres Netzwerk von Palliativmedizinischen Konsiliardiensten aus, das die Versorgung ohne strikte Unterscheidung zwischen Allgemeiner Ambulanter Palliativversorgung und Spezialisierter Ambulanter Palliativversorgung ermöglicht. Ziel dieser Studie war es, die Besonderheiten und Herausforderungen dieser Netzwerkarbeit zu analysieren.In einer qualitativen Studie innerhalb des VESPAL-Projekts (VESPAL – Versorgungsqualität in der ambulanten Palliativversorgung am Beispiel von Westfalen-Lippe) wurden 50 Versorger*innen im Palliativversorgungsmodell Westfalen-Lippe mithilfe von Einzelinterviews und Fokusgruppen interviewt. Zusätzlich wurden vorab nicht-teilnehmende Beobachtungen durchgeführt, um die Versorgungsrealität besser abbilden zu können. Anschließend wurden die Beobachtungen und Interviews mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse in Anlehnung an Kuckartz mit der Software MAXQDA ausgewertet.Die Versorger*innen betonten die Vorteile der interdisziplinären Zusammenarbeit, die schnelle Lösungen und eine individuelle und bedarfsgerechte Betreuung der Patient*innen ermögliche. Herausforderungen ergäben sich durch Rufbereitschaft, Koordinationsprobleme und logistische Schwierigkeiten, insbesondere im ländlichen Raum.Das Modell der Palliativversorgung in Westfalen-Lippe bietet eine flexible, bedürfnisorientierte Versorgung mit kurzen Dienstwegen und vernetzten Teams, erfordert jedoch Anpassungen, um die Kommunikation und Koordination zu verbessern.
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Kausale Inferenz in der Versorgungsforschung: Konzepte, Methoden und AnwendungsperspektivenCausal inference in health services research: concepts, methods and application perspectives

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2765-8811

Health services research faces the challenge of providing sound recommendations for action for the further development of health systems and care. The application of causal inference methods offers health services researchers an excellent opportunity to identify causal relationships under everyday conditions. The role of clinical trials with a classic randomised controlled trial (RCT) design is recognised as suitable for gaining insights that help establish causal inference, but other methodological approaches to generating evidence also play an important role in health services research.The discussion paper presents key concepts and assumptions of causal inference and highlights their relevance for health services research. The paper makes it clear that in order to fulfil the assumptions, it is necessary to integrate theory, contextual knowledge, understanding of mechanisms and formal concepts, such as directed acyclic graphs (DAGs), into a suitable empirical study design. To this end, RCTs, quasi-experimental methods, causal machine learning, target trial emulation, in silico trials and the mixed-methods approach of integrated inference are presented and discussed in terms of their applicability in health services research and their internal and external validity.All of the approaches presented here can contribute to the estimation of causal effects when used in a targeted manner and in accordance with the central assumptions. Their suitability depends largely on the research question, data quality, theoretical modelling and contextual knowledge. The combination of complementary designs and high quality data sources can increase the robustness of causal conclusions.Causal inference in health services research is not only a methodological procedure, but an integrative process that systematically combines theory, methodology and contextual knowledge. By consistently linking these aspects, health services research can generate differentiated and actionable insights that go beyond correlative analyses and enable an understanding of the mechanisms of causal processes. This can lead, for example, to evidence-supported recommendations that critically examine the often non-evidence-based status quo and reliably evaluate the benefits of new models.Die Versorgungsforschung steht vor der Herausforderung, fundierte Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Gesundheitssystem und -versorgung zu geben. Die Anwendung von Methoden der kausalen Inferenz bietet Versorgungsforschern eine exzellente Möglichkeit, um kausale Zusammenhänge unter Alltagsbedingungen zu identifizieren. Die Rolle von klinischen Studien mit klassisch randomisiert-kontrolliertem Studiendesign (RCTs) wird in der Erkenntnisgewinnung für die Feststellung kausaler Inferenz anerkannt, jedoch haben in der Versorgungsforschung weitere methodische Ansätze zur Evidenzgenerierung eine wichtige Rolle.Das Diskussionspapier stellt zentrale Konzepte und Annahmen der kausalen Inferenz dar und beleuchtet deren Relevanz für die Versorgungsforschung. Das Papier verdeutlicht, dass für die Erfüllung der Annahmen die Integration von Theorie, Kontextwissen, Mechanismenverständnis und formalen Konzepten, wie etwa die Directed Acyclic Graphs (DAGs), in ein passendes empirisches Studiendesign notwendig ist. Dazu werden u. a. RCTs, quasi-experimentelle Methoden, Causal Machine Learning, Target-Trial Emulation, In-Silico Trials sowie der Mixed-Methods-Ansatz der integrierten Inferenz vorgestellt und im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der Versorgungsforschung und ihrer internen und externen Validität diskutiert.Alle vorgestellten Ansätze können bei gezieltem Einsatz und unter Beachtung der zentralen Annahmen einen Beitrag zur Schätzung kausaler Effekte leisten. Ihre Eignung ist maßgeblich abhängig von Fragestellung, Datenqualität, theoretischer Modellbildung und Kontextwissen. Die Kombination komplementärer Designs und qualitativ hochwertiger Datenquellen kann die Robustheit kausaler Schlussfolgerungen erhöhen.Kausale Inferenz in der Versorgungsforschung ist nicht nur ein methodisches Verfahren, sondern ein integrativer Prozess, der Theorie, Methodologie und Kontextwissen systematisch verbindet. Durch die konsequente Verknüpfung dieser Aspekte kann die Versorgungsforschung differenzierte und handlungsrelevante Erkenntnisse generieren, die über korrelative Analysen hinausgehen und ein Verständnis der Mechanismen kausaler Prozesse ermöglichen. So können z. B. evidenzgestützte Empfehlungen entstehen, die den oft nicht evidenzbasierte Status quo kritisch prüfen und den Nutzen neuer Modelle zuverlässig bewerten.
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Cross-sectoral physical activity-related health services: a qualitative study on the tasks and competencies in network coordination using the example of the Network ActiveOncoKids (NAOK)

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2786-4697

Pediatric cancer leads to various health issues that call for long-term, cross-sectoral aftercare. Physical activity and exercise are effective regarding many outcomes, but remain underused in pediatric oncology. Initiatives like the German ActiveOncoKids network (NAOK) aim to integrate physical activity into usual care. Effective cross-sectoral networks require coordination and leadership. NAOK has made recent advancements in network coordination. This study aimed to better understand the role of network coordination to strengthen future network development and explored the tasks of network coordination and the required competencies from the viewpoint of NAOK stakeholders.In an exploratory approach, qualitative, partly structured interviews were led with 23 stakeholders of NAOK: members of the project team and the advisory board, physicians and exercise therapists from acute clinics and aftercare as well as affected families. The interviews were analyzed using structuring content analysis with concurrent deductive and inductive creation of main categories, dimensions and expressions.Based on the interviews, 3 main categories were created: current tasks on an organizational level, current tasks on an individual level and required competencies with 11 dimensions and 33 expressions overall. Regarding organizational-level tasks, network management as well as public relations were mentioned. Additionally, contact with locations such as clinics and both research and implementation efforts were stressed. Tasks at the individual level were identified by interviewees in counseling for both affected families as well as professionals. Mentioned competencies stretched across professional, socio-communicative and personal ones.The findings provide first insights into tasks and competencies in network coordination at NAOK. Both tasks and competencies that are being mentioned are very broad, which reflects the nature of pediatric oncology and cross-sectoral physical activity promotion. The study offers hints for future task allocation of network coordination and indicates the need for a competency framework.
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Regionale Charakteristika der Diagnosehäufigkeit unter im Ärztlichen Dienst der Bundesagentur für Arbeit begutachteten Arbeitslosen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2754-1400

Grundsätzlich besteht ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und der Gesundheit der von Arbeitslosigkeit Betroffenen. Für Deutschland fehlen für diesen Zusammenhang aktuelle Daten, insbesondere auf der Basis ärztlich gestellter Diagnosen und unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.Bundesweit wurden alle sozialmedizinischen Begutachtungen des Ärztlichen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit zwischen 2016–2021 hinsichtlich Diagnosen, Beurteilung der Leistungsfähigkeit und regionaler Zuordnungen analysiert.Insgesamt wurden 4.249.028 Begutachtungen ausgewertet. Im Jahr 2021 wurden durchschnittlich 1,4% der erwerbsfähigen arbeitslosen Personen begutachtet, relativ am meisten in der Region Berlin-Brandenburg (1,9%), absolut am meisten in Nordrhein-Westfalen (19,2%). Relativ zur Arbeitslosenquote fanden die meisten Begutachtungen in Baden-Württemberg statt. In allen Regionen sind F-Diagnosen (psychische Erkrankungen) am häufigsten – vor allem bei den unter 25-Jährigen (3/4) und in Berlin-Brandenburg (62,4%). Am zweithäufigsten sind M-Diagnosen (muskulo-skelettale Erkrankungen) mit den höchsten Werten (35,9%) in Niedersachsen-Bremen und I-Diagnosen (Herz-/Kreislauferkrankungen) mit den höchsten Werten (14,8%) in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Während die gesamte Krankheitslast in Nordrhein-Westfalen am höchsten liegt, hat Berlin-Brandenburg mit 40,7% die höchste Anzahl von leistungsunfähigen arbeitslosen Personen, wobei bundesweit insgesamt 33,9% aller begutachteten arbeitslosen Personen als leistungsunfähig (<3 Stunden arbeitsfähig/Tag) eingestuft wurden.Erkrankungen sind ein wichtiges Hindernis für das Durchbrechen von Arbeitslosigkeit. Entsprechend kann eine Behandlung helfen, in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Die hier aufgezeigten regionalen Varianzen weisen auf nur schwer erklärbare Unterschiede hin.
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Zufriedenheit mit der Patientenbegleitung durch Schlaganfall-Lotsen – Befragungsergebnisse aus Betroffenenperspektive

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2776-2308

Viele Schlaganfall-Betroffene sind mit der Steuerung und Aufrechterhaltung ihrer komplexen Versorgung und Therapie in der Nachsorge überfordert [1]. Schlaganfall-Lotsen unterstützen und koordinieren den Übergang in die Nachsorge und stehen den Betroffenen für 12 Monate nach dem Schlaganfall, zu mindestens sechs Kontaktzeitpunkten, als Ansprechpartner zur Verfügung.Postalische Befragung von Schlaganfall-Betroffenen, die im Rahmen eines Selektivvertrages nach §140 SGB V in Ostwestfalen-Lippe durch Lotsen begleitet wurden. Berichtet werden die Ergebnisse der aktuellen Befragung (n=101) und in Summe die Gesamtergebnisse aller bisher befragten Personen (n=335), die durch einen Schlaganfall-Lotsen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe begleitet wurden.Die Begleitung durch einen Schlaganfall-Lotsen wird von den Betroffenen als nützliche und sinnvolle Unterstützung wahrgenommen. Die kumulierte Zufriedenheit (Zustimmung oder volle Zustimmung auf einer vierstufigen Likert-Skala) in Bezug auf die Kontakthäufigkeit (96%), die Erreichbarkeit (95%) und den persönlichen Umgang mit Betroffenen und ggf. Angehörigen (98%) wird sehr positiv bewertet. 82% der Befragten geben als größte wahrgenommene Unterstützung das Vorhandensein eines persönlichen Ansprechpartners an. Zudem melden die Betroffenen zurück, dass die Lotsen einen Einfluss auf die Achtsamkeit und den Umgang mit Risiko- und Lebensstilfaktoren haben. Es besteht eine hohe Zufriedenheit mit der Begleitung und die Befragten empfehlen auf Grund ihrer Erfahrungen eine Übernahme der Intervention in die Regelversorgung für alle Schlaganfall-Betroffenen (99%).Die entwickelte Intervention wird von den Betroffenen gut angenommen und führt zu einer Entlastung für Betroffene und Angehörige. Eine hohe Akzeptanz auf Seiten der Betroffenen und eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Lotsentätigkeit stellt eine zentrale Voraussetzung zur bundesweiten Etablierung von Schlaganfall-Lotsen in der Regelversorgung dar und ergänzt die bisherigen Ergebnisse des Lotsenmodells um den zentralen Aspekt der Betroffenenperspektive.
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