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Gestern — 29. Mai 2026Das Gesundheitswesen

Unterstützung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in hausärztlichen Praxen: Eine Mixed-Methods-Evaluation des Modellprojekts ‚KUNOLand‘

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2853-8370

Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist regional ungleich verteilt; insbesondere im ländlichen Raum fehlen fachärztliche Angebote. Im Modellprojekt KUNOLand rotieren Weiterbildungsassistent:innen (WBAs) der Kinder- und Jugendmedizin für sechs Monate aus der Klinik in zwei allgemeinärztliche Praxen im ländlichen Raum Ostbayerns, um die heimatnahe Versorgung zu stärken. Ziel dieser Arbeit ist die formative und summative Evaluation hinsichtlich Machbarkeit, Akzeptanz und Wirksamkeit.Die Wirkmechanismen des Modellprojektes wurden anhand eines logischen Modells spezifiziert. Im Evaluationszeitraum (April 2022 bis März 2025) wurden folgende Datenerhebungen durchgeführt: Semi-standardisierte Interviews mit Projektbeteiligten, Dokumentation von Klinik-Kontakten, Praxis-Routinedaten und eine Online-Umfrage bei Eltern. Quantitative Daten wurden deskriptiv ausgewertet, qualitative Daten computergestützt nach Kuckartz (2012) analysiert.Das Konzept ist bei Erfüllung bestimmter Rahmenbedingungen umsetzbar, etwa durch die kontinuierliche Beteiligung der Praxen, Freistellung der WBAs durch die Klinik und strukturierte Einbindung der Rotation in die Weiterbildung. Die ärztliche Tätigkeit der WBAs ließ sich erfolgreich in den Praxisalltag integrieren. Rücksprachen mit der Klinik erfolgten meist telefonisch (Median: 2,5 Kontakte/Monat); die datenschutzkonforme Telemedizin-App wurde kaum genutzt. Die Behandlungszahlen stiegen deutlich, besonders bei jüngeren Kindern, und das Versorgungsspektrum erweiterte sich. Eltern zeigten eine hohe Zufriedenheit, häufig konnte ein weiterer ärztlicher Kontakt vermieden werden. WBAs und Praxispersonal berichteten von einem substanziellen Kompetenzgewinn. Das Projekt trug zur Gewinnung neuer pädiatrischer Patient:innen bei und stärkte die regionale Versorgung.Das Modellprojekt zeigt, dass die strukturierte Einbindung von WBAs in allgemeinärztliche Praxen im ländlichen Raum sowohl Versorgung als auch Weiterbildung stärkt. Die Ergebnisse sprechen für eine gute Übertragbarkeit auf vergleichbare Regionen. Durch die gestärkte Weiterbildung kann das Projekt ein wirksamer Beitrag zur Nachwuchsgewinnung sein.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien auf Instagram: eine systematische Evaluation

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2761-2238

Ausgehend von der zunehmenden Nutzung sozialer Medien und dem Paradigmenwechsel in der Allergieprävention war es das Ziel, Art und Inhalt von Instagram-Beiträgen zur Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien zu untersuchen. Zudem wurde geprüft, inwieweit die Beiträge die aktuelle S3-Leitlinie Allergieprävention widerspiegeln.In Anlehnung an das Social Media Analytics Framework von Stieglitz und Dang-Xuan (2013) wurden vom 08.06.-15.06.2023 103 Instagram-Beiträge mittels Hashtag-Suche identifiziert und aufbereitet. Zur inhaltlichen Auswertung sowie zur Beschreibung der Verfasser:innen und Adressat:innen wurde eine inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) durchgeführt. Die Bewertung der Aktualität der Inhalte in Bezug auf die aktuelle S3-Leitlinie Allergieprävention erfolgte mittels einer evaluativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018).Ernährungsberater:innen bildeten mit 31,1% die größte Gruppe der Verfassenden, während die übrigen Verfassenden in 14 weitere Kategorien eingeordnet wurden. Hauptadressat:innen der Beiträge sind Eltern (81,6%). Die auf Instagram verfügbaren Informationen zur Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien sind heterogen, jedoch mehrheitlich leitlinienkonform in Bezug auf die Themen Beikosteinführung und Stillen. Insgesamt 13,2% der Beiträge enthielten Aussagen zur Allergieprävention, die nicht der aktuellen S3-Leitlinie entsprechen. Dabei handelt es sich insbesondere um Beiträge zum Stillen, zu hydrolysierter Säuglingsnahrung und zur Einführung von Beikost, die vor der Veröffentlichung der aktuellen Leitlinie verfasst wurden. Weitere Themen waren neben Prävention und Vorhersage auch die Definition von Nahrungsmittelallergien inklusive der Beschreibung von Ursachen, Allergenen und Kreuzallergien sowie die Abgrenzung zu Unverträglichkeiten. In den Kommentaren berichteten vor allem Mütter über ihre Erfahrungen und stellten Fragen zur Beikosteinführung.Präventionsempfehlungen, die sich im Vergleich zur vorherigen Version der Leitlinie aktualisiert haben, werden auf Instagram häufig nicht in ihrer aktuellen Form dargestellt. Entsprechend sollten die Inhalte von Nutzenden kritisch geprüft werden. Weiterer Forschungsbedarf besteht im Bereich der Nutzer:innenperspektive, insbesondere hinsichtlich des Nutzungsverhaltens von Eltern und deren Auswirkungen auf die Prävention und Prädiktion von Nahrungsmittelallergien bei Kindern.
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