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Organisationale Rahmenbedingungen für die Arbeit von Notaufnahmen in Deutschland – Ist-Stand, Wirkungsbetrachtung und Veränderungsbedarf für eine optimierte Versorgung

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2550-9472

Die Nutzungsstruktur von Notaufnahmen gilt als Indikator für die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems. In Deutschland besteht Handlungsdruck zur Verbesserung der Notfallversorgung. Notaufnahmen sind relativ eigenständige organisationale Einheiten, die mit anderen Ebenen innerhalb und außerhalb der Organisation Krankenhaus interagieren. Anhand eines Schemas der organisationsbezogenen Versorgungsforschung soll der Ist-Stand der Notfallversorgung beschrieben und Barrieren und Förderfaktoren gegenüber Veränderungen diskutiert werden.Es handelt sich um einen narrativen Review, der Literaturquellen zu organisationalen Einflüssen auf die Arbeitsweise in der Notaufnahme einbezieht. Dabei wurden Publikationen berücksichtigt, die neben der Schnittstellenperspektive einen aktuellen Bezug zum Ist-Zustand sowie zu den Änderungsvorschlägen des Gesetzgebers und weiterer an der Planung und Umsetzung beteiligter Akteur:innen haben. Diese wurden den jeweiligen organisationalen Ebenen zugeordnet und (potenzielle) Auswirkungen beschrieben. Als Heuristik dient das Makro-Meso-Mikro-Modell der organisationsbezogenen Versorgungsforschung.Unzureichende Berücksichtigung von Interdependenzen und Schnittstellen zwischen organisationalen Ebenen der Notfallversorgung begünstigen Friktionen und erschweren Versorgungsinnovation. Auf der Makroebene des Gesundheitswesens werden Strukturen, Zuständigkeiten sowie Finanzierungen geregelt, die die Arbeitsweise der Meso- und Mikroebene maßgeblich beeinflussen. Auf der Mesoebene Krankenhaus wird die Rolle der Notaufnahme durch kaum steuerbare Patient:innenströme und fehlende abrechnungsrelevante Diagnoses Related Groups (DRGs) für die ambulante Notaufnahmeversorgung beeinflusst. Die Mikroebene Notaufnahme muss Behandlungspriorisierungen vornehmen und ist mit Herausforderungen von „exit blocks“ bei Verlegungsindikationen konfrontiert. Bisherige Reformvorschläge erfassen diese organisationale Komplexität nicht.Reformvorschläge müssen die organisationale Komplexität berücksichtigen, die durch Schnittstellen, Wechselwirkungen und Akteursinteressen entstehen. Die organisationsbezogene Versorgungsforschung kann die Kontextbedingungen untersuchen, die auf die Notfallversorgung einwirken, um Empfehlungen für Versorgungsinnovationen abzuleiten.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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