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Inklusive Medizin in Deutschland: Handlungsempfehlungen und Zukunftsperspektiven aus dem Fachtag „Inklusive Medizin 2026“ in Fulda

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2967-1750

Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (IB) weisen eine hohe Krankheitslast, eine deutlich reduzierte Lebenserwartung und einen erschwerten Zugang zur Gesundheitsversorgung auf. Trotz internationaler menschenrechtlicher Verpflichtungen bestehen gegenüber der Allgemeinbevölkerung weiterhin erhebliche Ungleichheiten in Prävention, Gesundheitsförderung und medizinischer Versorgung. Ziel des Fachtags Inklusive Medizin 2026 war die Identifikation zentraler Herausforderungen sowie die Entwicklung partizipativ erarbeiteter Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige inklusive Gesundheitsversorgung.Es wurde eine multiprofessionelle und partizipative Zukunftswerkstatt mit rund 100 Teilnehmenden aus Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Eingliederungshilfe, Selbstvertretung, Kostenträgern sowie Menschen mit IB und Angehörigen während des Fachtags Inklusive Medizin in Fulda durchgeführt. Die Bearbeitung erfolgte in vier moderierten Arbeitsgruppen zu den Themen Finanzierung, Verantwortung, Koordination und Ausbildung. Handlungsempfehlungen wurden dokumentiert, im Plenum diskutiert und zusammengeführt.Die zentralen Herausforderungen lagen nicht in fehlenden medizinischen Möglichkeiten, sondern in strukturellen Defiziten des Versorgungssystems. Identifiziert wurden insbesondere Defizite in Finanzierung, Verantwortungszuweisung, sektorenübergreifender Koordination sowie Aus- und Weiterbildung. Aus den Diskussionen wurden zehn Handlungsempfehlungen abgeleitet. Im Rahmen des Fachtags wurde ein bundesweiter Forschungs- und Transferverbund gegründet, der Versorgung, Forschung, Evidenzgenerierung und Transfer systematisch vernetzen soll.Die Herausforderungen einer inklusiven Gesundheitsversorgung sind gut beschrieben. Der zentrale Handlungsbedarf liegt heute jedoch weniger in der Problemanalyse als vielmehr in der Entwicklung, Evaluation und nachhaltigen Implementierung evidenzbasierter Versorgungsmodelle. Interdisziplinäre Netzwerke, Gesundheitsreallabore und gemeinsame Datenstrukturen bilden hierfür zentrale Voraussetzungen.
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Article in Thieme eJournals:
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