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Patienten-, Selbsthilfe- und Bevölkerungsbeteiligung in Gremien: ein explorativer Überblick auf Bundesebene

09. September 2026 um 09:06

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2925-3210

Patienten-, Selbsthilfe- und Bevölkerungsbeteiligung ist ein Ansatz, um Entscheidungsprozesse transparenter zu gestalten, Akzeptanz zu erhöhen und bedarfsgerechtere gesundheitspolitische Maßnahmen zu ermöglichen und Vertrauen in Entscheidungen zu stärken. Die WHO empfiehlt eine regelmäßige und sinnvolle Beteiligung. Eine frühere Studie zeigt, dass Gremienbeteiligung eine der häufiger genutzten Beteiligungsmethoden in Österreich ist. Ausgehend von einer Recherche von Gremien des Gesundheitsministeriums wurde untersucht, in welchen Gremien auf Bundesebene und dem nationalen Public-Health-Institut, Vertretungen der organisierten Öffentlichkeit und/der von Anwaltschaften zur Vertretung von Bevölkerungs-gruppen (z. B. Patientinnen/Patienten, Menschen mit Behinderung) sind. Von 105 untersuchten Gremien wurde in 44 Gremien eine Mitgliedschaft von organisierter Öffentlichkeit und/oder Anwaltschaften belegt. Die Frage der sinnvollen Beteiligung kann nicht auf die Beteiligung in einem einzigen Gremium begrenzt werden, sondern ist im Gesamtkontext des jeweiligen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesses zu sehen.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Patient*innen- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitssystem: Über die (Un)Möglichkeit einer umfassenden Erhebung

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2606-2053

Die Weltgesundheitsversammlung fordert in ihrer Resolution zur sozialen Partizipation Mitgliedstaaten auf, Patient*innen und die Bevölkerung an Entscheidungsprozessen im Gesundheitssystem zu beteiligen. In der Resolution wird ein Monitoring von Beteiligungsprozessen gefordert. Einem solchen Monitoring kommt für Österreich die 2023 durchgeführte Erhebung von Anwendungsbeispielen von Beteiligung im Kontext Gesundheit am nächsten. Der Beitrag fasst Lernerfahrungen der Erhebung zusammen.Die Lernerfahrungen basieren auf der Auswertung von prozessproduzierten Daten einer Fragebogenerhebung zu Anwendungsbeispielen von Patient*innen- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitssystem im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Österreich. Einbezogene Daten waren Pretest-Ergebnissen, Workshopprotokolle zur Reflexion von Erhebungsinstrument und Ergebnissen sowie Limitationen im Erhebungsbericht. Die Inhalte der einbezogenen Dokumente wurden paraphrasiert und thematisch ausgewertet.Die Reflexionsergebnisse der Fragebogenerhebung zeigen, dass für die Planung und Durchführung einer Erhebung (1) die Zielsetzung der Erhebung u. a. mit Klärung der Zielsetzung und den abzudeckenden Bereichen, (2) die Zielgruppe u. a. mit der Klärung der Zielgruppe und einer an diese angepassten Anforderungen und (3) die Zielgruppenerreichung u. a. Motivatoren, Wortwahl und Disseminationskanäle zentral sind. Die Lernerfahrungen wurden in zehn Leitfragen für die Entwicklung ähnlich gelagerter Erhebungsinstrumente aufbereitet.Eine Erhebung von Anwendungsbeispielen von Beteiligung ist möglich und erlaubt einen Überblick, in welchen Bereichen, welche Gruppen, wie beteiligt werden. Ohne konkrete Vorgaben, woran welche Gruppen beteiligt werden sollen, bleibt die Erhebung explorativ und erlaubt keine Rückschlüsse auf die Repräsentativität. Die Gestaltung der Erhebung steht zudem im Spannungsfeld zwischen Breite (kurzer Fragebogen mit potentiell hohem Rücklauf) und Tiefe (langer Fragebogen mit geringerem Rücklauf). Die vorgestellte Checkliste soll ähnlich gelagerte Erhebungen unterstützen. Ohne einen Orientierungsrahmen, wo Beteiligung stattfinden soll und wer für diese Prozesse als Ansprechperson fungiert, bleiben solche Erhebungen explorativ.
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