Patientenrelevante Qualitätsinformationen bei der Krankenhauswahl von Krebspatienten
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2939-9286
In Deutschland erkranken jährlich ca. 500 000 Menschen an Krebs; etwa 1,40
Millionen Krebspatienten werden stationär behandelt. Öffentliche
Qualitätsberichte sollen die freie Krankenhauswahl unterstützen, werden
jedoch selten genutzt. Die Studie untersucht vor diesem Hintergrund, welche
(Qualitäts-)Informationen Krebspatienten bei der Klinikwahl als relevant
erachten und ob sich deren Bedeutung im Zeitverlauf verändert.Zunächst wurde eine Literaturrecherche zur Identifikation relevanter
Kriterien der Krankenhauswahl durchgeführt. Anschließend wurden 15
Krebspatienten qualitativ befragt (quantitative Vorabbefragung,
semistrukturierte Interviews). Die Ergebnisse beider Untersuchungsteile
wurden zusammengeführt, um die Gesamtbedeutung der Kriterien zu
bestimmen.Von 4470 gesichteten Studien erfüllten 20 die Einschlusskriterien. Insgesamt
wurden 56 Kriterien identifiziert; die 20 relevantesten wurden in die
Patientenbefragung übernommen. Am wichtigsten war die Empfehlung des Arztes,
gefolgt von Wartezeit, Behandlungsvolumen, Distanz zum Krankenhaus und
ärztlicher Kommunikation. Die eigene Krankenhauserfahrung beeinflusste die
Präferenzen nur gering: 16 von 20 Kriterien gewannen an Bedeutung (meist
leicht), 3 verloren leicht. Die größte Veränderung zeigte sich bei der
persönlichen Vorerfahrung mit der Klinik.Zwar besteht Interesse an qualitätsbezogenen Informationen, die Entscheidung
ist jedoch überwiegend sozial eingebettet und durch die Belastung der
Erkrankung geprägt; die Beratung durch den niedergelassenen Arzt ist
entscheidend. Patientenzentriertere Qualitätsberichte und deren Nutzung in
der ärztlichen Beratung könnten die Informiertheit der Krankenhauswahl
verbessern.
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