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Barsiliens Wassernetze modernisieren

14. April 2026 um 07:10

Sabesp erbringt Wasser- und Abwasserdienstleistungen für 375 Gemeinden im Bundesstaat São Paulo, in dem mehr als 45 Millionen Menschen leben. Das Unternehmen versorgt rund 28 Millionen Kunden. Im Rahmen der nationalen Bemühungen Brasiliens, die Wasserinfrastruktur auszubauen und zu modernisieren sowie bis 2033 einen universellen Zugang zu Wasser und Sanitäreinrichtungen zu erreichen, investiert das Unternehmen in die Erneuerung seiner Verteilnetze. Im Rahmen des Vertrags wird GF Polyethylenrohre liefern, um Sabesp bei der Verbesserung kommunaler Wassersysteme zu unterstützen.

Über Sabesp

Sabesp (Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo), gegründet 1973 und 2024 privatisiert, ist Brasiliens größtes Wasser- und Abwasserunternehmen und eines der weltweit größten gemessen an der versorgten Bevölkerung. Es erbringt Wasser- und Abwasserdienstleistungen für 375 Gemeinden im Bundesstaat São Paulo und versorgt rund 28 Millionen Menschen.

„Wasserversorger weltweit stehen unter wachsendem Druck, Verluste zu reduzieren und alternde Infrastrukturen zu modernisieren. Unsere Zusammenarbeit mit Sabesp zeigt, wie wir zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen“, sagte Andreas Müller, GF CEO. „Sie spiegelt zudem unsere Strategie 2030 wider, unsere Führungsposition im Infrastrukturbereich durch innovative End-to-End-Lösungen für Versorgungsunternehmen und Infrastrukturkunden weiter zu stärken.“

Langjährige Zusammenarbeit

Die Vereinbarung baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen GF und Sabesp auf. Zuletzt lieferte GF im Jahr 2025 eine Pilotlösung der NeoFlow Druckmanagement-Kammer, die verschiedene Technologien von GF, VAG und Uponor in einer kompakten und einfach zu installierenden Lösung integriert.

„Nach der erfolgreichen Einführung der Druckmanagement-Kammer von GF bauen wir unsere Zusammenarbeit nun weiter aus, um die Modernisierung unserer Wasserverteilinfrastruktur voranzutreiben“, sagte Gustavo do Valle Fehlberg, Einkaufsdirektor bei Sabesp. „Diese nächste Phase wird die Erneuerung kritischer Netze in der Region beschleunigen und Millionen von Menschen mit sicherem Wasser versorgen.“


Quelle: GF

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Smarte Netze, bessere Daten

13. April 2026 um 06:56

Ziel des Projekts „DMeStHyA“ (Entwicklung eines digitalen Mess- und Steuerungssystems für hydrometeorologische Anwendungen, anwendungsbezogenes Upscaling mit Praxistest im Feld) ist die Modernisierung, Standardisierung und Digitalisierung eines bestehenden hydrometeorologischen Messnetzes, wie sie am Beispiel des Messnetzes des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) umgesetzt wurde.

Im Mittelpunkt stehen die technische Erneuerung der Messeinrichtungen, ein standardisiertes Stationsdesign sowie die Digitalisierung der Betriebsprozesse. Dazu gehören standardisierte Schaltschranklösungen, moderne Kommunikationsstrukturen und die Integration der Stationen in digitale Systeme zur Überwachung und zum Management des Messnetzbetriebs. Die Messstationen werden dadurch technisch vereinheitlicht und digital vernetzt. Das erleichtert Wartung und Betrieb, verbessert die Datenverfügbarkeit und ermöglicht es, Störungen frühzeitig zu erkennen.

Das Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof (inwa) begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zu den Aufgaben gehören die Analyse der Projektumsetzung, die Auswertung von Befragungen und Interviews mit Mitarbeitenden des Messnetzbetriebs sowie der Transfer der Ergebnisse in Forschung und Praxis.

„Die zuverlässige Erfassung und Bewertung hydrometeorologischer Daten wird mit Blick auf Klimawandel, Extremwetter und den Schutz kritischer Infrastrukturen immer wichtiger. Gerade deshalb ist die Beteiligung der Hochschule Hof in solchen Projekten von besonderer Bedeutung: Wir bringen wissenschaftliche Analyse, Praxisnähe und den Transfer der Ergebnisse zusammen“, sagt Günter Müller-Czygan, Professor an der Hochschule Hof und wissenschaftlicher Leiter der Projekte.

Durch die Modernisierung können Störungen schneller erkannt, Daten zügiger verarbeitet und Betriebsabläufe effizienter gestaltet werden. Ein besonderer Schwerpunkt der wissenschaftlichen Begleitung liegt auf der Frage, wie die Digitalisierung im praktischen Betrieb angenommen wird. Dazu wurden Mitarbeitende des LANUK befragt, um Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag systematisch auszuwerten und in die Weiterentwicklung der Systeme einfließen zu lassen.

„Unsere Beteiligung an beiden Projekten von Beginn an ermöglicht es uns, die Entwicklung der Digitalisierung im Messnetzbetrieb kontinuierlich zu begleiten“, sagt Dr. Viktoriya Tarasyuk vom inwa. „Dabei wird sichtbar, wie sich die Rolle der Mitarbeitenden an den hydrometeorologischen Stationen verändert und wie sie zunehmend in digitale Prozesse eingebunden werden.“

Plausibilisierung von Niederschlagsdaten mit KI

Auf dieser Grundlage setzt das Folgeprojekt NIQKI (Niederschlagsdaten-Qualitätskontrolle mit Künstlicher Intelligenz) auf. Im Mittelpunkt steht die automatisierte Plausibilisierung von Niederschlagsdaten mit KI. Das bedeutet, dass automatisch überprüft wird, ob Messdaten realistisch und vollständig sind. Ein Beispiel: Wenn in der Zeitreihe einer Messstation plötzlich ein Abschnitt ohne Daten oder mit auffälligen Werten erscheint, prüft das System automatisch, ob es sich um eine technische Störung, einen Übertragungsfehler oder um ein reales Ereignis handelt.

Ziel ist es, Verfahren zu entwickeln, mit denen Messdaten schneller und zuverlässiger bewertet werden können. Für die Plausibilisierung werden physikalische Grenzwerte, heuristische Prüfregeln aus der Betriebserfahrung sowie Methoden der künstlichen Intelligenz kombiniert. So lassen sich Messfehler, Sensorausfälle oder Übertragungsprobleme frühzeitig identifizieren und die Qualität der Daten systematisch bewerten.

Das Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof (inwa) begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zu den Aufgaben gehören die Analyse des aktuellen Stands von Forschung und Technik, die Unterstützung bei der Evaluation der entwickelten Verfahren sowie die Bewertung möglicher Anwendungsfelder.

„Wir kombinieren physikalische Grenzen, Erfahrungswerte und KI, um Messfehler, Sensorausfälle oder Übertragungsprobleme frühzeitig zu erkennen“, sagt Günter Müller-Czygan. „So können wir die Qualität der Daten deutlich verbessern.“

Eine Lösung mit Wirkung über die Region hinaus

Beide Projekte greifen eng ineinander: Während DMeStHyA die technische Grundlage durch ein modernisiertes und standardisiertes Messnetz schafft, ermöglicht NIQKI die systematische Bewertung der Datenqualität durch automatisierte Plausibilisierung. Gemeinsam verbessern sie damit die Verlässlichkeit hydrometeorologischer Daten und deren Nutzbarkeit für operative Anwendungen.

„Unsere Beteiligung an beiden Projekten ermöglicht es uns, die Entwicklung von Anfang an wissenschaftlich zu begleiten und Erkenntnisse direkt in die Praxis zu übertragen“, betont Günter Müller-Czygan.

Die Bedeutung dieser Arbeit reicht dabei weit über die Region hinaus. Verlässliche hydrometeorologische Umweltdaten sind nicht nur lokal wichtig, sondern gewinnen auch im internationalen Kontext zunehmend an Bedeutung – etwa bei der Vorhersage von Hochwasser oder im Katastrophenschutz.

Zusammenarbeit als Grundlage der Projektumsetzung

Beide Projekte werden in enger Zusammenarbeit zwischen Forschung, öffentlicher Verwaltung und Unternehmen umgesetzt. Im Projekt DMeStHyA sind unter anderem das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) sowie die HST Systemtechnik GmbH & Co. KG beteiligt. Das Folgeprojekt NIQKI wird von der Technischen Hochschule Köln koordiniert; weitere Partner sind unter anderem LANUK NRW, hydro & meteo GmbH sowie HST Systemtechnik GmbH & Co. KG.

Das Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof (inwa) übernimmt in beiden Projekten die wissenschaftliche Begleitung und trägt dazu bei, die Ergebnisse systematisch auszuwerten und für weitere Anwendungen nutzbar zu machen.


Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Günter Müller-Czygan
+49 9281 409 – 4683
guenter.mueller-czygan(at)hof-university.de

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Mehr Daten, mehr Risiko? Der Umgang mit sensiblen Infrastrukturinformationen

10. April 2026 um 13:19

Öffentlich zugängliche Infrastrukturinformationen können gezielt für Angriffe missbraucht werden. Gleichzeitig erleichtern neue technologische Entwicklungen, insbesondere digitale Kartendienste und Anwendungen künstlicher Intelligenz, die systematische Auswertung solcher Daten erheblich. Der BDEW sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um Transparenzanforderungen und Sicherheitsinteressen neu zu justieren. Dabei geht es nicht um generelle Abschaffung, sondern um eine Überprüfung und Abwägung.

Das Papier identifiziert zentrale Risikobereiche in bestehenden und geplanten Rechtsgrundlagen, darunter den Infrastrukturatlas, Kapazitätskarten, Netzentwicklungspläne sowie Informationszugangsrechte und Vergabeverfahren. Zudem hat der BDEW konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet, wie die Transparenzpflichten an die veränderten Sicherheitsanforderungen angepasst werden sollten. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, kommentiert:

„Grundsätzlich bestehen gesetzliche beziehungsweise behördliche Regelungen, die Strom- und Gasnetzbetreiber rechtlich verpflichten, ihre Infrastruktur in der Öffentlichkeit für jedermann offenlegen zu müssen. Dies kann unbeabsichtigt neue Angriffsflächen schaffen. Es geht nicht darum, Transparenz grundsätzlich infrage zu stellen, sondern sie klug und verantwortungsvoll auszugestalten. Wir brauchen eine konsequente Neubewertung aller relevanten Regelungen mit einem klaren Fokus auf den Schutz kritischer Infrastrukturen. Nur so können wir Versorgungssicherheit auch in einem zunehmend komplexen Sicherheitsumfeld gewährleisten.“

Auszug: Genehmigungs- und Zulassungsrechte von Energie- und Wasserinfrastrukturen

Rechtsgrundlage

  • § 71 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz), § 30a NABEG (Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz) – Regelungen zum Schutz von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen im Planfeststellungsverfahren im Bereich Energieleitungen sowie Anlagen wie Umspann- und Schaltanlagen.
  • § 10 BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz), §§ 4, 10, 11a der 9. BImSchV (Verordnung über das Genehmigungsverfahren) – Veröffentlichungspflichten und Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen in immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren unter anderem für Anlagen der Energiewirtschaft.
  • §§ 19, 23 UVPG (Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung) – Aufnahme/Schärfung eines eigenständigen Geheimnisschutzes für UVP-relevante Unterlagen und Beteiligungsunterlagen.
  • § 15 Abs. 3 ROG (Raumordnungsgesetz) – Erweiterung des Schutzes von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen um den Schutz kritischer Infrastrukturen

Inhalt/Risiko

Zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) ist ein wirksamer und praxistauglicher Geheimnisschutz in Genehmigungs-, Planfeststellungs- und sonstigen Zulassungsverfahren dringend erforderlich. In diesen Verfahren werden regelmäßig Unterlagen mit hohem Detailgrad offengelegt (insbesondere im Rahmen öffentlicher Auslegung und Anhörungen, zunehmend über Internetportale). Soweit Informationen die physische oder IT-bezogene Sicherheit gefährden und insbesondere die Planung oder Durchführung von Angriffen erleichtern können, müssen sie von Auslegungs- und Veröffentlichungspflichten ausgenommen bzw. nur in sicherheitsverträglicher Form zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, operative Angriffsflächen zu vermeiden, ohne den Kern der Öffentlichkeitsbeteiligung und Verfahrensfairness auszuhöhlen. Bei der Ausgestaltung der Regelungen muss zudem darauf geachtet werden, dass der Schutz nicht durch überzogene Darlegungs- oder Nachweisanforderungen faktisch leerlaufen darf. Zudem muss klargestellt sein, dass auch die sicherheitsbezogene Begründung und etwaige Nachweise selbst dem Geheimnisschutz unterfallen können, um nicht über eine Begründungspflicht indirekt zur Preisgabe sensibler Details zu
verpflichten.

Lösungsvorschlag

Damit der Geheimnisschutz in Genehmigungsverfahren rechtssicher und bundeseinheitlich wirkt, sind neben der Neuregelung im Verwaltungsverfahrensgesetz insbesondere die oben genannten genehmigungsrechtlichen Vorschriften anzupassen bzw. zu ergänzen, um sicherheitsrelevante KRITIS-Informationen von Auslegung, Anhörung und Internetveröffentlichung auszunehmen oder abgestuft zu behandeln.

Zum Papier

Quelle: BDEW

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Wege zu bezahlbarem Wasser in Megastädten

10. April 2026 um 07:16

Seit dem Jahr 2000 wurden weltweit mehr als 80 Großstädte von extremen Dürren und Wasserknappheit heimgesucht, von Kapstadt über São Paulo bis Chennai (Indien). Bis 2050 wird voraussichtlich ein Drittel bis fast die Hälfte der globalen Stadtbevölkerung mit Wasserknappheit konfrontiert sein, ein Viertel davon in Indien.

Die für die Studie beispielhaft ausgewählte indische Stadt Pune besitzt ein veraltetes Wasserversorgungssystem, beherbergt mehr als eine Million Menschen, die in informellen Siedlungen ohne Leitungswasser leben, muss mit mehrjährigen Dürren rechnen und leidet unter wachsenden Spannungen zwischen städtischen Wasserverbrauchern und einem mächtigen Agrarsektor, der von der bewässerungsintensiven Zuckerrohrproduktion dominiert wird. Hinzu kommt, dass die Einwohnerzahl Punes von derzeit zwischen 5 und 7 Millionen Einwohnern laut Prognosen bis zum Jahr 2050 auf 11 Millionen Menschen steigen könnte. Das hätte Auswirkungen auf die Wasserversorgung: Wenn der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten die Niederschlagsmuster in Pune verändert und Dürren verschärft, wird der Zugang zu Wasser für Millionen von Menschen von den Entscheidungen abhängen, die heute getroffen werden.

Vor allem finanziell Schwächere werden unter hohen Wasserkosten leiden

Die in Earth’s Future veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Stauseen von Pune wahrscheinlich austrocknen und der Grundwasserspiegel bis Mitte dieses Jahrhunderts stark sinken wird, sollte eine mehrjährige Dürre eintreten und die Stadt ihre derzeitige Wasserpolitik beibehalten. Die meisten einkommensschwachen Einwohner werden dann mit Wasserkosten konfrontiert sein, die fast ein Fünftel ihres Einkommens ausmachen. Gleichzeitig wird ihnen weniger als die Hälfte des für grundlegende Hygiene und Gesundheit erforderlichen Wassers zur Verfügung stehen.

Die Studie zeigt jedoch auch, dass diese Folgen weniger gravierend ausfallen könnten – und zwar, ohne dass dafür wesentlich mehr Wasser benötigt wird, als in der Region zur Verfügung steht. Allerdings müssten dafür nahezu alle verfügbaren Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die Wasserkosten und das Verhalten der Menschen zu beeinflussen.

„Die Suche nach tragfähigen Lösungen für den Umgang mit Dürren war das Ergebnis der Integration von Expertenbeiträgen aus einem bemerkenswert breiten Spektrum von Fachgebieten“, sagt Steven Gorelick, Leiter der Studie und Professor für Erdsystemwissenschaften an der Stanford University, der sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Wasserfragen in Indien beschäftigt.

Modellierung von Ungleichheit

Das Forschungsteam arbeitete eng mit lokalen Beamten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Expertinnen und Experten sowie NGOs zusammen, um ein umfassendes Bild des Problems zu bekommen und die notwendigen hydrologischen, landwirtschaftlichen und demografischen Daten zu sichern. Die Stakeholder leisteten ebenfalls einen Beitrag, indem sie mögliche politische Maßnahmen zur Überwindung von mehrjährigen Dürren identifizierten. Das Team entwickelte mehrere Modelle, um die Veränderungen der Wasserversorgung für Menschen, Industrie und Landwirtschaft bis zur Mitte des Jahrhunderts zu prognostizieren. Dabei untersuchte es die Ausdehnung der Städte ins Umland sowie wirtschaftliche Entscheidungen von Haushalten, Unternehmen und Landwirten. Diese Komponenten verknüpfte es, um komplexe Wechselwirkungen zwischen Menschen und Natur darzustellen.

„In Dürre- und Urbanisierungsszenarien ohne neue politische Maßnahmen zeigt das Modell, dass einkommensschwache Einwohner:innen mit einem Anstieg der Wasserkosten und einem Rückgang der Versorgung auf fast die Hälfte des Mindestbedarfs pro Person und Tag rechnen müssen“, sagt die Erstautorin Ankun Wang, Doktorandin an der Stanford Doerr School of Sustainability.

Die Forschenden testeten diese Modelle unter Berücksichtigung wichtiger Unsicherheiten, darunter Klimaverläufe, wirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungszahl. Bei den Klimaszenarien konzentrierten sie sich auf eine festgelegte dreijährige Dürreperiode, die von 2000 bis 2003 auftrat. Diese Szenarien skalierten sie auf die (geringeren) Niederschläge, die in Zukunft unter Annahme der Klimaszenarien RCP 4.5 und 8.5 zu erwarten sind. Zudem untersuchten sie mögliche politische Maßnahmen, etwa eine Umverteilung von Wasserressourcen zwischen Landwirtschaft und Stadt, Investitionen in Infrastruktur oder neue Marktmechanismen für den Wassertransport. Anschließend analysierten sie, wie sich die Maßnahmen auf die Wasserversorgung, die Kosten und den Zugang zu Wasser in möglichen Zukunftsszenarien auswirken.

„Unser Ansatz ermöglicht es erstmals, komplexe Wechselwirkungen zwischen Wasserressourcen, Infrastruktur und gesellschaftlichen Entscheidungen systematisch abzubilden“, erklärt Dr. Christian Klassert, Umweltökonom am UFZ und Co-Autor der Studie. „Damit können wir untersuchen, welche Kombinationen von Maßnahmen tatsächlich helfen, die Wasserversorgungssicherheit zu verbessern.“

Multiplikation der Vorteile

Die Analyse ergab, dass die vorgeschlagenen Politikmaßnahmen am wirksamsten sind, wenn sie gemeinsam umgesetzt werden. Einzelmaßnahmen wie die Behebung von Lecks und die Bekämpfung von Wasserdiebstahl, die Erhöhung der Wasserpreise für die größten Verbraucher, die Begrenzung der Grundwasserentnahme oder die Verdopplung der Stromkosten für das Pumpen von Grundwasser helfen nur geringfügig, um das Wasser für die ärmsten Haushalte erschwinglich zu halten. Selbst die Umverteilung von Wasser aus einem großen Staudamm bringt nur begrenzte Erleichterung, wenn sie allein umgesetzt wird.

Die Modellierung legt nahe, dass die wirkungsvollste politische Änderung für Pune ein regulierter Markt wäre, auf dem Landwirte Bewässerungswasser über Tanklastwagen an private Haushalte in der Stadt verkaufen können. Allein dadurch könnten die Wasserkosten für die Armen von 18 Prozent auf 4 Prozent ihres Einkommens gesenkt werden.

Obwohl das Forschungsteam keine formelle Kosten-Nutzen-Analyse der Maßnahmen durchgeführt hat, stellte es fest, dass bei einer umfassenden Umsetzung der politischen Maßnahmen die gesamte Bevölkerung von Pune Zugang zu mindestens 40 Litern Wasser pro Tag erhalten könnte, wobei die Gesamtwasserversorgung nur um etwa 1 Prozent erhöht werden müsste.

Mehrere Maßnahmen werden in Pune bereits umgesetzt. So hat die Stadt genehmigt, einen Teil des Wassers aus einem großen Stausee, das derzeit nach Mumbai fließt, umzuleiten. Beamte haben Wasserzähler installiert und Tanklastwagen lizenziert, um die Grundlage für einen regulierten Wassertransfer aus landwirtschaftlichen Regionen zu schaffen.

„Doch selbst umfassende Maßnahmen reichen nicht aus, um alle Probleme zu lösen,“ ergänzt UFZ-Umweltökonom Prof. Bernd Klauer, ebenfalls Co-Autor der Studie. „Besonders für die ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung bleiben zusätzliche Maßnahmen notwendig wie etwa eine gezielte Notfallversorgung oder sozialpolitische Unterstützung.“

Modellansatz auf Deutschland übertragbar

Das vom Forschungsteam entwickelte Rahmenwerk zur Bewertung der Wasserpolitik könnte auch in anderen, sich rasch urbanisierenden Regionen mit ähnlichen Problemen, insbesondere im globalen Süden, verwendet werden. Die Methode ist aber auch für Deutschland relevant.

„Die mehrjährige Dürre nach 2018 führte uns eindrucksvoll vor Augen, dass selbst in eigentlich wasserreichen Regionen wie Deutschland ernsthafte Dürreprobleme eintreten können“, sagt Bernd Klauer. „Unser Modellansatz ist übertragbar und wird derzeit am UFZ weiterentwickelt, um Dürrerisiken für die Wasserversorgung in Deutschland frühzeitig zu erkennen und politische Maßnahmen zu bewerten.“

Neben Wissenschaftler:innen der Stanford University und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) waren Forschende des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA, Österreich), der Österreichischen Stiftung für Entwicklungsforschung (ÖFSE) und der König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (Saudi Arabien) an der Studie beteiligt.

Die Arbeit wurde im Rahmen der Globalen Initiative für nachhaltige Urbanisierung (SUGI) des Belmont-Forums durchgeführt, deren Koordinierung auch von der US-amerikanischen National Science Foundation unterstützt wurde. Weitere Unterstützung kam von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Bernd Klauer
UFZ-Department Ökonomie
bernd.klauer@ufz.de

Dr. Christian Klassert
UFZ-Department Ökonomie
christian.klassert@ufz.de

Originalpublikation:
Ankun Wang, Christian J. A. Klassert, Raphael Karutz, Mikhail Smilovic, Taher Kahil, Peter Burek, Yuanzao Zhu, Heinrich Zozmann, Bernd Klauer, Karin Küblböck, Ines Omann, Anjuli Jain Figueroa, Yoshihide Wada, Rosamond Naylor, and Steven M. Gorelick: Drought‐Driven Water Insecurity in an Emerging Indian Megacity: A Coupled Multi‐Agent Systems Approach for Policy Evaluation, Earth’s Future, https://doi.org/10.1029/2025EF007976

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FlashPhos: Phosphor für die Industrie gewinnen

09. April 2026 um 12:30

Weißer Phosphor (P₄) ist für die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Elektronikindustrie ein unverzichtbarer Rohstoff.

„Wir wollen eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen, die für die Wirtschaft wichtig, aber schwer zugänglich sind und nur noch begrenzt zur Verfügung stehen“, sagt Prof. Markus Reinmöller, Leiter des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen (IED) der Universität Stuttgart. „Das gelingt aber nur, wenn wir diese kritischen Rohstoffe in einer Kreislaufwirtschaft herstellen – so wie mit dem neuen FlashPhos-Verfahren.“

Herkömmliche Methoden gewinnen Phosphor aus Klärschlamm zurück, um damit Düngemittel herzustellen. FlashPhos produziert mit P₄ einen Grundstoff für eine Vielzahl industrieller Anwendungen, unter anderem für die Herstellung von Autobatterien, Flammschutzmitteln, Katalysatoren und Computerchips. Die Abhängigkeit von diesem Ausgangsstoff ist hoch, da der globale P4-Bedarf aktuell von nur vier produzierenden Ländern gedeckt wird.

Klärschlamm entsorgen und Kreislaufwirtschaft stärken

Wirtschaftlich abbaubare Phosphatvorkommen sind global ungleich verteilt. In ganz Europa gibt es, bis auf kleinere Vorkommen in Finnland, keine aktuell abbaubaren Vorkommen. Auch bekannte Vorkommen in Norwegen sind nur schwer zu erschließen. Seit 2012 der letzte P4-produzierende Ofen geschlossen wurde, ist die Europäische Union (EU) vollkommen von Importen abhängig.

Wegen seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung, der Abhängigkeit von Importen und der begrenzten Ressourcen, stuft die EU weißen Phosphor als kritischen Rohstoff ein. Gleichzeitig sind die phosphorhaltigen Klärschlämme, die bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen anfallen, ein wachsendes Umwelt- und Entsorgungsproblem. Deswegen ist in Deutschland ab 2029 eine Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm verpflichtend vorgeschrieben.

FlashPhos-Anlagen sollen zukünftig eine umweltfreundliche Klärschlammentsorgung mit einer vollkommenen Nutzung der enthaltenen Stoffe ermöglichen. Neben dem weißen Phosphor liefert der Prozess nutzbare Stoffe, mit denen CO₂-intensive Rohstoffe ersetzt werden können.

„Damit machen wir uns unabhängiger von Importen und stärken eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft“, erläutert Christian Schmidberger, Wissenschaftler am IED und FlashPhos-Koordinator.

Messungen am Flashreaktor: Er wandelt den pulverisierten Klärschlamm in ein brennbares Gas und phosphathaltige Klärschlammschlacke um. (Quelle: Universität Stuttgart / Christian Schmidberger)

Messungen am Flashreaktor: Er wandelt den pulverisierten Klärschlamm in ein brennbares Gas und phosphathaltige Klärschlammschlacke um. (Quelle: Universität Stuttgart / Christian Schmidberger)

Innovatives Verfahren in drei Schritten

Das FlashPhos-Verfahren besteht aus drei Prozessschritten, in denen die Abtrennung des Phosphors vom Klärschlamm vorbereitet und durchgeführt wird. Als erstes wird in einem neu entwickelten Mahltrockner („Dryer-Grinder“) aus dem feuchten Klärschlamm ein feines, nahezu wasserfreies Pulver gewonnen. Dieses Pulver wird dann im „Flash-Reaktor“ in Millisekunden in ein brennbares Gas und phosphathaltige Klärschlammschlacke umgewandelt. Der Prozess findet bei Temperaturen von 1.600°C statt. Die benötigte Energie stammt aus den organischen (kohlenstoffhaltigen) Bestandteilen des Klärschlammpulvers. Die Klärschlammschlacke wird im letzten Prozessschritt, dem sogenannten „Refiner“, bei ähnlichen Temperaturen „veredelt“. Als Hauptprodukt entsteht elementarer weißer Phosphor. Weitere Produkte sind ein klimafreundlicher Zementersatz, eine Eisenlegierung und ein Schwermetallkonzentrat für die Metallindustrie. Gase und Abwärme, die während des FlashPhos-Prozesses entstehen, können in weiteren industriellen Prozessen Anwendung finden und fossile Brennstoffe ersetzen.

Skalierung für die industrielle Produktion

Der vom Projektpartner Buss-SMS-Canzler GmbH (SMS) entwickelte Mahltrockner wurde am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart erprobt und optimiert. Die Demonstratoren des Flash- und Refiner-Reaktors wurden gemeinsam von zahlreichen Projektpartnern entwickelt und beim Projektpartner Aufbereitung Recycling und Prüftechnik GmbH (ARP) im österreichischen Leoben aufgebaut. Die Pilotanlage verarbeitet bis zu 250 kg Klärschlammpulver pro Stunde.

Im nächsten Schritt soll eine erste große Produktionsanlage entwickelt und gebaut werden. 2028 wollen die an FlashPhos beteiligten Industriepartner beginnen, weißen Phosphor im industriellen Maßstab herzustellen. Eine Herausforderung ist unter anderem noch die Beschaffung des Klärschlamms. Das Aufkommen ist nur in dicht besiedelten Regionen hoch genug.

„Ballungszentren wie das Ruhrgebiet, Barcelona, Madrid oder Mailand wären prädestiniert dafür“, sagt Schmidberger. Bis 2050 sollen FlashPhos-Anlagen die Hälfte des europäischen P₄-Bedarfs decken können. Das Forschungsteam denkt bereits über weitere Anwendungen nach. „Am IED ist unser langfristiges Ziel, auch weitere kritische Rohmaterialien aus Abfallströmen zu gewinnen“, sagt Reinmöller.

Zum Verbundprojekt FlashPhos

Das Projekt FlashPhos (Laufzeit: Mai 2021 bis April 2026) wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ (Fördervereinbarung 958267) von der Europäischen Union mit rund 12 Millionen Euro gefördert. Unter Koordination der Universität Stuttgart beteiligen sich insgesamt 17 Partner aus Industrie und Wissenschaft aus Österreich, Deutschland, Belgien, Italien und Spanien an dem Projekt.

Die Abschlusskonferenz des Projekts findet am 21.04.2026 im Communications Center Donawitz in Leoben statt, inklusive einer Führung durch die Versuchshallen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Christian Schmidberger, Universität Stuttgart, Institut für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen, Tel: +49 711 685-67762, christian.schmidberger@ied.uni-stuttgart.de

Prof. Markus Reinmöller, Universität Stuttgart, Institut für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen, Tel: +49 711 685-63488, E-Mail: markus.reinmoeller@ied.uni-stuttgart.de

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Verunreingungen mittels Smartphone-Schnelltest erkennen

08. April 2026 um 11:59

Weltweit nutzen Milliarden Menschen Wasserquellen, deren hygienische Qualität unklar oder schwer zu überwachen ist. Klassische mikrobiologische Verfahren für die Analyse benötigen bis zu 24 Stunden, sind kostenintensiv und erfordern spezialisierte Labore für die Auswertung. Diese Verzögerungen erschweren eine sichere Trinkwasserversorgung, Entscheidungen bei Hochwasserereignissen oder in Regionen mit unzureichender Laborinfrastruktur. Genau hier setzt der neue BAM-Schnelltest an.

Das Forschungsteam hat ein hochsensitives Nachweisverfahren entwickelt, das das Indikatormolekül Urobilin – ein von allen Säugetieren ausgeschiedenes Stoffwechselprodukt – innerhalb weniger Sekunden sichtbar macht. Die Methode arbeitet mit einem speziellen Teststreifen, der beim Kontakt mit mikrobiell verunreinigtem Wasser leuchtet.

Das Besondere: Der Test lässt sich direkt mit einem Smartphone kombinieren. Eine kleine LED Lampe in einem 3D gedruckten Aufsatz des Testsets wird über das Handy mit Strom versorgt und die Smartphone Kamera misst das Leuchten des Teststreifens. Zusätzliche Laborgeräte oder weitere Chemikalien sind nicht erforderlich.

Das „Drop-and-detect“-Prinzip

Ein einziger Tropfen Wasser genügt, um eine zuverlässige Analyse durchzuführen. Der Test zeigt in Vergleichsmessungen eine hohe Stabilität und Genauigkeit. Selbst sehr geringe Mengen des Indikatormoleküls können identifiziert werden – deutlich schneller und einfacher als bei herkömmlichen Analyseverfahren.

„Auch im Praxistest hat das System überzeugt: Der Schnelltest wurde erfolgreich an realen Wasserproben aus Flüssen sowie am Zu- und Ablauf einer Berliner Kläranlage überprüft“, erklärt Swayam Prakash, der den Schnelltest als Marie-Curie Fellow an der BAM zusammen mit Knut Rurack, Experte für chemische und optische Sensorik, entwickelt hat. „Selbst unter komplexen Umweltbedingungen mit natürlichen Störstoffen konnte Urobilin zuverlässig nachgewiesen werden.“

Durch den Verzicht auf zusätzliche Arbeitsschritte oder Laborgeräte eignet sich das Verfahren besonders für Feldeinsätze, Entwicklungsregionen, Krisengebiete und mobile Überwachungsprogramme. Mit seiner Kombination aus Schnelligkeit, Empfindlichkeit und Benutzerfreundlichkeit erfüllt der neue BAM-Schnelltest zentrale Anforderungen moderner Wasserqualitätsdiagnostik und trägt zu einer verbesserten Grundversorgung weltweit bei.

Zugleich zeigt die Technologie, wie leistungsfähig zukünftige Lösungen in der Wasserüberwachung sein können: Da der Test digital ausgewertet werden kann und das System robust und sofort einsatzbereit ist, lässt es sich in vielen Bereichen nutzen, in denen kompakte und zuverlässige Technik besonders wichtig ist. Das aufgezeigte Innovationspotenzial bildet eine solide Grundlage für Weiterentwicklungen, die vor allem für Unternehmen in der Umweltanalytik, der mobilen Diagnostik und bei intelligenten Monitoring-Systemen interessant sein dürften.


Originalpublikation:
Prakash, S., Bell, J., Rurack, K.: Rapid Onsite Detection of Fecal Contamination in Water Using a Portable Fluorometric Assay, in: ACS Sens. 2026, 11, 2, 1570–1578, https://doi.org/10.1021/acssensors.5c03922

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Goldrausch im Regenwald – Wenn Flüsse zu Gift werden

30. März 2026 um 08:09

Illegaler Goldbergbau breitet sich rasch in bislang unberührte Regionen des Amazonas in Peru aus und stellt eine schwere Umwelt- und Gesundheitskrise dar, die irreparable Schäden verursachen könnte.

Lange Zeit war die illegale Goldgewinnung vor allem in der südlichen Amazonasregion Madre de Dios konzentriert. Inzwischen verlagert sie sich aber in neue Gebiete im Norden, darunter die Regionen Loreto, Ucayali und Huánuco. Treibende Kräfte hinter dieser Expansion sind unter anderem steigende Goldpreise nahe 2.000 US-Dollar pro Unze.

Folgen der Goldgewinnung

Forschende, Umweltorganisationen und indigene Gemeinden berichten, dass die Aktivitäten die Entwaldung beschleunigen, Flüsse mit Quecksilber kontaminieren, und in indigene Territorien vordringen. Auf dem Boden hinterlassen die illegalen Minen trübe, zerstörte Flusslandschaften, während einst üppige Wälder innerhalb weniger Wochen degradiert werden. Zudem sind Verbrechen und Gewalt von kriminellen Netzwerken Teil dieses expandierenden Bergbaus.

Die peruanische Regierung hat zwar einige Maßnahmen ergriffen, darunter die Bildung einer multisektoralen Kommission zur Bekämpfung des illegalen Bergbaus und Beschlagnahmen von Ausrüstung im Wert von über 16 Millionen US-Dollar. Doch diese Schritte zeigen bislang nur begrenzte Wirkung vor Ort.

Einsatz von Quecksilber

Ein besonders schwerwiegendes Problem ist der Einsatz von Quecksilber bei der Goldgewinnung. Es wird verwendet, um Goldpartikel zu trennen, gelangt aber in die Flüsse und reichert sich in Fischen und Menschen an. Wissenschaftler warnen, dass dies zu einer weiten Quecksilbervergiftung in der Bevölkerung führen könnte – analog zur historischen Minamata-Krankheit in Japan.

Indigene Gemeinschaften, die auf Fisch und Flusswasser angewiesen sind, stehen dabei besonders im Risiko. Dies macht die Krise nicht nur zu einem ökologischen, sondern auch zu einem sozialen und gesundheitlichen Problem, das weit über Peru hinaus wirkt.


Quelle: APNews

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Trinkwasserschutzprogramm „Ökologischer Landbau“

27. März 2026 um 13:00

Ein zentraler Baustein der Vorsorgestrategie ist die Kooperation mit den Landwirtinnen und Landwirten in den Gewinnungsgebieten. Betriebe, die auf ökologische Bewirtschaftung umstellen, erhalten für ihren Aufwand einen finanziellen Ausgleich von den SWM im Rahmen des Programms Ökologischer Landbau.

Zwischenzeitlich beteiligen sich 190 Landwirtschaften an dem Programm, davon allein 185 im Trinkwassergewinnungsgebiet Mangfalltal im Landkreis Miesbach. Sie bewirtschaften zusammen eine Fläche von 4.650 Hektar – eines der größten ökologisch bewirtschafteten Gebiete Deutschlands. Massentierhaltung, Gülleflut, Überdüng­ung der Felder und die damit verbundene Belastung des Grund­wassers sind hier dank der Zusammenarbeit aller Akteure ausgeschlossen.

Für das zurückliegende Jahr erhalten die Betriebe zusammen rund 1,5 Millionen Euro Förderung von den Stadtwerken München.

Dr. Hermann Löhner, Leiter SWM Trinkwassergewinnung:

„Diese Summe ist gut investiert. Denn vorbeugender Trinkwasserschutz ist für Mensch und Natur ein großer Gewinn. Wenn ungewollte Stoffe gar nicht erst ins Grundwasser gelangen, muss man sie nicht aufwändig und teuer herausfiltern. Wir sind froh, in den Landwirtinnen und Landwirten so verlässliche Partner zu haben, die uns seit mehr als 30 Jahren dabei unterstützen, die Natur und das Trinkwasser zu schützen.“

Sichere Versorgung mit Trinkwasser

Die SWM priorisieren Nachhaltigkeit, sodass Trinkwasser aus tiefliegenden Grundwasserschichten des Voralpenlands quellfrisch nach München geliefert wird. Zwischen 300 und 350 Millionen Liter liefern die SWM täglich nach München und versorgen damit rund 1,6 Millionen Menschen. Mit mehr als 1.200 Proben im Monat überwachen die SWM die Wasserqualität permanent von der Quelle an.

Schutzprogramme zeigen Wirkung

Um den kontinuierlich steigenden Nitratwerten und Pestizideinträgen in den 1970er und 1980er Jahren entgegenzuwirken, wurde 1992 das Trinkwasserschutzprogramm Ökologischer Landbau, oder kurz die „Initiative Ökobauern“, ins Leben gerufen. Der durchschnittliche Nitratwert des Münchner Trinkwassers liegt bei rund 6,5 mg/l. Die ausführliche Analyse: www.swm.de/wasser/wasserqualitaet

Zudem haben die Schutzprogramme der SWM dazu beigetragen, das Miesbacher Oberland zu einer Öko-Modellregion in Bayern zu machen, die inzwischen als eine der größten Öko-Modellregionen Deutschlands gilt: https://oekomodellregionen.bayern/miesbacher-oberland.


Quelle: Stadtwerke München GmbH

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Feronia Nachhaltigkeitspreis 2026 geht an die Rabmer Gruppe

26. März 2026 um 08:00

Seit über 60 Jahren steht die Rabmer Gruppe für nachhaltiges Wirtschaften, wobei Umwelttechnik seit mehr als 35 Jahren ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als Trend verstanden, sondern als gelebte Verantwortung über Generationen hinweg. Der Preis wurde von Rabmer Geschäftsführerin Ulrike Rabmer-Koller und ihrem Sohn Julian Koller, mit dem bereits die 3. Generation am Start steht, entgegengenommen.

Grüne Energie aus Abwasser

Im Fokus der Auszeichnung steht die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen zur Nutzung von Abwasser als erneuerbare Energiequelle. Diese Technologie ermöglicht es, Gebäude und Industrieanlagen ganzjährig effizient und klimafreundlich zu beheizen und zu kühlen, wodurch regionale Energieunabhängigkeit gestärkt und fossile Energieträger langfristig ersetzt werden. Auch die Einspeisung in Nah- und Fernwärmenetze ist möglich.

„Der Wärmesektor ist nach wie vor stark von fossilen Energieträgern abhängig. Gerade die aktuelle Entwicklung durch die steigenden Energiepreise zeigt, dass es hier rasch eine Änderung braucht. Mit Energie aus Abwasser bieten wir eine grundlastfähige, regionale und sofort verfügbare Lösung, die einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit leistet“, erklärt Ulrike Rabmer-Koller, Geschäftsführerin der Rabmer Gruppe.

Erfolgreiche Leuchtturmprojekte

Analysen zeigen, dass Abwasserenergie rund 14% des Wärmebedarfs im Gebäudesektor abdecken kann. Das verdeutlichen zwei Projekte der Rabmer Gruppe – in der Industrie ebenso wie im urbanen Raum:

  • Bei der voestalpine Automotive Components in Linz wurde ein EU-gefördertes Projekt für die Dekarbonisierung der Industrie umgesetzt. Durch die Nutzung der im Kühlwasser enthaltenen Energie konnte die komplette Wärmeversorgung einer Produktionshalle auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Herzstück der Anlage sind 166 Meter Wärmetauscher, die Rabmer im Kühlwasserkanal verlegt hat, die gemeinsam mit leistungsstarke Wärmepumpen rund 1 MW Heizleistung liefern. Das Ergebnis: Der bisherige Einsatz von Erdgas konnte vollständig ersetzt werden.
  • Mit dem Quartiersprojekt VIO PLAZA in Wien-Meidling wurde eines der größten Abwasserenergieprojekte Europas realisiert. Seit 2024 werden dort Büro-, Wohn-, Hotel- und Gewerbeflächen mit einer Leistung von rund 6 MW effizient gekühlt und 1,2 MW geheizt. Besonders innovativ ist dabei die intelligente Mehrfachnutzung der Energie: Während im Winter Wärme aus dem Kanal gewonnen wird, kann im Sommer überschüssige Energie aus der Gebäudekühlung über den Kanal abgeführt werden.

 

Solche skalierbare Lösungen dienen der wirtschaftlichen Versorgung von Quartieren mit erneuerbarer Energie und stellt somit eine Alternative zu konventionellen Wärmequellen dar.

Nachhaltige Energiezukunft

Der Gewinn des Feronia Nachhaltigkeitspreises unterstreicht die Rolle der Rabmer Gruppe als Innovationsführer im Bereich nachhaltiger Umwelttechnologien.

„Wir freuen uns sehr über diese besondere Auszeichnung, die für uns Wertschätzung und Ansporn zugleich ist. Sie zeigt, dass nachhaltige Innovation ein wichtiger Aspekt für unsere Zukunft ist – und dass wir mit unseren Lösungen einen echten Beitrag zur Energie- und Klimawende leisten“, so Rabmer-Koller.


Quelle: Rabmer Gruppe

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Weltwassertag 2026: Water and Gender

19. März 2026 um 11:30

Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches arbeitet gemeinsam mit den Versorgungsunternehmen daran, diese für Gesellschaft und Wirtschaft unverzichtbare Ressource dauerhaft zu schützen und die Weichen für eine robuste Wasserzukunft zu stellen. Denn die Branche in Deutschland steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Steigende Anforderungen an Versorgungssicherheit, Netzinfrastruktur und Gewässerschutz im Klimawandel verlangen entschlossenes Handeln. Zugleich gewinnt die Fachkräftesicherung weiter an Bedeutung – ebenso wie die stärkere Aktivierung von Frauen für technische Berufe, die für die Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft unverzichtbar sind.

Klimawandel und Resilienz der Wasserressourcen

Hitze- und Trockenperioden, regional sinkende Grundwasserstände und Nutzungskonkurrenzen verstärken den Druck auf die Ressource Wasser. Mit neuen Technischen Regeln, Forschung zu resilienter Ressourcenbewirtschaftung und Leitfäden für regionale Kooperationen stärkt der DVGW die Handlungsfähigkeit und Planungssicherheit der Branche.

Schutz der Wasserressourcen vor neuen Stoffeinträgen

Nitrat, PFAS, Pflanzenschutzmittel und Arzneimittelrückstände geraten zunehmend in den Blick. Der DVGW setzt sich für einen vorsorgenden Gewässerschutz ein und fordert strengere Eintragskontrollen und klare regulatorische Rahmenbedingungen – damit Verursacher künftig stärker zur Verantwortung gezogen werden können.

Digitalisierung und Effizienz im Asset-Management

Moderne Monitoring-Systeme, KI-gestützte Netzüberwachung und digitale Zwillinge eröffnen neue Möglichkeiten in Planung, Betrieb und Instandhaltung. Der DVGW entwickelt Standards und wissenschaftlich fundierte Ansätze, die Versorgern helfen, diese Technologien sicher, effizient und wirtschaftlich einzusetzen.

Fachkräftesicherung und Aktivierung von Frauen

In den aktuell 24 DVGW‑Berufs- und Hochschulgruppen wird der technisch-gewerbliche und akademische Nachwuchs bereits während der Ausbildung durch Praxiskontakte zu über 4.000 DVGW‑Mitgliedsunternehmen begleitet. Kostenfreie Förderangebote wie das verbandsübergreifende Mentoring-Programm oder die Teilnahme an Fachtagungen und Kongressen schaffen zusätzliche Räume für Wissensaustausch und den Aufbau beruflicher Netzwerke. Seit der Gründung des „Jungen DVGW“ im Jahr 2024 und mit den darauf abgestimmten zielgruppenorientierten Formaten verzeichnet der DVGW eine stabile Mitgliederentwicklung bei den unter 36‑Jährigen. Besonders erfreulich: Der Anteil engagierter junger Frauen wächst kontinuierlich und liegt inzwischen bei 20 Prozent dieser Altersgruppe.

Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW, unterstreicht: „Die Anforderungen an eine sichere und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung steigen stetig. Trotz aller Herausforderungen bleibt die Branche handlungsfähig: Mit starken Technischen Regeln, wissenschaftlicher Expertise und strategischer Kompetenz schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfeste Versorgung. Gleichzeitig leistet der DVGW mit der gezielten Förderung junger Fachkräfte einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stabilität der Energie- und Wasserwirtschaft. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen – damit die Versorgung mit hochwertigem Wasser resilient, nachhaltig und für alle Menschen in Deutschland verlässlich bleibt.“

Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen. Er macht auf die Bedeutung von Wasser als unverzichtbare Lebensgrundlage aufmerksam.


Quelle: DVGW


Auch BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand, dass ein gerechter Zugang zu Wasser und Sanitätsversorgung für alle Menschen weltweit gewährleistet werden sollte. Er erklärt:

„Der Zugang zu sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität ist ein Grundrecht und die Basis gesellschaftlicher Teilhabe und Gesundheit. In Deutschland gewährleistet die öffentliche Wasserwirtschaft ein hohes Versorgungsniveau – darauf können sich alle Menschen unabhängig von Lebenssituation oder sozialem Hintergrund verlassen.

Um die hohe Qualität unserer Wasserressourcen dauerhaft zu sichern, ist der Schutz vor Belastungen entscheidend. In Deutschland stellen insbesondere Einträge von Nitrat aus der Landwirtschaft in Grund- und Oberflächengewässern eine Herausforderung für die Wasserqualität dar. Der nachhaltige und ressourceneffiziente Umgang mit Nährstoffen ist deshalb als entschiedenes Leitprinzip im Düngegesetz verankert. Ein effizienter Umgang mit Düngemitteln ist schließlich nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Dennoch wird in Deutschland und auch in anderen EU-Staaten der in der EU-Nitratrichtlinie festgelegte Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter im Grundwasser nicht flächendeckend erreicht.

Grund- und Oberflächengewässer sind eine zentrale Lebensgrundlage, Basis der Trinkwasserversorgung und ein unverzichtbares öffentliches Gut. Eine Abschwächung der Nitrat-Richtlinie oder des nationalen Düngerechts würde den hohen Stellenwert des Gewässerschutzes diskreditieren und ein falsches Signal im Angesicht einer weiterhin bestehenden Belastungssituation senden. Entscheidend zur Verminderung von Düngeeinträgen ist neben der Rechtsicherheit die konsequente Umsetzung wirksamer Maßnahmen. Dazu gehört ein verursachergerechtes und wissenschaftlich fundiertes Wirkungsmonitoring, das eine ganzheitliche Bilanzierung von Nährstoffen in landwirtschaftlichen Betrieben und somit Rückschlüsse auf die tatsächliche Wirksamkeit von Maßnahmen in der Praxis ermöglicht.“


Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V

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KRITIS-Dachgesetz: Neuer Rahmen für mehr Resilienz und Sicherheit

17. März 2026 um 08:09

Am 6. März 2026 hat der Bundesrat dem KRITIS-Dachgesetz endgültig zugestimmt. Damit werden erstmals einheitliche Standards für den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen erlassen. Energie-, Wasser- und Telekommunikationsversorger sowie Abwasser- und Abfallbetriebe sollen künftig Risikoanalysen erstellen, Sicherheitsmaßnahmen umsetzen und schwere Störungen melden. Ziel ist, die Versorgung besser gegen Sabotage, extreme Wetterereignisse und Terrorangriffe zu schützen. Für die Wasserwirtschaft bedeutet das: Risiken müssen systematisch analysiert, Resilienzmaßnahmen umgesetzt und sicherheitsrelevante Störungen verpflichtend gemeldet werden.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Entscheidung. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing sagt: „Das jahrelange Warten hat ein Ende. Die Einigung ist ein wichtiger Schritt für den Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Unternehmen haben damit endlich Rechts- und Planungssicherheit für ihre Investitionen.“ Die Zustimmung des Bundesrats sei überfällig.

Das KRITIS-Dachgesetz ist ein Bekenntnis zur Resilienz

Hinter der politischen Einigung steht mehr als eine reine Verwaltungsvorgabe. Das Dachgesetz ist ein Bekenntnis zur Resilienz, wie sie in Zeiten zunehmender Sabotagerisiken, extremer Wetterereignisse und geopolitischer Spannungen dringlicher denn je wird. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt das Gesetz grundsätzlich, warnt jedoch vor übermäßiger Bürokratie. „Resilienz ist kein Selbstläufer“, betont der VKU. Ohne eine fundierte nationale Risikoanalyse, praktikable Meldepflichten und eine finanzielle Flankierung könne das Gesetz zu einer „halben Lösung“ werden.

Liebing verwies zudem auf die Grenzen der Betreiber. „100-prozentige Sicherheit gibt es nicht“, sagt er. „Die Abwehr von Terrorangriffen bleibt Aufgabe von Bund und Ländern. Stadtwerke, Wasserversorger und Müllabfuhren sind nicht die Polizei.“

Gleichzeitig erneuert der VKU seine Vorschläge für den besseren Schutz kritischer Infrastrukturen:

  1. Schutz kritischer Infrastrukturen zum überragenden öffentlichen Interesse erklären, um Abwägungen zu beschleunigen und Sicherheitsinteressen zu priorisieren.
  2. Neubewertung und Anpassung von Transparenzpflichten
  3. Nationale Gesamtstrategie und Risikoanalyse vorlegen, wie es die CER‑Richtlinie bereits seit Januar verlangt.
  4. Nationale Notfallreserve aufbauen, u. a. mit Großgeräten für Inselnetzversorgung binnen 24 Stunden.
  5. Finanzierung sichern, u. a. über die Ausnahme von der Schuldenbremse (Art. 109 GG) und das SVIK.

Infrastrukturbetreiber müssen heute viele Daten offenlegen, zum Beispiel durch Transparenzregeln, das Informationsfreiheitsgesetz oder Open-Data-Vorgaben. Dort, wo solche Offenlegungen aber die physische und/oder IT-Sicherheit gefährden, sollten die Regeln überprüft und angepasst werden. Der VKU begrüßt, dass dieser Aspekt in der Protokollerklärung der Bundesregierung aufgegriffen wurde.

Hintergrund zum Dachgesetz

Das Kritis-Dachgesetz schafft erstmals Mindeststandards für den Schutz kritischer Infrastrukturen vor physischen Angriffen, verpflichtet zu Risiko- und Resilienzplänen und Einführung von Krisenmanagementsystemen sowie zur Meldung größerer Störungen oder Vorfälle an Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Das Kritis-Dachgesetz schreibt außer einer Risikoanalyse und Risikobewertung keine weiteren konkreten Maßnahmen vor. Was Unternehmen konkret machen müssen, wird erst später in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen des Bundesministeriums des Inneren bzw. später der Fachministerien oder durch branchenspezifische Sicherheitsstandards geregelt. Insgesamt werden elf Sektoren adressiert, unter anderem Energie-, Wasser-, Abfall- und Telekommunikationswirtschaft.

Mit dem Kritis-Dachgesetz will Deutschland die EU-Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (sog. CER-Richtlinie) in deutsches Recht umsetzen. Das hätte eigentlich schon bis zum 17. Oktober 2024 passieren müssen. Deshalb hat die EU-Kommission bereits ein Vertragsverletzungsverfahren in Gang gesetzt. Frist zur Umsetzung der Maßnahmen ist der 17. Juli 2026. Schutz vor Cyber-Angriffen adressiert wiederum die NIS2-Richtlinie.

Statement des VKU, bevor der Bundesrat am 6.3. zugestimmt hat

KRITIS Gipfel 2026 von BDEW und VKU

Mit dem ersten KRITIS‑Gipfel 2026 am 10. März in Berlin senden der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ein Signal: Der Schutz kritischer Infrastrukturen muss in Deutschland deutlich stärker in den Fokus rücken.

Zum Auftakt gaben BDEW‑Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae, VKU‑Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing, Hans‑Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sowie Generalleutnant André Bodemann Impulse zu strategischer Vorsorge und aktuellen Bedrohungslagen. Anschließend diskutierten zwei Panels die Lehren aus dem jüngsten Stromausfall in Berlin sowie den aktuellen Stand der zivilen Verteidigung in Deutschland.

Zentrale Forderungen von BDEW und VKU

Anlässlich des Gipfels formulieren BDEW und VKU drei zentrale Forderungen für einen wirksamen Schutz kritischer Infrastrukturen:

Neubewertung und Anpassung von Transparenzpflichten

Energieunternehmen müssen heute viele Daten offenlegen, zum Beispiel durch Transparenzregeln, das Informationsfreiheitsgesetz oder Open-Data-Vorgaben. Dort, wo solche Offenlegungen aber die physische und/oder IT-Sicherheit gefährden, etwa weil Angreifer dadurch Schwachstellen erkennen können, sollten die Regeln überprüft und angepasst werden. Ziel ist es, Angriffsflächen so gering wie möglich zu halten.

Ausfallsichere Kommunikation

Für Krisenfälle braucht es auch dann funktionierende Kommunikationswege zwischen Betreibern und Behörden, wenn das „normale“ Netz ausfällt. Wichtig ist deshalb eine ausfallsichere Kommunikationsinfrastruktur für einen schnellen Versorgungs- und Netzwiederaufbau, die selbst im Blackout weiterläuft. Ein Beispiel dafür ist das schwarzfallfeste 450-MHz-Funknetz für die Energie- und Wasserwirtschaft.

Finanzierung erhöhter Schutz- und Resilienzmaßnahmen

Die Sicherheit kritischer Infrastrukturen braucht klare gesetzliche Vorgaben und eine (regulatorisch) gesicherte Kosten- bzw. Entgeltanerkennung. Dazu gehört auch, dass Kosten für Schutzmaßnahmen, Reparaturen nach Angriffen oder Notfallpläne (wie Krisen- und Business Continuity Management) anerkannt und übernommen werden. Die Finanzierung sollte teilweise über den Verteidigungshaushalt, der nicht unter die Schuldenbremse fällt, sowie einen noch einzurichtenden Resilienzfonds erfolgen.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae (Thomas Imo Photothek/BDEW)

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae:

„Ein lückenloser Schutz kritischer Infrastruktur wird nie vollständig möglich sein. Umso entscheidender ist es, dass Betreiber schnell Klarheit und belastbare Vorgaben haben, um Risiken realistisch bewerten und wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Eine zentrale Lehre aus dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ist vor diesem Hintergrund, bestehende Transparenzpflichten neu zu bewerten. Die Verfügbarkeit von Leistungs- und Geodaten kritischer Infrastrukturen schafft Vertrauen, sollte aber so gestaltet sein, dass operative Angriffsflächen vermieden werden. Gleichzeitig müssen wir unsere Fähigkeit stärken, Störungen schnell zu bewältigen und Systeme wiederherzustellen. Dafür sind eine enge Zusammenarbeit und ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen Branche und Behörden unverzichtbar. Und wir brauchen einen institutionalisierten Austausch zwischen Unternehmen kritischer Infrastrukturen, Politik und Behörden bis hin zum Nationalen Sicherheitsrat. Nur so lassen sich ein gemeinsames Lagebild und ein schneller Informationsfluss sicherstellen.“

VKU‑Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing:

„Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Ohne starke kommunale und regionale Strukturen bleibt jedoch jede Strategie Stückwerk. Gleichzeitig müssen wir klar über die Grenzen der Betreiber sprechen: 100‑prozentige Sicherheit gibt es nicht. Die Abwehr von Terrorangriffen bleibt Aufgabe von Bund und Ländern. Stadtwerke sind nicht die Polizei. Wir brauchen deshalb eindeutige politische Prioritäten, schnellere Verfahren und eine verlässliche Finanzierung. Resilienz ist nicht optional. Sie ist Grundlage dafür, dass unsere Gesellschaft funktionieren kann. Deshalb sollte der Bund auch eine nationale Notfallreserve aufbauen, unter anderem mit mobilen Großaggregaten zur Wiederherstellung von Inselnetzstrukturen, um die Energieversorgung idealerweise innerhalb von 24 Stunden wiederherzustellen.“


Quellen: VKU, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, BDEW

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Wien erneuert Hochquellenleitung

14. März 2026 um 08:49

Während der Wartungsarbeiten bleibt die Wasserversorgung über die I. Hochquellenleitung und die Grundwasserbrunnen in den Wiener Schutzgebieten gewährleistet, so die Stadt.

„Die Hochquellenleitungen sind die Grundsäulen der Wiener Wasserversorgung. Die Mitarbeiter*innen von Wiener Wasser tragen mit der Instandhaltung der 330 km langen Leitungen eine große Verantwortung“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und ergänzt: „Die Hochquellenleitungen liefern unser wichtigstes Lebensmittel in bester Qualität und ersparen Wien enorme Energiekosten.“

Wien investiert jährlich rund 130 Mio. Euro in die Wasser-Infrastruktur. Ziel der Stadt ist es, die Versorgungssicherheit weiter zu stärken und die Systeme an steigenden Wasserbedarf und Klimaherauforderungen anzupassen. Grundlage ist die Strategie „Wiener Wasser 2050“, die auch die laufende Wartung historischer Bauwerke umfasst.

Sanierung der Düker entlang der II. Hochquellenleitung

Neben der regelmäßigen Instandhaltung ist bei der II. Hochquellenleitung die Sanierung ihrer sogenannten Düker vorgesehen – jene Druckleitungen, mit denen die Leitung 19 Täler und Flüsse unterquert. Da in diesen Abschnitten hoher Wasserdruck herrscht, ist die Beanspruchung des Materials besonders groß. In den kommenden Jahren werden daher vier der Düker schrittweise saniert.

„Die Wienerinnen und Wiener können sicher sein, dass wir alles tun, um unsere Hochquellenleitungen in einem top Zustand zu erhalten“, erklärt der Wiener-Wasser-Chef Paul Hellmeier. „Das ist angesichts des hohen Alters der beiden Bauwerke manchmal eine Herausforderung. Aber generell muss man – angesichts der damaligen technischen Möglichkeiten – die zukunftsfähige Bauweise wertschätzen.“

Regelmäßige Wartung im Rahmen der „Abkehr“

Die Wartungsarbeiten an den Hochquellenleitungen erfolgen im Frühjahr und Herbst, wenn der Wasserverbrauch niedriger ist. Je Leitung wird die sogenannte „Abkehr“ viermal jährlich durchgeführt. Dabei wird das Quellwasser im Quellgebiet in die Salza oder Schwarza ausgeleitet, um den Zugang zum Stollen zu ermöglichen. Während dieser bis zu fünf Tage dauernden Arbeiten werden die Leitungen gereinigt, inspiziert und gegebenenfalls Fugen instandgesetzt. Im Zuge der aktuellen Frühjahrsarbeiten besuchen Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Gemeinderätin Susanne Haase die Baustelle im Bereich Hofstetten (NÖ). Czernohorszky betont:

„Der Frühjahrsputz in der II. Hochquellenleitung ist nur möglich, weil sich die Wiener Wasserversorgung auf unterschiedliche Wasserressourcen stützt. Das zeigt, wie wichtig die Wiener Trinkwasser-Strategie ist, mit der die verfügbaren Wassermengen erhöht und höhere Wassermengen gespeichert werden sollen. In Neusiedl am Steinfeld (NÖ) etwa entsteht derzeit der größte Trinkwasserbehälter der Welt, in dem in Zukunft rund 1 Mrd. Liter Wasser gespeichert werden können.“

Während der Abkehr werden die 29 Wiener Wasserbehälter bis zum maximalen Pegelstand gefüllt. Zusätzlich kann bei Bedarf Wasser aus rund 30 Brunnen in das Netz eingespeist werden. Nach Abschluss der Arbeiten fließt wieder Hochquellwasser aus beiden Leitungen in die Stadt.


(Quelle: Stadt Wien)

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Wettlauf mit der Tide: Leitungsreparatur auf Wangerooge

13. März 2026 um 09:02

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Meeresboden kann der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die Nordseeinsel wieder über drei parallel verlaufende Leitungen mit frischem Trinkwasser beliefern. Das bedeutet volle Versorgungssicherheit rechtzeitig vor dem Beginn der Osterferien, wenn zusätzlich zu den knapp 1.100 Einheimischen zahlreiche Feriengäste Wasser benötigen. Insgesamt sind es etwa 190.000 Kubikmeter Wasser im Jahr, die aus den OOWV-Wasserwerken Harlingerland und Sandelermöns nach Wangerooge strömen.

Bis das Wasser wiederkommt

Das neue blaue Rohrstück ist eingesetzt. Jetzt muss noch gespült werden, bis die Leitung wieder Trinkwasser zur Insel liefert.

Das neue blaue Rohrstück ist eingesetzt. Jetzt muss noch gespült werden, bis die Leitung wieder Trinkwasser zur Insel liefert. (Quelle: Matthias Ziegs/OOWV)

Für diesen Reparatureinsatz war frühes Aufstehen und Hand-in-Hand-Arbeit von mehreren Wattenmeer-erfahrenen Partnern gefragt – sowie im Vorfeld ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Behörden. Noch vor dem Morgengrauen waren drei mit extrabreiten Kettenlaufwerken ausgestattete Bagger der ostfriesischen Baufirma Jeschke im Hafen Harlesiel auf ein Arbeitsboot der Wittmunder Reederei Warrings gerollt. Dieses ließ sich einige Stunden später mitten im Watt, gut vier Kilometer vom Festland entfernt, trockenfallen – und für den Bautrupp des Wilhelmshavener Unternehmens Ludwig Freytag und die unterstützenden OOWV-Kollegen begann die Uhr zu ticken.

„Das Zeitfenster für die Reparatur ist kurz, es stehen maximal drei Stunden zur Verfügung, bis das Wasser wiederkommt“, beschreibt Matthias Ziegs die Herausforderung.

Er ist Leiter der OOWV-Betriebsstelle in Schortens, deren Team die 7,5 Kilometer lange Wattleitung vom Festland aus technisch betreut. Dabei arbeitet er eng mit Kai Selke zusammen, Anlagenkoordinator für das Wasserwerk Wangerooge, das als Speicherpumpwerk genutzt und ansonsten für den Notfall bereitgehalten wird.

„Die Überwachung aus der Ferne funktioniert problemlos. Den Leitungsdefekt haben wir mit Kai Selke durch einen gemessenen Druckabfall direkt bemerkt“, berichtet Matthias Ziegs.

Unterstützung durch Drohneneinsatz

Mit dieser Rettungsdrohne unterstützte die DLRG den OOWV im Rahmen eines Ausbildungsflugs beim Aufspüren der Schadstelle.

Mit dieser Rettungsdrohne unterstützte die DLRG den OOWV im Rahmen eines Ausbildungsflugs beim Aufspüren der Schadstelle.

Beim Auffinden des Lecks in der 1962 verlegten und 125 Millimeter starken Rohrleitung hatte das OOWV-Team Unterstützung aus der Luft. Die Fernerkundungsstaffel der Ortsgruppe Varel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) half im Rahmen eines Ausbildungsflugs mit ihrer Rettungsdrohne, die Stelle zu finden, wo das wärmere Trinkwasser ins noch winterlich kalte Meer sprudelte.

„Schon nach 20 Minuten Suche hatte die DLRG-Drohne den Rohrschaden mithilfe ihrer Wärmebildkamera lokalisiert. GPS-Koordinaten und eine 360-Grad-Aufnahme der Schadstelle wurden gleich mitgeliefert“, freut sich der für die Landkreise Wittmund und Friesland zuständige OOWV-Regionalleiter Bernd Janssen über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen DLRG und Wasserverband.

„Das hat wunderbar geklappt und ist für uns eine wertvolle Katastrophenschutz-Übung“, bestätigt Yasha Kube, Leiter Einsatz der DLRG Varel.

Mithilfe einer Wärmebildkamera war das Leck schnell gefunden und das DLRG-Team konnte dem OOWV die genaue Lage übermitteln.

Mithilfe einer Wärmebildkamera war das Leck schnell gefunden und das DLRG-Team konnte dem OOWV die genaue Lage übermitteln. (Quelle: Matthias Ziegs/OOWV)

Die beim Drohneneinsatz gesammelten Daten, Bilder und Videos halfen, auf Anhieb exakt den richtigen Abschnitt der mehrere Meter unter dem Meeresboden verlaufenden Leitung freizulegen. Erst mit Baggern und später mit Spaten für die Feinarbeit tastete sich der Bautrupp am Mittwoch an die Schadstelle heran. Dann galt es, das defekte Rohrstück herauszutrennen und die Versorgungsleitung mit zwei Muffen und einem Stück neuen Rohr wieder zu verbinden. Schließlich hieß es „Wasser marsch“ – zunächst testweise, denn bevor die reparierte Leitung wieder ans Netz genommen werden kann, sind noch Spülungen nötig. In der Zwischenzeit stellen eine weitere, auch von 1962 datierende und ebenfalls 125 Millimeter starke Rohrleitung sowie die neuere, größere 200er-Trinkwasserleitung die Wasserversorgung auf der Insel sicher.

Wasserversorgung der Ostfriesischen Inseln

Insgesamt sind es vier Ostfriesische Inseln, auf denen der OOWV für die Trinkwasserversorgung zuständig ist. Auf Langeoog und Spiekeroog sind Wasserwerke in Betrieb, die die jeweilige Süßwasserlinse als Ressource nutzen. Baltrum und Wangerooge werden mit Leitungen vom Festland aus versorgt. Im Meeresboden sind diese Festlandleitungen durch Verschiebungen im Untergrund, auch infolge von Gezeiten und Stürmen, hohen Belastungen ausgesetzt. Durch diese Beanspruchung kam es bereits vor zwei Jahren zu einem vergleichbaren Defekt an derselben Leitung, der sich allerdings in den Salzwiesen unmittelbar vor der Insel befand und schnell repariert werden konnte.


Quelle: OOWV

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Gute Zahlen fürs Jubiläumsjahr von Strobl Pumpen

13. März 2026 um 08:00

Wo Flüssigkeiten ohne Gefälle transportiert werden, sind Pumpen im Einsatz. Wasserversorgung, Heiz- und Kühlanlagen, Industriebetriebe, Energieerzeugung, Fahrzeuge und vieles mehr: für deren Betrieb werden Pumpen gebraucht. Will heißen: Hier gibt es prinzipiell gute Bedingungen für eine kontinuierliche, eher steigende Nachfrage.

Bestätigen kann dies auch die Geschäftsleitung von Strobl Pumpen. Seit 2006 entwickelt und fertigt das Hilpoltsteiner Unternehmen diese Komponenten. Mehr als 2.500 Pumpen in unterschiedlichen Größen wurden im Jahr 2025 ausgeliefert. Damit bewegt man sich auf demselben Niveau wie im Vorjahr, wie Geschäftsführer Christoph Strobl verrät, der zusammen mit seinem Vater Robert den Betrieb leitet. Nach zwei Rekordjahren in Folge vermeldet Strobl zwar einen Umsatzrückgang, da im Gegensatz zu den Vorjahren keine Großprojekte dabei waren, doch mit dem Ergebnis ist man trotzdem sehr zufrieden. Als „Belohnung“ dafür wurde Strobl Pumpen zum zweiten Mal in Folge zum FOCUS Wachstumschampion ausgezeichnet.

Geschäftsführer Christoph Strobl erklärt MdB Ralph Edelhäußer eine magnetgekuppelte Pumpe für hohe Systemdrücke. Quelle: Cornelia Braun

Auch Sonderausführungen möglich

Bisher verzeichnet das Unternehmen eine kontinuierliche hohe Nachfrage für Chemienormpumpen. Hier verzeichneten die Mittelfranken ihre größten Zuwächse. Als Gründe für die wachsende Nachfrage nennt Christoph Strobl drei Aspekte:

„Unsere Chemienormpumpen haben sich als absolut zuverlässige massive Konstruktion mit dem Qualitätsmerkmal ‚Made in Germany‘ bewährt. Dazu haben wir auch bei Sonderausführungen kurze Lieferzeiten und punkten mit unserer Flexibilität und Kundenorientierung, etwa hinsichtlich Werkstoffvarianz und Anpassungsmöglichkeiten.“

Dass die genannten Aspekte einen hohen Stellenwert besitzen, weiß der Hilpoltsteiner aus eigenen Eindrücken als auch durch externe Rückmeldungen.

„Wenn deutsche bzw. europäische Unternehmen mit diesen Werten jenseits der Massenmärkte arbeiten, gibt es auch künftig noch viel Potenzial für die Wirtschaft“, so seine Schlussfolgerung.

Neue Produkte bereits in der Pipeline

Das Produktportfolio des Unternehmens soll demnächst Zuwachs bekommen dediziert für den spezifischen Einsatz in der Industrie, vor allem der chemischen, entwickelt das Team derzeit neue Produktlösungen.

„Speziell versuchen wir aktuell, bei stark feststoffbeladenen Medien – das heißt für Flüssigkeiten mit zum Teil sehr kleinen, harten Partikeln wie Kristallen – hochoptimierte Laufradgeometrien zu entwickeln“, präzisiert Christoph Strobl.

Zudem betont er die Wichtigkeit, dass man im derzeit schwierigen Umfeld gemeinsam mit bestehenden Kunden neue Märkte bzw. Branchen erschließen konnte. Schließlich spielten in nahezu allen Industriebereichen Pumpen eine große Rolle, so der Geschäftsführer.

Als aktuelle Herausforderung sieht der Unternehmer den parallel zum bestehenden Betrieb laufenden Neubau unweit des jetzigen Firmensitzes. Im April 2025 war Spatenstich, im zweiten Quartal 2026 soll in der neuen Halle bereits die Produktion starten.

„Wir sind hier einigermaßen im Zeit- und gut im Finanzplan“, sagt Christoph Strobl.

Wanted: Azubis fürs nächste Jahr gesucht

Das Team um die beiden Geschäftsführer besteht unverändert aus 19 Mitarbeitern, darunter einem Azubi. Im neuen Jahr soll es wachsen.

„Für 2026 suchen wir Auszubildende für die Berufe Industriekaufmann/frau und technische Produktdesigner“, betont Strobl. Aus diesem Grund will man sich auch auf der Lehrstellenbörse der Stadt Hilpoltstein am 14. März 2026 präsentieren.

Auf der Agenda für 2026 stehen auch Teilnahmen an verschiedenen Fachmessen. So stehen die Pumps & Valves in Dortmund (Februar), die IFAT in München (Mai), die AchemaME in Riad (Saudi-Arabien, Oktober) und die BrauBievale in Nürnberg (November) im Kalender. In diesem Jahr stünde bei Strobl Pumpen das 20-jährige Firmenjubiläum an. Aus naheliegenden Gründen will die Geschäftsleitung diese jedoch bis zum Komplettumzug mit Einweihung des neuen Bürogebäudes in das Jahr 2027 verschieben. Dann steht in jedem Fall fest, ob 2026 wieder ein sehr gutes oder gar ein neues Rekordjahr für den mittelfränkischen Pumpenhersteller gewesen sein wird.


Quelle: Strobl Pumpen GmbH & Co. KG 

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STRABAG stärkt Wasserinfrastruktur-Segment mit WTE-Übernahme

12. März 2026 um 08:00

WTE setzt den Expansionskurs in den Kerngeschäftsfeldern Abwasserentsorgung, Wasserversorgung und Klärschlammverwertung fort und entwickelt gemeinsam mit der neuen Eigentümerin das internationale Projektgeschäft gezielt weiter.

Leistungsportfolio mit neuer Expertise ergänzt

STRABAG entwickelt sich zum Komplettanbieter für Wasserinfrastruktur.
Hier die Zentralkläranlage in Zagreb
(Quelle: WTE STRABAG Group)

Mit der Akquisition der WTE stärkt STRABAG gezielt ihre Position entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserinfrastruktur. Während STRABAG bereits über umfassende Kompetenzen in Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen verfügt, verstärkt WTE das bestehende Portfolio insbesondere in den Bereichen Engineering, Prozesstechnik und Anlagenbau und ergänzt das Portfolio im langfristigen Betrieb komplexer Wasser- und Abwasserinfrastrukturprojekte sowie in Planung, Bau und Betrieb von Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen. Damit entwickelt sich STRABAG im Einklang mit der Strategie 2030 zu einer Komplettanbieterin für Wasserinfrastruktur – von der Projektentwicklung über Planung und Bau bis hin zu Betrieb, Modernisierung und Lifecycle-Management.

Zukunftsplan: Integration und gemeinsames Wachstum

Nach dem Closing liegt der Fokus auf der strukturierten Integration der WTE in den STRABAG-Konzern. WTE wird organisatorisch dem Segment International & Sondersparten zugeordnet und eng mit den bestehenden Wasserkompetenzen innerhalb der STRABAG-Gruppe vernetzt. Durch die Kombination der technischen Expertise von WTE mit der finanziellen Stärke, der internationalen Aufstellung und
der Umsetzungskompetenz von STRABAG sollen zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen werden.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss der WTE-Übernahme setzen wir einen strategisch wichtigen Schritt für STRABAG. Wasserinfrastruktur ist ein zentraler Zukunftsmarkt mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und langfristig stabilen Wachstumsperspektiven. Durch die Bündelung unserer Kompetenzen steigen wir in diesem Bereich zum Komplettanbieter auf und schaffen eine hervorragende Basis für nachhaltiges, profitables Wachstum im Sinne unserer Strategie 2030.“


Quelle: WTE Wassertechnik GmbH

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Wie krisenfest ist die deutsche Wasserversorgung?

05. März 2026 um 07:52

Die Sicherheit der Wasserversorgung entwickelt sich aus Sicht der Bevölkerung zu einer zentralen Risiko- und Standortfrage für Deutschland. Der IFAT Circularity Monitor, eine repräsentative YouGov-Umfrage* der IFAT Munich im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz, zeigt: 63 Prozent der Befragten halten Deutschland auf Krisen in der Wasserversorgung eher schlecht oder gar nicht vorbereitet. Nur drei Prozent bewerten die Vorbereitung als sehr gut. Besonders hoch ist die Sorge vor gezielten Eingriffen in die Infrastruktur – durch physische Sabotage (67 Prozent)** oder Cyberangriffe (66 Prozent)**.

„Das hohe Risikobewusstsein in der Bevölkerung zeigt, dass der Schutz der Wasserversorgung sicherheitspolitisch neu gedacht werden muss“, sagt Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz. „Gerade im Sinne einer Green Defense gehört die Resilienz kritischer, nachhaltiger Infrastrukturen – einschließlich ihres Schutzes vor Sabotage und Cyberangriffen – ins Zentrum der nationalen Sicherheitsstrategie.“

Während auf der Munich Security Conference die strategischen Dimensionen solcher Bedrohungen diskutiert werden, rückt die IFAT Munich die praktische Umsetzbarkeit in den Mittelpunkt.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz (Bild:MSC/Kuhlmann)

IFAT Munich als Plattform für resiliente Lösungen

Die Weltleitmesse für Umwelttechnologien, die vom 4. bis 7. Mai 2026 in München stattfindet, versteht sich als Plattform, auf der auch sicherheitspolitische Fragestellungen in konkrete Lösungen übersetzt werden.

„Unter dem Leitgedanken der von Wolfgang Ischinger angesprochenen Green Defense werden Technologien, Konzepte und Best Practices vorgestellt, mit denen sich Wasser- und Abwassersysteme widerstandsfähiger, sicherer und zukunftsfähig gestalten lassen“, sagt Exhibition Director Philipp Eisenmann.

Hohes Risikobewusstsein für Sabotage und Cyberangriffe

Grundsätzlich ist das Vertrauen in die Sicherheit der Trinkwasserversorgung in Deutschland hoch, wie zuletzt wieder im Branchenbild der Wasserwirtschaft 2025 bestätigt wurde. Doch zukünftige Bedrohungen bereiten zunehmend Sorgen; es rückt ein Themenbereich in den Fokus, der lange als technisch beherrschbar galt, inzwischen aber zunehmend als Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur wahrgenommen wird.

„Die Umfrage macht deutlich, dass Wasserinfrastruktur nicht mehr nur als technische Aufgabe verstanden wird, sondern als sicherheitsrelevanter Faktor“, sagt Wolf Merkel, Vorstand des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches. „Versorgungssicherheit lässt sich heute nicht isoliert denken. Sie erfordert integrierte Konzepte, die physischen Schutz, Cyberresilienz und Klimaanpassung zusammenführen.“

Auffällig ist, dass Extremwetterereignisse von den Befragten zwar als relevantes Risiko wahrgenommen werden, jedoch hinter gezielten Angriffen zurückbleiben: 59 Prozent sehen sie als wahrscheinliche Bedrohung für die Wasserversorgung. Das verweist auf ein verändertes Sicherheitsverständnis in einer Zeit hybrider Bedrohungen und zunehmender geopolitischer Spannungen.

Abwasser als unterschätzte Schlüsselressource

Ein besonders hohes Problembewusstsein zeigt sich beim Thema Abwasser. 91 Prozent der Befragten erkennen Störungen in der Abwasserentsorgung als ernsthafte Gefahr für Umwelt, Gesundheit und öffentliche Sicherheit. Gleichzeitig gilt dieser Teil der Infrastruktur im Alltag als weitgehend unsichtbar – und wird entsprechend selten strategisch diskutiert.

Bei der Abwasserinfrastruktur ermittelt der IFAT Circularity Monitor Extremwetter als das am größten wahrgenommen Risiko (63 Prozent)**, gefolgt von physischer Sabotage und technischen Defekten (jeweils 62 Prozent)**. Für die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) unterstreichen die Ergebnisse den Handlungsdruck.

„Abwasseranlagen sind systemrelevant, auch wenn sie im öffentlichen Bewusstsein oft im Hintergrund stehen“, sagt Vorständin Lisa Irwin-Broß. „Dass die Bevölkerung diese Zusammenhänge so klar erkennt, ist ein wichtiges Signal. Die Wasserwirtschaft setzt sich mit großem Engagement dafür ein, die Versorgungssicherheit auch zukünftig jederzeit zu gewährleisten. Beim Stromausfall in Berlin zum Jahreswechsel hat die Wasserwirtschaft ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll bewiesen, die Berliner Wasserbetriebe konnten aufgrund der vorhandenen Notstromversorgung die Wasserver- und Abwasserentsorgung aufrechterhalten.“

 

* Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 12. und 14.01.2026 insgesamt 2103 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

** Sehr oder eher wahrscheinlich


Quelle: IFAT

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Phosphorrecycling: Qualität und Marktfähigkeit sind entscheidend

02. März 2026 um 07:15

Phosphor ist ein strategischer und nicht substituierbarer Rohstoff, dessen Verfügbarkeit aktuell in Deutschland vollständig von Importen abhängt.

Voraussetzung für eine ökologisch sinnvolle Kreislaufführung sind Verfahren, die den Phosphor vollständig aus der Aschematrix extrahieren und als klar definierte Produkte bereitstellen. Technologien und Verwendungen, bei denen der Phosphor in der Asche verbleibt, führen hingegen zu einer Rückführung von Schadstoffen in Boden- und Wasserkreisläufe und beeinträchtigen damit die Qualität der Trinkwasserressourcen.

Zugleich zeigt die Untersuchung, dass die Rückgewinnungspflicht allein nicht ausreicht, um einen tragfähigen Markt für Sekundärphosphor aufzubauen. Da die Preise für Primärphosphor ökologische und soziale Folgekosten nicht abbilden, empfiehlt die Studie die Einführung einer gesetzlich verankerten Rezyklatquote für den Handel mit Phosphor, um Investitionen abzusichern und verlässliche Nachfrage zu schaffen. Darüber hinaus kann Phosphorrecycling einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit leisten.

Kurz-Ergebnisse der Studie

Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, erklärt zu den Studienergebnissen: „Phosphor ist ein unverzichtbarer Rohstoff für Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Industrie, gleichzeitig aber mit erheblichen geopolitischen, ökologischen und qualitativen Risiken verbunden. Die Studie zeigt deutlich, dass Phosphorrecycling aus Klärschlamm die Chance bietet, eine bislang kaum genutzte heimische Ressource zu erschließen und damit sowohl Umwelt- und Gewässerschutz als auch Versorgungssicherheit zu stärken. Voraussetzung dafür sind jedoch klare Qualitätsanforderungen: Ökologisch vertretbar und breit einsetzbar sind ausschließlich hochreine, schadstoffarme Rezyklate. Gleichzeitig braucht es verlässliche marktliche Rahmenbedingungen. Eine gesetzlich verankerte Rezyklatquote kann die notwendige Nachfrage schaffen, Investitionen absichern und dazu beitragen, die Rückgewinnung wirtschaftlich und praxisnah umzusetzen. Politik und Abwasserentsorger müssen gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Deutschland die Pflichten aus der Klärschlammverordnung erfüllen kann.“

Weitere Informationen

Quelle: BDEW

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VBEW-Fachtagung Wasser in Rosenheim

25. Februar 2026 um 13:45

Unter dem Leitmotto „Resilienz und Innovation“ kommt hier die bayrische Wasserwirtschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu betrachten, mit Vertretern aus Politik und Behörden in den Dialog zu treten und sich an den Diskussionen zu beteiligen. So wird am 18. und 19. März 2026 das Ku‘Ko – Kultur+Kongress Zentrum in Rosenheim erneut zum zentralen Treffpunkt der bayerischen Wasserwirtschaft. Anmeldungen sind nur noch bis zum 27. Februar möglich!

Die Tagung bietet praxisnahe Einblicke und regen Austausch zu Themen wie der Sicherstellung der Wasserversorgung im Zeichen des Klimawandels. Zu den bereits angekündigten Fachbeiträgen gehören:

  • „Der Kampf ums Wasser: Im Jahrhundert der Dürre“ – Jürgen Rahmig
  • „Einsatz von KI in der Wasserversorgung am Beispiel der Stadtwerke Trier“ – Gunnar Brüggmann (Leitung Geschäftsentwicklung, Xylem Vue) verdeutlichen sowohl die aktuellen Risiken als auch die Chancen durch moderne Technologien.
  • „Smart-SWS – Kopplung von Hochwasserschutz und Dürrevorsorge als Anpassung an den Klimawandel“ – Lea Augustin, Technische Universität München
  • Vortrag des Bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber zur Novelle des Bayerischen Wassergesetzes
  • Podiumsdiskussion zum Thema „Klimawandelanpassung, Resilienz, Finanzierung – wie gelingt die Wasserwende?“ mit:
    – Alexander Flierl, MdL, CSU
    – Marina Jakob, MdL, Freie Wähler
    – Christian Hierneis, MdL, Bündnis 90/Die Grünen

 

Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute aus Wasserwirtschaft, Stadtwerken, Behörden und Politik und bietet eine zentrale Möglichkeit für Diskussion, Vernetzung und den Dialog über nachhaltige, innovative Lösungen und Best Practices. Damit wird die Veranstaltung zu einer zentralen Plattform für die bayerische Wasserwirtschaft, um Wissen zu teilen, Kooperationen zu fördern und gemeinsam zukunftsfähige Strategien für die Wasserversorgung zu entwickeln.

Weitere Infos auf der Webseite der Tagung

Mehr Details


Quelle: VBEW Fachtagung

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26. Göttinger Abwassertage

18. Februar 2026 um 12:11

Gerade für kommunale Entscheidungsträger/innen und Ingenieur/innen bietet die Teilnahme einen besonderen Mehrwert: Die Abwasserwirtschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen wie Klimaanpassung, wachsendem Sanierungsbedarf, wirtschaftlichem Druck, steigenden gesetzlichen Anforderungen und dem Anspruch auf nachhaltige Lösungen. Die Göttinger Abwassertage 2026 liefern hierzu praxisnahe Orientierung, aktuelles Fachwissen und konkrete Lösungsansätze, die sich unmittelbar in die tägliche Arbeit integrieren lassen. Darüber hinaus schafft die Veranstaltung Raum für einen intensiven fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet – ein Vorteil, der von den Teilnehmenden Jahr für Jahr besonders geschätzt wird.

Schwerpunkte 2026

Kommunale Praxis im Fokus: Zukunftsstrategien aus erster Hand
Der Auftakt der Veranstaltung steht ganz im Zeichen kommunaler Erfahrungen und Lösungsansätze. Vertreter/innen aus Leopoldshöhe, Goslar, Hürth und Duisburg berichten aus der Praxis und zeigen auf, wie Kommunen Themen wie Klimaanpassung, Hochwasserschutz, Öffentlichkeitsarbeit und nachhaltige Sanierungsstrategien konkret umsetzen.

Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung
Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Niederschlagswasserbewirtschaftung, Versickerungskonzepte und digitale Anwendungen. Auf dem Programm stehen unter anderem:

  • „Neue Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen gemäß DWA-A 138-1“ (Prof. Dr.-Ing. Mathias Kaiser)

  • Digitalisierung im Starkregenmanagement

  • Drei Jahre kommunale Starkregenberatung in Göttingen – ein Praxisbericht

Rechtliche Entwicklungen – Sicherheit im Wandel
Rechtsfragen gewinnen in der Abwasserwirtschaft zunehmend an Gewicht. Ob neue EU-Vorgaben oder Haftungsfragen beim Überflutungsschutz – renommierte Fachjuristinnen und -juristen erläutern aktuelle Entwicklungen und geben praxisnahe Handlungsempfehlungen.

Technische Innovationen und Sanierungspraxis
Der zweite Veranstaltungstag widmet sich intensiv der Sanierung, Qualitätssicherung und technischen Weiterentwicklungen. Themen sind unter anderem:

  • Vergaberecht und Ingenieurleistungen

  • Qualitätssicherung in der Bauausführung

  • Sanierung von Anschlussleitungen

  • „Bestandskanäle und -leitungen in Wasserschutzgebieten: DWA-konforme Gefährdungsbeurteilung als Teil der Sanierungspriorisierung“ (Gregor Breedveld)

  • Praxisbeispiele aus urbanen und ländlichen Räumen


Ausstellung und Netzwerken

Parallel zur Fachtagung präsentieren zahlreiche Aussteller innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Die Praxisblöcke ermöglichen den direkten Austausch mit Herstellern und Fachunternehmen. Ein gemeinsames Get-together am ersten Veranstaltungsabend schafft zudem Raum für vertiefte Gespräche und aktives Networking.


Zielgruppe

Die Göttinger Abwassertage richten sich an:

  • Kommunale Abwasserbetriebe und Stadtentwässerungen

  • Ingenieur- und Planungsbüros

  • Behörden und Einrichtungen der Wasserwirtschaft

  • Fachunternehmen der Kanal- und Sanierungstechnik

  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Kurzum: Die Veranstaltung ist ideal für alle, die Verantwortung für Planung, Betrieb und Weiterentwicklung der Abwasserinfrastruktur tragen und sich in einem dynamischen fachlichen Umfeld fundiert informieren und vernetzen möchten.

Zur Veranstaltung

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Pharma- und Kosmetikindustrie ohne Erfolg vor dem EuG: Gericht stützt Rechtsauffassung von BDEW und VKU

19. Februar 2026 um 15:17

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßen die Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union (EuG), die Klagen der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie gegen zentrale Elemente der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) als unzulässig abzuweisen. Damit folgt das Gericht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, die sich im Verfahren als Streithelfer positioniert hatten.

Gericht bestätigt erweiterte Herstellerverantwortung

Insgesamt hatten 16 Verfahren, zusammengefasst in drei Hauptverfahren, das Ziel, die in der Richtlinie festgeschriebene erweiterte Herstellerverantwortung aufzuheben. Diese verpflichtet erstmals auch Hersteller von Arznei- und Kosmetikprodukten, sich an den Kosten der sogenannten vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen zu beteiligen. Also an der Entfernung von Mikroschadstoffen, die aus ihren Produkten stammen.

Die Gerichtsentscheidung entspricht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, wonach die Klagen vor dem europäischen Gericht keinen Bestand haben konnten. Vor diesem Hintergrund hatten die beiden Verbände den Streitbeitritt vor dem Europäischen Gericht gegen die Klagen der Pharma- und Kosmetikindustrie beantragt.

Meilenstein für Umweltökonomie und Gewässerschutz

Nach Auffassung von BDEW und VKU markiert die Gerichtsentscheidung einen umweltökonomischen Meilenstein für den Gewässer- und Gesundheitsschutz in Europa. Sie setze das Verursacherprinzip konsequent um und lege die Grundlage für eine nachhaltigere Finanzierung der Abwasserreinigung in Europa. Entscheidend sei nun, dass Deutschland die überarbeiteten EU-Vorgaben zügig und ohne nationale Sonderregelungen in nationales Recht überführt.

Appell an die Industrie: Vom Klagen zum Mitgestalten

Die beiden Verbände rufen die Pharma- und Kosmetikindustrie dazu auf, ihre bisherige Abwehrhaltung aufzugeben und sich aktiv an der Umsetzung der Richtlinie zu beteiligen. „Die Richtlinie ist beschlossen – jetzt ist die Zeit für Dialog und gemeinsame Verantwortung“, betonen BDEW und VKU. Sie fordern die pharmazeutische und kosmetische Industrie auf, sich aktiv und konstruktiv an der Umsetzung zu beteiligen sowie Verantwortung für die von ihnen verursachten Spurenstoffe zu übernehmen.

 


Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

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