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Goldrausch im Regenwald – Wenn Flüsse zu Gift werden

30. März 2026 um 08:09

Illegaler Goldbergbau breitet sich rasch in bislang unberührte Regionen des Amazonas in Peru aus und stellt eine schwere Umwelt- und Gesundheitskrise dar, die irreparable Schäden verursachen könnte.

Lange Zeit war die illegale Goldgewinnung vor allem in der südlichen Amazonasregion Madre de Dios konzentriert. Inzwischen verlagert sie sich aber in neue Gebiete im Norden, darunter die Regionen Loreto, Ucayali und Huánuco. Treibende Kräfte hinter dieser Expansion sind unter anderem steigende Goldpreise nahe 2.000 US-Dollar pro Unze.

Folgen der Goldgewinnung

Forschende, Umweltorganisationen und indigene Gemeinden berichten, dass die Aktivitäten die Entwaldung beschleunigen, Flüsse mit Quecksilber kontaminieren, und in indigene Territorien vordringen. Auf dem Boden hinterlassen die illegalen Minen trübe, zerstörte Flusslandschaften, während einst üppige Wälder innerhalb weniger Wochen degradiert werden. Zudem sind Verbrechen und Gewalt von kriminellen Netzwerken Teil dieses expandierenden Bergbaus.

Die peruanische Regierung hat zwar einige Maßnahmen ergriffen, darunter die Bildung einer multisektoralen Kommission zur Bekämpfung des illegalen Bergbaus und Beschlagnahmen von Ausrüstung im Wert von über 16 Millionen US-Dollar. Doch diese Schritte zeigen bislang nur begrenzte Wirkung vor Ort.

Einsatz von Quecksilber

Ein besonders schwerwiegendes Problem ist der Einsatz von Quecksilber bei der Goldgewinnung. Es wird verwendet, um Goldpartikel zu trennen, gelangt aber in die Flüsse und reichert sich in Fischen und Menschen an. Wissenschaftler warnen, dass dies zu einer weiten Quecksilbervergiftung in der Bevölkerung führen könnte – analog zur historischen Minamata-Krankheit in Japan.

Indigene Gemeinschaften, die auf Fisch und Flusswasser angewiesen sind, stehen dabei besonders im Risiko. Dies macht die Krise nicht nur zu einem ökologischen, sondern auch zu einem sozialen und gesundheitlichen Problem, das weit über Peru hinaus wirkt.


Quelle: APNews

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Trinkwasserschutzprogramm „Ökologischer Landbau“

27. März 2026 um 13:00

Ein zentraler Baustein der Vorsorgestrategie ist die Kooperation mit den Landwirtinnen und Landwirten in den Gewinnungsgebieten. Betriebe, die auf ökologische Bewirtschaftung umstellen, erhalten für ihren Aufwand einen finanziellen Ausgleich von den SWM im Rahmen des Programms Ökologischer Landbau.

Zwischenzeitlich beteiligen sich 190 Landwirtschaften an dem Programm, davon allein 185 im Trinkwassergewinnungsgebiet Mangfalltal im Landkreis Miesbach. Sie bewirtschaften zusammen eine Fläche von 4.650 Hektar – eines der größten ökologisch bewirtschafteten Gebiete Deutschlands. Massentierhaltung, Gülleflut, Überdüng­ung der Felder und die damit verbundene Belastung des Grund­wassers sind hier dank der Zusammenarbeit aller Akteure ausgeschlossen.

Für das zurückliegende Jahr erhalten die Betriebe zusammen rund 1,5 Millionen Euro Förderung von den Stadtwerken München.

Dr. Hermann Löhner, Leiter SWM Trinkwassergewinnung:

„Diese Summe ist gut investiert. Denn vorbeugender Trinkwasserschutz ist für Mensch und Natur ein großer Gewinn. Wenn ungewollte Stoffe gar nicht erst ins Grundwasser gelangen, muss man sie nicht aufwändig und teuer herausfiltern. Wir sind froh, in den Landwirtinnen und Landwirten so verlässliche Partner zu haben, die uns seit mehr als 30 Jahren dabei unterstützen, die Natur und das Trinkwasser zu schützen.“

Sichere Versorgung mit Trinkwasser

Die SWM priorisieren Nachhaltigkeit, sodass Trinkwasser aus tiefliegenden Grundwasserschichten des Voralpenlands quellfrisch nach München geliefert wird. Zwischen 300 und 350 Millionen Liter liefern die SWM täglich nach München und versorgen damit rund 1,6 Millionen Menschen. Mit mehr als 1.200 Proben im Monat überwachen die SWM die Wasserqualität permanent von der Quelle an.

Schutzprogramme zeigen Wirkung

Um den kontinuierlich steigenden Nitratwerten und Pestizideinträgen in den 1970er und 1980er Jahren entgegenzuwirken, wurde 1992 das Trinkwasserschutzprogramm Ökologischer Landbau, oder kurz die „Initiative Ökobauern“, ins Leben gerufen. Der durchschnittliche Nitratwert des Münchner Trinkwassers liegt bei rund 6,5 mg/l. Die ausführliche Analyse: www.swm.de/wasser/wasserqualitaet

Zudem haben die Schutzprogramme der SWM dazu beigetragen, das Miesbacher Oberland zu einer Öko-Modellregion in Bayern zu machen, die inzwischen als eine der größten Öko-Modellregionen Deutschlands gilt: https://oekomodellregionen.bayern/miesbacher-oberland.


Quelle: Stadtwerke München GmbH

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Feronia Nachhaltigkeitspreis 2026 geht an die Rabmer Gruppe

26. März 2026 um 08:00

Seit über 60 Jahren steht die Rabmer Gruppe für nachhaltiges Wirtschaften, wobei Umwelttechnik seit mehr als 35 Jahren ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als Trend verstanden, sondern als gelebte Verantwortung über Generationen hinweg. Der Preis wurde von Rabmer Geschäftsführerin Ulrike Rabmer-Koller und ihrem Sohn Julian Koller, mit dem bereits die 3. Generation am Start steht, entgegengenommen.

Grüne Energie aus Abwasser

Im Fokus der Auszeichnung steht die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen zur Nutzung von Abwasser als erneuerbare Energiequelle. Diese Technologie ermöglicht es, Gebäude und Industrieanlagen ganzjährig effizient und klimafreundlich zu beheizen und zu kühlen, wodurch regionale Energieunabhängigkeit gestärkt und fossile Energieträger langfristig ersetzt werden. Auch die Einspeisung in Nah- und Fernwärmenetze ist möglich.

„Der Wärmesektor ist nach wie vor stark von fossilen Energieträgern abhängig. Gerade die aktuelle Entwicklung durch die steigenden Energiepreise zeigt, dass es hier rasch eine Änderung braucht. Mit Energie aus Abwasser bieten wir eine grundlastfähige, regionale und sofort verfügbare Lösung, die einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit leistet“, erklärt Ulrike Rabmer-Koller, Geschäftsführerin der Rabmer Gruppe.

Erfolgreiche Leuchtturmprojekte

Analysen zeigen, dass Abwasserenergie rund 14% des Wärmebedarfs im Gebäudesektor abdecken kann. Das verdeutlichen zwei Projekte der Rabmer Gruppe – in der Industrie ebenso wie im urbanen Raum:

  • Bei der voestalpine Automotive Components in Linz wurde ein EU-gefördertes Projekt für die Dekarbonisierung der Industrie umgesetzt. Durch die Nutzung der im Kühlwasser enthaltenen Energie konnte die komplette Wärmeversorgung einer Produktionshalle auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Herzstück der Anlage sind 166 Meter Wärmetauscher, die Rabmer im Kühlwasserkanal verlegt hat, die gemeinsam mit leistungsstarke Wärmepumpen rund 1 MW Heizleistung liefern. Das Ergebnis: Der bisherige Einsatz von Erdgas konnte vollständig ersetzt werden.
  • Mit dem Quartiersprojekt VIO PLAZA in Wien-Meidling wurde eines der größten Abwasserenergieprojekte Europas realisiert. Seit 2024 werden dort Büro-, Wohn-, Hotel- und Gewerbeflächen mit einer Leistung von rund 6 MW effizient gekühlt und 1,2 MW geheizt. Besonders innovativ ist dabei die intelligente Mehrfachnutzung der Energie: Während im Winter Wärme aus dem Kanal gewonnen wird, kann im Sommer überschüssige Energie aus der Gebäudekühlung über den Kanal abgeführt werden.

 

Solche skalierbare Lösungen dienen der wirtschaftlichen Versorgung von Quartieren mit erneuerbarer Energie und stellt somit eine Alternative zu konventionellen Wärmequellen dar.

Nachhaltige Energiezukunft

Der Gewinn des Feronia Nachhaltigkeitspreises unterstreicht die Rolle der Rabmer Gruppe als Innovationsführer im Bereich nachhaltiger Umwelttechnologien.

„Wir freuen uns sehr über diese besondere Auszeichnung, die für uns Wertschätzung und Ansporn zugleich ist. Sie zeigt, dass nachhaltige Innovation ein wichtiger Aspekt für unsere Zukunft ist – und dass wir mit unseren Lösungen einen echten Beitrag zur Energie- und Klimawende leisten“, so Rabmer-Koller.


Quelle: Rabmer Gruppe

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Weltwassertag 2026: Water and Gender

19. März 2026 um 11:30

Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches arbeitet gemeinsam mit den Versorgungsunternehmen daran, diese für Gesellschaft und Wirtschaft unverzichtbare Ressource dauerhaft zu schützen und die Weichen für eine robuste Wasserzukunft zu stellen. Denn die Branche in Deutschland steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Steigende Anforderungen an Versorgungssicherheit, Netzinfrastruktur und Gewässerschutz im Klimawandel verlangen entschlossenes Handeln. Zugleich gewinnt die Fachkräftesicherung weiter an Bedeutung – ebenso wie die stärkere Aktivierung von Frauen für technische Berufe, die für die Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft unverzichtbar sind.

Klimawandel und Resilienz der Wasserressourcen

Hitze- und Trockenperioden, regional sinkende Grundwasserstände und Nutzungskonkurrenzen verstärken den Druck auf die Ressource Wasser. Mit neuen Technischen Regeln, Forschung zu resilienter Ressourcenbewirtschaftung und Leitfäden für regionale Kooperationen stärkt der DVGW die Handlungsfähigkeit und Planungssicherheit der Branche.

Schutz der Wasserressourcen vor neuen Stoffeinträgen

Nitrat, PFAS, Pflanzenschutzmittel und Arzneimittelrückstände geraten zunehmend in den Blick. Der DVGW setzt sich für einen vorsorgenden Gewässerschutz ein und fordert strengere Eintragskontrollen und klare regulatorische Rahmenbedingungen – damit Verursacher künftig stärker zur Verantwortung gezogen werden können.

Digitalisierung und Effizienz im Asset-Management

Moderne Monitoring-Systeme, KI-gestützte Netzüberwachung und digitale Zwillinge eröffnen neue Möglichkeiten in Planung, Betrieb und Instandhaltung. Der DVGW entwickelt Standards und wissenschaftlich fundierte Ansätze, die Versorgern helfen, diese Technologien sicher, effizient und wirtschaftlich einzusetzen.

Fachkräftesicherung und Aktivierung von Frauen

In den aktuell 24 DVGW‑Berufs- und Hochschulgruppen wird der technisch-gewerbliche und akademische Nachwuchs bereits während der Ausbildung durch Praxiskontakte zu über 4.000 DVGW‑Mitgliedsunternehmen begleitet. Kostenfreie Förderangebote wie das verbandsübergreifende Mentoring-Programm oder die Teilnahme an Fachtagungen und Kongressen schaffen zusätzliche Räume für Wissensaustausch und den Aufbau beruflicher Netzwerke. Seit der Gründung des „Jungen DVGW“ im Jahr 2024 und mit den darauf abgestimmten zielgruppenorientierten Formaten verzeichnet der DVGW eine stabile Mitgliederentwicklung bei den unter 36‑Jährigen. Besonders erfreulich: Der Anteil engagierter junger Frauen wächst kontinuierlich und liegt inzwischen bei 20 Prozent dieser Altersgruppe.

Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW, unterstreicht: „Die Anforderungen an eine sichere und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung steigen stetig. Trotz aller Herausforderungen bleibt die Branche handlungsfähig: Mit starken Technischen Regeln, wissenschaftlicher Expertise und strategischer Kompetenz schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfeste Versorgung. Gleichzeitig leistet der DVGW mit der gezielten Förderung junger Fachkräfte einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stabilität der Energie- und Wasserwirtschaft. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen – damit die Versorgung mit hochwertigem Wasser resilient, nachhaltig und für alle Menschen in Deutschland verlässlich bleibt.“

Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen. Er macht auf die Bedeutung von Wasser als unverzichtbare Lebensgrundlage aufmerksam.


Quelle: DVGW


Auch BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand, dass ein gerechter Zugang zu Wasser und Sanitätsversorgung für alle Menschen weltweit gewährleistet werden sollte. Er erklärt:

„Der Zugang zu sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität ist ein Grundrecht und die Basis gesellschaftlicher Teilhabe und Gesundheit. In Deutschland gewährleistet die öffentliche Wasserwirtschaft ein hohes Versorgungsniveau – darauf können sich alle Menschen unabhängig von Lebenssituation oder sozialem Hintergrund verlassen.

Um die hohe Qualität unserer Wasserressourcen dauerhaft zu sichern, ist der Schutz vor Belastungen entscheidend. In Deutschland stellen insbesondere Einträge von Nitrat aus der Landwirtschaft in Grund- und Oberflächengewässern eine Herausforderung für die Wasserqualität dar. Der nachhaltige und ressourceneffiziente Umgang mit Nährstoffen ist deshalb als entschiedenes Leitprinzip im Düngegesetz verankert. Ein effizienter Umgang mit Düngemitteln ist schließlich nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Dennoch wird in Deutschland und auch in anderen EU-Staaten der in der EU-Nitratrichtlinie festgelegte Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter im Grundwasser nicht flächendeckend erreicht.

Grund- und Oberflächengewässer sind eine zentrale Lebensgrundlage, Basis der Trinkwasserversorgung und ein unverzichtbares öffentliches Gut. Eine Abschwächung der Nitrat-Richtlinie oder des nationalen Düngerechts würde den hohen Stellenwert des Gewässerschutzes diskreditieren und ein falsches Signal im Angesicht einer weiterhin bestehenden Belastungssituation senden. Entscheidend zur Verminderung von Düngeeinträgen ist neben der Rechtsicherheit die konsequente Umsetzung wirksamer Maßnahmen. Dazu gehört ein verursachergerechtes und wissenschaftlich fundiertes Wirkungsmonitoring, das eine ganzheitliche Bilanzierung von Nährstoffen in landwirtschaftlichen Betrieben und somit Rückschlüsse auf die tatsächliche Wirksamkeit von Maßnahmen in der Praxis ermöglicht.“


Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V

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KRITIS-Dachgesetz: Neuer Rahmen für mehr Resilienz und Sicherheit

17. März 2026 um 08:09

Am 6. März 2026 hat der Bundesrat dem KRITIS-Dachgesetz endgültig zugestimmt. Damit werden erstmals einheitliche Standards für den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen erlassen. Energie-, Wasser- und Telekommunikationsversorger sowie Abwasser- und Abfallbetriebe sollen künftig Risikoanalysen erstellen, Sicherheitsmaßnahmen umsetzen und schwere Störungen melden. Ziel ist, die Versorgung besser gegen Sabotage, extreme Wetterereignisse und Terrorangriffe zu schützen. Für die Wasserwirtschaft bedeutet das: Risiken müssen systematisch analysiert, Resilienzmaßnahmen umgesetzt und sicherheitsrelevante Störungen verpflichtend gemeldet werden.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Entscheidung. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing sagt: „Das jahrelange Warten hat ein Ende. Die Einigung ist ein wichtiger Schritt für den Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Unternehmen haben damit endlich Rechts- und Planungssicherheit für ihre Investitionen.“ Die Zustimmung des Bundesrats sei überfällig.

Das KRITIS-Dachgesetz ist ein Bekenntnis zur Resilienz

Hinter der politischen Einigung steht mehr als eine reine Verwaltungsvorgabe. Das Dachgesetz ist ein Bekenntnis zur Resilienz, wie sie in Zeiten zunehmender Sabotagerisiken, extremer Wetterereignisse und geopolitischer Spannungen dringlicher denn je wird. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt das Gesetz grundsätzlich, warnt jedoch vor übermäßiger Bürokratie. „Resilienz ist kein Selbstläufer“, betont der VKU. Ohne eine fundierte nationale Risikoanalyse, praktikable Meldepflichten und eine finanzielle Flankierung könne das Gesetz zu einer „halben Lösung“ werden.

Liebing verwies zudem auf die Grenzen der Betreiber. „100-prozentige Sicherheit gibt es nicht“, sagt er. „Die Abwehr von Terrorangriffen bleibt Aufgabe von Bund und Ländern. Stadtwerke, Wasserversorger und Müllabfuhren sind nicht die Polizei.“

Gleichzeitig erneuert der VKU seine Vorschläge für den besseren Schutz kritischer Infrastrukturen:

  1. Schutz kritischer Infrastrukturen zum überragenden öffentlichen Interesse erklären, um Abwägungen zu beschleunigen und Sicherheitsinteressen zu priorisieren.
  2. Neubewertung und Anpassung von Transparenzpflichten
  3. Nationale Gesamtstrategie und Risikoanalyse vorlegen, wie es die CER‑Richtlinie bereits seit Januar verlangt.
  4. Nationale Notfallreserve aufbauen, u. a. mit Großgeräten für Inselnetzversorgung binnen 24 Stunden.
  5. Finanzierung sichern, u. a. über die Ausnahme von der Schuldenbremse (Art. 109 GG) und das SVIK.

Infrastrukturbetreiber müssen heute viele Daten offenlegen, zum Beispiel durch Transparenzregeln, das Informationsfreiheitsgesetz oder Open-Data-Vorgaben. Dort, wo solche Offenlegungen aber die physische und/oder IT-Sicherheit gefährden, sollten die Regeln überprüft und angepasst werden. Der VKU begrüßt, dass dieser Aspekt in der Protokollerklärung der Bundesregierung aufgegriffen wurde.

Hintergrund zum Dachgesetz

Das Kritis-Dachgesetz schafft erstmals Mindeststandards für den Schutz kritischer Infrastrukturen vor physischen Angriffen, verpflichtet zu Risiko- und Resilienzplänen und Einführung von Krisenmanagementsystemen sowie zur Meldung größerer Störungen oder Vorfälle an Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Das Kritis-Dachgesetz schreibt außer einer Risikoanalyse und Risikobewertung keine weiteren konkreten Maßnahmen vor. Was Unternehmen konkret machen müssen, wird erst später in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen des Bundesministeriums des Inneren bzw. später der Fachministerien oder durch branchenspezifische Sicherheitsstandards geregelt. Insgesamt werden elf Sektoren adressiert, unter anderem Energie-, Wasser-, Abfall- und Telekommunikationswirtschaft.

Mit dem Kritis-Dachgesetz will Deutschland die EU-Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (sog. CER-Richtlinie) in deutsches Recht umsetzen. Das hätte eigentlich schon bis zum 17. Oktober 2024 passieren müssen. Deshalb hat die EU-Kommission bereits ein Vertragsverletzungsverfahren in Gang gesetzt. Frist zur Umsetzung der Maßnahmen ist der 17. Juli 2026. Schutz vor Cyber-Angriffen adressiert wiederum die NIS2-Richtlinie.

Statement des VKU, bevor der Bundesrat am 6.3. zugestimmt hat

KRITIS Gipfel 2026 von BDEW und VKU

Mit dem ersten KRITIS‑Gipfel 2026 am 10. März in Berlin senden der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ein Signal: Der Schutz kritischer Infrastrukturen muss in Deutschland deutlich stärker in den Fokus rücken.

Zum Auftakt gaben BDEW‑Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae, VKU‑Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing, Hans‑Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sowie Generalleutnant André Bodemann Impulse zu strategischer Vorsorge und aktuellen Bedrohungslagen. Anschließend diskutierten zwei Panels die Lehren aus dem jüngsten Stromausfall in Berlin sowie den aktuellen Stand der zivilen Verteidigung in Deutschland.

Zentrale Forderungen von BDEW und VKU

Anlässlich des Gipfels formulieren BDEW und VKU drei zentrale Forderungen für einen wirksamen Schutz kritischer Infrastrukturen:

Neubewertung und Anpassung von Transparenzpflichten

Energieunternehmen müssen heute viele Daten offenlegen, zum Beispiel durch Transparenzregeln, das Informationsfreiheitsgesetz oder Open-Data-Vorgaben. Dort, wo solche Offenlegungen aber die physische und/oder IT-Sicherheit gefährden, etwa weil Angreifer dadurch Schwachstellen erkennen können, sollten die Regeln überprüft und angepasst werden. Ziel ist es, Angriffsflächen so gering wie möglich zu halten.

Ausfallsichere Kommunikation

Für Krisenfälle braucht es auch dann funktionierende Kommunikationswege zwischen Betreibern und Behörden, wenn das „normale“ Netz ausfällt. Wichtig ist deshalb eine ausfallsichere Kommunikationsinfrastruktur für einen schnellen Versorgungs- und Netzwiederaufbau, die selbst im Blackout weiterläuft. Ein Beispiel dafür ist das schwarzfallfeste 450-MHz-Funknetz für die Energie- und Wasserwirtschaft.

Finanzierung erhöhter Schutz- und Resilienzmaßnahmen

Die Sicherheit kritischer Infrastrukturen braucht klare gesetzliche Vorgaben und eine (regulatorisch) gesicherte Kosten- bzw. Entgeltanerkennung. Dazu gehört auch, dass Kosten für Schutzmaßnahmen, Reparaturen nach Angriffen oder Notfallpläne (wie Krisen- und Business Continuity Management) anerkannt und übernommen werden. Die Finanzierung sollte teilweise über den Verteidigungshaushalt, der nicht unter die Schuldenbremse fällt, sowie einen noch einzurichtenden Resilienzfonds erfolgen.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae (Thomas Imo Photothek/BDEW)

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae:

„Ein lückenloser Schutz kritischer Infrastruktur wird nie vollständig möglich sein. Umso entscheidender ist es, dass Betreiber schnell Klarheit und belastbare Vorgaben haben, um Risiken realistisch bewerten und wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Eine zentrale Lehre aus dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ist vor diesem Hintergrund, bestehende Transparenzpflichten neu zu bewerten. Die Verfügbarkeit von Leistungs- und Geodaten kritischer Infrastrukturen schafft Vertrauen, sollte aber so gestaltet sein, dass operative Angriffsflächen vermieden werden. Gleichzeitig müssen wir unsere Fähigkeit stärken, Störungen schnell zu bewältigen und Systeme wiederherzustellen. Dafür sind eine enge Zusammenarbeit und ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen Branche und Behörden unverzichtbar. Und wir brauchen einen institutionalisierten Austausch zwischen Unternehmen kritischer Infrastrukturen, Politik und Behörden bis hin zum Nationalen Sicherheitsrat. Nur so lassen sich ein gemeinsames Lagebild und ein schneller Informationsfluss sicherstellen.“

VKU‑Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing:

„Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Ohne starke kommunale und regionale Strukturen bleibt jedoch jede Strategie Stückwerk. Gleichzeitig müssen wir klar über die Grenzen der Betreiber sprechen: 100‑prozentige Sicherheit gibt es nicht. Die Abwehr von Terrorangriffen bleibt Aufgabe von Bund und Ländern. Stadtwerke sind nicht die Polizei. Wir brauchen deshalb eindeutige politische Prioritäten, schnellere Verfahren und eine verlässliche Finanzierung. Resilienz ist nicht optional. Sie ist Grundlage dafür, dass unsere Gesellschaft funktionieren kann. Deshalb sollte der Bund auch eine nationale Notfallreserve aufbauen, unter anderem mit mobilen Großaggregaten zur Wiederherstellung von Inselnetzstrukturen, um die Energieversorgung idealerweise innerhalb von 24 Stunden wiederherzustellen.“


Quellen: VKU, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, BDEW

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Wien erneuert Hochquellenleitung

14. März 2026 um 08:49

Während der Wartungsarbeiten bleibt die Wasserversorgung über die I. Hochquellenleitung und die Grundwasserbrunnen in den Wiener Schutzgebieten gewährleistet, so die Stadt.

„Die Hochquellenleitungen sind die Grundsäulen der Wiener Wasserversorgung. Die Mitarbeiter*innen von Wiener Wasser tragen mit der Instandhaltung der 330 km langen Leitungen eine große Verantwortung“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und ergänzt: „Die Hochquellenleitungen liefern unser wichtigstes Lebensmittel in bester Qualität und ersparen Wien enorme Energiekosten.“

Wien investiert jährlich rund 130 Mio. Euro in die Wasser-Infrastruktur. Ziel der Stadt ist es, die Versorgungssicherheit weiter zu stärken und die Systeme an steigenden Wasserbedarf und Klimaherauforderungen anzupassen. Grundlage ist die Strategie „Wiener Wasser 2050“, die auch die laufende Wartung historischer Bauwerke umfasst.

Sanierung der Düker entlang der II. Hochquellenleitung

Neben der regelmäßigen Instandhaltung ist bei der II. Hochquellenleitung die Sanierung ihrer sogenannten Düker vorgesehen – jene Druckleitungen, mit denen die Leitung 19 Täler und Flüsse unterquert. Da in diesen Abschnitten hoher Wasserdruck herrscht, ist die Beanspruchung des Materials besonders groß. In den kommenden Jahren werden daher vier der Düker schrittweise saniert.

„Die Wienerinnen und Wiener können sicher sein, dass wir alles tun, um unsere Hochquellenleitungen in einem top Zustand zu erhalten“, erklärt der Wiener-Wasser-Chef Paul Hellmeier. „Das ist angesichts des hohen Alters der beiden Bauwerke manchmal eine Herausforderung. Aber generell muss man – angesichts der damaligen technischen Möglichkeiten – die zukunftsfähige Bauweise wertschätzen.“

Regelmäßige Wartung im Rahmen der „Abkehr“

Die Wartungsarbeiten an den Hochquellenleitungen erfolgen im Frühjahr und Herbst, wenn der Wasserverbrauch niedriger ist. Je Leitung wird die sogenannte „Abkehr“ viermal jährlich durchgeführt. Dabei wird das Quellwasser im Quellgebiet in die Salza oder Schwarza ausgeleitet, um den Zugang zum Stollen zu ermöglichen. Während dieser bis zu fünf Tage dauernden Arbeiten werden die Leitungen gereinigt, inspiziert und gegebenenfalls Fugen instandgesetzt. Im Zuge der aktuellen Frühjahrsarbeiten besuchen Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Gemeinderätin Susanne Haase die Baustelle im Bereich Hofstetten (NÖ). Czernohorszky betont:

„Der Frühjahrsputz in der II. Hochquellenleitung ist nur möglich, weil sich die Wiener Wasserversorgung auf unterschiedliche Wasserressourcen stützt. Das zeigt, wie wichtig die Wiener Trinkwasser-Strategie ist, mit der die verfügbaren Wassermengen erhöht und höhere Wassermengen gespeichert werden sollen. In Neusiedl am Steinfeld (NÖ) etwa entsteht derzeit der größte Trinkwasserbehälter der Welt, in dem in Zukunft rund 1 Mrd. Liter Wasser gespeichert werden können.“

Während der Abkehr werden die 29 Wiener Wasserbehälter bis zum maximalen Pegelstand gefüllt. Zusätzlich kann bei Bedarf Wasser aus rund 30 Brunnen in das Netz eingespeist werden. Nach Abschluss der Arbeiten fließt wieder Hochquellwasser aus beiden Leitungen in die Stadt.


(Quelle: Stadt Wien)

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Wettlauf mit der Tide: Leitungsreparatur auf Wangerooge

13. März 2026 um 09:02

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Meeresboden kann der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die Nordseeinsel wieder über drei parallel verlaufende Leitungen mit frischem Trinkwasser beliefern. Das bedeutet volle Versorgungssicherheit rechtzeitig vor dem Beginn der Osterferien, wenn zusätzlich zu den knapp 1.100 Einheimischen zahlreiche Feriengäste Wasser benötigen. Insgesamt sind es etwa 190.000 Kubikmeter Wasser im Jahr, die aus den OOWV-Wasserwerken Harlingerland und Sandelermöns nach Wangerooge strömen.

Bis das Wasser wiederkommt

Das neue blaue Rohrstück ist eingesetzt. Jetzt muss noch gespült werden, bis die Leitung wieder Trinkwasser zur Insel liefert.

Das neue blaue Rohrstück ist eingesetzt. Jetzt muss noch gespült werden, bis die Leitung wieder Trinkwasser zur Insel liefert. (Quelle: Matthias Ziegs/OOWV)

Für diesen Reparatureinsatz war frühes Aufstehen und Hand-in-Hand-Arbeit von mehreren Wattenmeer-erfahrenen Partnern gefragt – sowie im Vorfeld ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Behörden. Noch vor dem Morgengrauen waren drei mit extrabreiten Kettenlaufwerken ausgestattete Bagger der ostfriesischen Baufirma Jeschke im Hafen Harlesiel auf ein Arbeitsboot der Wittmunder Reederei Warrings gerollt. Dieses ließ sich einige Stunden später mitten im Watt, gut vier Kilometer vom Festland entfernt, trockenfallen – und für den Bautrupp des Wilhelmshavener Unternehmens Ludwig Freytag und die unterstützenden OOWV-Kollegen begann die Uhr zu ticken.

„Das Zeitfenster für die Reparatur ist kurz, es stehen maximal drei Stunden zur Verfügung, bis das Wasser wiederkommt“, beschreibt Matthias Ziegs die Herausforderung.

Er ist Leiter der OOWV-Betriebsstelle in Schortens, deren Team die 7,5 Kilometer lange Wattleitung vom Festland aus technisch betreut. Dabei arbeitet er eng mit Kai Selke zusammen, Anlagenkoordinator für das Wasserwerk Wangerooge, das als Speicherpumpwerk genutzt und ansonsten für den Notfall bereitgehalten wird.

„Die Überwachung aus der Ferne funktioniert problemlos. Den Leitungsdefekt haben wir mit Kai Selke durch einen gemessenen Druckabfall direkt bemerkt“, berichtet Matthias Ziegs.

Unterstützung durch Drohneneinsatz

Mit dieser Rettungsdrohne unterstützte die DLRG den OOWV im Rahmen eines Ausbildungsflugs beim Aufspüren der Schadstelle.

Mit dieser Rettungsdrohne unterstützte die DLRG den OOWV im Rahmen eines Ausbildungsflugs beim Aufspüren der Schadstelle.

Beim Auffinden des Lecks in der 1962 verlegten und 125 Millimeter starken Rohrleitung hatte das OOWV-Team Unterstützung aus der Luft. Die Fernerkundungsstaffel der Ortsgruppe Varel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) half im Rahmen eines Ausbildungsflugs mit ihrer Rettungsdrohne, die Stelle zu finden, wo das wärmere Trinkwasser ins noch winterlich kalte Meer sprudelte.

„Schon nach 20 Minuten Suche hatte die DLRG-Drohne den Rohrschaden mithilfe ihrer Wärmebildkamera lokalisiert. GPS-Koordinaten und eine 360-Grad-Aufnahme der Schadstelle wurden gleich mitgeliefert“, freut sich der für die Landkreise Wittmund und Friesland zuständige OOWV-Regionalleiter Bernd Janssen über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen DLRG und Wasserverband.

„Das hat wunderbar geklappt und ist für uns eine wertvolle Katastrophenschutz-Übung“, bestätigt Yasha Kube, Leiter Einsatz der DLRG Varel.

Mithilfe einer Wärmebildkamera war das Leck schnell gefunden und das DLRG-Team konnte dem OOWV die genaue Lage übermitteln.

Mithilfe einer Wärmebildkamera war das Leck schnell gefunden und das DLRG-Team konnte dem OOWV die genaue Lage übermitteln. (Quelle: Matthias Ziegs/OOWV)

Die beim Drohneneinsatz gesammelten Daten, Bilder und Videos halfen, auf Anhieb exakt den richtigen Abschnitt der mehrere Meter unter dem Meeresboden verlaufenden Leitung freizulegen. Erst mit Baggern und später mit Spaten für die Feinarbeit tastete sich der Bautrupp am Mittwoch an die Schadstelle heran. Dann galt es, das defekte Rohrstück herauszutrennen und die Versorgungsleitung mit zwei Muffen und einem Stück neuen Rohr wieder zu verbinden. Schließlich hieß es „Wasser marsch“ – zunächst testweise, denn bevor die reparierte Leitung wieder ans Netz genommen werden kann, sind noch Spülungen nötig. In der Zwischenzeit stellen eine weitere, auch von 1962 datierende und ebenfalls 125 Millimeter starke Rohrleitung sowie die neuere, größere 200er-Trinkwasserleitung die Wasserversorgung auf der Insel sicher.

Wasserversorgung der Ostfriesischen Inseln

Insgesamt sind es vier Ostfriesische Inseln, auf denen der OOWV für die Trinkwasserversorgung zuständig ist. Auf Langeoog und Spiekeroog sind Wasserwerke in Betrieb, die die jeweilige Süßwasserlinse als Ressource nutzen. Baltrum und Wangerooge werden mit Leitungen vom Festland aus versorgt. Im Meeresboden sind diese Festlandleitungen durch Verschiebungen im Untergrund, auch infolge von Gezeiten und Stürmen, hohen Belastungen ausgesetzt. Durch diese Beanspruchung kam es bereits vor zwei Jahren zu einem vergleichbaren Defekt an derselben Leitung, der sich allerdings in den Salzwiesen unmittelbar vor der Insel befand und schnell repariert werden konnte.


Quelle: OOWV

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Gute Zahlen fürs Jubiläumsjahr von Strobl Pumpen

13. März 2026 um 08:00

Wo Flüssigkeiten ohne Gefälle transportiert werden, sind Pumpen im Einsatz. Wasserversorgung, Heiz- und Kühlanlagen, Industriebetriebe, Energieerzeugung, Fahrzeuge und vieles mehr: für deren Betrieb werden Pumpen gebraucht. Will heißen: Hier gibt es prinzipiell gute Bedingungen für eine kontinuierliche, eher steigende Nachfrage.

Bestätigen kann dies auch die Geschäftsleitung von Strobl Pumpen. Seit 2006 entwickelt und fertigt das Hilpoltsteiner Unternehmen diese Komponenten. Mehr als 2.500 Pumpen in unterschiedlichen Größen wurden im Jahr 2025 ausgeliefert. Damit bewegt man sich auf demselben Niveau wie im Vorjahr, wie Geschäftsführer Christoph Strobl verrät, der zusammen mit seinem Vater Robert den Betrieb leitet. Nach zwei Rekordjahren in Folge vermeldet Strobl zwar einen Umsatzrückgang, da im Gegensatz zu den Vorjahren keine Großprojekte dabei waren, doch mit dem Ergebnis ist man trotzdem sehr zufrieden. Als „Belohnung“ dafür wurde Strobl Pumpen zum zweiten Mal in Folge zum FOCUS Wachstumschampion ausgezeichnet.

Geschäftsführer Christoph Strobl erklärt MdB Ralph Edelhäußer eine magnetgekuppelte Pumpe für hohe Systemdrücke. Quelle: Cornelia Braun

Auch Sonderausführungen möglich

Bisher verzeichnet das Unternehmen eine kontinuierliche hohe Nachfrage für Chemienormpumpen. Hier verzeichneten die Mittelfranken ihre größten Zuwächse. Als Gründe für die wachsende Nachfrage nennt Christoph Strobl drei Aspekte:

„Unsere Chemienormpumpen haben sich als absolut zuverlässige massive Konstruktion mit dem Qualitätsmerkmal ‚Made in Germany‘ bewährt. Dazu haben wir auch bei Sonderausführungen kurze Lieferzeiten und punkten mit unserer Flexibilität und Kundenorientierung, etwa hinsichtlich Werkstoffvarianz und Anpassungsmöglichkeiten.“

Dass die genannten Aspekte einen hohen Stellenwert besitzen, weiß der Hilpoltsteiner aus eigenen Eindrücken als auch durch externe Rückmeldungen.

„Wenn deutsche bzw. europäische Unternehmen mit diesen Werten jenseits der Massenmärkte arbeiten, gibt es auch künftig noch viel Potenzial für die Wirtschaft“, so seine Schlussfolgerung.

Neue Produkte bereits in der Pipeline

Das Produktportfolio des Unternehmens soll demnächst Zuwachs bekommen dediziert für den spezifischen Einsatz in der Industrie, vor allem der chemischen, entwickelt das Team derzeit neue Produktlösungen.

„Speziell versuchen wir aktuell, bei stark feststoffbeladenen Medien – das heißt für Flüssigkeiten mit zum Teil sehr kleinen, harten Partikeln wie Kristallen – hochoptimierte Laufradgeometrien zu entwickeln“, präzisiert Christoph Strobl.

Zudem betont er die Wichtigkeit, dass man im derzeit schwierigen Umfeld gemeinsam mit bestehenden Kunden neue Märkte bzw. Branchen erschließen konnte. Schließlich spielten in nahezu allen Industriebereichen Pumpen eine große Rolle, so der Geschäftsführer.

Als aktuelle Herausforderung sieht der Unternehmer den parallel zum bestehenden Betrieb laufenden Neubau unweit des jetzigen Firmensitzes. Im April 2025 war Spatenstich, im zweiten Quartal 2026 soll in der neuen Halle bereits die Produktion starten.

„Wir sind hier einigermaßen im Zeit- und gut im Finanzplan“, sagt Christoph Strobl.

Wanted: Azubis fürs nächste Jahr gesucht

Das Team um die beiden Geschäftsführer besteht unverändert aus 19 Mitarbeitern, darunter einem Azubi. Im neuen Jahr soll es wachsen.

„Für 2026 suchen wir Auszubildende für die Berufe Industriekaufmann/frau und technische Produktdesigner“, betont Strobl. Aus diesem Grund will man sich auch auf der Lehrstellenbörse der Stadt Hilpoltstein am 14. März 2026 präsentieren.

Auf der Agenda für 2026 stehen auch Teilnahmen an verschiedenen Fachmessen. So stehen die Pumps & Valves in Dortmund (Februar), die IFAT in München (Mai), die AchemaME in Riad (Saudi-Arabien, Oktober) und die BrauBievale in Nürnberg (November) im Kalender. In diesem Jahr stünde bei Strobl Pumpen das 20-jährige Firmenjubiläum an. Aus naheliegenden Gründen will die Geschäftsleitung diese jedoch bis zum Komplettumzug mit Einweihung des neuen Bürogebäudes in das Jahr 2027 verschieben. Dann steht in jedem Fall fest, ob 2026 wieder ein sehr gutes oder gar ein neues Rekordjahr für den mittelfränkischen Pumpenhersteller gewesen sein wird.


Quelle: Strobl Pumpen GmbH & Co. KG 

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STRABAG stärkt Wasserinfrastruktur-Segment mit WTE-Übernahme

12. März 2026 um 08:00

WTE setzt den Expansionskurs in den Kerngeschäftsfeldern Abwasserentsorgung, Wasserversorgung und Klärschlammverwertung fort und entwickelt gemeinsam mit der neuen Eigentümerin das internationale Projektgeschäft gezielt weiter.

Leistungsportfolio mit neuer Expertise ergänzt

STRABAG entwickelt sich zum Komplettanbieter für Wasserinfrastruktur.
Hier die Zentralkläranlage in Zagreb
(Quelle: WTE STRABAG Group)

Mit der Akquisition der WTE stärkt STRABAG gezielt ihre Position entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserinfrastruktur. Während STRABAG bereits über umfassende Kompetenzen in Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen verfügt, verstärkt WTE das bestehende Portfolio insbesondere in den Bereichen Engineering, Prozesstechnik und Anlagenbau und ergänzt das Portfolio im langfristigen Betrieb komplexer Wasser- und Abwasserinfrastrukturprojekte sowie in Planung, Bau und Betrieb von Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen. Damit entwickelt sich STRABAG im Einklang mit der Strategie 2030 zu einer Komplettanbieterin für Wasserinfrastruktur – von der Projektentwicklung über Planung und Bau bis hin zu Betrieb, Modernisierung und Lifecycle-Management.

Zukunftsplan: Integration und gemeinsames Wachstum

Nach dem Closing liegt der Fokus auf der strukturierten Integration der WTE in den STRABAG-Konzern. WTE wird organisatorisch dem Segment International & Sondersparten zugeordnet und eng mit den bestehenden Wasserkompetenzen innerhalb der STRABAG-Gruppe vernetzt. Durch die Kombination der technischen Expertise von WTE mit der finanziellen Stärke, der internationalen Aufstellung und
der Umsetzungskompetenz von STRABAG sollen zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen werden.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss der WTE-Übernahme setzen wir einen strategisch wichtigen Schritt für STRABAG. Wasserinfrastruktur ist ein zentraler Zukunftsmarkt mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und langfristig stabilen Wachstumsperspektiven. Durch die Bündelung unserer Kompetenzen steigen wir in diesem Bereich zum Komplettanbieter auf und schaffen eine hervorragende Basis für nachhaltiges, profitables Wachstum im Sinne unserer Strategie 2030.“


Quelle: WTE Wassertechnik GmbH

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Wie krisenfest ist die deutsche Wasserversorgung?

05. März 2026 um 07:52

Die Sicherheit der Wasserversorgung entwickelt sich aus Sicht der Bevölkerung zu einer zentralen Risiko- und Standortfrage für Deutschland. Der IFAT Circularity Monitor, eine repräsentative YouGov-Umfrage* der IFAT Munich im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz, zeigt: 63 Prozent der Befragten halten Deutschland auf Krisen in der Wasserversorgung eher schlecht oder gar nicht vorbereitet. Nur drei Prozent bewerten die Vorbereitung als sehr gut. Besonders hoch ist die Sorge vor gezielten Eingriffen in die Infrastruktur – durch physische Sabotage (67 Prozent)** oder Cyberangriffe (66 Prozent)**.

„Das hohe Risikobewusstsein in der Bevölkerung zeigt, dass der Schutz der Wasserversorgung sicherheitspolitisch neu gedacht werden muss“, sagt Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz. „Gerade im Sinne einer Green Defense gehört die Resilienz kritischer, nachhaltiger Infrastrukturen – einschließlich ihres Schutzes vor Sabotage und Cyberangriffen – ins Zentrum der nationalen Sicherheitsstrategie.“

Während auf der Munich Security Conference die strategischen Dimensionen solcher Bedrohungen diskutiert werden, rückt die IFAT Munich die praktische Umsetzbarkeit in den Mittelpunkt.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz (Bild:MSC/Kuhlmann)

IFAT Munich als Plattform für resiliente Lösungen

Die Weltleitmesse für Umwelttechnologien, die vom 4. bis 7. Mai 2026 in München stattfindet, versteht sich als Plattform, auf der auch sicherheitspolitische Fragestellungen in konkrete Lösungen übersetzt werden.

„Unter dem Leitgedanken der von Wolfgang Ischinger angesprochenen Green Defense werden Technologien, Konzepte und Best Practices vorgestellt, mit denen sich Wasser- und Abwassersysteme widerstandsfähiger, sicherer und zukunftsfähig gestalten lassen“, sagt Exhibition Director Philipp Eisenmann.

Hohes Risikobewusstsein für Sabotage und Cyberangriffe

Grundsätzlich ist das Vertrauen in die Sicherheit der Trinkwasserversorgung in Deutschland hoch, wie zuletzt wieder im Branchenbild der Wasserwirtschaft 2025 bestätigt wurde. Doch zukünftige Bedrohungen bereiten zunehmend Sorgen; es rückt ein Themenbereich in den Fokus, der lange als technisch beherrschbar galt, inzwischen aber zunehmend als Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur wahrgenommen wird.

„Die Umfrage macht deutlich, dass Wasserinfrastruktur nicht mehr nur als technische Aufgabe verstanden wird, sondern als sicherheitsrelevanter Faktor“, sagt Wolf Merkel, Vorstand des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches. „Versorgungssicherheit lässt sich heute nicht isoliert denken. Sie erfordert integrierte Konzepte, die physischen Schutz, Cyberresilienz und Klimaanpassung zusammenführen.“

Auffällig ist, dass Extremwetterereignisse von den Befragten zwar als relevantes Risiko wahrgenommen werden, jedoch hinter gezielten Angriffen zurückbleiben: 59 Prozent sehen sie als wahrscheinliche Bedrohung für die Wasserversorgung. Das verweist auf ein verändertes Sicherheitsverständnis in einer Zeit hybrider Bedrohungen und zunehmender geopolitischer Spannungen.

Abwasser als unterschätzte Schlüsselressource

Ein besonders hohes Problembewusstsein zeigt sich beim Thema Abwasser. 91 Prozent der Befragten erkennen Störungen in der Abwasserentsorgung als ernsthafte Gefahr für Umwelt, Gesundheit und öffentliche Sicherheit. Gleichzeitig gilt dieser Teil der Infrastruktur im Alltag als weitgehend unsichtbar – und wird entsprechend selten strategisch diskutiert.

Bei der Abwasserinfrastruktur ermittelt der IFAT Circularity Monitor Extremwetter als das am größten wahrgenommen Risiko (63 Prozent)**, gefolgt von physischer Sabotage und technischen Defekten (jeweils 62 Prozent)**. Für die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) unterstreichen die Ergebnisse den Handlungsdruck.

„Abwasseranlagen sind systemrelevant, auch wenn sie im öffentlichen Bewusstsein oft im Hintergrund stehen“, sagt Vorständin Lisa Irwin-Broß. „Dass die Bevölkerung diese Zusammenhänge so klar erkennt, ist ein wichtiges Signal. Die Wasserwirtschaft setzt sich mit großem Engagement dafür ein, die Versorgungssicherheit auch zukünftig jederzeit zu gewährleisten. Beim Stromausfall in Berlin zum Jahreswechsel hat die Wasserwirtschaft ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll bewiesen, die Berliner Wasserbetriebe konnten aufgrund der vorhandenen Notstromversorgung die Wasserver- und Abwasserentsorgung aufrechterhalten.“

 

* Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 12. und 14.01.2026 insgesamt 2103 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

** Sehr oder eher wahrscheinlich


Quelle: IFAT

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Phosphorrecycling: Qualität und Marktfähigkeit sind entscheidend

02. März 2026 um 07:15

Phosphor ist ein strategischer und nicht substituierbarer Rohstoff, dessen Verfügbarkeit aktuell in Deutschland vollständig von Importen abhängt.

Voraussetzung für eine ökologisch sinnvolle Kreislaufführung sind Verfahren, die den Phosphor vollständig aus der Aschematrix extrahieren und als klar definierte Produkte bereitstellen. Technologien und Verwendungen, bei denen der Phosphor in der Asche verbleibt, führen hingegen zu einer Rückführung von Schadstoffen in Boden- und Wasserkreisläufe und beeinträchtigen damit die Qualität der Trinkwasserressourcen.

Zugleich zeigt die Untersuchung, dass die Rückgewinnungspflicht allein nicht ausreicht, um einen tragfähigen Markt für Sekundärphosphor aufzubauen. Da die Preise für Primärphosphor ökologische und soziale Folgekosten nicht abbilden, empfiehlt die Studie die Einführung einer gesetzlich verankerten Rezyklatquote für den Handel mit Phosphor, um Investitionen abzusichern und verlässliche Nachfrage zu schaffen. Darüber hinaus kann Phosphorrecycling einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit leisten.

Kurz-Ergebnisse der Studie

Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, erklärt zu den Studienergebnissen: „Phosphor ist ein unverzichtbarer Rohstoff für Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Industrie, gleichzeitig aber mit erheblichen geopolitischen, ökologischen und qualitativen Risiken verbunden. Die Studie zeigt deutlich, dass Phosphorrecycling aus Klärschlamm die Chance bietet, eine bislang kaum genutzte heimische Ressource zu erschließen und damit sowohl Umwelt- und Gewässerschutz als auch Versorgungssicherheit zu stärken. Voraussetzung dafür sind jedoch klare Qualitätsanforderungen: Ökologisch vertretbar und breit einsetzbar sind ausschließlich hochreine, schadstoffarme Rezyklate. Gleichzeitig braucht es verlässliche marktliche Rahmenbedingungen. Eine gesetzlich verankerte Rezyklatquote kann die notwendige Nachfrage schaffen, Investitionen absichern und dazu beitragen, die Rückgewinnung wirtschaftlich und praxisnah umzusetzen. Politik und Abwasserentsorger müssen gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Deutschland die Pflichten aus der Klärschlammverordnung erfüllen kann.“

Weitere Informationen

Quelle: BDEW

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VBEW-Fachtagung Wasser in Rosenheim

25. Februar 2026 um 13:45

Unter dem Leitmotto „Resilienz und Innovation“ kommt hier die bayrische Wasserwirtschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu betrachten, mit Vertretern aus Politik und Behörden in den Dialog zu treten und sich an den Diskussionen zu beteiligen. So wird am 18. und 19. März 2026 das Ku‘Ko – Kultur+Kongress Zentrum in Rosenheim erneut zum zentralen Treffpunkt der bayerischen Wasserwirtschaft. Anmeldungen sind nur noch bis zum 27. Februar möglich!

Die Tagung bietet praxisnahe Einblicke und regen Austausch zu Themen wie der Sicherstellung der Wasserversorgung im Zeichen des Klimawandels. Zu den bereits angekündigten Fachbeiträgen gehören:

  • „Der Kampf ums Wasser: Im Jahrhundert der Dürre“ – Jürgen Rahmig
  • „Einsatz von KI in der Wasserversorgung am Beispiel der Stadtwerke Trier“ – Gunnar Brüggmann (Leitung Geschäftsentwicklung, Xylem Vue) verdeutlichen sowohl die aktuellen Risiken als auch die Chancen durch moderne Technologien.
  • „Smart-SWS – Kopplung von Hochwasserschutz und Dürrevorsorge als Anpassung an den Klimawandel“ – Lea Augustin, Technische Universität München
  • Vortrag des Bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber zur Novelle des Bayerischen Wassergesetzes
  • Podiumsdiskussion zum Thema „Klimawandelanpassung, Resilienz, Finanzierung – wie gelingt die Wasserwende?“ mit:
    – Alexander Flierl, MdL, CSU
    – Marina Jakob, MdL, Freie Wähler
    – Christian Hierneis, MdL, Bündnis 90/Die Grünen

 

Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute aus Wasserwirtschaft, Stadtwerken, Behörden und Politik und bietet eine zentrale Möglichkeit für Diskussion, Vernetzung und den Dialog über nachhaltige, innovative Lösungen und Best Practices. Damit wird die Veranstaltung zu einer zentralen Plattform für die bayerische Wasserwirtschaft, um Wissen zu teilen, Kooperationen zu fördern und gemeinsam zukunftsfähige Strategien für die Wasserversorgung zu entwickeln.

Weitere Infos auf der Webseite der Tagung

Mehr Details


Quelle: VBEW Fachtagung

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26. Göttinger Abwassertage

18. Februar 2026 um 12:11

Gerade für kommunale Entscheidungsträger/innen und Ingenieur/innen bietet die Teilnahme einen besonderen Mehrwert: Die Abwasserwirtschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen wie Klimaanpassung, wachsendem Sanierungsbedarf, wirtschaftlichem Druck, steigenden gesetzlichen Anforderungen und dem Anspruch auf nachhaltige Lösungen. Die Göttinger Abwassertage 2026 liefern hierzu praxisnahe Orientierung, aktuelles Fachwissen und konkrete Lösungsansätze, die sich unmittelbar in die tägliche Arbeit integrieren lassen. Darüber hinaus schafft die Veranstaltung Raum für einen intensiven fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet – ein Vorteil, der von den Teilnehmenden Jahr für Jahr besonders geschätzt wird.

Schwerpunkte 2026

Kommunale Praxis im Fokus: Zukunftsstrategien aus erster Hand
Der Auftakt der Veranstaltung steht ganz im Zeichen kommunaler Erfahrungen und Lösungsansätze. Vertreter/innen aus Leopoldshöhe, Goslar, Hürth und Duisburg berichten aus der Praxis und zeigen auf, wie Kommunen Themen wie Klimaanpassung, Hochwasserschutz, Öffentlichkeitsarbeit und nachhaltige Sanierungsstrategien konkret umsetzen.

Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung
Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Niederschlagswasserbewirtschaftung, Versickerungskonzepte und digitale Anwendungen. Auf dem Programm stehen unter anderem:

  • „Neue Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen gemäß DWA-A 138-1“ (Prof. Dr.-Ing. Mathias Kaiser)

  • Digitalisierung im Starkregenmanagement

  • Drei Jahre kommunale Starkregenberatung in Göttingen – ein Praxisbericht

Rechtliche Entwicklungen – Sicherheit im Wandel
Rechtsfragen gewinnen in der Abwasserwirtschaft zunehmend an Gewicht. Ob neue EU-Vorgaben oder Haftungsfragen beim Überflutungsschutz – renommierte Fachjuristinnen und -juristen erläutern aktuelle Entwicklungen und geben praxisnahe Handlungsempfehlungen.

Technische Innovationen und Sanierungspraxis
Der zweite Veranstaltungstag widmet sich intensiv der Sanierung, Qualitätssicherung und technischen Weiterentwicklungen. Themen sind unter anderem:

  • Vergaberecht und Ingenieurleistungen

  • Qualitätssicherung in der Bauausführung

  • Sanierung von Anschlussleitungen

  • „Bestandskanäle und -leitungen in Wasserschutzgebieten: DWA-konforme Gefährdungsbeurteilung als Teil der Sanierungspriorisierung“ (Gregor Breedveld)

  • Praxisbeispiele aus urbanen und ländlichen Räumen


Ausstellung und Netzwerken

Parallel zur Fachtagung präsentieren zahlreiche Aussteller innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Die Praxisblöcke ermöglichen den direkten Austausch mit Herstellern und Fachunternehmen. Ein gemeinsames Get-together am ersten Veranstaltungsabend schafft zudem Raum für vertiefte Gespräche und aktives Networking.


Zielgruppe

Die Göttinger Abwassertage richten sich an:

  • Kommunale Abwasserbetriebe und Stadtentwässerungen

  • Ingenieur- und Planungsbüros

  • Behörden und Einrichtungen der Wasserwirtschaft

  • Fachunternehmen der Kanal- und Sanierungstechnik

  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Kurzum: Die Veranstaltung ist ideal für alle, die Verantwortung für Planung, Betrieb und Weiterentwicklung der Abwasserinfrastruktur tragen und sich in einem dynamischen fachlichen Umfeld fundiert informieren und vernetzen möchten.

Zur Veranstaltung

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Pharma- und Kosmetikindustrie ohne Erfolg vor dem EuG: Gericht stützt Rechtsauffassung von BDEW und VKU

19. Februar 2026 um 15:17

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßen die Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union (EuG), die Klagen der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie gegen zentrale Elemente der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) als unzulässig abzuweisen. Damit folgt das Gericht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, die sich im Verfahren als Streithelfer positioniert hatten.

Gericht bestätigt erweiterte Herstellerverantwortung

Insgesamt hatten 16 Verfahren, zusammengefasst in drei Hauptverfahren, das Ziel, die in der Richtlinie festgeschriebene erweiterte Herstellerverantwortung aufzuheben. Diese verpflichtet erstmals auch Hersteller von Arznei- und Kosmetikprodukten, sich an den Kosten der sogenannten vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen zu beteiligen. Also an der Entfernung von Mikroschadstoffen, die aus ihren Produkten stammen.

Die Gerichtsentscheidung entspricht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, wonach die Klagen vor dem europäischen Gericht keinen Bestand haben konnten. Vor diesem Hintergrund hatten die beiden Verbände den Streitbeitritt vor dem Europäischen Gericht gegen die Klagen der Pharma- und Kosmetikindustrie beantragt.

Meilenstein für Umweltökonomie und Gewässerschutz

Nach Auffassung von BDEW und VKU markiert die Gerichtsentscheidung einen umweltökonomischen Meilenstein für den Gewässer- und Gesundheitsschutz in Europa. Sie setze das Verursacherprinzip konsequent um und lege die Grundlage für eine nachhaltigere Finanzierung der Abwasserreinigung in Europa. Entscheidend sei nun, dass Deutschland die überarbeiteten EU-Vorgaben zügig und ohne nationale Sonderregelungen in nationales Recht überführt.

Appell an die Industrie: Vom Klagen zum Mitgestalten

Die beiden Verbände rufen die Pharma- und Kosmetikindustrie dazu auf, ihre bisherige Abwehrhaltung aufzugeben und sich aktiv an der Umsetzung der Richtlinie zu beteiligen. „Die Richtlinie ist beschlossen – jetzt ist die Zeit für Dialog und gemeinsame Verantwortung“, betonen BDEW und VKU. Sie fordern die pharmazeutische und kosmetische Industrie auf, sich aktiv und konstruktiv an der Umsetzung zu beteiligen sowie Verantwortung für die von ihnen verursachten Spurenstoffe zu übernehmen.

 


Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

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Jubiläum beim StEB Köln: 30 Jahre Hochwasserschutzkonzept

13. Februar 2026 um 07:48

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier standen die Würdigung von 30 Jahren Hochwasserschutzkonzept, eine Pressekonferenz sowie die jährliche Hochwasserschutzübung, bei der der Aufbau mobiler Schutzanlagen unter realistischen Bedingungen trainiert wurde. Vielfältige Informations- und Mitmachangebot für die Bevölkerung begleiteten den Tag. Das Hochwasserschutzkonzept wurde nach den extremen Hochwassern der Jahre 1993 und 1995 einstimmig vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Es markierte einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Hochwasser: weg vom reinen Reagieren hin zu einem vorausschauenden, systematischen und langfristig angelegten Schutz der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Für Ulrike Franzke, Vorständin der StEB Köln, standen am Hochwasserschutz-Tag neben der Technik vor allem der feierliche Anlass und die gemeinsame Leistung vieler Beteiligter im Fokus:

30 Jahre Hochwasserschutzkonzept bedeuten 30 Jahre Verantwortung, Weitsicht und konkrete Sicherheit für Köln. Dieses Jubiläum zeigt, was möglich ist, wenn Politik, Verwaltung und Einsatzkräfte konsequent zusammenarbeiten – und wenn Vorsorge nicht nur beschlossen, sondern auch umgesetzt wird.“

Langfristiger Hochwasserschutz über Köln hinaus

Torsten Burmester, Kölns Oberbürgermeister im Gespräch mit Ulrike Franzke. Quelle: StEB Köln/Peter Jost

Seit 1995 wurden auf Grundlage des Konzepts unter anderem 28 Kilometer neue Hochwasserschutzmauern gebaut, 27 Kilometer bestehende Anlagen saniert und die Retentionsräume Langel und Worringen entwickelt. Heute umfasst der Hochwasserschutz in Köln rund 70 Kilometer Rheinufer, davon fast 11 Kilometer mobile Schutzwände. Bei Hochwasserereignissen in den Jahren 1999, 2011, 2018 und 2021 konnte die Stadt somit vor größeren Schäden bewahrt werden. Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte die über die Stadtgrenzen hinausgehende Bedeutung des Kölner Hochwasserschutzes:

„Köln hat beim Hochwasserschutz Pionierarbeit geleistet. Seit drei Jahrzehnten zeigt die Stadt, wie wir uns konsequent gegen extreme Hochwasserereignisse wappnen können. Das Kölner Konzept ist in Zeiten des Klimawandels ein Beispiel dafür, wie vorausschauende Planung und innovative Maßnahmen nicht nur eine Stadt, sondern auch Regionen flussabwärts wirksam schützen können. Für uns im Land ist klar: Wir investieren weiter massiv in diese Vorsorge. Es gibt keine absolute Sicherheit, aber wir können uns bestmöglich vorbereiten – so wie hier in Köln.“

Auch William Wolfgramm, Kölner Dezernent für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften, hob den langfristigen Wandel im Umgang mit Hochwasser hervor:

„Mit dem Hochwasserschutzkonzept hat Köln aus den Erfahrungen der 1990er-Jahre klare Konsequenzen gezogen. Es steht für einen echten Paradigmenwechsel: weg vom Improvisieren, hin zu Vorsorge und langfristiger Sicherheit für eine wachsende Stadt am Rhein.“

Gemeinsam zum Ziel

Ein zentraler Bestandteil der Feier waren die gut besuchten Hochwasserschutz-Führungen durch die Altstadt. Dabei erhielten die Bürger*innen anschauliche Einblicke in die technischen Schutzmaßnahmen entlang des Rheins und in die Abläufe im Hochwasserfall. Das Programm wurde durch Infostände der StEB Köln, des THW, der DLRG und des HochwasserKompetenzCentrums (HKC) sowie durch Angebote der Wasserschule ergänzt. Parallel zur Bürgerveranstaltung fand die jährliche Hochwasserschutzübung statt. Dabei wurden unter anderem mobile Hochwasserschutzwände, der Notausstieg des Rheinufertunnels sowie ein Rettungssteg aufgebaut. Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte beteiligt, die 123 Stützen und 1.603 Dammbalken montierten.

„Hochwasserschutz funktioniert nur, wenn Abläufe sitzen und das Zusammenspiel aller Beteiligten regelmäßig geübt wird. Der Hochwasserschutz-Tag verbindet genau das: Information, Übung und den Dialog mit den Menschen in Köln“, so Ulrike Franzke.

Der Hochwasserschutz-Tag hat gezeigt: Hochwasserschutz ist mehr als Technik – er ist eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Infrastrukturbetreibern und Bevölkerung. Die StEB Köln haben das Jubiläum bewusst als offenen und erlebbaren Anlass gestaltet, der fachliche Expertise mit Bürgernähe verbindet. Gleichzeitig läutete der Tag das Jubiläumsjahr der StEB Köln ein. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.


Quelle: Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR

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Technologiekonzern gründet Bildungs-, Innovations- und Kooperations-Hub

13. Februar 2026 um 07:15

Die erste Partnerschaft der neuen Institution richtet sich an Studierende und Experten: Zusammen mit der international anerkannten Heriot-Watt University konzipiert die Global Water AI Academy ein im internationalen Hochschulsystem anerkanntes Bildungsangebot.

„Die Gründung der Global Water AI Academy folgt konsequent unserer übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategie“, ordnet Oliver Hermes, President & Global CEO der Wilo Group, ein. „Wir verbessern die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt, indem wir Wassertechnologie und KI systematisch verschmelzen.“

Ausdruck findet dieser Ansatz im Leitbild Water AI – Wilos Antwort auf das KI-Zeitalter.

Hermes: „Wir sprechen von den drei Es: Embed, Enable, Embrace. Wir integrieren KI in unsere Lösungen, die im Markt wiederum nachhaltige Wirkung Impact erzeugen. Dazu zählt auch, dass sie die gesamte Wertschöpfungskette von KI befähigen. Und selbstverständlich umarmen wir bei Wilo KI in unserer täglichen Arbeit.“

Konkret unterstützten Wilos nachhaltige und KI-integrierte Lösungen den Aufbau von smarten und wassereffizienten urbanen Regionen, so der Wilo-CEO. Zudem werde der Zugang zu sauberem Wasser intelligenter gesteuert – und so verbessert. Die Nahrungsmittelsicherheit steige ebenfalls, etwa durch digitale Lösungen in der landwirtschaftlichen Bewässerung.

„Auch die Gesundheitsversorgung wird durch den Einsatz von KI in der Wassertechnologie verbessert. Und schließlich ist das Digitale & KI-Zeitalter selbst von smarten Wassertechnologien abhängig: Wir befähigen die Infrastrukturen der KI-Wirtschaft, wassereffizient zu sein“, sagt Oliver Hermes. „Unser strategisches Leitbild WATER AI folgt genau dieser Erkenntnis: Nur, wenn wir Wasser und KI zusammendenken, ist eine nachhaltige Zukunft möglich.“

Kooperation mit der Heriot-Watt University

Die Heriot-Watt University (HWU) ist eine staatliche Universität mit Hauptsitz in Edinburgh in Schottland sowie internationalen Campus in Dubai und Malaysia. Vor über 20 Jahren gründete sie als erste ausländische Universität einen Campus in Dubai. Die HWU Dubai und die Wilo Group, deren regionales Headquarter für die AMEA-Region sowie eine jüngst erweiterte Green Fab in Dubai ansässig sind, blicken bereits auf mehrere Jahre Partnerschaft zurück. Der erste gemeinsam konzipierte Online-Modulkurs ist zertifikatsberechtigt sowie Credit-Point-basiert.

„Wir freuen uns sehr, diese Partnerschaft mit Wilo eingegangen zu sein. Wasser und KI sind zwei Säulen des globalen Fortschritts und zugleich Bereiche international anerkannter Expertise der Heriot-Watt University. Unsere Online-Lernmodule bieten ein Maß an Qualität und Engagement, das einen neuen Benchmark für digitale Bildung setzt. Jedes Modul ist sorgfältig gestaltet, um akademische Strenge mit einer intuitiven, benutzerfreundlichen Erfahrung zu verbinden und sicherzustellen, dass die Lernenden von sinnvollem und wirkungsstarkem Inhalt auf eine ansprechende und spannende Weise profitieren“, sagt Prof. Lynne Jack, Deputy Vice Principal der Heriot-Watt University Dubai.

Zielgruppe

Die Global Water AI Academy richtet sich mit ihrem Angebot an eine breite Gruppe von Schüler:innen, Auszubildenden, Studierenden, Berufseinsteiger:innen und Berufserfahrenen. Zwar wird die Academy vom Dortmunder Konzernhauptsitz der Wilo Group aus gesteuert, sie zielt aber auf eine weltweit vernetzte Wissens- und Innovations-Community ab. Gleiches gilt für das Partnernetzwerk, das kontinuierlich erweitert wird und von den Angeboten ebenfalls profitiert.


Quelle: WILO SE

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Zeigen Sie, was wirklich funktioniert – Call for Papers zur IFAT 2026

12. Februar 2026 um 15:10

Gesucht werden:

✔ Anwenderberichte

  • Praxisberichte aus kommunalen und industriellen Anlagen

  • Innovative Betriebs- und Optimierungskonzepte

  • Erfahrungsberichte zu Sanierungs- und Infrastrukturprojekten

  • Digitalisierung, Automatisierung und KI in der Wasserwirtschaft

  • Energieeffizienz, Klimaanpassung und Resilienzstrategien

✔ Fachberichte

  • Neue Verfahren und Technologien in der Wasser- und Abwasserbehandlung

  • Spurenstoffelimination & vierte Reinigungsstufe

  • Ressourcenrückgewinnung (Phosphor, Energie, Wertstoffe)

  • Wasserwiederverwendung & Kreislaufwirtschaft

  • Nachhaltigkeitsstrategien & regulatorische Entwicklungen

Zielgruppe:

Fach- und Führungskräfte aus Kommunen, Industrie, Ingenieurbüros, Forschungseinrichtungen und Behörden.

Beitragsumfang:

– Anwenderberichte: 12.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) mit bis zu 6 Abbildungen
– Fachberichte: 20.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) mit bis zu 10 Abbildungen

Redaktionsschluss: 16.03.2026

Die gwf Wasser/Abwasser wird in großer Auflage zur IFAT Munich verteilt. Zeigen Sie, wie innovative Lösungen unter realen Bedingungen funktionieren – mit messbaren Ergebnissen und Learnings für die Branche.

Zudem wird eine Sonderausgabe der englisch-sprachigen WaterSolutions erscheinen. Weitere Informationen.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!
>> Kontakt

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DVGW-Stellungnahme zum neuen Düngegesetzentwurf

09. Februar 2026 um 09:29

Dr. Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V., zum Düngegesetz:

„Das Düngegesetz und seine Verordnungen sind entscheidend, um die seit Jahren anhaltende Nitratbelastung im Grundwasser zu reduzieren. Übermäßiges Düngen bedroht die Ressourcen für unser Trinkwasser – hier braucht es eine klare Kehrtwende. Die Politik hat jetzt die Chance, mit einer sachgerechten Weiterentwicklung des Düngerechts wirksamen Gewässerschutz durchzusetzen und zugleich landwirtschaftlichen Betriebe von übermäßiger Bürokratie zu entlasten.

Ein zentrales Element muss ein schlankes und verursachergerechtes Wirkungsmonitoring sein. Ohne Nährstoffbilanzen wird das nicht gelingen. Sie lassen sich einfach und robust auf Basis betrieblicher Daten erstellen. So werden sowohl gewässerschonende Betriebe sichtbar als auch solche mit überhöhten Stickstoffüberschüssen. Das ermöglicht verursachergerechte, zielgenaue Vorgaben und bildet zugleich eine belastbare Grundlage für das Risikomanagement in Trinkwassereinzugsgebieten.

Zusätzlich zur Verordnungsermächtigung für die Einführung des Wirkungsmonitorings muss das Düngegesetz die Voraussetzung für betriebliche Nährstoffbilanzen schaffen. Durch die Streichung der Regelungen zur Stoffstrombilanz ist das mit dem vorliegenden Entwurf nicht der Fall. Daher müssen entsprechende Regelungen in die Düngeverordnung aufgenommen werden. Ohne eine effektive Nitratregulierung darf das neue Düngegesetz nicht in Kraft treten.“


Quelle: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)

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Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee

09. Februar 2026 um 07:32

Die seit Anfang Januar über weite Teile der Ostsee vorherrschenden, oft starken Ostwinde haben dazu geführt, dass große Wassermengen aus dem Binnenmeer durch die Meerengen der Beltsee zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden in Richtung Nordsee hinausgedrückt wurden. In Folge ist der mittlere Wasserstand der Ostsee deutlich abgesunken. Am Pegel Landsort-Norra vor der schwedischen Küste wurde am 5. Februar ein Tagesmittelwert von mehr als 67 Zentimetern unter dem langjährigen mittleren Wasserstand gemessen. Damit wurde der niedrigste Wert registriert, der seit Beginn der kontinuierlichen Pegelbeobachtungen im Jahr 1886 dokumentiert ist.

Nach aktuellen Berechnungen von IOW-Forschenden fehlen der Ostsee dadurch zurzeit rund 275 Kubikkilometer Wasser im Vergleich zum langjährigen Mittel. In der über 140-jährigen Messreihe wurden nur in fünf weiteren Jahren ähnlich niedrige Wasserstände mit Abweichungen von mehr als 60 Zentimetern unter Normalnull gemessen. Das letzte vergleichbare Ereignis liegt mehr als vier Jahrzehnte zurück und datiert auf den März 1980 (s. u., weiterführende Informationen). Die Pegelmessungen auf der Insel Landsort werden kontinuierlich durch das Schwedische Meteorologische und Hydrologische Institut (SMHI) durchgeführt und veröffentlicht.

Voraussetzungen für Salzwassereinströme aus der Nordsee

Bereits Ostsee-Füllstände von 20 cm unter dem mittleren Meeresspiegel (MSL) gelten in der Ozeanographie als eine gute Voraussetzung für das Auftreten großer Salzwassereinbrüche aus der Nordsee in die Ostsee. Mit dem aktuellen Extremwert von – 65 cm MSL bestehen daher außergewöhnlich gute Startbedingungen für ein derartiges Großereignis.

Der Blick der IOW Forschenden richtet sich derzeit jedoch nicht nur auf die momentanen Pegelstände, sondern auch auf die weitere meteorologische Entwicklung in den kommenden Tagen und Wochen. Denn damit es zu einem überdurchschnittlich großen Einstrom von Nordseewasser in die Ostsee kommen kann, muss die derzeitige Ostwindlage enden und durch anhaltende Westwinde abgelöst werden, die dann salz- und sauerstoffreiches Nordseewasser in die Ostsee hineindrücken. Dies ist insbesondere für die tiefen zentralen Becken der Ostsee von großer ökologischer Bedeutung, da dort oft über Jahre oder Jahrzehnte Sauerstoffmangel in den tiefen Wasserschichten herrscht.

„Die Chancen für einen größeren Einstrom in den kommenden Wochen sind so hoch wie schon lange nicht mehr“, erklärt Michael Naumann, einer der Koordinatoren des IOW-Langzeitbeobachtungsprogramms. „Nach den hier bei uns am IOW berechneten Zeitreihen zu Salzwassereinstrom-Ereignissen in die Ostsee liegt die Wahrscheinlichkeit aktuell bei 80 bis 90 Prozent“, so Naumann.

Um das tatsächliche Eintreten eines Salzwassereinstroms und sein Ausmaß detailliert zu erfassen, nutzt das IOW unter anderem Daten der autonomen Messstation Darßer Schwelle in der Westlichen Ostsee. Sie ist eine der drei Stationen des MARNET-Netzwerks, die das IOW im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) betreibt und kontinuierlich Informationen zu Strömung, Salzgehalt und Sauerstoff erfasst. Daten anderer Ostsee-Messstationen sowie Messungen von Forschungsschiffen im relevanten Zeitraum ergänzen das Bild über die Auswirkungen im Ökosystem bis in die Zentrale Ostsee.

Salzwassereinbruch - Quantifizierung

Das Ausmaß eines Salzwassereinbruchs von der Nord- in die Ostsee quantifiziert man anhand der Salzmenge, die im einströmenden Wasser 17 g/kg Salzgehalt im Zuge der Haupteinstromphase in die Westliche Ostsee transportiert wurde und die Darßer Schwelle sowie die Drogden Schwelle passiert hat. Übersteigt der Salzimport eine Gigatonne (GT), spricht man von einem besonders intensiven Einstromereignis, einem sogenannten „Major Baltic Inflow“.

Kalter Wintereinstrom mit besonderer Bedeutung für Tiefenwasser

Eine Besonderheit eines möglichen großen Einstromereignisses im späten Winter liegt in den niedrigen Temperaturen des einströmenden Nordseewassers.

„Wenn der Einstrom jetzt kommt, hätte dies gleich zwei Effekte, die für die tiefen Ostseebecken von Bedeutung sind“, hebt Volker Mohrholz, stellvertretender Leiter der IOW-Abteilung Physikalische Ozeanographie, hervor. „Kaltes Wasser kann deutlich mehr Sauerstoff aufnehmen als warmes und würde damit – bezogen auf sein Volumen – überdurchschnittlich viel Sauerstoff in die tiefen Becken transportieren. Außerdem könnte ein Einstrom ausreichender Intensität die seit rund zwei Jahrzehnten anhaltend erhöhten Tiefenwassertemperaturen in den zentralen Ostseebecken beenden“, so Mohrholz, der sich auf die Kopplung physikalischer und biogeochemischer Prozesse im Meer spezialisiert hat.

Gegenwärtig führen die erhöhten Temperaturen zu einer verstärkten mikrobiellen Aktivität in diesen Tiefenbereichen. Das beschleunigt den Abbau organischer Substanz, etwa abgestorbene, herabgesunkene Algenblüten, und geht mit einer erhöhten Sauerstoffzehrung einher. Unter anderem macht mangelnder oder komplett aufgezehrter Sauerstoff tiefe Wasserschichten für Fische und andere höhere Lebewesen unbewohnbar und kann auch zur Freisetzung von Nährstoffen aus dem Sediment und damit zu einer internen Nährstoffbelastung der Ostsee führen.

„Die Kombination aus langjährigen Beobachtungen und aktuellen Messdaten erlaubt es uns, sowohl die Intensität als auch die potenziellen Auswirkungen eines Einstroms genau zu bewerten“, sagt Michael Naumann. „Deswegen bereiten wir uns auf umfangreiche, auf das Ereignis abgestimmte, Messungen im Rahmen unseres Langzeitbeobachtungsprogramms vor. Das IOW-Schiff Elisabeth Mann Borgese ist allein in den kommenden acht Wochen 49 Tage in relevanten Seegebieten unterwegs, so dass sich hier zusätzliche gute Messmöglichkeiten bieten“, so der Ozeanograph abschließend.


Quelle: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

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Bundesverwaltungsgericht unterstreicht hohen Stellenwert des Gewässerschutzes im Düngerecht

05. Februar 2026 um 07:16

Die veröffentlichten Urteilsbegründungen des Bundesverwaltungsgerichts zur Ausweisung roter Gebiete in Bayern unterstreichen den hohen Stellenwert des Gewässerschutzes im Düngerecht. Das Gericht stellt klar, dass die bisherigen bundesrechtlichen Vorgaben zur Gebietsausweisung nicht hinreichend bestimmt sind und rechtssicher fortentwickelt werden müssen. Die Entscheidung betrifft damit die formell-rechtliche Ausgestaltung der Gebietsausweisung, nicht jedoch die fachliche Notwendigkeit wirksamer Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen. Die materiellen Düngebeschränkungen zum Schutz der Gewässer werden vom Gericht ausdrücklich nicht in Frage gestellt.

Rechtliche Defizite müssen zügig behoben werden

Aus Sicht des BDEW, der mitzeichnenden Verbände und ver.di ist nun entscheidend, dass die festgestellten rechtlichen Defizite zügig behoben werden, ohne das bestehende Schutzniveau für Grund- und Oberflächengewässer abzusenken.

„Die Urteilsbegründungen sind als klarer Auftrag zu verstehen, das Düngerecht rechtsstaatlich präzise, vollzugsfest und zugleich wirksam im Sinne des Gewässerschutzes weiterzuentwickeln“, so Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser beim BDEW. „Jetzt kommt es darauf an, die rechtlichen Vorgaben schnell und präzise nachzuschärfen, damit belastete Gebiete weiterhin wirksam geschützt werden können. Sauberes Grund- und Trinkwasser braucht klare Regeln, Rechtssicherheit und einen verlässlichen Vollzug.“

Es braucht ein nationales Aktionsprogramm

Darüber hinaus hat das Bundesverwaltungsgericht bereits mit Urteil vom 8. Oktober 2025 festgestellt, dass zur Einhaltung des Grenzwerts von 50 mg/l Nitrat im Grundwasser ein den Vorgaben des Düngegesetzes entsprechendes nationales Aktionsprogramm erforderlich ist. Die aktuellen Urteilsbegründungen verdeutlicht insgesamt den dringenden Handlungsbedarf. Rechtliche Unsicherheiten oder Verzögerungen dürfen nicht zu einer Absenkung des Gewässerschutzniveaus oder zu steigenden Nährstoffeinträgen in bereits belasteten Regionen führen.

Der BDEW, die mitzeichnenden Verbände und Ver.di fordern daher den Bund auf, kurzfristig eine rechtssichere Neuregelung der Ermächtigungsgrundlagen vorzulegen und gemeinsam mit den Ländern eine tragfähige Lösung für die Gebietsausweisung zu schaffen, die den Anforderungen des Gewässerschutzes und den unionsrechtlichen Verpflichtungen gleichermaßen gerecht wird. Andererseits ist auch zu prüfen, ob die Bundesländer auch eigene Ermächtigungsmöglichkeiten aus der jetzigen Formulierung der Düngeverordnung ausüben können.

Die Nitratinitiative

Die Nitratinitiative besteht aus einer Gewerkschaft (ver.di), zehn Umweltverbänden und dem BDEW. Das gemeinsame Ziel ist es, die Nitratkonzentration in Gewässern zu begrenzen. Mit zielgerichteten Beiträgen und Aktionen soll auf die Notwendigkeit einer gewässer- und umweltverträglichen Landwirtschaft aufmerksam gemacht werden, denn sauberes Wasser ist ein hohes Gut.

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