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Der Förderverein des IWW Instituts für Wasserforschung stellt sich vor

11. Juni 2026 um 08:50

Der Förderverein des IWW Zentrum Wasser unterstützt das IWW Institut für Wasserforschung sowohl ideell als auch finanziell. Ziel des Vereins ist es, Forschung, Entwicklung und Weiterbildung in der Wasserwirtschaft nachhaltig zu fördern und zu stärken. Im Rahmen des Fördervereins pflegt das IWW einen intensiven Austausch mit relevanten Akteuren der Branche. Dazu zählen Unternehmen aus dem Anlagenbau, Ausrüster, Lieferanten, Gerätehersteller sowie Beratungs- und Planungsbüros. Aktuell engagieren sich über 60 Unternehmen aktiv im Verein. Im Vorstand des Fördervereins sind Dr. Achim Gahr, Thomas Bittinger und Dr. Helmut Uhlmann tätig. Sie haben uns freundlicherweise einige Fragen zur Mitgliedschaft und zur Arbeit des Vereins beantwortet.

Was hat Sie dazu bewegt, Mitglied im Förderverein des IWW Zentrum Wasser zu werden?

Dr. Helmut Uhlmann: Vor meinem Eintritt in die a.p.f Aqua System AG – zunächst als Aufsichtsratsmitglied, dann als Vorstand und später als Miteigentümer – leitete ich viele Jahre die Abteilung Organik eines privaten Laboratoriums. Aus dieser Zeit kannte ich das IWW eher als Mitbewerber, dessen hohe fachliche Kompetenz schon damals bekannt war. Durch gemeinsame Forschungsvorhaben meiner Firma mit Prof. Dr. Thorsten Schmidt aus der Analytischen Chemie der Universität Essen wurde ich auf den Förderverein aufmerksam und zu einer Mitarbeit eingeladen. Die Offenheit in der Kommunikation mit den Mitgliedern, die Vielschichtigkeit der Themen – von politischen Vorhaben bis hin zu praxisbezogenen analytischen Umsetzungen – sowie die Nähe zu Entscheidungsträgern beeindrucken mich bis heute. All das hat meine Entscheidung für eine Fördermitgliedschaft bestärkt.

Dr. Achim Gahr: In meiner nunmehr 30-jährigen Tätigkeit im Bereich der Wasser- und Abwasserwirtschaft ist mir das IWW als wasserforschende Institution mit starkem Praxisbezug und einem engen Netzwerk in die Branche seit Langem bekannt. Seit wann genau, kann ich rückblickend allerdings nicht mehr genau sagen; ich denke aber, es sind etwa 25 Jahre. Das technologisch breit aufgestellte Profil, die kompetenten Kontaktpersonen und die fachlich neutrale, also sich der reinen Sache widmende Position habe ich immer als großen Anreiz empfunden, in einen engeren kooperativen Austausch mit dem IWW zu gehen. Und genau dafür bieten sich der Förderverein und eine Mitgliedschaft an.

Thomas Bittinger: Wir sind bereits vor etlichen Jahren als damalige inge GmbH dem Förderverein des IWW Zentrum Wasser beigetreten. Ausschlaggebend war für uns der Wunsch, das IWW gezielt zu fördern und als starken wissenschaftlichen Partner weiter auszubauen. Uns war es wichtig, gemeinschaftliche Projekte fachlich zu stärken und eine solide wissenschaftliche Basis für neue Entwicklungen zu schaffen. Gerade das Thema Ultrafiltration, das zu diesem Zeitpunkt noch eine vergleichsweise neue Innovation war, sollte durch fundierte Forschung besser belegt und weiter vorangebracht werden. Zudem konnten wir durch die enge Zusammenarbeit mit dem IWW wissenschaftliche Erkenntnisse deutlich schneller gewinnen, bewerten und in die Praxis überführen – insbesondere bei Pilotierungen direkt bei Betreibern, bei denen sich neue Lösungen unter realen Bedingungen testen und gemeinsam weiterentwickeln ließen.

Was für einen Mehrwert für Ihr Unternehmen ziehen Sie aus der Mitgliedschaft?

Dr. Helmut Uhlmann: Als Teil des DVGW-Netzwerks ist das IWW national wie europäisch hervorragend vernetzt und stets am Puls relevanter Entwicklungen. Die hohe fachliche Kompetenz des IWW ermöglicht es uns, rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können und sicherzugehen, keine Trends zu verpassen. Dies wird durch die zahlreichen Veranstaltungen des IWW unterstützt. Ein Höhepunkt für mich persönlich ist jedes Jahr der IWW-Innovationstag, der stets Besonderes und Außergewöhnliches bietet.

Dr. Achim Gahr: Die Frage würde ich gerne in beide Richtungen beantworten, denn Unternehmen können von der Mitgliedschaft profitieren, gleichzeitig können sie mit ihrer Erfahrung aber auch das IWW unterstützen. Als Vertreter von Endress+Hauser sehen wir einen sehr großen Mehrwert in den hervorragenden Chancen für einen fachlichen Austausch und das Kennenlernen von Kompetenzträgern. Damit sind wir unmittelbar am Puls der Wasserforschung, verstehen Trends besser und können unsere Weichen für Kooperationen zielgerichteter stellen. Das steigert die Produktivität in der Umsetzung von Technologieprojekten und stellt sicher, dass sie ein hohes Verwertungspotenzial haben. Genau hier können wir einen Beitrag für das IWW leisten. Denn Projektergebnisse in die industrielle Praxis zu bringen und anschließend zu kommerzialisieren, ist Teil unserer täglichen Arbeit. Diese Erfahrungen können wir einbringen.

Thomas Bittinger: Aus der Mitgliedschaft im Förderverein des IWW Zentrum Wasser ziehen wir als Membranhersteller einen klaren Mehrwert in mehrfacher Hinsicht. Zum einen profitieren wir von der direkten Anbindung an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im nationalen, aber auch im internationalen Bereich, die wir gemeinsam mit dem IWW in konkrete Anwendungen überführen können – insbesondere bei der Entwicklung und Validierung unserer Membranen oder Ionentauscherharze. Darüber hinaus sind das starke Netzwerk und der intensive technische Austausch unschätzbar wertvoll. Besonders die regelmäßigen Veranstaltungen wie der Innovationsabend, der einmal im Jahr stattfindet, bieten ideale Gelegenheiten, andere Firmen kennenzulernen, die oft ganz andere Lösungsansätze verfolgen. In diesen lebhaften Diskussionen entstehen neue Ideen, Kooperationen und Perspektiven, die unsere Arbeit im Membranbereich bereichern und vorantreiben.

Welche Rolle spielt Wasserforschung Ihrer Meinung nach in der heutigen Zeit?

Dr. Helmut Uhlmann: Was uns alle in den letzten Jahren in der Wasserforschung umtreibt, überrascht mich selbst. Die rasanten Fortschritte in der Verbesserung der analytischen Nachweisgrenzen haben uns beispielsweise die Tür zur Non-Target-Analytik und zur Untersuchung polarer, mobiler Stoffe geöffnet, die in der aquatischen Umwelt kaum als existent galten. Unser Kernthema – Hygienisierung, Desinfektion und Sterilisation mit Chlordioxid und dessen Wirkungsmechanismen – konnte erst mit den Neuentwicklungen der Mikrobiologie analytisch belastbar beantwortet werden. Die Fortschritte in der Analytik verbessern fortlaufend die Bewertung der Wasserqualitäten. Verbraucher müssen allerdings verstehen, dass heute nahezu alles messbar geworden ist, wodurch der früher übliche Wert „null“ in der analytischen Bewertung nicht mehr vorkommen kann.

Dr. Achim Gahr: Kurz gesagt: eine außerordentlich große und immer wichtigere. Ich glaube, diese Antwort überrascht Sie nicht. Aus den Medien ist bekannt, dass die Umweltbelastungen zunehmen, die Veränderungen des Klimas ernst zu nehmende Folgen haben und die Ressource Wasser vielerorts immer knapper wird. Die Herausforderungen sind enorm, daran besteht kein Zweifel. Die Wasserforschung muss daher einen sehr hohen Stellenwert haben, denn sie muss zukunftsfähige Lösungen für die Gesellschaft entwickeln. Doch eine Frage stellt sich mir bei solchen Diskussionen immer: Wer muss die Lösungen denn entwickeln? Auch auf diese Frage ist die Antwort wieder einfach: wir selbst! Also all die Experten der Wasserwirtschaft sowie der Technologie- und Kompetenzzentren. Daher ist die Rolle der Wasserforschung nicht nur eine technologische, sondern sie wirkt sich auch darauf aus, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten müssen, um die Herausforderungen zu lösen.

Thomas Bittinger: Meiner Meinung nach spielt Wasserforschung in der heutigen Zeit eine zentrale Rolle für die nachhaltige Sicherung unserer Wasserressourcen. Angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und zunehmender Verschmutzung durch persistente Schadstoffe sind innovative Analytik- und Aufbereitungsmethoden unerlässlich. Fortschritte wie die präzise PFAS-Analytik, die vor einem Jahrzehnt noch nicht in diesem Umfang möglich war, verdeutlichen, wie wasserforschungsbasierte Innovationen messbare Grenzwerte ermöglichen und die Trinkwasserqualität objektiv verbessern. Ohne diese systematische Forschung blieben wir auf unzureichende Technologien beschränkt und könnten die drängenden Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht proaktiv adressieren.

Was war für Sie persönlich das schönste oder bedeutendste Erlebnis im Rahmen Ihrer Vereinsarbeit?

Dr. Helmut Uhlmann: Das ist leicht: Ich durfte beim IWW-Innovationstag 2018 die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop vor deren Schließung besuchen. Wir konnten unter Tage einfahren und den im Akkord laufenden Kohleabbau mit anderen IWW-Fördervereinsmitgliedern erleben – eine unglaubliche Erfahrung mit unvergesslichen Einblicken in die daraus resultierenden Ewigkeitsaufgaben. Dieser Tag ist kaum zu toppen. Dennoch arbeiten wir im Vorstand des IWW-Innovationsvereins daran und sind offen dafür, die Wünsche und Anregungen unserer Mitglieder umzusetzen.

Dr. Achim Gahr: Ganz ehrlich? Das schönste Erlebnis ist immer die Zusammenkunft am Vorabend des Innovationstages. Das ist eine wunderbare Gelegenheit, meine Vorstandskollegen zu treffen sowie – wie man so schön sagt – „alte Bekannte“ vom IWW oder aus dem Kreis der Vereinsmitglieder. Was mir besonders an diesen Begegnungen gefällt, ist der unkomplizierte Umgang, die mittlerweile sehr vertraute Atmosphäre und die offenen Gespräche. Die Unterhaltungen können fachlich, aber auch anspruchsvoll sein und fördern das Netzwerken, was ja auch eine wichtige Absicht des Fördervereins und des Innovationstages ist.

Thomas Bittinger: Für mich persönlich ist die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen Achim Gahr, Helmut Uhlmann und unserem ehemaligen Vorstandsmitglied Christoph Sailer das Schönste und Bedeutendste in der Vereinsarbeit. Wir diskutieren leidenschaftlich über Themen – sei es am Vorabend oder am Innovationstag selbst, außerhalb der Veranstaltungszeiten oder wenn wir uns treffen, um neue Erweiterungen oder Mitglieder zu gewinnen. Dadurch entstehen immer wieder neue Ideen, wo wir unseren Innovationstag durchführen können. Gerne nehmen wir auch Vorschläge unserer Mitglieder für Exkursionsorte und Themengebiete auf. Diese Begegnungen waren – und sind es immer noch – unglaublich unterhaltsam und bereichernd, weil wir gemeinsam über den Tellerrand hinausschauen.

Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für die Zukunft des Fördervereins?

Dr. Helmut Uhlmann: Wir leben in einer global vernetzten Welt mit globalen Herausforderungen – allein geht nichts mehr. Interdisziplinäres Arbeiten und das Denken weit über den Tellerrand hinaus sind unsere neue Realität. Als Vorstandsmitglied wünsche ich mir, diese Vielfalt gemeinsam mit ebenso motivierten Personen und Unternehmen weiter auszubauen.

Dr. Achim Gahr: Bei dieser Frage möchte ich gerne wieder auf einen Aspekt zurückkommen, den ich bereits genannt habe, und zwar die Rolle der Wasserforschung. Diese ist nicht nur technologisch, sondern vor allem auch kommunikativ orientiert. Der Förderverein könnte und sollte in Zukunft eine wesentlich stärkere Rolle dabei spielen, die richtigen Personen zusammenzubringen, um technologische Ideen und Neuerungen schneller in die Praxis zu überführen. In diesem Punkt sind wir meines Erachtens vor allem im internationalen Wettbewerb zu langsam. Administrative Hürden können wir natürlich nicht ändern, aber funktionierende Teams mit den richtigen Kompetenzen sowie Menschen, die für das Thema brennen, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig den Spaß nicht aus dem Auge verlieren, sind nach meiner Erfahrung ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor für Projekterfolge. Ich wünsche mir, dass der Förderverein hierfür zur idealen Plattform wird.

Thomas Bittinger: Für die Zukunft des Fördervereins wünsche ich mir eine stärkere Digitalisierung, die die Zusammenarbeit außerhalb der Innovationstage erleichtert. So könnten unsere Mitglieder noch enger und einfacher miteinander arbeiten – etwa in Fachteams, um Problemstellungen auf wissenschaftlicher Ebene zu diskutieren. Gerne würde ich sehen, dass durch den externen Blick eines anderen Mitglieds Hilfestellungen entstehen, um solche Herausforderungen gezielt zu lösen. Das würde unseren Austausch noch effektiver und dynamischer gestalten.

Wenn auch Sie Mitglied des IWW-Fördervereins werden möchten finden Sie weitere Information hier. Wir würden uns freuen, Sie in unserer Runde begrüßen zu dürfen.

Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts sind: Dr. Helmut Uhlmann, Dr. Achim Gahr und Thomas Bittinger

 

 

 

 

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IWW bei Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS an der HRW

11. März 2026 um 08:59

Am vergangenen Samstag fand die jährliche Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS der Mülheimer Rotary-Klubs an der Hochschule Ruhr West (HRW) statt. Rund 550 Schülerinnen und Schüler der Mülheimer Gymnasien und Gesamtschulen nahmen teil.

Das IWW präsentierte im Berufsfeld „Karriere in naturwissenschaftlichen Berufen“ die Ausbildung zur Chemielaborantin bzw. zum Chemielaboranten sowie die möglichen Karrierewege für Chemiker:innen und Water-Science-Studierende – bis hin zu Führungspositionen im Laborbereich.

Auf dem Podium vertreten waren Laura Wiegand (4. von links) aus der organischen Spurenanalytik sowie unser ehemaliger Auszubildender Jan Steinbring (2. von links). In persönlichen Gesprächen berichteten beide von ihrem Werdegang, erläuterten die Anforderungen verschiedener chemischer Berufe und beantworteten zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag dazu, motivierten Nachwuchs für das IWW zu begeistern – ein entscheidender Faktor, um den anstehenden Generationswechsel am Institut erfolgreich zu gestalten.

Bereichsleiter Ulrich Borchers war als Mitglied des Rotary-Klubs maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung beteiligt.

Der Beitrag IWW bei Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS an der HRW erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Positionspapier zu Extremhitze: Welche Strukturen braucht es, um Versorgung bei Hitzeextremen abzusichern?

Gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg und der Landesärztekammer Baden-Württemberg haben wir ein Positionspapier zu Extremhitze entwickelt, das politische Handlungsstrategien für mehr Krisenresilienz in Baden-Württemberg fordert.   Weiterlesen ... Positionspapier zu Extremhitze: Welche Strukturen braucht es, um Versorgung bei Hitzeextremen abzusichern?

Legionellen in Abwasser – LANUK NRW veröffentlicht überarbeitete Fassung des Arbeitsblatts 44

23. Februar 2026 um 08:38

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klimaschutz Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) hat eine umfassend überarbeitete Version des Arbeitsblatts 44 veröffentlicht. Fachleute des IWW haben maßgeblich an der Überarbeitung mitgewirkt.

Das aktualisierte Dokument präzisiert die fachlichen Anforderungen an die Probenahme und Analytik von Legionellen in Abwasser sowie in Oberflächengewässern. Es richtet sich vor allem an Prüflaboratorien, die entsprechende Untersuchungen durchführen. Die neue Fassung ist ab sofort online hier verfügbar.

Unternehmen und Institutionen, die Probenahmen oder Analysen zum Nachweis von Legionellen in Oberflächengewässern oder industriellem Abwasser durchführen lassen möchten, können sich direkt an Dr. Jan Frösler (j.froesler@iww-online.de) vom IWW wenden.

Der Beitrag Legionellen in Abwasser – LANUK NRW veröffentlicht überarbeitete Fassung des Arbeitsblatts 44 erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Mehr als 40 Verbände fordern: Kindergesundheit schützen, Limo-Abgabe einführen! 

Gemeinsam mit 46 Verbänden aus Gesundheit, Wissenschaft, Kinder- und Verbraucherschutz wenden wir uns in einem offenen Brief an die Bundesregierung. Wir fordern: Kindergesundheit stärken und eine Abgabe auf Süßgetränke einführen.  Weiterlesen ... Mehr als 40 Verbände fordern: Kindergesundheit schützen, Limo-Abgabe einführen! 

PARZELL Projekt: Wegweisende Forschung zur Reduktion von PFAS-Emissionen in Wasserstoffsystemen

12. Februar 2026 um 13:43

Mit dem Wachstum der Wasserstoffwirtschaft gewinnen Technologien wie die membranbasierte Wasserelektrolyse und Brennstoffzelle zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen eine flexible, saubere und hochdynamische Energieversorgung, sowohl stationär als auch mobil. Gleichzeitig stehen Hersteller und Betreiber jedoch vor einer zentralen Herausforderung: Beide Systeme basieren auf PFAS‑haltigen Membranen, deren langfristige Stabilität und Umweltverträglichkeit kritisch untersucht werden muss. Erste Studien belegen, dass diese Materialien während des Betriebs abgebaut werden können und dabei PFAS freisetzen. Aufgrund ihrer Persistenz und Gesundheits- und Umweltrisiken steht diese Substanzklasse im Fokus der regulatorischen Diskussion.

Um dieses Zukunftsthema wissenschaftlich fundiert zu untersuchen, arbeiten im PARZELL-Projekt drei starke Partner zusammen: Das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) GmbH bringt seine langjährige Expertise in der Entwicklung und Charakterisierung von Brennstoffzellen- und Elektrolysesystemen ein, während das IUTA – Institut für Umwelt & Energie, Technik & Analytik e. V. über umfassende Erfahrung in der Umweltanalytik, insbesondere im Bereich Luftreinhaltung, verfügt. Das IWW Institut für Wasserforschung gGmbH stärkt das Projekt mit seiner umfassenden Erfahrung in der Wasseranalyse, insbesondere bei komplexen Spurenstoffen und ihrem Verhalten in wasserführenden Systemen. Gemeinsam entwickeln die Partner innovative Methoden zur Probenahme, Probenvorbereitung und Analyse, um PFAS‑Emissionen in Prozesswasser und Abluft zuverlässig erfassen zu können. Darauf aufbauend werden die Emissionen bewertet und erste Gegenmaßnahmen diskutiert.

Um die fluorierten Substanzen möglichst umfangreich zu erfassen und aufgrund ihrer Diversität kommen unterschiedliche Analysetechniken zum Einsatz. Summenparameter und hochauflösende Massenspektrometrie kommen ebenso zum Einsatz wie quantitative Verfahren mittels Flüssigchromatografie und Tandem-Massenspektrometrie. Die daraus gewonnenen Daten bilden die Grundlage für eine differenzierte Risikobewertung. Darüber hinaus untersucht das Projektteam, unter welchen Betriebsbedingungen sich Emissionen minimieren lassen und welche technischen Maßnahmen, wie spezielle Filter- oder Abscheidesysteme, zur Emissionsreduktion beitragen können.

Das Projekt läuft von 2026 bis 2028 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Mit seinen Ergebnissen leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur sicheren Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien und unterstützt die Branche auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit.

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