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„Die Planetary Health-Brille werde ich für den Rest meiner beruflichen Laufbahn mit mir tragen.“ — Einblicke in ein Praktikum beim CPHP

Hawi Melka und Leonie Bernhard haben zeitgleich ihr Praktikum beim CPHP absolviert, kommen aber aus ganz unterschiedlichen Richtungen: Hawi als Ärztin aus Äthiopien, Leonie ist gelernte Ergotherapeutin. Im Gespräch erzählen sie, wie sie aus der Praxis zum CPHP gefunden haben, was sie in den Monaten gelernt haben und warum sie die „Planetary Health-Brille" so schnell nicht mehr ablegen werden.
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Zwischenstand von WRAP-GH2 Projekt nach einem Jahr Laufzeit

02. Juli 2026 um 11:16

Das vom Bundeministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit geförderte Projekt beschäftigt sich mit der Identifizierung von Wasserressourcen in Kombination mit Agrivoltaik für dezentrale Anwendungen von grünem Wasserstoff in Jordanien. Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt und steht gleichzeitig vor der Herausforderung, seine Energieversorgung klimaneutral und krisenfest aufzustellen. Hier setzt das Projekt WRAP-GH2 an: Im Rahmen einer zweijährigen Machbarkeitsstudie untersucht das Konsortium, wie die Erzeugung von grünem Wasserstoff (H2) in ariden Gebieten gelingen kann, ohne kostbare Frischwasserressourcen zu verbrauchen. Dabei liegt der innovative Kern des Projekts in der Kopplung dreier Subsysteme:

  • der Nutzung von alternativen Wasserressourcen wie beispielsweise Abwasser,
  • dem Einsatz von Agrivoltaik-Anlagen (AV) zur klimaschonenden Stromerzeugung und
  • die Erzeugung und Nutzung von grünem H2 mittels dezentraler Wasserstofftechnologien.

In einem Erklärvideo, das im Rahmen der initialen Projektphase erstellt wurde, erklärt das Projektteam, wie diese innovative Systemkopplung ineinandergreifen kann. Da der Austausch mit Stakeholdern vor Ort für das Projekt von großer Bedeutung ist, dient das Erklärvideo auch als strategisches Werkzeug, um die komplexe Thematik näher zu bringen. Der Link zum Video findet sich hier: Youtube-Video.

Wichtige Wegmarken im ersten Projektjahr waren:

  • PESTEL-Analyse: Zur systematischen Bewertung potenzieller Anwendungsfälle nach politischen, wirtschaftlichen, sozialen, technologischen, ökologischen und rechtlichen Kriterien (PESTEL) wurde zunächst ein umfassendes Excel-basiertes Analyseraster entwickelt und es wurden fünf potenzielle Standorte in Jordanien hinsichtlich der Umsetzung des betrachteten Gesamtsystems untersucht wurden;
  • GIS-Analysen: Für die Entwicklung der Anwendungsfälle wurden im Vorfeld zwei umfassende GIS-Projekte aufgesetzt zur Identifikation geeigneter Standorte hinsichtlich der Verfügbarkeit alternativer Wasserressourcen und Potentialflächen für AV.

In diesem Zusammenhang wurde der Campus der Jordan University of Science and Technology (JUST) als vielversprechender Standort für die Umsetzung des Systems identifiziert. Auf dem Campusgelände wird ein Klärwerk betrieben. In unmittelbarer Umgebung erfolgt zudem der Anbau von Oliven, wodurch sich für die verschiedenen Subsysteme wichtige Voraussetzungen ergeben. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Vertreter*innen der JUST und dem Wuppertal Institut mündete in einem Memorandum of Understanding (MoU), das Ende 2025 unterzeichnet wurde. Das MoU bildet den Grundstein für den reibungslosen Daten- und Informationsaustausch zwischen den beiden Kooperationspartnern.

Der Austausch mit der JUST dient einer genauen Analyse der Machbarkeit des Gesamtsystems, die im Laufe des Jahres 2026 mit jordanischen und deutschen Stakeholdern diskutiert werden soll. Im Zentrum der Diskussion steht dabei auch das Thema Akzeptanz. Zunächst sollen dafür bilaterale Expert*inneninterviews genutzt werden, darüber hinaus ist auch ein Workshop geplant. Die Projektbeteiligten beobachten derzeit die geopolitische Lage in der Region und passen das Umsetzungsformat entsprechend an.

Darüber hinaus trägt das WRAP-GH2-Projektteam die gewonnenen Erkenntnisse aktiv in das Wissenschaftssystem hinein:

  • Akademischer Nachwuchs: Zwei Promotionsvorhaben am Wuppertal Institut sind mit dem Projekt verknüpft. Dabei wird eine Innovationssystemanalyse zur Abwasserwiederverwendung für die grüne H2-Erzeugung an der Leuphana Universität Lüneburg umgesetzt. Daneben wird zu Agrivoltaik-Innovationen an der Universität Hohenheim in Stuttgart geforscht.
  • Dissemination: Für das Jahr 2026 sind bereits ein wissenschaftlicher Fachartikel sowie ein weiterer Konferenzbeitrag fest eingeplant, um den langfristigen Wissenstransfer abzusichern.

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Young Scientist Award für Masterarbeit von Saeedeh Lordan

30. Juni 2026 um 09:40

Im Rahmen des Sommerfestes der Universität Duisburg‑Essen am Campus Essen wurde am 25. Juni 2026 der Young Scientist Award des Zentrums für Wasser- und Umweltforschung ZWU verliehen. Den zweiten Platz in der Kategorie „Masterarbeiten“ erhielt Saeedeh Lordan (2. v. r.) für ihre Arbeit „Investigating Ferrous Slags in an In-vitro Study: Chemical Profile and Toxicity“, angefertigt im Rahmen des Studiengangs „Environmental Toxicology“ der Universität Duisburg Essen. Durchgeführt wurde die Arbeit am FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V. und im Bereich Wasserressourcenmanagement im Geschäftsfeld Toxikologie und Stoffbewertung des IWW.

Ihre Untersuchung zu Schlackeneluaten liefert erstmals belastbare Daten für die Risikobewertung beim Einsatz von Schlacken als Sekundärrohstoffe, etwa in Bau- und Straßenmaterialien oder in der Landwirtschaft. Im Fokus steht die potenzielle Auswaschung toxischer Substanzen in Boden und Grundwasser – ein relevantes Risiko für aquatische Ökosysteme und die Trinkwassergewinnung. Gleichzeitig leisten die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur REACH-Registrierung von Eisenhüttenschlacken.

Die Arbeit überzeugte durch ihren interdisziplinären Ansatz indem chemische Analytik mit in-vitro Toxizitätstests (u. a. ERα- und AR-CALUX-Bioassays, Mikrokerntest, MTT-Test) kombiniert wurde. Die am IWW durchgeführten toxikologischen Untersuchungen dienten der Bestimmung etwaiger endokriner, gentoxischer und zytotoxischer Wirkungen in den Schlackeneluaten. Die einstimmige Bestnote 1,0 würdigt die hohe wissenschaftliche Qualität, methodische Exzellenz und Eigenständigkeit von Frau Lordan. Herzlichen Glückwunsch von allen IWW-Mitarbeitenden!

 

 

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IWW-Innovationstag 2026 „Wärmeerzeugung aus Trinkwasser“ im Wasserwerk Rote Bleiche im Herzen Lüneburgs

29. Juni 2026 um 10:11

Mit einer überwältigenden Resonanz durften wir zu Gast bei der Avacon Wasser GmbH im Wasserwerk Rote Bleiche in Lüneburg sein. Dem Pioniergeist des Geschäftsführers Thomas Meyer folgend, der sich auf einem steinigen Weg durch die Bürokratie behaupten musste, widmeten wir uns einem hochinteressanten, interdisziplinären und zukunftsweisenden Thema.

Frau Dr. Kristina Baillot, Geschäftsführerin des IWW, eröffnete die Veranstaltung und gab einen Überblick über die laufenden Forschungsprojekte und weitere Aktivitäten des Instituts. Um das Energiepotenzial im Wasser besser einordnen zu können, stellte im Anschluss Herr Dipl.-Ing. Christian Seidel vom Institut für Statik und Dynamik der TU Braunschweig die Wärmeressourcen in deutschen Fließgewässern zur Nutzung in der Fernwärme vor und berichtete über erste Realisierungsprojekte. Frau Lara Eliott von der Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) sowie Herr Frank Estler von der swb Service GmbH beleuchteten anschließend praxisnah die Umsetzungen und Potenzialanalysen in ihren Organisationen und gingen dabei auch auf bestehende gesetzliche Herausforderungen ein.

Das vielseitige Vortragsprogramm am Vormittag wurde durch Praxisberichte ergänzt: Herr Dr. Benjamin Meyer sprach über Biofilme und die Bekämpfung von Mikroorganismen in Trinkwasserleitungssystemen, während Herr Dr. Bernd Bendinger das aktuelle Forschungsprojekt WaTsup zur Energiegewinnung aus Trinkwasser präsentierte. Beide Referenten sind langjährige Mitarbeiter des IWW Instituts für Wasserforschung gGmbH.

Den krönenden Abschluss bildete der Vortrag von Herrn Thomas Meyer, Geschäftsführer der Avacon Wasser GmbH. In einer eindrucksvollen Darstellung nahm er das Publikum mit in den herausfordernden Prozess der Technologieimplementierung und vermittelte dabei auch die damit verbundenen emotionalen Aspekte. Dank seiner Überzeugung von Nutzen und Notwendigkeit der Wärmerückgewinnung aus Trinkwasser gelang es ihm gemeinsam mit seinem Team, die Technologie erfolgreich umzusetzen und den Teilnehmenden anhand der Pilotanlage anschaulich zu demonstrieren.

Es war ein inspirierender Tag im Zeichen der Innovation, der den Zeitgeist traf und bei dem uns die Begeisterung sowie das Engagement des Auditoriums nachhaltig beeindruckt haben.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden. Als Vorstand des IWW-Fördervereins und technologiebegeistertes Team freuen wir uns darauf, Sie im nächsten Jahr erneut begrüßen zu dürfen – vielleicht auch als neue Mitglieder.

Der Vorstand des Fördervereins

Container
Besichtigung
Besichtigung
Plenum

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DBU-Projekt ÖkoWasEng: Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten

23. Juni 2026 um 09:06

Wasser gerät als begrenzte Ressource in ausgewählten Regionen Deutschlands zunehmend unter Druck. Ursachen dafür sind unter anderem Bevölkerungswachstum, industrielle Einflüsse und klimawandelbedingte Auswirkungen, wie z.B. erhöhter Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft, Dürren oder Überschwemmungen. Gleichzeitig belasten anthropogene Spurenstoffeinträge die verfügbaren Wasserressourcen. Um die klimawandelbedingte, nachhaltige Schädigung wassersensibler Ökosysteme vorzubeugen, kann ein aktives Gebietswassermanagement ein geeignetes Steuerungsinstrument darstellen.

Die zur praktischen Implementierung unabdingbaren wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren sind allerdings vielerorts meist sehr langwierig und kostenintensiv. Ein Grund hierfür sind einerseits unklare Stakeholderpositionen zu Beginn des Verfahrens, die sich im Verfahren zeitverzögernd auf die Vervollständigung der prüffähigen Unterlagen auswirken. Andererseits erschwert eine auf Basis subjektiver Interessen geprägte Teilbetrachtung der Maßnahmenwirkungen einen objektiven Entscheidungsfindungsprozess.

An diesem Punkt knüpft das Projekt „ÖkoWasEng“ („Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten“) an. Das Projekt zielt darauf ab, einen anwenderorientierten, auf andere Gebiete übertragbaren Leitfaden zur Vorbereitung eines konsensorientierten wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens zu erarbeiten. Dies geschieht unter Einbezug von Ökosystemleistungen, insbesondere für modellhafte Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung und zur Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Zur Umsetzung dieses Projektes haben sich drei starke Partner zusammengeschlossen: die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) ist als Praxispartner maßgeblich an der Umsetzung des Projektes in der Fallstudie beteiligt, während die Einheit für Technologie und Innovationsmanagement (TIM) des Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e. V. (DVGW) ihr Wissen im Bereich Stakeholdermanagement einbringt. Das IWW Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH (IWW) leitet das Verbundprojekt und bringt seine Expertise in der Bewertung von Ökosystemleistungen für verschiedene Gebietswassermanagementszenarien ein. Gemeinsam entwickeln und validieren die Partner die Methoden zur Stakeholder-Integration, Ökosystemleistungsbewertung und Vorbereitung eines konsensorientierten wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens.

Die Methodenentwicklung und -validierung erfolgt anhand einer Fallstudie im Untersuchungsgebiet der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr), welches in einer der trockensten und klimawandelsensitivsten Regionen Deutschlands liegt. Die steigenden Trinkwasserbedarfe können über die eingeschränkten Grundwasservorkommen in der Region nicht nachhaltig gedeckt werden. Aus diesem Grund plant die wvr eine weitere, redundante Uferfiltratgalerie nördlich einer bereits bestehenden Anlage. Das Areal der geplanten Anlage liegt in der Rheinaue und umfasst ein Natura 2000-Gebiet, welches zum Schutz der Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten dient. Zur Stützung des Wasserhaushalts wird im Einklang mit der geplanten Brunnengalerie ein Aquifer Storage Transfer and Recovery System vorgesehen, welches gleichzeitig Kernelement des angestrebten Gebietswassermanagements ist.

Das Projekt läuft von 2026 bis 2028 und wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Mit seinen Ergebnissen liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag zur konsensfähigen Gestaltung von Gebietswassermanagementmaßnahmen und somit zur nachhaltigen Gestaltung der Trinkwasserversorgung in Engpassregionen.

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Der Förderverein des IWW Instituts für Wasserforschung stellt sich vor

11. Juni 2026 um 08:50

Der Förderverein des IWW Zentrum Wasser unterstützt das IWW Institut für Wasserforschung sowohl ideell als auch finanziell. Ziel des Vereins ist es, Forschung, Entwicklung und Weiterbildung in der Wasserwirtschaft nachhaltig zu fördern und zu stärken. Im Rahmen des Fördervereins pflegt das IWW einen intensiven Austausch mit relevanten Akteuren der Branche. Dazu zählen Unternehmen aus dem Anlagenbau, Ausrüster, Lieferanten, Gerätehersteller sowie Beratungs- und Planungsbüros. Aktuell engagieren sich über 60 Unternehmen aktiv im Verein. Im Vorstand des Fördervereins sind Dr. Achim Gahr, Thomas Bittinger und Dr. Helmut Uhlmann tätig. Sie haben uns freundlicherweise einige Fragen zur Mitgliedschaft und zur Arbeit des Vereins beantwortet.

Was hat Sie dazu bewegt, Mitglied im Förderverein des IWW Zentrum Wasser zu werden?

Dr. Helmut Uhlmann: Vor meinem Eintritt in die a.p.f Aqua System AG – zunächst als Aufsichtsratsmitglied, dann als Vorstand und später als Miteigentümer – leitete ich viele Jahre die Abteilung Organik eines privaten Laboratoriums. Aus dieser Zeit kannte ich das IWW eher als Mitbewerber, dessen hohe fachliche Kompetenz schon damals bekannt war. Durch gemeinsame Forschungsvorhaben meiner Firma mit Prof. Dr. Thorsten Schmidt aus der Analytischen Chemie der Universität Essen wurde ich auf den Förderverein aufmerksam und zu einer Mitarbeit eingeladen. Die Offenheit in der Kommunikation mit den Mitgliedern, die Vielschichtigkeit der Themen – von politischen Vorhaben bis hin zu praxisbezogenen analytischen Umsetzungen – sowie die Nähe zu Entscheidungsträgern beeindrucken mich bis heute. All das hat meine Entscheidung für eine Fördermitgliedschaft bestärkt.

Dr. Achim Gahr: In meiner nunmehr 30-jährigen Tätigkeit im Bereich der Wasser- und Abwasserwirtschaft ist mir das IWW als wasserforschende Institution mit starkem Praxisbezug und einem engen Netzwerk in die Branche seit Langem bekannt. Seit wann genau, kann ich rückblickend allerdings nicht mehr genau sagen; ich denke aber, es sind etwa 25 Jahre. Das technologisch breit aufgestellte Profil, die kompetenten Kontaktpersonen und die fachlich neutrale, also sich der reinen Sache widmende Position habe ich immer als großen Anreiz empfunden, in einen engeren kooperativen Austausch mit dem IWW zu gehen. Und genau dafür bieten sich der Förderverein und eine Mitgliedschaft an.

Thomas Bittinger: Wir sind bereits vor etlichen Jahren als damalige inge GmbH dem Förderverein des IWW Zentrum Wasser beigetreten. Ausschlaggebend war für uns der Wunsch, das IWW gezielt zu fördern und als starken wissenschaftlichen Partner weiter auszubauen. Uns war es wichtig, gemeinschaftliche Projekte fachlich zu stärken und eine solide wissenschaftliche Basis für neue Entwicklungen zu schaffen. Gerade das Thema Ultrafiltration, das zu diesem Zeitpunkt noch eine vergleichsweise neue Innovation war, sollte durch fundierte Forschung besser belegt und weiter vorangebracht werden. Zudem konnten wir durch die enge Zusammenarbeit mit dem IWW wissenschaftliche Erkenntnisse deutlich schneller gewinnen, bewerten und in die Praxis überführen – insbesondere bei Pilotierungen direkt bei Betreibern, bei denen sich neue Lösungen unter realen Bedingungen testen und gemeinsam weiterentwickeln ließen.

Was für einen Mehrwert für Ihr Unternehmen ziehen Sie aus der Mitgliedschaft?

Dr. Helmut Uhlmann: Als Teil des DVGW-Netzwerks ist das IWW national wie europäisch hervorragend vernetzt und stets am Puls relevanter Entwicklungen. Die hohe fachliche Kompetenz des IWW ermöglicht es uns, rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können und sicherzugehen, keine Trends zu verpassen. Dies wird durch die zahlreichen Veranstaltungen des IWW unterstützt. Ein Höhepunkt für mich persönlich ist jedes Jahr der IWW-Innovationstag, der stets Besonderes und Außergewöhnliches bietet.

Dr. Achim Gahr: Die Frage würde ich gerne in beide Richtungen beantworten, denn Unternehmen können von der Mitgliedschaft profitieren, gleichzeitig können sie mit ihrer Erfahrung aber auch das IWW unterstützen. Als Vertreter von Endress+Hauser sehen wir einen sehr großen Mehrwert in den hervorragenden Chancen für einen fachlichen Austausch und das Kennenlernen von Kompetenzträgern. Damit sind wir unmittelbar am Puls der Wasserforschung, verstehen Trends besser und können unsere Weichen für Kooperationen zielgerichteter stellen. Das steigert die Produktivität in der Umsetzung von Technologieprojekten und stellt sicher, dass sie ein hohes Verwertungspotenzial haben. Genau hier können wir einen Beitrag für das IWW leisten. Denn Projektergebnisse in die industrielle Praxis zu bringen und anschließend zu kommerzialisieren, ist Teil unserer täglichen Arbeit. Diese Erfahrungen können wir einbringen.

Thomas Bittinger: Aus der Mitgliedschaft im Förderverein des IWW Zentrum Wasser ziehen wir als Membranhersteller einen klaren Mehrwert in mehrfacher Hinsicht. Zum einen profitieren wir von der direkten Anbindung an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im nationalen, aber auch im internationalen Bereich, die wir gemeinsam mit dem IWW in konkrete Anwendungen überführen können – insbesondere bei der Entwicklung und Validierung unserer Membranen oder Ionentauscherharze. Darüber hinaus sind das starke Netzwerk und der intensive technische Austausch unschätzbar wertvoll. Besonders die regelmäßigen Veranstaltungen wie der Innovationsabend, der einmal im Jahr stattfindet, bieten ideale Gelegenheiten, andere Firmen kennenzulernen, die oft ganz andere Lösungsansätze verfolgen. In diesen lebhaften Diskussionen entstehen neue Ideen, Kooperationen und Perspektiven, die unsere Arbeit im Membranbereich bereichern und vorantreiben.

Welche Rolle spielt Wasserforschung Ihrer Meinung nach in der heutigen Zeit?

Dr. Helmut Uhlmann: Was uns alle in den letzten Jahren in der Wasserforschung umtreibt, überrascht mich selbst. Die rasanten Fortschritte in der Verbesserung der analytischen Nachweisgrenzen haben uns beispielsweise die Tür zur Non-Target-Analytik und zur Untersuchung polarer, mobiler Stoffe geöffnet, die in der aquatischen Umwelt kaum als existent galten. Unser Kernthema – Hygienisierung, Desinfektion und Sterilisation mit Chlordioxid und dessen Wirkungsmechanismen – konnte erst mit den Neuentwicklungen der Mikrobiologie analytisch belastbar beantwortet werden. Die Fortschritte in der Analytik verbessern fortlaufend die Bewertung der Wasserqualitäten. Verbraucher müssen allerdings verstehen, dass heute nahezu alles messbar geworden ist, wodurch der früher übliche Wert „null“ in der analytischen Bewertung nicht mehr vorkommen kann.

Dr. Achim Gahr: Kurz gesagt: eine außerordentlich große und immer wichtigere. Ich glaube, diese Antwort überrascht Sie nicht. Aus den Medien ist bekannt, dass die Umweltbelastungen zunehmen, die Veränderungen des Klimas ernst zu nehmende Folgen haben und die Ressource Wasser vielerorts immer knapper wird. Die Herausforderungen sind enorm, daran besteht kein Zweifel. Die Wasserforschung muss daher einen sehr hohen Stellenwert haben, denn sie muss zukunftsfähige Lösungen für die Gesellschaft entwickeln. Doch eine Frage stellt sich mir bei solchen Diskussionen immer: Wer muss die Lösungen denn entwickeln? Auch auf diese Frage ist die Antwort wieder einfach: wir selbst! Also all die Experten der Wasserwirtschaft sowie der Technologie- und Kompetenzzentren. Daher ist die Rolle der Wasserforschung nicht nur eine technologische, sondern sie wirkt sich auch darauf aus, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten müssen, um die Herausforderungen zu lösen.

Thomas Bittinger: Meiner Meinung nach spielt Wasserforschung in der heutigen Zeit eine zentrale Rolle für die nachhaltige Sicherung unserer Wasserressourcen. Angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und zunehmender Verschmutzung durch persistente Schadstoffe sind innovative Analytik- und Aufbereitungsmethoden unerlässlich. Fortschritte wie die präzise PFAS-Analytik, die vor einem Jahrzehnt noch nicht in diesem Umfang möglich war, verdeutlichen, wie wasserforschungsbasierte Innovationen messbare Grenzwerte ermöglichen und die Trinkwasserqualität objektiv verbessern. Ohne diese systematische Forschung blieben wir auf unzureichende Technologien beschränkt und könnten die drängenden Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht proaktiv adressieren.

Was war für Sie persönlich das schönste oder bedeutendste Erlebnis im Rahmen Ihrer Vereinsarbeit?

Dr. Helmut Uhlmann: Das ist leicht: Ich durfte beim IWW-Innovationstag 2018 die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop vor deren Schließung besuchen. Wir konnten unter Tage einfahren und den im Akkord laufenden Kohleabbau mit anderen IWW-Fördervereinsmitgliedern erleben – eine unglaubliche Erfahrung mit unvergesslichen Einblicken in die daraus resultierenden Ewigkeitsaufgaben. Dieser Tag ist kaum zu toppen. Dennoch arbeiten wir im Vorstand des IWW-Innovationsvereins daran und sind offen dafür, die Wünsche und Anregungen unserer Mitglieder umzusetzen.

Dr. Achim Gahr: Ganz ehrlich? Das schönste Erlebnis ist immer die Zusammenkunft am Vorabend des Innovationstages. Das ist eine wunderbare Gelegenheit, meine Vorstandskollegen zu treffen sowie – wie man so schön sagt – „alte Bekannte“ vom IWW oder aus dem Kreis der Vereinsmitglieder. Was mir besonders an diesen Begegnungen gefällt, ist der unkomplizierte Umgang, die mittlerweile sehr vertraute Atmosphäre und die offenen Gespräche. Die Unterhaltungen können fachlich, aber auch anspruchsvoll sein und fördern das Netzwerken, was ja auch eine wichtige Absicht des Fördervereins und des Innovationstages ist.

Thomas Bittinger: Für mich persönlich ist die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen Achim Gahr, Helmut Uhlmann und unserem ehemaligen Vorstandsmitglied Christoph Sailer das Schönste und Bedeutendste in der Vereinsarbeit. Wir diskutieren leidenschaftlich über Themen – sei es am Vorabend oder am Innovationstag selbst, außerhalb der Veranstaltungszeiten oder wenn wir uns treffen, um neue Erweiterungen oder Mitglieder zu gewinnen. Dadurch entstehen immer wieder neue Ideen, wo wir unseren Innovationstag durchführen können. Gerne nehmen wir auch Vorschläge unserer Mitglieder für Exkursionsorte und Themengebiete auf. Diese Begegnungen waren – und sind es immer noch – unglaublich unterhaltsam und bereichernd, weil wir gemeinsam über den Tellerrand hinausschauen.

Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für die Zukunft des Fördervereins?

Dr. Helmut Uhlmann: Wir leben in einer global vernetzten Welt mit globalen Herausforderungen – allein geht nichts mehr. Interdisziplinäres Arbeiten und das Denken weit über den Tellerrand hinaus sind unsere neue Realität. Als Vorstandsmitglied wünsche ich mir, diese Vielfalt gemeinsam mit ebenso motivierten Personen und Unternehmen weiter auszubauen.

Dr. Achim Gahr: Bei dieser Frage möchte ich gerne wieder auf einen Aspekt zurückkommen, den ich bereits genannt habe, und zwar die Rolle der Wasserforschung. Diese ist nicht nur technologisch, sondern vor allem auch kommunikativ orientiert. Der Förderverein könnte und sollte in Zukunft eine wesentlich stärkere Rolle dabei spielen, die richtigen Personen zusammenzubringen, um technologische Ideen und Neuerungen schneller in die Praxis zu überführen. In diesem Punkt sind wir meines Erachtens vor allem im internationalen Wettbewerb zu langsam. Administrative Hürden können wir natürlich nicht ändern, aber funktionierende Teams mit den richtigen Kompetenzen sowie Menschen, die für das Thema brennen, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig den Spaß nicht aus dem Auge verlieren, sind nach meiner Erfahrung ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor für Projekterfolge. Ich wünsche mir, dass der Förderverein hierfür zur idealen Plattform wird.

Thomas Bittinger: Für die Zukunft des Fördervereins wünsche ich mir eine stärkere Digitalisierung, die die Zusammenarbeit außerhalb der Innovationstage erleichtert. So könnten unsere Mitglieder noch enger und einfacher miteinander arbeiten – etwa in Fachteams, um Problemstellungen auf wissenschaftlicher Ebene zu diskutieren. Gerne würde ich sehen, dass durch den externen Blick eines anderen Mitglieds Hilfestellungen entstehen, um solche Herausforderungen gezielt zu lösen. Das würde unseren Austausch noch effektiver und dynamischer gestalten.

Wenn auch Sie Mitglied des IWW-Fördervereins werden möchten finden Sie weitere Information hier. Wir würden uns freuen, Sie in unserer Runde begrüßen zu dürfen.

Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts sind: Dr. Helmut Uhlmann, Dr. Achim Gahr und Thomas Bittinger

 

 

 

 

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Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin fordert: Pflegebedürftige Menschen besser vor Hitze schützen

Hitze gehört nach wie vor zu den unterschätzten Gesundheitsgefahren. Insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen stellt sie ein erhebliches Risiko dar. Vor dem Hintergrund der immer häufiger auftretenden und länger anhaltenden Hitzeperioden fordert das Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin deshalb, pflegebedürftige Menschen besser vor Hitze zu schützen und die Hitzeschutzmaßnahmen im Gesundheits- und Pflegesystem auszubauen.  Weiterlesen ... Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin fordert: Pflegebedürftige Menschen besser vor Hitze schützen

Umfrage zeigt: Europas Wirtschaft ist nicht ausreichend auf Hitze vorbereitet  

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Update aus dem Projekt „Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“

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Neues Factsheet zu hormonaktiven Umweltchemikalien

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Neuer Policy Brief: Nachhaltigkeit im Arzneimittelwesen stärken

Wie kann das Arzneimittelwesen nachhaltiger werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden? Dieser Frage widmet sich unser neuer Policy Brief „Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Arzneimittelwesen stärken“ von Dorothea Baltruks, Milva Ende und Lena Tischler. Die Autor*innen zeigen wie Klimaschutz, Ressourcenschonung und eine sichere Arzneimittelversorgung stärker zusammengedacht werden können und welche politischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.

Santa Marta: Akteure aus dem Gesundheitswesen fordern stärkere deutsche Unterstützung für den Ausstieg aus fossilen Energien

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Der gestern veröffentlichte Lancet Countdown on Climate Change and Health in Europe zeigt erneut mit großer Klarheit: Die Klimakrise ist längst eine Gesundheitskrise in Europa. Die Auswirkungen nehmen in nahezu allen Regionen zu und sind bereits heute im Alltag vieler Menschen spürbar, während die politische Aufmerksamkeit für wirksamen Klimaschutz gleichzeitig abnimmt.

Weniger Klima- und Umweltwirkungen durch Arzneimittel und Medizinprodukte: UKAM startet als neue Plattform  

Das Gesundheitswesen trägt mehr als 5% zu den Treibhausgasemissionen in Deutschland bei - und ein wesentlicher Teil davon ist auf Arzneimittel und Medizinprodukte zurückzuführen. UKAM - die KLUG-Plattform für umwelt- und klimafreundliche Arzneimittel und Medizinprodukte setzt genau an dieser Stelle an.   Weiterlesen ... Weniger Klima- und Umweltwirkungen durch Arzneimittel und Medizinprodukte: UKAM startet als neue Plattform  

Von Tabak bis Big Tech: Wie kommerzielle Interessen planetare Gesundheit beeinflussen

Von der Tabakindustrie bis zu Big Tech prägen kommerzielle Interessen politische Entscheidungen – oft mit gravierenden Folgen für Gesundheit und Umwelt. Unser neuer Impuls zeigt, wie tief diese Einflüsse reichen und warum es eine grundlegende Neuausrichtung staatlichen Handelns braucht.

Health for Future sucht eine*n studentische*n Mitarbeiter*in (GN)

Studierendenjob – Für H4F suchen wir ab Mai/ Anfang Juni 2026 eine*n studentische*n Mitarbeiter*in mit 12-15 Wochenstunden für die Bereiche Administration, Öffentlichkeitsarbeit und Koordination.  Weiterlesen ... Health for Future sucht eine*n studentische*n Mitarbeiter*in (GN)

Planetary Health goes Schule: SKILLPG – Schulungsformate und Kompetenzen in der Lebenswelt Schule 

Mit einem neuen Projekt bringen wir das Thema psychische Gesundheitskompetenz im Kontext von Umwelt- und Klimakrisen stärker in die Lebenswelt Schule. Gemeinsam mit der Stiftung Gesundheitswissen entwickeln wir Fortbildungsformate für Lehrkräfte und bauen ein Netzwerk rund um die psychische Gesundheit von Schüler*innen in Zeiten multipler Krisen auf.  Weiterlesen ... Planetary Health goes Schule: SKILLPG – Schulungsformate und Kompetenzen in der Lebenswelt Schule 

IWW bei Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS an der HRW

11. März 2026 um 08:59

Am vergangenen Samstag fand die jährliche Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS der Mülheimer Rotary-Klubs an der Hochschule Ruhr West (HRW) statt. Rund 550 Schülerinnen und Schüler der Mülheimer Gymnasien und Gesamtschulen nahmen teil.

Das IWW präsentierte im Berufsfeld „Karriere in naturwissenschaftlichen Berufen“ die Ausbildung zur Chemielaborantin bzw. zum Chemielaboranten sowie die möglichen Karrierewege für Chemiker:innen und Water-Science-Studierende – bis hin zu Führungspositionen im Laborbereich.

Auf dem Podium vertreten waren Laura Wiegand (4. von links) aus der organischen Spurenanalytik sowie unser ehemaliger Auszubildender Jan Steinbring (2. von links). In persönlichen Gesprächen berichteten beide von ihrem Werdegang, erläuterten die Anforderungen verschiedener chemischer Berufe und beantworteten zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag dazu, motivierten Nachwuchs für das IWW zu begeistern – ein entscheidender Faktor, um den anstehenden Generationswechsel am Institut erfolgreich zu gestalten.

Bereichsleiter Ulrich Borchers war als Mitglied des Rotary-Klubs maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung beteiligt.

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