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Zwei Drittel der jungen Menschen haben digitale sexualisierte Gewalt, sexuelle Beleidigungen oder Belästigung erlebt

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlicht Sonderauswertung der Studie Jugendsexualität mit aktuellen Daten zu Erfahrungen junger Menschen mit sexualisierter Gewalt

Köln, 27. März 2026.  Viele junge Menschen in Deutschland machen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt: Rund zwei Drittel (64 %) der 5.855 befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben mindestens eine Form sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt erlebt, knapp ein Drittel (29 %) berichtet zudem von mindestens einer Erfahrung mit sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Zu den Formen ohne Körperkontakt zählen z. B. das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte mit Minderjährigen im Internet (Cybergrooming), sexualisierte Beleidigungen oder das Zusenden sexueller Bilder oder Filme. Zu den Formen mit Körperkontakt zählen ungewollte bzw. erzwungene körperliche Berührungen oder sexuelle Handlungen. Junge Frauen sind davon doppelt so häufig betroffen wie junge Männer.

Die Daten zeigen außerdem, dass Jugendliche sexualisierte Gewalt häufig durch Gleichaltrige erfahren (sexualisierte Peer-Gewalt) − und dies nicht selten in Anwesenheit oder mit Kenntnis anderer Gleichaltriger. Die meisten Betroffenen vertrauen sich nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung mindestens einer anderen Person an. Hier spielen vor allem Freundinnen und Freunde eine wichtige Rolle (51 %), doch auch die Eltern sind relevante Vertrauenspersonen (33 %).

Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der 10. Trendwelle der Jugendsexualitätsstudie in weiten Teilen nationale und internationale Untersuchungen. Demnach sind Jugendliche in verschiedenster Form mit sexualisierter Gewalt konfrontiert: Sie sind häufig betroffen, sie können aber auch selbst die übergriffige und gewaltausübende Person sein. Des Weiteren sind junge Menschen auch sogenannte Bystander, das heißt, sie sind in der Situation anwesend, mitwissend oder werden im Nachgang von anderen Gleichaltrigen ins Vertrauen gezogen. Die Befunde belegen, dass das Jugendalter eine Phase erhöhten Risikos für sexualisierte Gewalt (unter Gleichaltrigen) ist und Beobachtende und Mitwissende sowohl vor, während als auch nach Situationen sexualisierter Gewalt eine wichtige Rolle spielen. Maßnahmen zur Prävention von sexualisierter Gewalt sollten daher sowohl die Perspektive der Betroffenen, der Bedrängenden als auch derjenigen Jugendlichen, die bei Übergriffen dabei sind oder davon erfahren, berücksichtigen.

Mechthild Paul, Abteilungsleiterin Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung und stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Unsere Jugendsexualitätsstudie zeigt sehr klar: Viele junge Menschen erleben sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen, online genauso wie offline. Deshalb ist es wichtig, dass sie lernen, Übergriffe zu erkennen und klar zu benennen. Gleichzeitig müssen wir sie darin bestärken, in riskanten Situationen sich und andere zu schützen sowie Betroffenen zur Seite zu stehen. Dafür brauchen junge Menschen sexuelle Bildung in Schule und Elternhaus sowie kompetente Ansprechpersonen in ihrem direkten Lebensumfeld. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit seit Anfang 2026 den gesetzlichen Auftrag, Prävention und Schutz bundesweit auszubauen. Daran arbeiten wir jetzt: Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden wir zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt entwickeln, die an den Lebensrealitäten der jungen Menschen ansetzen.“

Die Ergebnisse im Überblick:

Sexualisierte Gewalt ohne Körperkontakt

  • Insgesamt berichten 64 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mindestens einmal eine Form sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt erlebt zu haben (68 % der jungen Erwachsenen gegenüber 54 % der Jugendlichen).

Sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt

  • Sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt hat knapp ein Drittel (29 %) der Befragten mindestens einmal im Leben erfahren (Jugendliche: 12 %, junge Erwachsene: 37 %).
  • Weibliche Personen sind doppelt so häufig betroffen wie männliche Personen (40 % ggü. 18 %).
  • Bei den Gewalt ausübenden Personen handelt es sich häufiger um Jugendliche (45 %) als um Erwachsene (34 %).
  • 71 Prozent der Gewalt ausübenden Personen sind männlich.

Versenden und Erhalten von intimen Fotos oder Videos gegen den Willen

  • Fast jede vierte Person (24 %) hat sexualisierte Gewalt durch den Einsatz von intimem Bild- und Videomaterial (z. B. Nacktaufnahmen/ pornografische Aufnahmen) erfahren, insbesondere dadurch, dass sie intime Fotos bzw. Videos gegen ihren Willen erhalten haben oder das Zusenden von ihnen verlangt wurde.
  • Davon sind eher Mädchen und Frauen betroffen (25 %) als Jungen und Männer (11 %).

Sexualisierte Gewalt im Beisein bzw. mit Kenntnis von anderen Personen (Bystander)

  • 38 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben schon einmal mitbekommen, dass andere Personen zu sexuellen Handlungen gedrängt oder gezwungen wurden. Etwa ein Drittel (31 %) der ersten Gewalterfahrungen mit Körperkontakt geschah im Beisein bzw. mit Kenntnis von Dritten.
  • 69 Prozent der Betroffenen vertrauen sich nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung mindestens einer anderen Person an. Hier spielen vor allem Gleichaltrige eine große Rolle (51 %). Doch auch die Eltern sind wichtige Ansprechpersonen (33 %).

Weitere Studienergebnisse und Informationen zur Studie finden Sie hier:
Dinger, L., Schäfer-Pels, A., Scharmanski, S. Sexualisierte Gewalterfahrungen, Bystander­-Perspektiven und Disclosure junger Menschen – Ergebnisse aus der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie. Bundesgesundheitsblatt (2026). https://doi.org/10.1007/s00103-026-04212-y

Informationen zur Studie:
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) führt regelmäßig die repräsentative Wiederholungsbefragung „Jugendsexualität“ durch. Die aktuelle Studie ist die zehnte Befragungswelle und schließt methodisch an die Vorgängerstudien von 1980 bis 2019 an. Datengrundlage sind 5.855 bundesweit geführte Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen Februar und Juli 2025. Befragt wurden 3.514 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und 2.341 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren. Für die Studie werden seit 1998 auch Daten zu Erfahrungen sexualisierter Gewalt erhoben, ein Zeitvergleich ist jedoch aufgrund methodischer Anpassungen nicht möglich.

Hilfsangebot für betroffene Personen von sexualisierter Gewalt, Angehörige, Fachkräfte und alle Interessierten:
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530)

Datenbank für Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend:
www.fortbildungsnetz-sg.de

Pressekontakt:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Maarweg 149-161, 50825 Köln
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Seit dem 13. Februar 2025 ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
 

Studie: Lebensentwürfe in Sachsen verändern sich – Frauen planen seltener fest mit Kindern

Fachtagung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit stellt neue Erkenntnisse der Studie „frauen leben 4“ zu reproduktiver Gesundheit in Sachsen vor

Köln/Dresden, 19. März 2026.  Kinder zu bekommen ist für mehr als die Hälfte der Frauen in Sachsen (57 %) fester Teil ihres Lebensentwurfs. Zwölf Jahre zuvor sah das noch anders aus: 2014 waren Kinder für die große Mehrheit der Frauen in Sachsen (83 %) selbstverständlich. Als Gründe, keine Kinder zu bekommen, werden von den Frauen etwa gleich häufig Sorgen wegen der aktuellen Krisen (31 %), finanzielle Unsicherheit (30 %) und das Fehlen einer passenden Partnerschaft (30 %) genannt. Das sind Ergebnisse der Befragungsstudie „frauen leben 4. Familienplanung im Lebenslauf“, die heute bei einer Fachtagung des Sächsischen Sozialministeriums vorgestellt werden.

Die Tagung, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gemeinsam mit dem Sächsischen Sozialministerium veranstaltet, präsentiert zentrale Ergebnisse der neuen Studie für das Bundesland Sachsen. Sie zeigen, wie Frauen im reproduktiven Alter leben und wie stark ihre Entscheidungen zur Familienplanung von gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Die länderspezifische Auswertung beruht auf einer repräsentativen Befragung von 1.773 Frauen zwischen 20 und 44 Jahren zu Aspekten der Familienplanung wie Kinderwunsch, Schwangerschaften, Partnerschaft und Verhütung. Durchgeführt wurde sie vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen Freiburg (SOFFI F).

Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Die Ergebnisse von ‚frauen leben 4‘ zeigen, wie unterschiedlich Frauen heute ihr Leben planen – mit oder ohne Kinder. Fest steht: Die Entscheidung für Kinder hängt stärker als früher davon ab, ob die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn wir besser verstehen, was Frauen bewegt, können wir unsere Angebote gezielter an ihren Lebensrealitäten ausrichten. Deshalb freuen wir uns, diese Daten jetzt auch für Sachsen vorzustellen und gemeinsam mit den Ländern zu schauen, was vor Ort gebraucht wird – und daraus konkrete Angebote zu entwickeln.“

Zentrale Ergebnisse für Sachsen im Überblick: 

  • Eine stabile Partnerschaft spielt für die Familiengründung eine wichtige Rolle, eine Heirat ist weniger wichtig: Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind weniger als die Hälfte (44 %) der Frauen in Sachsen verheiratet. Dennoch sind mehrjährige Partnerschaften bei der ersten Geburt mit einem Anteil von 79 Prozent die Regel. Die Hälfte der Frauen (50 %) leben mindestens fünf Jahre in einer Beziehung, wenn sie ihr erstes Kind bekommen.
  • Die Erwerbstätigkeit von Müttern wird in Sachsen als Selbstverständlichkeit angesehen: 92 Prozent möchten arbeiten, wenn das jüngste Kind drei Jahre alt ist. Bei Kindern im Grundschulalter sind es nahezu alle Frauen, wovon 45 Prozent eine Vollzeittätigkeit bevorzugen.
  • Das Alter der Frauen bei ihrer ersten Geburt ist zwischen 2012 und 2024 um 1,3 Jahre auf 29,5 Jahre gestiegen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der zunehmende Anteil von Hochschulabsolventinnen unter den 25- bis 34-jährigen Frauen, der im gleichen Zeitraum von 20 Prozent auf 38 Prozent gestiegen ist.
  • Alle Ergebnisse im Überblick

Neben Sachsen auch Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen im Fokus

Die Befragungsstudie wurde im Juni und Juli 2024 zeitgleich in Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen durchgeführt. Auch dort zeigt sich: Lebensentwürfe, Kinderwunsch und Familiengründung werden maßgeblich durch Bildung, ökonomische Sicherheit und gesellschaftlichen Wandel geprägt. Der Vergleich der Ergebnisse zwischen verschiedenen Bundesländern ermöglicht fundierte regionale Einschätzungen für Wissenschaft, Praxis und Politik. Die nächste Phase von „frauen leben 4“ betrachtet das Familienplanungsgeschehen in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz; Ergebnisse werden in 2027 erwartet.

Die Studien im Überblick finden Sie hier: www.sexualaufklaerung.de/familienplanung-im-lebenslauf/

Pressemitteilung zu den Ergebnissen aus Berlin: Studie „frauen leben 4“ zeigt: Was Berlinerinnen bei ihrer Familienplanung wichtig ist

Pressemitteilung zu den Ergebnissen aus Niedersachsen: Studie „frauen leben 4“ zeigt: Entscheidung für Kinder hängt stärker als früher von den passenden Rahmenbedingungen ab


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Der Jugend mehr Stimme geben: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gründet Jugendbeirat

Bewerbungsphase für das neue Gremium startet am 15. Januar 2026

Köln, 15. Januar 2026. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gründet erstmals einen Jugendbeirat. Ziel ist es, Gesundheitsthemen und Angebote für junge Menschen gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterzuentwickeln – näher an ihrem Alltag, verständlicher und passender.

Der Jugendbeirat soll das Bundesinstitut zunächst für zwei Jahre beraten: Welche Themen spielen im Leben junger Menschen wirklich eine Rolle? Wie gelingt gute Gesundheitsinformation? Und über welche Kanäle werden junge Menschen am besten erreicht?

Im Jugendbeirat arbeiten junge Menschen eng zusammen, tauschen sich mit Fachleuten aus und gestalten Strategien, Projekte und Kommunikationsformate mit. Regelmäßige Videokonferenzen, Präsenztreffen sowie Workshops bieten Raum für Austausch und Feedback – und ermöglichen den Jugendlichen, wertvolle Netzwerke aufzubauen und von praxisnahen Lernerfahrungen zu profitieren. Für ihr Engagement erhalten die Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung und die Chance, die Gesundheitskommunikation ihrer Altersgruppe nachhaltig mitzuprägen.

Für das neue Gremium werden 15 bis 20 Mitglieder gesucht. Bewerben können sich bundesweit junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Entscheidend sind Interesse, Engagement und die Bereitschaft zum regelmäßigen Austausch. Bewerbungen sind vom 15. Januar bis 15. März 2026 möglich.

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Junge Menschen erreicht man, indem man sie ernst nimmt und zu Wort kommen lässt. Aus Projekten wie der Suchtprävention oder dem Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wissen wir: Maßnahmen, die wirken, entstehen im Dialog. Der Jugendbeirat soll genau das möglich machen – und jungen Menschen eine stärkere Stimme geben.“

Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche gehört zu den Kernaufgaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Denn viele Gewohnheiten, die später über Gesundheit mitentscheiden, entstehen früh. Wer Jugendliche und junge Erwachsene ernsthaft beteiligen will, muss ihre Perspektiven frühzeitig in die Entwicklung von Angeboten einbeziehen.

Der Jugendbeirat ist auch ein Schritt zu mehr Beteiligung, wie sie unter anderem internationale und nationale Rahmenwerke vorsehen – von der UN-Kinderrechtskonvention bis zur WHO-Strategie für Kinder- und Jugendgesundheit.

Link zur Website:
www.bioeg.de/ueber-uns/aufgaben-und-ziele/gremien/jugendbeirat

Direkt zum Bewerbungsformular geht es hier:
www.bioeg.de/ueber-uns/aufgaben-und-ziele/gremien/jugendbeirat/bewerbung

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Gesundheit im Fokus: Die wichtigsten Aktionstage 2026

Service für Redaktionen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlicht Liste mit Gesundheitstagen für das kommende Jahr 

Köln, 27. November 2025. Dry January, Tag der Organspende, Weltnichtrauchertag, Hitzeaktionstag oder Welt-Aids-Tag: Gesundheitstage und -monate machen sichtbar, was im Alltag oft unsichtbar bleibt. Sie rücken unterschiedliche Gesundheitsthemen in den Fokus und sensibilisieren für Erkrankungen, Belastungen und vorbeugende Maßnahmen – weit über die direkt Betroffenen hinaus.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) veröffentlicht seit vielen Jahren eine Übersicht bedeutender internationaler und nationaler Gesundheitstage. Die Liste für das Jahr 2026 ist ab sofort online verfügbar unter: www.infodienst.bioeg.de/gesundheitsfoerderung/nationale-internationale-gesundheitstage/   

Städte, Gemeinden, Apotheken, Krankenkassen, Schulen, Unternehmen und andere Institutionen können die Gesundheitstage nutzen, um Aktionen, Informationsveranstaltungen und Mitmachangebote zu organisieren und so das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung stärken.

Zu einer Vielzahl dieser Gesundheitstage bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit wissenschaftlich fundierte und unabhängige Informationen und unterstützt mit zahlreichen zielgruppenspezifischen Angeboten – hier eine kleine Auswahl:

Bei Interesse für eine Berichterstattung zu den verschiedenen Gesundheitstagen wenden Sie sich gerne an: pressestelle(at)bioeg.de

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Diabetes Typ 2 früh erkennen: Zum Weltdiabetestag persönliches Risiko mit Online-Test prüfen

Köln, 11. November 2025. Diabetes mellitus Typ 2, umgangssprachlich auch als „Zuckerkrankheit“ bekannt, entsteht meist schleichend und kann über Jahre völlig symptomlos bleiben. Er gehört zu den häufigsten nicht-übertragbaren Erkrankungen in Deutschland – doch nicht jeder weiß, dass er betroffen oder gefährdet ist. Zum Weltdiabetestag am 14. November startet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) daher eine bundesweite Aufklärungskampagne, um auf den kostenlosen digitalen Diabetes-Risiko-Test aufmerksam zu machen.

In nur wenigen Minuten können Erwachsene damit ihr persönliches Risiko bestimmen, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Auf Basis weniger Fragen zum Lebensstil und zu familiären Risikofaktoren ermittelt der Test das persönliche Risiko in Prozent und gibt praktische Tipps, wie sich das Risiko verringern lässt. Der Test steht auf dem nationalen Diabetesinformationsportal www.diabinfo.de bereit. Dort finden Bürgerinnen und Bürger qualitätsgesicherte und wissenschaftlich fundierte Informationen zur Vorbeugung von Diabetes sowie praktische Tipps zum Leben mit der Erkrankung.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts leben in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen mit einem bislang unerkannten Diabetes. Weitere sieben Millionen Fälle von Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind bereits bekannt. Während Typ-2-Diabetes meist durch Lebensstilfaktoren (ungesunde Ernährung, wenig Bewegung und Übergewicht) und eine erbliche Veranlagung begünstigt wird, sind die Ursachen von Typ-1-Diabetes noch weitestgehend unklar. Fest steht aber, dass Typ-1-Diabetes nicht entsteht, weil zu viel „Süßes“ gegessen wurde. Unbehandelt kann Diabetes zu schweren Schäden an Augen und Nieren führen sowie das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen.

Hier gelangen Sie zum Typ-2-Diabetes-Risiko-Test

Weitere Informationen:

Das „Diabetesnetz Deutschland – gemeinsam gesünder“ informiert im Auftrag des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit über Risiken und Möglichkeiten der Diabetesprävention.

Bestellung von kostenlosen Materialien unter:

https://www.diabetesnetz.info/infomaterialien

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Spot an für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD):

Bundesländer präsentieren neue Marke „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ Die Umsetzung erfolgte mit Unterstützung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit.

Köln, 19. September 2025. Heute fällt der Startschuss für die neugeschaffene Marke des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Sie wurde von den 16 Landesgesundheitsministerien gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) entwickelt. Unter dem Motto „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ macht die Kommunikationsinitiative die vielfältigen Aufgaben des ÖGD bekannter und verdeutlicht seine Bedeutung im Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Die neue Marke geht aus dem 2020 zwischen Bund und Ländern geschlossenen „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ hervor.

Rund 380 Gesundheitsämter stehen den Menschen in Deutschland tagtäglich mit Rat und Tat zur Seite und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Um die Aufgaben der Gesundheitsämter sichtbarer zu machen, wurde ergänzend zur Marke ÖGD ein länderübergreifender Internetauftritt als „Schaufenster des ÖGD“ umgesetzt. Unter www.oeffentlichergesundheitsdienst.de finden Bürgerinnen und Bürger künftig Informationen, in welchen Fällen sie sich an ihr Gesundheitsamt wenden können. Eine integrierte Postleitzahlen-Suche zeigt zudem direkt das jeweils zuständige Amt. Gleichzeitig macht die Webseite die Aufgaben und Themen der Gesundheitsämter transparenter.

Um auf die Kommunikationsinitiative „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ aufmerksam zu machen, wurde zudem mit Schauspieler Simon Gosejohann ein Werbespot produziert, der auf humorvolle Weise den ÖGD in den Alltag der Menschen bringt: https://youtu.be/Q8sh1vsEwmc.
In allen 16 Bundesländern werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Werbemaßnahmen umgesetzt, von Social Media Kampagnen über Plakataktionen bis hin zu Erklärfilmen. Die Werbemaßnahmen in den einzelnen Bundesländern starten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ziel der Länder ist eine größtmögliche Reichweite und Sichtbarkeit des ÖGD in ganz Deutschland.

Katharina Schenk, Thüringens Gesundheitsministerin und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz: „Mit dieser länderübergreifenden Kommunikationsinitiative schaffen wir erstmals einen bundesweit einheitlichen Auftritt des Öffentlichen Gesundheitsdienstes – klar, nahbar und verständlich. So geben wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur schnellen Zugang zu verlässlichen Informationen und direkten Kontaktmöglichkeiten zu ihrem Gesundheitsamt, sondern machen auch sichtbar, welch unverzichtbare Arbeit der ÖGD Tag für Tag leistet. Wir wollen damit das Vertrauen in den ÖGD stärken, seine enorme gesellschaftliche Bedeutung ins Bewusstsein rücken und die Menschen hinter dieser Arbeit würdigen.“

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): „Aus meiner Zeit als Leiter des größten Gesundheitsamtes in Deutschland kenne ich die Herausforderungen des ÖGD sehr genau. Die länderübergreifende Kommunikationskampagne zeigt auf, in wie vielen Bereichen der ÖGD tätig ist – von Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin bis zu Schuleingangsuntersuchungen und Netzwerkarbeit vor Ort. Der ÖGD ist ganz nah an den Menschen – genau das macht die neue Marke sichtbar.“

Die Gesundheitsämter – das Gesicht des ÖGD
Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist neben der ambulanten und stationären Versorgung ein zentraler Pfeiler der gesundheitlichen Daseinsvorsorge in Deutschland. Er umfasst Einrichtungen der Gesundheitsverwaltung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Aufgaben reichen vom Gesundheitsschutz über Beratung bis hin zur Gesundheitsförderung, wobei manche Aufgaben in einzelnen Bundesländern von anderen Stellen wahrgenommen werden. Nachfolgend ist eine nicht abschließende Auflistung der ÖGD-Aufgabenbereiche aufgeführt:

  • Infektionsschutz – z. B. Meldewesen, Ausbruchsuntersuchungen, Kontaktpersonenmanagement
  • Hygiene – z. B. Hygiene in medizinischen Einrichtungen
  • Kinder- und Jugendgesundheitsdienst – z. B. Schuleingangsuntersuchungen
  • Zahnärztlicher Dienst – Reihenuntersuchungen und Prophylaxe-Maßnahmen
  • subsidiäre Impfangebote, unterstützend zum ambulanten Regelsystem
  • Beratung und Unterstützung – z. B. zu Kindergesundheit, Suchtprävention, psychischer Gesundheit oder sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV
  • Begutachtungen
  • Projekte und Aktionen vor Ort – z. B. Schulprojekte oder Gesundheitstage
  • Gesundheitsberichterstattung
  • Umweltbezogener Gesundheitsschutz – z. B. Auswirkungen des Klimawandels, Trinkwasser- und Badewasserschutz

Hintergrund:
Zu Beginn der Corona-Pandemie verständigten sich Bund und Länder im Jahr 2020 auf den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Pakt für den ÖGD)
(www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/O/OEGD/Pakt_fuer_den_OEGD.pdf), um den ÖGD in Bund, Ländern und Kommunen zu stärken. Der Bund stellt dafür bis zum 31.12.2026 insgesamt vier Mrd. Euro bereit. Die Mittel werden für die Schaffung von zusätzlichem Personal in den Gesundheitsämtern eingesetzt, außerdem unter anderem für die Digitalisierung, die Attraktivitätssteigerung und die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen des ÖGD. Im Aufgabenfeld Attraktivitätssteigerung gilt es unter anderem eine länderübergreifende Kommunikationsinitiative umzusetzen, die sich an die Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel wendet, den ÖGD in seiner ganzen Aufgabenbreite und Bedeutung für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sichtbar und verständlicher zu machen.

 

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Gesund trotz Hitze: Mit kühlem Kopf durch heiße Sommertage

Was bei UV-Strahlung und Extremtemperaturen wichtig ist

Köln, 11. Juni 2025. Die Temperaturen steigen – nicht nur gefühlt: Europa erwärmt sich laut EU-Klimabericht Copernicus schneller als jeder andere Kontinent. 2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hitzetage werden häufiger, länger und intensiver, gleichzeitig nimmt die UV-Strahlung zu. Gefährdet sind vor allem alte Menschen, Schwangere, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auf der Website www.klima-mensch-gesundheit.de informiert das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, wie man sich und andere bei Hitze am besten schützen kann.

Hitzewellen belasten die Gesundheit
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Kreislaufprobleme, Muskelkrämpfe oder ein beschleunigter Puls – all das können Anzeichen hitzebedingter Belastung sein. Ein Hitzschlag oder Sonnenstich können sogar lebensbedrohlich werden. Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Menschen an den Folgen großer Hitze.

Auch die UV-Strahlung steigt durch den Klimawandel
Weniger Wolken und intensivere Sonne führen zu mehr UV-Strahlung. Das erhöht das Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs. Besonders gefährdet sind helle Hauttypen, Kinderhaut und Menschen, die regelmäßig im Freien arbeiten.
Auch die Augen leiden unter zu viel UV-Strahlung. Reizungen, Entzündungen oder dauerhafte Schäden an Hornhaut und Netzhaut sind möglich. Eine passende Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern schützt einfach und wirksam. Informationen zum Thema UV-Schutz gibt es auf dem Portal www.klima-mensch-gesundheit.de/uv-strahlung-und-uv-schutz/.

Auf einen Blick: Tipps für heiße Tage – so schützen Sie sich vor Hitze
Viele hitzebedingte Beschwerden lassen sich durch angepasstes Verhalten vermeiden oder verringern. Die Expertinnen und Experten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit empfehlen:

  • Ausreichend trinken: Am besten Wasser oder ungesüßte Tees – mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag, bei Hitze gern auch deutlich mehr.
  • Kühle Orte aufsuchen: Vermeiden Sie direkte Sonne, bevorzugen Sie Schatten oder klimatisierte Räume.
  • Wärmste Tageszeiten meiden: Zwischen 11 und 17 Uhr, wenn möglich, nicht im Freien aufhalten oder körperlich anstrengen.
  • Haut eincremen: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
  • Augen schützen: Eine Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern verhindert Schäden durch Strahlung.
  • Leichte Mahlzeiten: Frische, wasserreiche und fettarme Speisen wie Salate oder Obst entlasten den Kreislauf.
  • Helle, luftige Kleidung: Diese verhindert Überhitzung und schützt zugleich vor direkter Strahlung.
  • Kopfbedeckung tragen: Ein Sonnenhut oder eine Kappe schützt den Kopf vor dem Aufheizen.
  • Wohnräume kühl halten: Morgens und abends gut lüften, tagsüber Fenster abdunkeln, Ventilatoren nutzen.

Weiterführende Informationen

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Gut durch den Hitzesommer: Portal bietet praktische Hilfe

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unterstützt Verantwortliche in Betreuung, Bildung und Pflege mit neuem Toolkit

Köln, 3. Juni 2025. Die Temperaturen steigen, die ersten Hitzetage des Jahres liegen vor uns. Meteorologinnen und Meteorologen rechnen mit einem heißen Sommer. Damit alle gut vorbereitet sind, stellt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zum bundesweiten Aktionstag am 4. Juni ein neues Online-Toolkit bereit. Es richtet sich an alle, die in Kommunen, Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen oder sozialen Diensten Verantwortung tragen. Damit sollen die Bürgerinnen und Bürger besser vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze geschützt werden – mit verständlichen Informationen und praktischen Handlungsempfehlungen für den Alltag.

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Wir wollen, dass Hitzeschutz dort ankommt, wo er gebraucht wird: vor Ort, im Alltag der Menschen. Deshalb erweitert das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit das Angebot auf dem Portal www.klima-mensch-gesundheit.de. Unser Toolkit unterstützt mit Materialien, Handreichungen und individualisierbaren Textbausteinen dabei, Hitzeschutz wirksam und zielgruppengerecht zu vermitteln.“

Das Toolkit für die unterschiedlichen Lebenswelten steht zum Download bereit unter: www.klima-mensch-gesundheit.de/hitze-und-hitzeschutz/lebenswelten-hitzetauglich-gestalten/kommunikationshilfen

Zum bundesweiten Hitzeaktionstag versendet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit das Materialpaket digital an alle Kommunen. Damit setzt das Institut die erfolgreiche Aktion aus dem Vorjahr fort – und macht erneut auf das Thema aufmerksam, bevor es richtig heiß wird.

Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zum Thema Klimawandel und Gesundheit im Überblick:

Mit dem Portal www.klima-mensch-gesundheit.de bietet das Bundesinstitut konkrete Tipps für die breite Bevölkerung, etwa für Eltern kleiner Kinder oder für ältere Menschen. Außerdem finden Fachkräfte aus Bildung, Pflege oder Kommunen Hinweise, wie sie andere im Alltag unterstützen können und helfen, mit Hitzewellen umzugehen.

Tagesaktuelle Hitzewarnkarte:
www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/tagesaktuelle-hitzewarnungen/

Mediathek zum Thema „Klima und Gesundheit“, u. a. mit folgenden Materialien:
www.klima-mensch-gesundheit.de/mediathek/

  • Fachbroschüre für Beschäftigte im ÖGD „Klimawandel und Gesundheit“ (Robert Koch-Institut und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit)
  • Individualisierbare Plakate und Online-Banner „zum Hitzeschutz informieren“ in vielen Sprachen verfügbar
  • Individualisierbares Plakat „Gib Hitze keine Chance“ und Infokarte mit sechs praxisnahen Handlungsempfehlungen (in verschiedenen Sprachen)
  • Infokarten, u.a. zu den Themenbereichen Sonnenbrand und Flüssigkeitszufuhr bei Hitze
  • Erklärvideos, u.a. zu den Themen Klimawandel und Gesundheit und Hitze und Alter für verschiedene Zielgruppen
  • Informationsflyer zum gesundheitlichen Hitzeschutz für die Allgemeinbevölkerung, ältere Menschen, Eltern von kleinen Kindern und Menschen mit einer Diabetes-Erkrankung

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Tag des Gesundheitsamtes am 19. März 2025 „Klimawandel und Gesundheit“

Hitzeaktionsplan, Impfberatung oder Rauschbrille –

Tag des Gesundheitsamtes 2025 am 19. März mit vielen Veranstaltungen vor Ort

Köln, 14. März 2025. Die Vorstellung eines Hitzeaktionsplanes, ein Vortrag über die Auswirkungen des Klimawandels auf übertragbare Krankheiten, der Launch eines Hitzeportals, eine Wanderausstellung über die gesundheitlichen Zusammenhänge von Klima und Ernährung, die Nutzung einer Hitze Warn-App – das sind Beispiele, wie Gesundheitsämter das diesjährige Motto des Tags des Gesundheitsamtes - Klimawandel und Gesundheit – in Angebote für die Öffentlichkeit umsetzen.

„Der Klimawandel hat auf vielen Wegen einen negativen Einfluss auf die Gesundheit, etwa mehr Hitzetote, neue und vermehrt auftretende Infektionskrankheiten, erhöhte Allergiebelastung, Zunahme von Antibiotikaresistenzen und mehr Hautkrebs durch erhöhte UV-Strahlen-Belastung“, sagt Prof. Dr. Lars Schaade, Präsident des Robert Koch-Instituts. Zudem können die Folgen des Klimawandels soziale Ungleichheiten in der Gesundheit der Bevölkerung verstärken. „Unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden werden in Zukunft noch mehr davon abhängen, wie wir mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die nicht über die Ressourcen verfügen, sich selbst zu schützen. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, denn Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“, unterstreicht Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

„Der Klimawandel wird den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) langfristig beschäftigen, denn durch seine Folgen bringt er Herausforderungen für grundlegende Funktionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit mit sich. Verhaltens- und Verhältnisprävention sind dabei gleichermaßen gefragt und sollten mit allen Politikbereichen verschränkt werden“. Das betont eine gemeinsame Broschüre von Robert Koch-Institut und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. Die Broschüre richtet sich vor allem an Mitarbeitende aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, sie fasst Erkenntnisse eines umfassenden wissenschaftlichen Sachstandsberichts kompakt zusammen und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten. Der Sachstandsbericht von mehr als 90 Autorinnen und Autoren aus über 30 Forschungseinrichtungen und Behörden entstand unter Federführung des Robert Koch-Instituts und erschien 2023 in drei Ausgaben des Journal of Health Monitoring.

Zum 1. Juli 2024 ist das Klimaanpassungsgesetz in Kraft getreten, das für die Bundesländer den Rechtsrahmen bildet, eigene Klimaanpassungsstrategien vorzulegen und dafür Sorge zu tragen, dass die Kommunen Klimaanpassungskonzepte aufstellen.

Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet den Klimawandel als "die größte Gesundheitsbedrohung für die Menschheit" (WHO, 2021) und das Pariser Abkommen (2015) als das wichtigste Public-Health-Abkommen des 21. Jahrhunderts. Auch die International Association of Public Health Institutes (IANPHI) sieht den Klimawandel als eine der größten globalen Herausforderungen im Bereich Public Health.

Das RKI hat seine Arbeit zu Klimawandel und Gesundheit in den vergangenen Jahren durch die Einrichtung einer Geschäftsstelle für Klimawandel und Gesundheit verstärkt, die die wissenschaftliche Arbeit in dem Themenbereich koordiniert und den Wissenstransfer für den ÖGD, die Gesundheitspolitik und andere Akteure fördert. Das BIÖG bietet auf der Internetseite „Klima – Mensch – Gesundheit“ Informationen für die Bevölkerung und unterstützende Materialien für die Kommunen zu Allergien sowie zum Schutz vor Hitze und UV-Strahlung.

Zusätzlich zum Einblick in die Arbeit des Gesundheitsamtes in Zeiten des Klimawandels gibt es anlässlich des Tags des Gesundheitsamtes vor Ort viele Angebote: Sehtests, Blutdruckmessungen, Mütter- und Väterberatung bei den Frühen Hilfen, Informationen zu psychischen Erkrankungen, Impfberatung, die Untersuchung von mitgebrachtem Trinkwasser oder das Ausprobieren einer Rauschbrille (siehe Internetseite des örtlichen Gesundheitsamtes oder Übersichtsseite des RKI).

Das Gesundheitsamt vor Ort ist eine zentrale Säule für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Den Tag des Gesundheitsamtes hat das Robert Koch-Institut erstmals 2019 ausgerufen, um die Arbeit der Gesundheitsämter zu würdigen und auf ihre Situation hinzuweisen. Der 19. März ist der Geburtstag von Johann Peter Frank, der Mitte des 18. Jahrhunderts geborene Arzt und Sozialmediziner gilt als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Bestellung der kostenlosen Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit unter:

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, 50819 Köln

Online-Bestellsystem: https://shop.bzga.de/

E-Mail: bestellung(at)bioeg.de

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