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B-WaterSmart: Projekt zu smartem Wassermanagement erfolgreich beendet

14. Oktober 2024 um 12:05

Das europäische B-WaterSmart Projekt unter Leitung des IWW Institut für Wasserforschung ist beendet und das Konsortium blickt zurück auf 4 Jahre intensiver Arbeit, in denen zum Thema Wasserintelligenz in europäischen Küstenregionen und darüber hinaus geforscht wurde. 48 Monate voller Treffen, Tests, Erfolge und Misserfolge, in denen nicht nur in den sechs Living Labs (Demonstrationsstandorten) eine bedeutende Wirkung erzielt wurde, sondern in denen sich auch die Welt weitergedreht und verändert hat.

In den sechs Living Labs wurden durch aktive und nachhaltige Praxisgemeinschaften systemische Innovationen für eine intelligentere Wasserwirtschaft und -gesellschaft entwickelt und demonstriert. Mit speziellen Schulungsmaßnahmen wurden Entscheidungsträger:innen über wassersmarte Lösungen informiert und die Gesellschaft durch öffentliche Veranstaltungen sensibilisiert.

Ein breites Portfolio an kosteneffizienten Technologien und wasserintelligenten Datenlösungen wurde entwickelt, um die Wiederverwendung von Wasser und Abwasser zu erhöhen, die Rückgewinnung von Energie und Materialien zu fördern und ein intelligentes Management der Wasserinfrastruktur zu ermöglichen. Diese Lösungen sind auf dem „Water Europe Marketplace“, dem zentralen Wissensportal für wasserintelligente Lösungen von B-WaterSmart und anderen europäischen Projekten, einsehbar und erhältlich.

Für jedes Living Lab wurden außerdem neue oder verbesserte Richtlinien und Handlungsempfehlungen vorgeschlagen, um intelligente Wasserlösungen zu erreichen. Auch praktische Anleitungen zu gesellschaftlichen und verhaltensbezogenen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Akzeptanz und Umsetzung wurden entwickelt.

Das Projekt brachte zudem einen Bewertungsrahmen hervor, der auf einer soliden Definition von Wasserintelligenz aufbaut und diese in die Praxis umsetzt. Ein Rahmen, der Entscheidungsträger:innen und Praktiker:innen bei der langfristigen strategischen Planung im Hinblick auf ihre Vision einer wassersmarten Gesellschaft unterstützt.

Nicht zuletzt wurden neue Geschäftsmöglichkeiten erkundet, indem alle im Rahmen von B-WaterSmart vorgestellten Lösungen systematisch auf ihr Nutzungspotenzial hin untersucht und Lösungsanbieter auf ihrem Weg zum Markt unterstützt wurden.

Mehr zu den Projektideen für eine wasser-smarte Gesellschaft finden Sie auf der B-WaterSmart Webseite.

ULTRA-F Projekt stellt Ergebnisse auf Berliner Energietagen vor

04. Juli 2024 um 09:44

Sichere Trinkwasserhygiene und Energieeinsparung – geht das gleichzeitig? Auf den Berliner Energietagen im Mai wurden umfangreiche Erkenntnisse aus Versuchen im Labor, im Technikum sowie in realen Wohngebäuden zur Wirksamkeit der Ultrafiltration hinsichtlich eines hygienisch sicheren Betriebs einer Trinkwasserinstallation bei abgesenkter Temperatur des Warmwassers vorgestellt. Zusätzlich wurden die Aspekte der Verminderung von CO2-Emissionen und der Wirtschaftlichkeit betrachtet.

Das interdisziplinär aufgestellte Forscher:innen-Team mit IWW-Beteilung sprach die Empfehlung aus, dass in einer zentralen Trinkwassererwärmung an keiner Stelle der Zirkulation eine Temperatur von 45 °C unterschritten werden dürfe. Dabei kann auch ohne Ultrafiltration ein hygienisch sicherer Betrieb bei einer Minimaltemperatur des Warmwassers in der Zirkulation von mind. 50 °C möglich sein. Wesentlichste Voraussetzung ist, dass der thermohydraulische Abgleich in der Trinkwasserinstallation gewährleistet ist und kontinuierlich überwacht wird. Außerdem muss das Vorkommen von Legionellen regelmäßig überprüft werden. Weiterhin wurden die Randbedingungen für den sicheren Betrieb von Ultrafiltrationsanlagen herausgearbeitet sowie Anpassungen des Regelwerkes empfohlen.

Zusammenfassung

Grundlagen, ausgewählte Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zum Einsatz von Ultrafiltrationsanlagen in der Trinkwasserinstallation aus dem Ultra-F Projekt (gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) gibt es hier  zum Download.

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Erkenntnisse aus ULTRA-F Download 665.48 KB

Forschungsprojekt GOW-Opti gestartet

22. April 2024 um 16:17

Gemeinsam mit dem TZW (DVGW-Technologiezentrum Wasser) beschäftigt sich das IWW mit der Weiterentwicklung von gesundheitlichen Regelungswerten im Trinkwasser und Optimierung des Transfers in die Praxis. Das Projekt läuft insgesamt 1 Jahr.

Die enorme Menge an chemischen Substanzen in Produktion und Anwendung sowie der Umwelt führt dazu, dass sich ein nicht unerheblicher Teil in nahezu allen Umweltkompartimenten nachweisen lässt. Internationale Institutionen wie die WHO, die ECHA und EFSA oder nationale Behörden wie das Umweltbundesamt (UBA) können bisher nur einen kleinen Anteil der in die Umwelt, in Gewässer, gelangten Stoffe auf Basis von chronischen Versuchsdaten toxikologisch bewerten. Daher werden angepasste Bewertungskonzepte gebraucht, mit denen bei unzureichender oder fehlender toxikologischer Datenlage eine robuste Aussage im Rahmen der Vorsorge getroffen werden kann.

Ziele und Methodik

Im Rahmen des Projekts wird das bewährte Konzept der gesundheitlichen Orientierungswerte (GOW) einer Prüfung unterzogen, ob und wie es in der Praxis der Gesundheitsbehörden ankommt und wie es umgesetzt wird und wie gegebenenfalls weitere Optimierungen angepackt werden könnten. Dabei wird die Sichtweise der Wasserversorger mit einbezogen, die von den Anordnungen und Maßnahmen der Behörden direkt betroffen sind. Es werden Potentiale zur Optimierung von Schwachpunkten zur Verfestigung von Stärken abgeleitet, was zu einem direkten Nutzen für die Wasserversorgung und die Überwachung führen kann. Dabei wird darauf Wert gelegt, den GOW mit den anderen relevanten Regelungswerten in Beziehung zu setzen. Zudem werden strategische Umsetzungshinweise für die Verbesserung der Anwendung in der Praxis gegeben. Daraus sollte sich ein wichtiger Input für weitere Vorgehensweisen beim UBA sowie den Beteiligten auf der operativen Ebene ergeben.

Marktverfügbarkeit von Flockungsmitteln

15. Februar 2024 um 12:54

Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine hat die Marktverfügbarkeit von Flockungsmitteln und Aktivkohlen in den Jahren 2022 und 2023 temporär stark eingeschränkt. Zwei gemeinsam von IWW und TZW für den DVGW erstellte Studien gehen den Fragen nach, welche generellen Alternativen sich für Flockungs- und Flockungshilfsmittel anbieten (Projekt „LitFAlter“) und welche Trends sich bei der Produktion und dem Trinkwassereinsatz für Aktivkohlen abzeichnen (Projekt „AK-Krisenresilienz“). Mitglieder finden die Studien auf ihrer DVGW-Homepage (Projektname als Suchwort). Im Rahmen eines kostenlosen Online-Forschungsseminars wird der DVGW in den kommenden Monaten außerdem zu beiden Themen Vorträge anbieten.

Bereits in den Jahren zuvor hatte sich in Europa der generelle Markttrend abgezeichnet, dass fehlende hochwertige Rohstoffe für eisenhaltige Flockungsmittel es sehr schwierig für die Hersteller machen, die nach § 20 TrinkwV für Trinkwasser geforderte Qualität anbieten zu können. Daher hatte das Umweltbundesamt das IWW mit einem Sachverständigengutachten beauftragt. “Die Studie beinhaltet umfangreiche Informationen zu Bedarf und Verfügbarkeit eisenhaltiger Flockungsmittel, die auf Befragungen von deutschen und europäischen Wasserversorgungsunternehmen sowie Herstellern basieren. Die Marktsituation wurde analysiert, inklusive der Konsequenzen für Wasserversorgungsunternehmen und chemisch-technischer Möglichkeiten der Aufreinigung dieser Aufbereitungsstoffe sowie möglicher Produktalternativen.” Das Gutachten ist kostenlos hier erhältlich:

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/sachverstaendigengutachten-zur-ermittlung-der

Foto: IWW

Das R3VOLUTION Projekt revolutioniert das industrielle Wassermanagement

08. Februar 2024 um 10:58

Die Wassernutzung in der Industrie hat verschiedene Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und die Gesellschaft in Europa. Eines der Hauptprobleme in diesem Bereich ist die Wasserknappheit, da 40 % des entnommenen Wassers in Europa von der Industrie genutzt wird. Dies ist insbesondere ein Problem in Gebieten mit begrenzten Wasserressourcen, Verschmutzung der Wasserressourcen, allgemeiner Verschlechterung der Wasserqualität und erheblichem Energieverbrauch im Zusammenhang mit der Wassernutzung und -aufbereitung. Trotz dieser Tatsache und der zusätzlichen Auswirkungen des Klimawandels sind Lösungen und Initiativen zur Rückgewinnung von Industrieabwasser selten, vor allem weil der Preis für Wasser nicht seinen wahren Wert oder seine Verfügbarkeit widerspiegelt. Dies hält die Industrie oft davon ab, in dringend benötigte Technologien zur Wasserrückgewinnung zu investieren.

Das Projekt

Unter dem Titel “Ein revolutionärer Ansatz zur Maximierung der Wiederverwendung von Prozesswasser und der Rückgewinnung von Ressourcen durch eine intelligente, zirkuläre und integrierte Lösung” wird R3VOLUTION die industrielle Wasserwirtschaft in der EU revolutionieren. Um den Weg für einen nachhaltigen und effizienten Wasser- und Ressourcenverbrauch zu ebnen, entwickelt das Projekt Schlüsselinnovationen, die eine wirtschaftliche, ökologische und betriebliche Wasserrückgewinnung ermöglichen und die Herausforderungen der Lösungsmittel- und Energierückgewinnung angehen.

Im Laufe von vier Jahren demonstrieren die Projektpartner nachhaltige Lösungen für die Ressourcenrückgewinnung und entwickeln maßgeschneiderte membranbasierte Aufbereitungsanlagen, die mit Abwärme gekoppelt sind. Ein digitaler Prozessassistent ermöglicht eine optimale Konfiguration für verschiedene industrielle Umgebungen. Hierbei werden Risiken bei der Umsetzung minimiert und der Betrieb entscheidend unterstützt. Um das industrielle Wassermanagement zu revolutionieren, umfasst das R3VOLUTION-Projekt vier Demonstrationsstandorte im Pilotmaßstab, die die Anwendbarkeit und Reproduzierbarkeit von Lösungen in der petrochemischen Industrie, der biobasierten Chemie, der Stahlindustrie sowie der Zellstoff- und Papierindustrie zeigen. Das IWW Zentrum Wasser leitet die Öffentlichkeitsarbeit im Projekt und arbeitet an den technischen Lösungen mit.

Projektförderung

R3VOLUTION wird vom Projektpartner Cetaqua Water Technology Centre in Spanien koordiniert, der Anfang Februar das Kick-off-Meeting in Barcelona veranstaltete. Das Projekt umfasst 19 Partner aus 9 verschiedenen Ländern und wird von der Europäischen Union im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101138245 finanziert.

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