Die Aufgaben in den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten (KJPDs) sind breit gefächert. Von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr werden Kinder und Jugendliche, ihre Eltern sowie angegliederte Fachstellen und Institutionen beraten und begleitet. Innerhalb des Öffentlichen Gesundheitsdienstes besteht eine enge Zusammenarbeit und je nach zugrunde liegenden Psychisch-Kranken-(Hilfe-) Gesetzen auch gemeinsame Zuständigkeiten mit den Sozialpsychiatrischen Diensten (SpDis).
In dieser elfteiligen Fortbildungsreihe lernen Sie grundlegende Störungsbilder im Kinder- und Jugendalter kennen. Es werden Beratungsanlässe behandelt und diskutiert, die Arbeits- und Herangehensweise der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Arbeit wird von Expertinnen und Experten vorgestellt. Im interkollegialen Austausch sollen Besonderheiten, die aus der Minderjährigkeit resultieren und bewährte Herangehensweisen der Begegnung in der Krise gemeinsam ausgearbeitet werden.
Die Fortbildungsreihe behandelt häufige Vorstellungsanlässe und Störungsbilder, unter anderem die Themen FASD (Fetale Alkoholspektrumstörung), Geschlechtsinkongruenz, geistige Behinderung und psychische Störung, Schulabsentismus, Autismus-Spektrum-Störungen, emotionale Gewalt, Suizidalität und seelische Krisen.
Der achte Teil der Fortbildungsreihe beschäftigt sich mit dem Thema „Systemsprenger:innen“.
Immer häufiger berichten Fachkräfte aus verschiedenen Systemen, dass sie mit jungen Menschen arbeiten, die mit den bestehenden Strukturen und Angeboten nicht zurechtkommen. Diese Jugendlichen werden oftmals als „Systemsprenger:innen“ bezeichnet - ein Begriff, der kritisch hinterfragt werden sollte.
Themenschwerpunkte der Veranstaltung
Analyse der grundlegenden und konkreten Faktoren, die dazu führen, dass junge Menschen als nicht systemkonform wahrgenommen werden
Vorstellung und Diskussion von Ansätzen und Strategien, um diesen Jugendlichen wirksam zu begegnen - sowohl präventiv als auch in akuten Situationen
Einblick in die besonderen Bedarfe und Herausforderungen aus Sicht der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und Institutionen des Gesundheitswesens
Umgang mit eigenen Gefühlen von Resignation und Frustration im Berufsalltag - wie können wir auf der Beziehungsebene empathisch, wohlwollend und feinfühlig bleiben?
Ziele der Fortbildung
Sensibilisierung für die Lebenswelten und Bedarfe junger Menschen mit komplexem Hilfebedarf
Stärkung der eigenen Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen
Förderung des fachlichen Austauschs und der interdisziplinären Zusammenarbeit
Entwicklung neuer Perspektiven und Lösungsansätze für die Praxis
Letzte Änderung: 24.03.2026