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Heute — 14. September 2026Pressemitteilungen

Ukrainische Fachkräfte erneut zu Gast beim OOWV

14. September 2026 um 07:35

Erneut hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Fachkolleginnen und Fachkollegen aus der Ukraine zu einer Hospitation begrüßt. Drei Teilnehmende des OOWV-Partners Chernihivvodokanal aus Chernihiv und zwei Teilnehmende des Unternehmens Miskvodokanal aus Sumy nutzten den Aufenthalt, um ihr Wissen in den Bereichen Kanalsanierung und Abwasser zu vertiefen. Begleitet und fachlich betreut wurde die Gruppe von den OOWV-Mitarbeitern Marc Meierholz, Mario Marotzki und Juri Wunder.

Schlauchlinersanierung direkt auf der Baustelle

Zum Auftakt besuchte die Gruppe ein Großprojekt, bei dem sie eine Schlauchlinersanierung live vor Ort verfolgen konnte. Projektleiter Jan-Niklas Girod stellte das Projekt vor und gab den Gästen einen praxisnahen Einblick in den Ablauf der Sanierungsmaßnahme. Bei diesem Verfahren erhalten sowohl Kanalhaltungen als auch Schächte eine neue Innenauskleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), ohne dass umfangreiche Erdarbeiten notwendig sind. Dazu wird ein mit Harz imprägnierter, glasfaserverstärkter Kunststoffschlauch in den bestehenden Kanal eingebracht und anschließend ausgehärtet. Auf diese Weise entsteht innerhalb des bestehenden Kanals eine neue und dauerhafte Rohrinnenwand.

Wie wichtig solche Verfahren für die ukrainischen Gäste sind, machte einer der Teilnehmenden im Gespräch deutlich: „Dies ist besonders interessant, da wir zwar auf Rohrbrüche stoßen, unsere technischen Möglichkeiten jedoch eine vollständige Erneuerung des Systems nicht möglich machen.“

Die Rohrbrüche müssten dennoch repariert werden. Dabei erschweren unter anderem ein dichtes Netz benachbarter Versorgungsleitungen, große Verlegetiefen und die Bedingungen in einem dicht bebauten städtischen Umfeld die Arbeiten.

Praktische Schulung mit Geopolymermörtel

Ein weiterer Programmpunkt war eine Anwenderschulung für Geopolymermörtel durch die Scholten GmbH. Nach einer theoretischen Einführung in den Räumlichkeiten der Betriebsstelle Elsfleth ging es zur Firma Tiesler-Bau. Dort konnten die ukrainischen Gäste auf dem Betriebshof selbst an einem Teststück arbeiten und lernen, wie der Mörtel fachgerecht aufgetragen und verarbeitet wird.

Dank gebühre dabei den beiden beteiligten Firmen sowie den Kolleginnen und Kollegen der Betriebsstelle Elsfleth für die Unterstützung, sagt Lena Sophie Sept, die für den OOWV die Projektleitung übernommen hat.Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch einer Baustelle in Lemwerder. Bei der dortigen Tiefbaumaßnahme konnte die Delegation erleben, wie im Baustellenalltag mit Treibsand umgegangen wird. Eine Herausforderung, mit der auch die ukrainischen Partner immer wieder konfrontiert sind.

Abwassertechnik und praktische Anwendungen

Zum Abschluss der Hospitationswoche rückte das Thema Abwasser in den Mittelpunkt. Auf dem Programm standen Besuche der Kläranlage Brake einschließlich der neuen Brauchwasseranlage sowie der Kläranlage Sandstedt.

Zusätzlich demonstrierte die Stadt.Land.Grün GmbH, eine hundertprozentige Tochter des OOWV, den Einsatz eines Spülanhängers mit unterschiedlichen Düsen sowie einer Schiebekamera. Ein vergleichbarer Spülanhänger wurde bereits erfolgreich für die ukrainischen Partner beschafft. Auch die Anschaffung einer entsprechenden Kamera ist zeitnah vorgesehen. Die Gäste hatten somit bereits während ihres Aufenthalts die Möglichkeit, das Gerät und seinen Einsatz kennenzulernen.

Aus Fachkollegen werden vertraute Partner

Die gesamte Hospitationswoche war von einer geradezu familiären Atmosphäre geprägt. Wie eng die Beteiligten inzwischen miteinander verbunden sind, zeigte sich am Ende des Besuchs: Statt mit einem Handschlag verabschiedeten sich die Teilnehmenden mit einer herzlichen Umarmung.

Der Dolmetscher brachte die Entwicklung der Partnerschaft auf den Punkt: „Beim zweiten Mal umarmt man sich.”

Für November 2026 ist bereits eine weitere Hospitation geplant. Dann wollen beide Seiten den Austausch zu den Themen Kurzlinersanierung und Installation von Sonden auf der Kläranlage vertiefen.

Solidarpartnerschaft seit Beginn des Ukraine-Krieges

Die ersten Kontakte zwischen den Wasserversorgern der ukrainischen Städte Sumy und Chernihiv und dem OOWV entstanden bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine im Februar 2022. Daraus entwickelte sich eine Solidarpartnerschaft, die bis heute fortgeführt wird.

In der ersten Phase stand vor allem die technische Unterstützung im Mittelpunkt, sagt Projektleiterin Lena Sophie Sept. Unter anderem wurden ein Saugfahrzeug sowie Analysegeräte für den Trinkwasserbereich in die Ukraine geliefert. Inzwischen liegt der Schwerpunkt der Partnerschaft verstärkt auf dem Austausch von Fachwissen.


Quelle: OOWV

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Ein Eimer Wasser voller Arten

11. September 2026 um 08:30

Till-Hendrik Macher und Robin Schütz, damals beide Doktoranden in der Biologie der Universität Duisburg-Essen, fuhren ein Jahr lang alle zwei Wochen zur renaturierten Lippemündung bei Wesel und filtrierten je zwei Wasserproben – 26 Termine, 52 Proben. Darin konnten sie in Summe 1.072 Arten nachweisen:

  • 40 Fisch- und Neunaugenarten,
  • 41 Vogel- und 26 Säugetierarten,
  • 425 aquatische,
  • 350 terrestrische Wirbellose und
  • 190 Arten von Kieselalgen

Zum Vergleich: Für denselben Ort sind in der globalen Biodiversitätsdatenbank GBIF insgesamt 1.029 Arten registriert, die in über 130 Jahren zusammengetragen wurden.

DNA-Metabarcoding bildet Artenvielfalt und saisonale Muster ab

Bei der klassischen Methode werden Organismen einzeln mit Kescher, Pinzette, Lupe und Mikroskop bestimmt. Mittels DNA-Metabarcoding lassen sich Arten hingegen über ihre Erbinformationen identifizieren, die sich in den Proben nachweisen lassen.

„Wir haben mit zwei Litern Wasser pro Termin 1.072 Arten quer durch den Stammbaum des Lebens nachgewiesen – von Kieselalgen über Eintagsfliegen bis zum Biber“, sagt Till-Hendrik Macher, Erstautor der Studie, der inzwischen an der Universität Trier forscht. „Und wir konnten nachweisen, dass unsere Daten tatsächlich die Biologie der Lippe abbilden und nicht nur zufällig in den Fluss gespülte DNA ist“, ergänzt Robin Schütz, mittlerweile Wissenschaftler am Bundesamt für Naturschutz. „Denn Winterlaicher wie Quappe und Hecht zum Beispiel zeigten ihre DNA-Maxima im Winter, die Blässgans genau in ihrer Überwinterungszeit.“

Auch ökonomisch ist der Ansatz interessant, denn der Bedarf an solchen Daten wächst: Sowohl das globale Biodiversitätsrahmenwerk von Kunming-Montreal (GBF) als auch die nationalen und europäischen Berichtspflichten verlangen eine räumliche und zeitliche Datendichte, die mit klassischen Methoden kaum zu leisten ist.

Effizienz bei geringeren Kosten

Mit der Methode von Macher und Schütz kostete die Analyse aller 52 Proben rund 12.000 Euro. Eine vergleichbare klassische Erfassung derselben Organismengruppen über ein Jahr würde etwa 70.000 Euro kosten – rund das Sechsfache. Für die EU-Wasserrahmenrichtlinie werden derzeit pro Fluss im Schnitt 1,71 der vier biologischen Qualitätskomponenten (Fische, Wirbellose, Mikroalgen, Wasserpflanzen) untersucht, bei den wenigsten Gewässern alle vier.
Eine Kombination aus einer klassischen Erfassung mit drei Erhebungen, die auf Umwelt-DNA basieren, käme auf alle vier – bei etwa 115 Prozent des bisherigen Budgets.

„Die Rechnung zeigt, welches Potenzial in der Kombination der Methoden steckt“, sagt Florian Leese, Leiter der AG Aquatische Ökosystemforschung an der UDE. „Denn Biomasse und Individuenzahlen liefert die Umwelt-DNA nicht, sodass wir weiterhin auch andere Methoden brauchen, um ein vollständiges Bild zu bekommen.“

Die Untersuchungen entstanden im Rahmen der Projekte GeDNA und TrendDNA, gefördert vom Umweltbundesamt (FKZ 3719242040, Projektnummer 156318), in Kooperation mit Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV).


Originalpublikation:
Macher T-H, Schütz R, Arle J, Beermann AJ, Haase P, Koschorreck J, Krehenwinkel H, Mora D, Sinclair JS, Zimmermann J, Leese F (2026): eDNA metabarcoding provides scalable and continuous biodiversity monitoring across the tree of life. Ecological Indicators 190, 115316. https://doi.org/10.1016/j.ecolind.2026.115316

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Florian Leese, Aquatische Ökosystemforschung
florian.leese@uni-due.de


Quelle: Universität Duisburg-Essen

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BGBl. 2026 I Nr. 256

11. September 2026 um 07:30
Verordnung zur Änderung der Wertpapierinstituts-Prüfungsberichtsverordnung und der Schwarmfinanzierungsdienstleister-Prüfungsverordnung zur Berücksichtigung der Vorgaben der Verordnung (EU) 2022/2554 im Rahmen von Prüfungen vom 26. August 2026

BGBl. 2026 I Nr. 246

11. September 2026 um 07:30
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss mit der Bezeichnung Geprüfter Berufsspezialist für Informationstechnik und Marketing im Rechtswesen oder Geprüfte Berufsspezialistin für Informationstechnik und Marketing im Rechtswesen vom 24. August 2026

BGBl. 2026 I Nr. 241

11. September 2026 um 07:30
Verordnung zur Ablösung der Zweihundertsechsundzwanzigsten Durchführungsverordnung zur Luftverkehrs-Ordnung (Festlegung von Flugverfahren für An- und Abflüge nach Instrumentenflugregeln zum und vom Verkehrslandeplatz Allendorf/Eder) vom 14. August 2026

BGBl. 2026 I Nr. 237

11. September 2026 um 07:30
Verordnung zur Anpassung der GAP-Direktzahlungen-Verordnung, der GAPInVeKoS-Verordnung und der GAP-Konditionalitäten-Verordnung an die Vorgaben der Verordnung (EU) 2025/2649 sowie zur Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe vom 12. August 2026
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