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Tag des Gesundheitsamtes am 19. März

18. März 2026 um 13:19

Berlin, 18.03.2026
Pressemitteilung als PDF

Gesundheitsämter zentral für Schutz und Förderung der Bevölkerungsgesundheit – BVÖGD fordert verlässliche Finanzierung

Berlin, 19. März 2026 – Die Gesundheitsämter sind für den Schutz und die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung zentral. Das betont der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) anlässlich des Tages des Gesundheitsamtes am 19. März.

Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“. Damit wird die große Bandbreite der Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) hervorgehoben. Außerdem geht es um die Vielfalt der Menschen, die im ÖGD arbeiten und um jene, die von seinen Angeboten profitieren.

Die Aufgaben der Gesundheitsämter sind vielfältig: Sie reichen von der Beratung von Schwangeren und Familien über die Unterstützung von Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen bis hin zu Einschulungsuntersuchungen und zahnärztlichen Vorsorgeangeboten für Kinder. Hinzu kommen Hygienekontrollen in medizinischen und öffentlichen Einrichtungen, die Überwachung von Trinkwasser- und Umweltqualität sowie die Gesundheitsberichterstattung als Grundlage für politische Entscheidungen. Gesundheitsämter informieren zu Themen wie Impfungen, Hitzeschutz, Suchtprävention oder psychischer Gesundheit, koordinieren lokale Netzwerke und tragen zur Gesundheitsförderung in den Lebenswelten der Menschen bei.

„Gesundheit entsteht im Alltag – und genau dort setzt der ÖGD an. Die Gesundheitsämter erreichen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für gesundheitliche Chancengleichheit“, erklärt Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des BVÖGD. „Damit der ÖGD diese Aufgaben auch künftig verlässlich erfüllen kann, braucht es dauerhaft stabile Strukturen und eine gesicherte Finanzierung. Es wäre fatal, wenn die in den vergangenen Jahren aufgebauten Strukturen jetzt wieder geschwächt würden.“

Er kritisiert, mit dem absehbaren Auslaufen zentraler Fördermaßnahmen aus dem Pakt für den ÖGD steht die Zukunft vieler Stellen und Projekte auf dem Spiel. Ohne eine verlässliche Anschlussfinanzierung drohe ein Rückbau von Personal, Know-how und digitaler Infrastruktur.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten aber gezeigt, wie wichtig gut ausgestattete Gesundheitsämter für Prävention, Beratung und Bevölkerungsschutz sind. „Diese Strukturen müssen langfristig gesichert und weiterentwickelt werden“, betont Schäfer.

Der Tag des Gesundheitsamtes wurde im Jahr 2019 vom Robert Koch-Institut ins Leben gerufen, um die Arbeit der Gesundheitsämter stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und auf ihre Bedeutung für den Gesundheitsschutz hinzuweisen. Der 19. März wurde bewusst gewählt: Er ist der Geburtstag von Johann Peter Frank, der als Begründer des ÖGD gilt.

Umweltmedizin und Schadstoffbelastung: Der ÖGD erfasst und bewertet Gesundheitsrisiken in Luft, Boden und Gebäuden

16. Februar 2026 um 13:24

Berlin, 13.02.2026
Pressemitteilung als PDF

Schadstoffe in der Umwelt können die Gesundheit der Bevölkerung akut oder langfristig beeinträchtigen. Ob Belastungen der Außenluft, Verunreinigungen von Boden und Wasser oder Schadstoffe in Innenräumen – der umweltbezogene Gesundheitsschutz gehört zu den zentralen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). In der Umweltmedizin bewertet der ÖGD mögliche Gesundheitsgefahren fachlich fundiert und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum präventiven Gesundheitsschutz.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bewertung umweltbezogener Expositionen. Diese können chemischer, physikalischer oder biologischer Natur sein und über unterschiedliche Wege auf den Menschen einwirken. Der ÖGD unterscheidet dabei zwischen akuten und chronischen Belastungen und berücksichtigt die Intensität als auch die Dauer der Einwirkung. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Auswirkungen realistisch einzuschätzen und Risiken nachvollziehbar einzuordnen.

Die umweltmedizinische Begutachtung erfolgt auf Grundlage toxikologischer und medizinischer Erkenntnisse. Dabei wird geprüft, ob gemessene Schadstoffkonzentrationen gesundheitlich relevant sind und welche Personengruppen besonders betroffen sein könnten. Kinder, Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen stehen hierbei besonders im Fokus. Der ÖGD übernimmt damit eine vermittelnde Rolle zwischen Messdaten, wissenschaftlicher Bewertung und konkreten Handlungsempfehlungen.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes ist die Beratung von Kommunen, öffentlichen Einrichtungen und anderen Behörden.

Die Arbeit des ÖGD ist dabei eng in behördliche Strukturen eingebettet. Umweltmedizinische Fragestellungen werden häufig in Zusammenarbeit mit Umwelt-, Bau- oder Aufsichtsbehörden bearbeitet. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, gesundheitliche Aspekte systematisch in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und präventive Maßnahmen zu entwickeln.

Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), betont die Bedeutung dieser Aufgabe:

„Der umweltbezogene Gesundheitsschutz zeigt exemplarisch, wie der ÖGD wissenschaftliche Erkenntnisse in praktischen Gesundheitsschutz übersetzt. Unsere Aufgabe ist es, Risiken sachlich zu bewerten, transparent zu kommunizieren und damit Orientierung für Bevölkerung und Behörden zu geben“, so Schäfer.

Für den ÖGD zählt in der Umweltmedizin die bevölkerungsbezogene Perspektive. Wiederkehrende oder flächendeckende Umweltbelastungen werden systematisch beobachtet, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Damit leistet der ÖGD einen wichtigen Beitrag zur Vorsorge und zur nachhaltigen Sicherung gesunder Lebensbedingungen.

 

Aus für den ÖGD-Pakt ist gesundheitspolitischer Rückschritt mit Ansage

06. Februar 2026 um 13:41

Berlin, 06.02.2026
Pressemitteilung als PDF

Stellungnahme von Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).

Die Ankündigung der Bundesregierung, den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) nicht fortzuführen, ist aus Sicht des BVÖGD ein gesundheitspolitischer Rückschritt mit Ansage – mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung.

Der BVÖGD bezieht sich dabei auf die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Georg Kippels auf eine Anfrage des Abgeordneten Johannes Wagner (Bündnis90/Grüne) zum ÖGD-Pakt (Quelle unten).

Der Pakt hat in den vergangenen Jahren den gezielten Aufbau tragfähiger Strukturen im ÖGD ermöglicht: zusätzliche Fachkräfte, moderne IT-Infrastruktur, neue digitale Anwendungen und verbesserte Arbeitsabläufe. Ein Aus des Paktes kommt faktisch einer Rückabwicklung dieser mühsam aufgebauten Strukturen gleich.

Konkret drohen ein Aus für laufende und bereits konkret geplante Digitalisierungsprojekte, ein weitreichender Stellenabbau sowie der Verlust zentraler fachlicher und technischer Kompetenzen in den Gesundheitsämtern. Damit wird der ÖGD erneut geschwächt – obwohl seine strukturellen Defizite bereits vor der COVID-19-Pandemie bekannt waren. Der Abbau betrifft nicht nur die Gesundheitsämter, sondern auch Fort- und Weiterbildungseinrichtungen wie die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf sowie weitere Gesundheitsbehörden.

Besonders problematisch ist, dass diese Entscheidung in einer Zeit erfolgt, in der die Anforderungen an den ÖGD weiter steigen. Die aktuelle geopolitische Lage, einschließlich sicherheitspolitischer Spannungen und hybrider Bedrohungen, erhöht den Bedarf an belastbaren Strukturen im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Gleichzeitig führen die Folgen des Klimawandels – etwa Hitzewellen, Extremwetterereignisse oder neue gesundheitliche Risiken – zu neuen, dauerhaft wachsenden Aufgaben für den ÖGD.

Mit dem Ende des Paktes wird die Krisenfestigkeit des Gesundheitssystems erheblich beeinträchtigt. Die Pandemie hat unmissverständlich gezeigt, wie entscheidend leistungsfähige, personell gut ausgestattete und digital vernetzte Gesundheitsämter für den Schutz der Bevölkerung sind.

Das Auslaufen des Pakts für den ÖGD ist ein gesundheitspolitischer Rückschritt mit Ansage und steht in eklatantem Widerspruch zu den Empfehlungen des Sachverständigenrats Gesundheit und Pflege. In seinem Gutachten „Resilienz im Gesundheitswesen. Wege zur Bewältigung zukünftiger Krisen“ wird unmissverständlich deutlich: Ein widerstandsfähiges Gesundheitssystem ist ohne einen starken, handlungsfähigen ÖGD nicht denkbar. Der ÖGD wird darin ausdrücklich als zentrale Säule des deutschen Gesundheitssystems benannt, dessen Aufgaben wissenschaftlich fundiert und strukturell gestärkt werden müssen. Statt diese Erkenntnisse weiterhin konsequent umzusetzen, werden mit der Nichtverlängerung des Pakts mühsam aufgebaute Strukturen leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Strukturen, die in der Pandemie unter hohem Einsatz entstanden sind und sich bewährt haben. Gerade in Krisenzeiten braucht Gesundheitsschutz Verlässlichkeit, Kontinuität und langfristige Planungssicherheit. Ohne stabile Rahmenbedingungen kann der ÖGD seinen gesetzlichen Auftrag – von Infektionsschutz über Prävention bis hin zu Bevölkerungsschutz und Krisenbewältigung – nicht erfüllen. Wer jetzt Strukturen abbaut, schwächt nicht nur den ÖGD, sondern gefährdet die Krisenfestigkeit des gesamten Gesundheitssystems.

Der Pakt hat zudem ausdrücklich die Akademisierung des Fachs durch die Einrichtung von Professuren an medizinischen Fakultäten eingefordert, um Forschung, Lehre und Praxis dauerhaft zu stärken. Mit dem Auslaufen des Paktes droht der Wegfall dieser Strukturen und damit das Scheitern des Ziels einer nachhaltigen akademischen Verankerung des Öffentlichen Gesundheitswesens.

Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung dürfen nicht zur kurzfristigen Einspargröße werden!

Dr. med. Peter Schäfer
Vorsitzender
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Konkrete Folgen der Pakt-Abwicklung

  • Enorm geschwächte Resilienz des Gesundheitswesens: Reduzierte Handlungsfähigkeit bei Pandemien, Ausbruchsgeschehen, Umwelt- und Klimarisiken, beim Bevölkerungsschutz und im Verteidigungsfall.
  • Rückabwicklung aufgebauter Strukturen: Wegfall befristet finanzierter Stellen, Projektabbrüche und Verlust eingespielter Arbeitsstrukturen in den Gesundheitsämtern.
  • Stellenabbau und Fachkräfteverlust: Abwanderung qualifizierten Personals, sinkende Attraktivität des ÖGD als Arbeitgeber und erneute personelle Unterbesetzung.
  • Stopp von Digitalisierungsprojekten: Abbruch oder Verzögerung zentraler IT-Vorhaben, eingeschränkter Datenaustausch zwischen Bund, Ländern und Kreisen bzw. Kommunen.
  • Einschränkungen im Infektionsschutz, zum Beispiel bei Präventionsmaßnahmen mit potenziellen Folgen für die Bevölkerung.
  • Langfristige Risiken für die Bevölkerungsgesundheit: Weniger Prävention, schlechtere Früherkennung und geringerer Schutz insbesondere für vulnerable Gruppen.

Quelle: https://dserver.bundestag.de/btd/21/039/2103928.pdf (Anfrage 148)

 

 

BVÖGD begrüßt neue bundesweite ÖGD-Kampagne

21. September 2025 um 12:16

Berlin, 19.09.2025
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Zitat Dr. Peter Schäfer, BVÖGD-Vorsitzender

„Mit der neuen, von allen 16 Bundesländern getragenen und vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) umgesetzten Kommunikationsinitiative erhält der Öffentliche Gesundheitsdienst erstmals ein gemeinsames Gesicht. Unter dem Motto ‚Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.’ wird sichtbar, was die Gesundheitsämter tagtäglich für die Bevölkerung leisten: verlässliche Beratung, wirksamen Schutz und konkrete Hilfe im Alltag.

Als BVÖGD begrüßen wir diese Kampagne ausdrücklich. Sie ist ein starkes Signal für die Bedeutung des ÖGD als dritter Säule der Gesundheitsversorgung neben der ambulanten und stationären Versorgung. Rund 380 Gesundheitsämter stehen bundesweit für Bürgernähe, Prävention und Schutz – von Infektionsschutz und Hygiene über Kinder- und Jugendgesundheit bis hin zum umweltbezogenen Gesundheitsschutz. Mit dem neuen Internetauftritt und der Postleitzahlensuche wird nun auch der direkte Zugang zu den Ämtern erleichtert.

Die Kampagne stärkt nicht nur die Sichtbarkeit unserer Arbeit, sie würdigt auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern, die täglich mit hohem Engagement für die Gesundheit der Bevölkerung eintreten. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Baustein, um die Attraktivität des ÖGD zu erhöhen und Nachwuchs für den ärztlichen und nichtärztlichen Dienst zu gewinnen.“

Weltkindertag 2025: ÖGD will Teilnahme an der Jugendgesundheitsuntersuchung steigern

19. September 2025 um 16:36

Berlin, 19.09.2025
Pressemitteilung als PDF

Die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 ist ein wichtiger Baustein der Prävention für Heranwachsende. Doch noch immer nimmt noch nicht einmal  die Hälfte der Jugendlichen diese Vorsorge wahr. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) weist anlässlich des Weltkindertages 2025 darauf hin, dass es gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um die Teilnahmequote zu erhöhen.

„Die J1 ist eine einmalige Gelegenheit, Jugendliche in einer sensiblen Phase ihrer Entwicklung zu erreichen. Sie schafft Raum für vertrauliche Gespräche, für die Kontrolle des Impfstatus und für die Ansprache von Themen wie psychische Belastungen, Sucht oder Sexualität“, erläutert der BVÖGD-Vorsitzender Dr. med. Peter Schäfer. „Damit dieses Angebot wirklich alle erreicht, müssen Gesundheitsämter, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Schulen, Kommunen und Eltern Hand in Hand arbeiten.“

Erfahrungen aus einzelnen Regionen zeigen, dass sich die Teilnahmequote spürbar steigern lässt, wenn gezielt erinnert, informiert und begleitet wird. So konnte beispielsweise im Kreis Mettmann durch enge Kooperationen zwischen Gesundheitsamt, Schulen und niedergelassenen Praxen eine Teilnahmequote von über 70 Prozent erreicht werden (1).

Der BVÖGD betont, dass gerade die Gesundheitsämter mit ihren Abteilungen für Kinder- und Jugendgesundheit vor Ort eine zentrale Rolle spielen: Sie koordinieren Netzwerke, initiieren Informationskampagnen und schaffen Schnittstellen zu Schulen und Jugendhilfe. Damit könne die Vorsorgeuntersuchung J1 auch Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien oder mit Migrationshintergrund besser zugänglich gemacht werden.

„Prävention im Jugendalter wirkt weit in das Erwachsenenleben hinein“, so Schäfer. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Chancen ungenutzt bleiben, weil Informationen fehlen oder die Wege ins Versorgungssystem zu kompliziert sind.“

Kampagne „J1 – Lass checken!“ des BIÖG
Um die Bekanntheit der J1 zu steigern, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) 2024 die bundesweite Kampagne „J1 – Lass checken!“ gestartet.
Zentrale Elemente sind die mehrsprachige Jugend-Website www.j1-info.de, kurze Videoclips für Social Media sowie Elterninformationen auf www.kindergesundheit-info.de.
Ergänzend sind Printmaterialien und Aktionspakete für Kommunen, Schulen und Arztpraxen erhältlich.
Die Kampagne setzt auf niedrigschwellige, zielgruppengerechte Ansprache, um Jugendlichen und Eltern den Nutzen der J1 näherzubringen – und so die Teilnahmequote zu steigern.

Literatur:
(1) Barbara Treunert und Birgit Hunstig, Etablierung und Verbesserung der Teilnahmequote der J1, Public Health Forum 02/2025, Seite 119, https://doi.org/10.1515/pubhef-2025-0008

BVÖGD und DGÖG begrüßen Beschluss des Deutschen Ärztetages: Nachhaltige Sicherung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes jetzt politisch verankern!

30. Mai 2025 um 15:00

Pressemitteilung als PDF

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) und die Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) begrüßen den Beschluss des 129. Deutschen Ärztetages, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) nachhaltig zu sichern und den Pakt für den ÖGD über das Jahr 2026 hinaus fortzuführen.

„Das klare Votum des Ärztetages ist ein wichtiges Signal an die Politik: Der personelle und strukturelle Ausbau der Gesundheitsämter muss langfristig abgesichert werden“, erklärt Dr. Peter Schäfer, Bundesvorsitzender des BVÖGD. „Wir erleben aktuell, dass die Gesundheitsämter neben ihren bisherigen und vielfältigen Zuständigkeiten zunehmend neue Aufgaben schultern – vom Hitzeschutz über Gesundheitsförderung bis hin zu Fragen der zivilen Verteidigung und kritischen Infrastruktur.“

Im Rahmen des Paktes für den ÖGD konnten bundesweit rund 5.000 neue Stellen geschaffen werden – sie haben einen Teil des Abbaus der vergangenen Dekaden kompensiert. Ohne eine Anschlussfinanzierung drohen aber personelle Rückschritte, die sich der Staat angesichts wachsender Herausforderungen nicht leisten kann. Schäfer warnt: „Der demografische Wandel, die Klimakrise, neue Infektionsrisiken und militärische Bedrohungsszenarien erfordern einen handlungsfähigen ÖGD – dauerhaft und flächendeckend.“ Auch angesichts der Aufgaben im Rahmen des neuen KRITIS-Dachgesetzes, das neue Berichtspflichten und Schutzmaßnahmen für Bevölkerung und Infrastruktur vorsieht, sei klar: „Wir benötigen stabile und belastbare Strukturen — auch über 2026 hinaus. Das betrifft auch eine Verstetigung der erreichten Entwicklungen in der Digitalisierung“, so Schäfer.

Ein zukunftsfähiger ÖGD benötigt zudem eine starke wissenschaftliche Fundierung und eine dem medizinischen Versorgungssystem analoge Forschungs- und Lehrstruktur, um die Zusammenarbeit mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu fördern. „Eine enge Verzahnung von Praxis, Forschung und Lehre stärkt die Qualität und auch die Sichtbarkeit unserer Arbeit — und ist ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung des ÖGD“, erläutert Dr. Susanne Pruskil, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG)

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