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Katharina Schäfer ist neue Geschäftsführerin der DVGW Landesgruppe NRW

06. Juli 2026 um 07:48

Katharina Schäfer ist seit mehr als zehn Jahren in der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen tätig, zuletzt als Fachreferentin.

Der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke sagt: „Mit Katharina Schäfer übernimmt eine kompetente und engagierte Kollegin die Geschäftsführung. Katharina ist hervorragend unter den Mitgliedern und innerhalb Branche vernetzt und kennt die Herausforderungen bestens. In den vergangenen Jahren hat sie ihr Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir freuen uns sehr, ihr diese Verantwortung zu übertragen.“

Landesgruppe NRW

Die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen vertritt die Interessen der DVGW-Mitglieder im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Nordrhein-Westfalen ist ein Schlüsselstandort für Wirtschaft und Industrie in Deutschland.

Die neue Geschäftsführerin sieht die vielen interdisziplinären Themen als große Chance. Dazu zählen die Transformation der Energieversorgung hin zu neuen Gasen, der Ausbau resilienter Wasserinfrastrukturen sowie die Stärkung von Nachwuchsgewinnung und die Fachkräftesicherung.

„Ich freue mich, meine Arbeit in neuer Funktion mit demselben Team fortzusetzen. Zusammen mit dem DVGW-Kompetenznetzwerk werden wir unseren Beitrag dazu leisten, die Energie- und Wasserversorgung nachhaltig und sicher weiterzuentwickeln“, sagt Katharina Schäfer.

Schäfer studierte Geowissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum und absolvierte den Masterstudiengang „Georessourcenmanagement“ an der RWTH Aachen. Während ihrer Masterarbeit konnte sie in Indien prägende Erfahrungen sammeln und erkannte, dass eine sichere Energie- und Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeit ist.


Quelle: DVGW

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DWA setzt auf Kontinuität im Vorstand

29. Juni 2026 um 13:33

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) setzt auf Kontinuität in der Verbandsführung. Das Präsidium des technisch-wissenschaftlichen Fachverbandes hat den Vertrag von Vorständin Dr. Lisa Irwin-Broß vorzeitig bis zum 30. September 2033 verlängert.

„Lisa Irwin-Broß hat die DWA in kurzer Zeit strategisch geschärft und sichtbar weiterentwickelt. Sie setzt wichtige Impulse für die Rolle der DWA in einem sich wandelnden Umfeld. Wir freuen uns sehr, dass Lisa Irwin-Broß ihr Engagement in der DWA langfristig weiterführt.“, betont DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel.

Veränderungen seit 2023 angestoßen

Irwin-Broß gehört seit Oktober 2023 dem Vorstand der DWA an und übernahm Anfang 2024 die fachliche Führung des Verbandes. In dieser Zeit wurden verschiedene Entwicklungen angestoßen, darunter die Stärkung der fachlichen Arbeit, die Modernisierung von Strukturen sowie eine stärkere Positionierung der DWA gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Mit der Vertragsverlängerung richtet die DWA den Blick auf die anstehenden Herausforderungen der Branche. Themen wie die Anpassung an den Klimawandel, ein steigender Investitionsbedarf und neue regulatorische Anforderungen – beispielsweise durch die Kommunalabwasserrichtlinie – prägen die Entwicklung der Wasserwirtschaft.

„Die Wasserwirtschaft steht vor Aufgaben, die nur im Zusammenspiel von Technik, Regulierung und gesellschaftlicher Akzeptanz zu lösen sind. Die DWA wird diese Prozesse konsequent weiterentwickeln und inhaltlich prägen, mit klaren Positionen, anschlussfähigem Wissen und Formaten, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Gemeinsam mit den haupt- und ehrenamtlich Engagierten im Verband und im engen Schulterschluss mit meinem Vorstandskollegen Rolf Usadel werde ich diesen Weg weiter vorantreiben, mit dem Ziel einer nachhaltigen und zukunftssicheren Wasserwirtschaft“, so Lisa Irwin-Broß.

Wissenstransfer und Vernetzung ausbauen

In den kommenden Jahren soll insbesondere die Gremien- und Regelwerksarbeit weiterentwickelt werden. Darüber hinaus plant die DWA, neue Formen des Wissenstransfers und der Vernetzung zu etablieren. Ziel ist es, fachliche Expertise schneller nutzbar zu machen und die Rolle des Verbandes als zentrale Plattform der Branche weiter auszubauen.

Dr. Lisa Irwin-Broß studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt Verfahrenstechnik an der RWTH Aachen. Anschließend absolvierte sie Masterstudiengänge in Wirtschaftswissenschaften sowie Umweltingenieurwissenschaften. Ihre Promotion an der Universität der Bundeswehr München befasste sich mit der Resilienz von Wasserversorgungssystemen in Krisensituationen. Berufliche Erfahrungen sammelte sie unter anderem in Forschung und Entwicklung bei der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz sowie am Kompetenzzentrum Wasser Berlin.


Quelle: www.dwa.de/presse.

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„Circularity is a must“: Interview zur IFAT mit Philipp Eisenmann

04. Mai 2026 um 07:36

Die IFAT Munich gilt als Gradmesser der internationalen Umweltbranche. Wie hat sich die Messe inhaltlich und thematisch mit dem globalen Wandel hin zu Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität entwickelt? 

Die IFAT feiert 2026 ihr 60-jähriges Bestehen – und spiegelt seit sechs Jahrzehnten die Entwicklung der Branche wider. Was einst als Fachmesse für klassische Abwassertechnik begann, ist heute die weltweit führende Plattform für ganzheitliche Ressourcen- und Infrastrukturkonzepte. Im Mittelpunkt stehen längst integrierte Wertschöpfungsketten, resiliente Infrastrukturen und zirkuläre Geschäftsmodelle. Unter dem Leitmotiv „Circularity is a must“ machen wir deutlich: Circularity ist weit mehr als nur Umweltschutz. Es ist strategische Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. 

Umwelttechnologien sind längst kein Nischensegment mehr, sondern ein zentraler Innovationsmotor. Wo sehen Sie derzeit die stärksten Impulse – technologisch, politisch und wirtschaftlich? 

Technologisch erleben wir enorme Fortschritte bei der Rückgewinnung hochwertiger Sekundärrohstoffe, bei energieeffizienten Verfahren in der Wasser- und Abwasserbehandlung sowie bei der Integration von KI in Betriebsprozesse. Politisch sehen wir einen klaren Fokus auf Ressourcensicherheit, Dekarbonisierung und resilienten Infrastrukturen. Wirtschaftlich wird deutlich: Unternehmen investieren zunehmend in zirkuläre Geschäftsmodelle, weil sie Risiken in Lieferketten reduzieren und unabhängiger von volatilen Rohstoffmärkten werden wollen. Umwelttechnologien sind damit längst zu einem Stabilitäts- und Wachstumsmotor geworden. 

Digitalisierung und Datenmanagement spielen zunehmend eine Schlüsselrolle in der Wasser- und Abfallwirtschaft. Wie prägt dieser Wandel das Profil der IFAT Munich 2026? 

Die Digitalisierung verändert die Branche grundlegend. Digitale Zwillinge, KI-gestützte Prozessoptimierung, Sensorik in Echtzeit oder digitale Produktpässe machen Stoffströme transparent und steuerbar. Auf der IFAT Munich 2026 wird dieser Wandel in allen Hallen sichtbar: von intelligenten Abfallsammelsystemen über vernetzte Kläranlagen bis hin zu datenbasierten Plattformlösungen für Kommunen und Industrie. Wir verstehen Digitalisierung nicht als Add-on, sondern als Enabler für Effizienz, Nachweisbarkeit und Skalierbarkeit zirkulärer Prozesse. 

Die IFAT ist ein Treffpunkt für Entscheidungsträger weltweit. Welche neuen internationalen Partnerschaften oder Initiativen spiegeln den globalen Charakter der Messe besonders eindrucksvoll wider? 

Die IFAT Munich bringt wichtige Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und kommunaler Praxis zusammen. Stärker als bisher bilden wir die europäische Ebene ab. Dies zeigt sich auch darin, dass neben Bundesumweltminister Carsten Schneider auch EU-Kommissarin Jessika Roswall die Messe eröffnen wird. Wir erwarten aber auch darüber hinaus zahlreiche Delegationen und Minister aus dem Ausland.  

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Rolle wird die IFAT Munich in den nächsten fünf bis zehn Jahren bei der Umsetzung weltweiter Umweltziele spielen?  

Sie wird noch stärker als Umsetzungsplattform wahrgenommen werden – als globale Instanz, die politisch-strategische Zielsetzungen in die Machbarkeit überführt. Dabei sind die grundlegenden strategischen aus meiner Sicht klar vorgezeichnet: In den kommenden Jahren wird es darum gehen, zirkuläre Lösungen schneller in den Markt zu bringen sowie Infrastrukturen klimafest und resilient zu machen. Die IFAT Munich wird dabei nicht nur Trends abbilden, sondern aktiv Impulse setzen – als globaler Marktplatz, Netzwerk und Taktgeber einer Branche, die für wirtschaftliche Stabilität und nachhaltige Entwicklung gleichermaßen steht. 

 

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der WaterSoutions. Holen Sie sich Ihr Exemplar auf der IFAT am Stand des Vulkan Verlags B2.300.

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„Wir müssen Wasser als strategisches Gut behandeln“

28. April 2026 um 11:26

Frau Kommissarin Roswall, die IFAT München 2026 bringt politische Entscheidungsträger, Industrie und kommunale Wasserversorger zusammen. Welche Rolle spielen Plattformen wie diese bei der Förderung der europäischen Umwelt- und Wasserpolitik?

In der EU haben wir einige der höchsten Qualitätsstandards für die Wasseraufbereitung. Um diese Standards zu erreichen, sind viel Aufwand, Investitionen, Innovation und Entschlossenheit erforderlich. Das bedeutet, dass wir über Wasserversorger von Weltklasse verfügen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Wasserwirtschaft in der EU sehr wettbewerbsfähig ist. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, da politische Maßnahmen dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben. Alle an einen Tisch zu bringen, um zu lernen, sich inspirieren zu lassen und Veränderungen voranzutreiben, ist der Weg in die Zukunft, um die Wasserresilienz vor Ort zu stärken.

Europa gilt als weltweit führend im Bereich der Umwelttechnologien. Welche Innovationen aus dem Wassersektor interessieren Sie auf der IFAT am meisten?

Die Hälfte der 15 führenden Unternehmen im Wasserbereich hat ihren Sitz in der EU, und 40 % aller weltweiten Wasserpatente stammen aus Europa. Wir müssen Innovationen vorantreiben und die Einführung neuer technologischer Lösungen beschleunigen, um die Herausforderungen im Bereich Wasser zu bewältigen und wirklich widerstandsfähig zu werden. Europa hat dieses Potenzial, aber wir müssen es erschließen. Viele der wassersparenden Praktiken, die auf der IFAT vorgestellt werden, sind Teil der Chancen, die wir in Europa nutzen und ausbauen können.

Welche Botschaft möchten Sie hier in München an den europäischen Wassersektor richten?

Ich hoffe, die EU zu einer wassersparenden Wirtschaft zu machen, die Wasser bei jeder Gelegenheit schätzt, wiederverwendet und schützt. Dies ist entscheidend für unsere Wettbewerbsfähigkeit, Vorsorge und Widerstandsfähigkeit. Wir wollen die Wasserkrise zu einer Chance für die europäische Wasserwirtschaft machen, die bereits jetzt weltweit wettbewerbsfähig ist. Ohne eine sichere Wasserversorgung, wie sie in vielen Teilen Europas bereits fehlt, leiden unsere Volkswirtschaften und Gemeinden.

Die Europäische Kommission hat eine EU-Strategie zur Wasserresilienz vorgelegt. Was sind Ihrer Meinung nach die drei Hauptziele dieser Initiative?

Wir müssen unseren gestörten Wasserkreislauf wiederherstellen, eine wassersparende Wirtschaft und eine wettbewerbsfähige EU-Wasserwirtschaft aufbauen und den Zugang zu sauberem, erschwinglichem Wasser und sanitären Einrichtungen für alle gewährleisten. Wir legen den Schwerpunkt auf Maßnahmen zur effizienteren Wassernutzung, zur Modernisierung der Wasserinfrastruktur, zur Förderung von Innovation, zur Ausbildung von Arbeitskräften und zum Einsatz digitaler Instrumente, zur verstärkten Nutzung öffentlicher und privater Mittel und zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung. Das ist unser Instrumentarium zur Schaffung von Wasserresilienz.

Europa ist zunehmend von Dürren und starken Regenfällen betroffen. Wie kann eine europäische Strategie dazu beitragen, diese Extreme besser zu bewältigen?

Wasser steht unter enormem Druck, weil wir es zu lange als selbstverständlich angesehen haben. Wir alle brauchen Wasser, um zu gedeihen: Menschen, Landwirte, Unternehmen Europa ist anfällig für zunehmend extreme Wetterrisiken wie Überschwemmungen und Dürren, aber wir sind….

Lesen Sie das komplette Interview in der gwf Wasser/Abwasser 4-2026. Holen Sie sich Ihr Exemplar auf der IFAT am Fachpressestand oder in Halle B2, Stand 300. Wir freuen uns auf Sie!

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Förderung für Spitzenprofessur im Konstruktiven Wasserbau für Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe

22. April 2026 um 08:00

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, betont:

„Wasser ist Lebensgrundlage und Sicherheitsfrage zugleich. Gerade mit Blick auf den Klimawandel müssen wir unsere wasserbauliche Infrastruktur klug weiterentwickeln und widerstandsfähiger machen. Mit Dr. Holger Haufe gewinnen wir einen herausragenden Experten mit internationaler Erfahrung, der zu den prägenden Köpfen seines Fachgebiets zählt und Forschung und Praxis im konstruktiven Wasserbau auf höchstem Niveau verbindet – und damit einen zentralen Beitrag zur Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unseres Landes leistet.“

Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe war zuvor als Geschäftsbereichs- und Projektleiter bei einem namhaften international tätigen Ingenieurunternehmen tätig und verfügt über langjährige Erfahrung in der Leitung von Großprojekten im Bereich Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken und wasserbauliche Infrastrukturen. Seine Expertise umfasst zudem den Stahlwasserbau und Dichtungssysteme. Darüber hinaus ist er national und international in bedeutenden Gremien aktiv und bringt umfassende Erfahrung in der gegenständlichen Modellierung sowie im Aufbau hydraulischer Versuchseinrichtungen mit.

Ideale Ergänzung in Sachen Kompetenz

Haufe ergänzt damit ideal die bestehende Wasserbaukompetenz am Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Ohm und wird künftig neben Prof. Dr.-Ing. Dirk Carstensen eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung und langfristigen Verstetigung der angewandten Forschung im Bereich konstruktiver Wasserbau einnehmen.

„Mit der Spitzenprofessur setzen wir ein deutliches Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der angewandten Wasserbauforschung in Bayern“, sagt Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck. „Die Förderung ermöglicht es uns, mit Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe einen herausragenden Wissenschaftler zu gewinnen, der mit seiner Expertise nicht nur unsere Forschung stärkt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen wie Hochwasserschutz, Klimaanpassung und nachhaltiger Wasserversorgung leisten wird.“

Der Wasserbau zählt bundesweit zu den zentralen Zukunftsfeldern der angewandten Forschung. Steigende Hochwasser- und Niedrigwasserereignisse, ein wachsender Trinkwasserbedarf sowie der bauliche Erhalt kritischer Infrastrukturen stellen Bayern und Deutschland vor enorme Herausforderungen. Moderne Instandsetzungstechnologien, innovative Dichtungssysteme, Hochwasserschutz und nachhaltige Wasserversorgung werden dabei zu entscheidenden gesellschaftlichen Faktoren.

Breites Forschungsgebiet

Haufe wird neben seiner Lehrtätigkeit ideale Forschungsbedingungen am OIC sowie am IWWN vorfinden. Das Wasserbauteam von Carstensen arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich an verschiedenen Themen rund um das Wasser und wird diese Arbeiten mit ihm fortsetzen.

Die Themenfelder Bau, Funktion- und Standsicherheit sowie Gebrauchsfähig- und Dauerhaftigkeit von Wasserbauwerken, Modelle des Hochwasser- und Küstenschutzes bis hin zur naturnahen Gestaltung von Fließgewässern oder Themen des Feststofftransportes in Gewässern werden Haufes Arbeiten bestimmen. Aufgrund der vorhandenen Ausstattung sind neben der Grundlagenforschung und Experimenten im Labor auch praktische Messungen in der Natur sowie das Monitoring hydraulischer und wasserbaulicher Wasserbauwerken Forschungsthemen, denen sich Haufe ab sofort widmen kann.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe


Quelle: Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

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Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert erhält den Bundesverdienstorden

15. April 2026 um 12:10

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert prägt unsere Gewässer und Umwelt seit Jahrzehnten nachhaltig durch sein unermüdliches Engagement und seine tiefgreifende Fachkenntnis. Wie Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in der Laudatio betonte:

„Mit Ihrem Netzwerk zwischen Kommunen, Verbänden und politischen Entscheidungsträgern haben Sie komplexe, oft „ungeliebte“ wasserwirtschaftliche Maßnahmen erfolgreich vermittelt – von der Sanierung von Abwasserkanälen über Benchmarking-Prozesse bis hin zur Einführung von Starkregengefahrenkarten.“

Ein zentraler Fokus von Prof. Güntherts Lebenswerks liegt in der nachhaltigen Wasserwirtschaft und im Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Als Lehrstuhlinhaber an der Universität der Bundeswehr München hat er Generationen junger Ingenieurinnen und Ingenieure sowohl Fachwissen vermittelt als auch Verantwortungsbewusstsein nahegebracht. Er engagiert sich zudem seit vielen Jahren in führenden Fachgremien auf nationaler und europäischer Ebene.

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Interview: „Extremereignisse erreichen inzwischen Größenordnungen, die kaum noch kontrolliert zu managen sind“

01. April 2026 um 10:09

Herr Prof. Drewes, Sie sagen, wir müssten uns in der Wasserwirtschaft von liebgewonnenen Denkmustern verabschieden. Was genau meinen Sie damit?

Wir sind in einer Branche sozialisiert worden, die über Jahrzehnte sehr stabil funktioniert hat. Unsere Systeme waren robust, regelwerksbasiert und langfristig ausgelegt. Diese Zeiten sind vorbei. Heute haben wir es mit einer ganz neuen Dimension von Unsicherheit zu tun – hervorgerufen durch den Klimawandel, durch persistente Spurenstoffe, durch veränderte gesellschaftliche Anforderungen, und vieles mehr. Das heißt, bei der Infrastruktur, die wir heute planen, müssen wir jetzt ganz anders zum Beispiel das Thema Flexibilität in einem Zeitkorridor von 15 bis 25 Jahren mitdenken.

Was so viel heißt, wie: Unsere bisherigen Konzepte stoßen jetzt in Zeiten des Klimawandels zusehends an ihre Grenzen?

Ja, wobei zu sagen ist: Unsere bisherigen Konzepte sind ja nicht falsch gewesen, sie greifen nur jetzt immer öfter zu kurz. Wir müssen flexibler, modularer und auch fehlerfreundlicher werden. Früher hat man eine Anlage für 30 Jahre geplant und gesagt: Das passt. Heute wissen wir nicht, ob die Randbedingungen ein Jahrzehnt später noch dieselben sein werden. Folglich brauchen wir jetzt Systeme, die vor allem flexibel und anpassungsfähig sind. Stark betroffen vom Wandel wird der Abwassersektor sein.

Sie sprechen hier von einem Paradigmenwechsel. Warum?

Weil die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie Abwasser nicht mehr nur als Entsorgungsstrom begreift. Die klassische Behandlung bleibt wichtig, aber sie ist nur noch ein Teil. Wir sprechen von Nährstoffrückgewinnung, Wärmerückgewinnung, Energieneutralität, vierter Reinigungsstufe, Wasserwiederverwendung – und sogar von Abwasser als Informationsquelle für die öffentliche Gesundheit. Die drei Säulen Trinkwasserrichtlinie, Kommunalabwasserrichtlinie und die Wasserwiederverwendungsverordnung bilden zusammen einen neuen Rahmen für den Umgang mit unseren Wasserressourcen. Sie greifen alle ineinander, sind systemisch gedacht und sind alle risikobasiert.

Dann gibt es die klassische Kläranlage künftig gar nicht mehr?

Ich würde sagen: Sie wird zum Dienstleister. Zum Ressourcenrückgewinnungszentrum. Sie liefert Wasserqualität für unterschiedliche Anwendungen, Energie, Nährstoffe – und Daten. Das wird das Selbstverständnis grundlegend verändern. Mit der Kläranlage als Dienstleister im Hinterkopf: Wie sieht künftig das nachhaltig gedachte urbane Wassersystem aus? Wir beschäftigen uns damit tatsächlich schon sehr lange. Und ja – wir haben dazu ein Konzept entwickelt, bei dem sich das gesamte Systemverständnis verschiebt.

>>Lesen Sie das komplette Interview in der Ausgabe 03/2026! 

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