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Interview: „Extremereignisse erreichen inzwischen Größenordnungen, die kaum noch kontrolliert zu managen sind“

01. April 2026 um 10:09

Herr Prof. Drewes, Sie sagen, wir müssten uns in der Wasserwirtschaft von liebgewonnenen Denkmustern verabschieden. Was genau meinen Sie damit?

Wir sind in einer Branche sozialisiert worden, die über Jahrzehnte sehr stabil funktioniert hat. Unsere Systeme waren robust, regelwerksbasiert und langfristig ausgelegt. Diese Zeiten sind vorbei. Heute haben wir es mit einer ganz neuen Dimension von Unsicherheit zu tun – hervorgerufen durch den Klimawandel, durch persistente Spurenstoffe, durch veränderte gesellschaftliche Anforderungen, und vieles mehr. Das heißt, bei der Infrastruktur, die wir heute planen, müssen wir jetzt ganz anders zum Beispiel das Thema Flexibilität in einem Zeitkorridor von 15 bis 25 Jahren mitdenken.

Was so viel heißt, wie: Unsere bisherigen Konzepte stoßen jetzt in Zeiten des Klimawandels zusehends an ihre Grenzen?

Ja, wobei zu sagen ist: Unsere bisherigen Konzepte sind ja nicht falsch gewesen, sie greifen nur jetzt immer öfter zu kurz. Wir müssen flexibler, modularer und auch fehlerfreundlicher werden. Früher hat man eine Anlage für 30 Jahre geplant und gesagt: Das passt. Heute wissen wir nicht, ob die Randbedingungen ein Jahrzehnt später noch dieselben sein werden. Folglich brauchen wir jetzt Systeme, die vor allem flexibel und anpassungsfähig sind. Stark betroffen vom Wandel wird der Abwassersektor sein.

Sie sprechen hier von einem Paradigmenwechsel. Warum?

Weil die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie Abwasser nicht mehr nur als Entsorgungsstrom begreift. Die klassische Behandlung bleibt wichtig, aber sie ist nur noch ein Teil. Wir sprechen von Nährstoffrückgewinnung, Wärmerückgewinnung, Energieneutralität, vierter Reinigungsstufe, Wasserwiederverwendung – und sogar von Abwasser als Informationsquelle für die öffentliche Gesundheit. Die drei Säulen Trinkwasserrichtlinie, Kommunalabwasserrichtlinie und die Wasserwiederverwendungsverordnung bilden zusammen einen neuen Rahmen für den Umgang mit unseren Wasserressourcen. Sie greifen alle ineinander, sind systemisch gedacht und sind alle risikobasiert.

Dann gibt es die klassische Kläranlage künftig gar nicht mehr?

Ich würde sagen: Sie wird zum Dienstleister. Zum Ressourcenrückgewinnungszentrum. Sie liefert Wasserqualität für unterschiedliche Anwendungen, Energie, Nährstoffe – und Daten. Das wird das Selbstverständnis grundlegend verändern. Mit der Kläranlage als Dienstleister im Hinterkopf: Wie sieht künftig das nachhaltig gedachte urbane Wassersystem aus? Wir beschäftigen uns damit tatsächlich schon sehr lange. Und ja – wir haben dazu ein Konzept entwickelt, bei dem sich das gesamte Systemverständnis verschiebt.

>>Lesen Sie das komplette Interview in der Ausgabe 03/2026! 

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Lippeverband: Landrat Bodo Klimpel erneut zum Vorsitzenden gewählt

27. März 2026 um 08:00

Das Aufsichtsgremium des Lippeverbandes geht hochkarätig besetzt in die neue fünfjährige Amtsperiode: Für die Städte und Gemeinden sitzen unter anderem die Stadtspitzen von Kamen, Hamm und Dülmen – Bürgermeisterin Elke Kappen, Oberbürgermeister Marc Herter und Bürgermeister Carsten Hövekamp – im Verbandsrat. In seiner ersten konstituierenden Sitzung am Freitagnachmittag wählte der neue Rat auch einen neuen Vorsitzenden: Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen, nimmt dieses Amt erneut wahr.

„Ich bedanke mich herzlich für das Vertrauen und die Möglichkeit, in einer dritten Amtszeit als Vorsitzender die Arbeit des Lippeverbandes weiter intensiv zum Wohle der Region mitzugestalten. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Lippeverbandes wollen wir in den kommenden Jahren weiterhin die klimaresiliente Entwicklung des Lippe-Gebietes sowie die Verbesserung der Gewässerqualität vorantreiben“, sagt Bodo Klimpel. Bis 2030 will der Lippeverband in seiner Rolle als Infrastrukturdienstleister für seine Mitglieder jährlich teilweise mehr als 200 Millionen Euro investieren.

Allein in die Ertüchtigung von Kläranlagen werden in diesem Zeitraum mehr als 600 Millionen Euro eingebracht. Die neuen Ratsmitglieder verteilen sich auf die Städte und Gemeinden, die Kreise, den Bergbau, die gewerblichen Unternehmen sowie auf die Arbeitnehmervertreter.
Städte und Gemeinden:

  • Daniela Fiege, Vorständin Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung, Stadt Lünen
  • Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen
  • Marc Herter, Oberbürgermeister Stadt Hamm
  • Carsten Hövekamp, Bürgermeister Stadt Dülmen
  • Arnulf Rybicki, Stadtbaurat der Stadt Dortmund

Kreise:

  • Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen

 

Bergwerke:

  • Michael Kalthoff, Vorstandsvorsitzender RAG Aktiengesellschaft

 

Gewerbliche Unternehmen:

  • Dipl.-Ing. Ulrich Vornhof, Leiter Gewässerschutz ThyssenKrupp Steel Europe AG

 

Wassernutzer:

  • Dr. Agnes Janda, Vorstandsmitglied Gelsenwasser AG

 

Arbeitnehmervertreter:

  • Martina Hottkowitz, Gleichstellungsbeauftragte Lippeverband
  • Katharina Siebert-Vatter, stellv. Personalrats-Vorsitzende Lippeverband
  • Thorsten Guzy, Lippeverband

 

Gewerkschaften:

  • Sven Kühn, ver.di
  • Moritz Fastabend, ver.di

100 Jahre Lippeverband

Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde seinerzeit Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum unterhalb Lippborg bis zum Rhein bei Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf jubilaeum.eglv.de.

Quelle: Emschergenossenschaft / Lippeverband

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Pentair Jung Pumpen mit neuer Führung im Vertrieb

12. März 2026 um 08:00

Schuhegger kam 2016 mit langjähriger Erfahrung im nationalen und internationalen Vertrieb zu Jung Pumpen. In den vergangenen zehn Jahren baute er den Vertriebsbereich konsequent aus, etablierte neue Strukturen und Netzwerke und trug maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens innerhalb des Pentair Konzerns bei.

Geschäftsführer Stefan Sirges erweitert seinen Verantwortungsbereich und übernimmt zusätzlich die Gesamtvertriebsleitung für den nationalen und internationalen Vertrieb. Die beiden Regionalverkaufsleiter der DACH-Region, Reiner Belscheid und Markus Pohl berichten ihm nun direkt.

Pentair Jung Pumpen dankt Werner Schuhegger herzlich für sein langjähriges Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünscht ihm für seinen weiteren beruflichen Weg alles Gute und viel Erfolg.


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Neuer Vertriebsvorstand bei der HUBER SE

15. Januar 2026 um 08:45

Er folgt damit auf Rainer Köhler, der künftig das Amt des Technologievorstands als Nachfolger von Dr.-Ing. Johann Grienberger übernimmt. Dr.-Ing. Johann Grienberger trat nach über 33 Jahren Betriebszugehörigkeit zum 01.01.2026 in den Ruhestand.

Positive Entwicklung soll beibehalten werden

„Ich freue mich sehr, ab 2026 die Verantwortung als Vertriebsvorstand der HUBER SE übernehmen zu dürfen“, sagt Franz

Franz Heindl besetzt ab dem 01.01.2026 den Vorstand Vertrieb der HUBER SE. (Quelle: HUBER SE/Nadine Rupp)

Heindl. „Die langjährigen Erfolge unter der Vertriebsleitung von Rainer Köhler sind für mich Maßstab und Ansporn zugleich.“

Im Jahr 1995 begann Franz Heindls berufliche Laufbahn im Vertrieb der HUBER SE. Der studierte Maschinenbauer übernahm dann 2010 die Geschäftsführung der neu gegründeten Huber Technology Asia Pacific Pte. Ltd und übernahm von Januar 2011 bis Dezember 2025 die Verantwortung für den Vertrieb der HUBER SE Franz Heindl engagiert sich zudem als Mitglied im Fachausschuss International der IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim sowie im Vorstand des Umweltclusters Bayern.

„Mit seinem ausgeprägten Gespür für Märkte, seiner Leidenschaft für den Vertrieb und seiner strategischen Denkweise hat Franz Heindl bereits in den vergangenen Jahren wertvolle Impulse gesetzt.“ sagt Georg Huber, Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der HUBER SE.

Vorstand Technologie besetzt durch Rainer Köhler

Rainer Köhler übernimmt das Vorstandsressort Technologie. (Quelle: HUBER SE/Nadine Rupp)

Rainer Köhler, bisher für das Vorstandsressort Vertrieb zuständig, wird künftig das Ressort Technologie verantworten. Der studierte Chemieingenieur trat im August 1992 in das Unternehmen ein. Er leitete die Gründung der Repräsentanz in Singapur und der Huber Technology Asia Pacific Pte. Ltd. in die Wege. 1998 kehrte er an den Unternehmenssitz Berching zurück, wo er von 2003 bis 2009 die Geschäfte „International Business“ des Unternehmens leitete. Seit April 2009 ist er Mitglied des Vorstands der HUBER SE. Neben seinen Aufsichtsrats-, Direktoren- und Gesellschafterfunktionen in den Tochterunternehmen und Beteiligungen der HUBER SE ist Rainer Köhler seit 2019 Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), im Beirat des Netzwerks Technologietransfer Wasser des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz sowie des IFAT Munich Executive Boards und Fachbeirats.

Innovationen im Fokus

„Dr.-Ing. Johann Grienberger prägte das Unternehmen über Jahrzehnte maßgeblich“, sagt Rainer Köhler. „Wir scherzten oft darüber, dass er seine Laufbahn bei HUBER einen Monat vor mir begonnen hatte – und diesen Vorsprung gab er bis zu seinem Ruhestand nicht mehr her. Wenn es einmal Diskussionen gab, sagte er häufig sinngemäß: Am Ende wird alles gut – und wenn es noch nicht gut ist, ist der Prozess eben noch nicht zu Ende.“

Rainer Köhler betont zudem, dass Dr.-Ing. Johann Grienberger damit nicht nur Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zusammen brachte, sondern auch Projekte und Innovationen weiter entwickelt.

„Ich habe ihn als Kollegen und Freund stets sehr geschätzt und wünsche ihm für den neuen Lebensabschnitt nur das Beste.“

Im Ruhestand nach über 33 Jahren

Rainer Köhler übernimmt das Vorstandsressort Technologie von Dr.-Ing. Johann Grienberger, der nach über 33 Jahren im Dienst der HUBER SE in den wohlverdienten Ruhestand eintritt. Nach seinem Studium des Chemieingenieurwesens/Verfahrenstechnik sowie anschließender Promotion und wissenschaftlicher Mitarbeit begann er im Juli 1992 seine Laufbahn im Unternehmen als Leiter Forschung und Entwicklung. Seit April 2009 war er bis zuletzt als Vorstand für das Ressort Technologie verantwortlich. Neben seinen Aufsichtsrats-, Direktoren- und Geschäftsführerfunktionen in verschiedenen Tochterunternehmen und Beteiligungen der HUBER SE war er Mitglied im Vorstand des UmweltClusters Bayern und im Hochschulrat der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.

Dr.-Ing. Johann Grienberger verabschiedet sich nach über 33 Jahren bei HUBER in den wohlverdienten Ruhestand. (Quelle: HUBER SE/Nadine Rupp)

„Nach über drei Jahrzehnten bei HUBER blicke ich mit großer Dankbarkeit auf die gemeinsame Zeit zurück“, sagt Dr.-Ing.

Johann Grienberger. „Es war mir eine große Freude und Ehre, das Unternehmen mitgestalten zu dürfen. Mit Rainer Köhler übernimmt ein erfahrener Kollege das Ressort Technologie, der den Bereich erfolgreich weiterführen wird. Franz Heindl wünsche ich für seine neue Aufgabe als Vertriebsvorstand ebenso viel Erfolg.“

Mit Weitsicht zu neuen technologischen Entwicklungen

„Dr.-Ing. Johann Grienberger hat mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner außergewöhnlichen Fachkompetenz und seiner langjährigen Erfahrung den Bereich Technologie maßgeblich geprägt“, sagt Georg Huber. „Sein Wirken war von entscheidender Bedeutung für die technologische Entwicklung der HUBER SE und hat wesentlich zu unserem Unternehmenserfolg beigetragen. Mit seinem tiefgreifenden Verständnis für technische Zusammenhänge, seiner Weitsicht und seiner ruhigen, besonnenen Art hat er über viele Jahre hinweg intern wie extern für Ausgleich gesorgt – stets mit dem Blick für das Wesentliche und das langfristige Ziel vor Augen. Für dieses außerordentliche Engagement danke ich ihm persönlich und im Namen des gesamten Unternehmens von Herzen.“


Quelle: HUBER SE

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Universität Koblenz vergibt Professur an Kenneth Dumack für Aquatische Ökosystemanalyse

12. Januar 2026 um 14:59

Universitätspräsident Stefan Wehner überreicht Kenneth Dumack (r.) die Ernennungsurkun-de. (Quelle: Universität Koblenz/Birgit Förg)

Die Aquatische Ökosystemanalyse beschäftigt sich mit den vielfältigen Prozessen, die in Binnengewässern und küstennahen Meeresbereichen ablaufen. Dabei wird untersucht, wie abiotische Faktoren wie Licht, Temperatur oder Nährstoffverfügbarkeit mit biotischen Komponenten wie Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren interagieren. Ein zentrales Forschungsanliegen von Dumack ist, herauszufinden, wie diese Wechselwirkungen die Stabilität, Biodiversität und Produktivität von Gewässern prägen. Damit trägt seine Forschung auch zur Entwicklung von Strategien für nachhaltiges Gewässermanagement bei.

Dumack möchte verstehen, wie Veränderungen im Klima, in der Landnutzung und in der Nährstoffzufuhr das Artengefüge und die Interaktionen von Mikroorganismen in aquatischen Systemen beeinflussen. Ihn interessiert besonders, welche Rolle diese Organismen bei der Reinigung und Stabilisierung von Gewässern spielen, etwa durch den Abbau organischer Substanzen oder die Regulierung von Algenblüten. Auf dieser Basis können neue Ansätze für den Naturschutz entwickelt werden, die einerseits ökologische Vielfalt erhalten und andererseits eine effiziente Nutzung der Ressource Wasser ermöglichen. Langfristig sollen Dumacks Forschungsergebnisse dazu beitragen, tragfähige Konzepte für die Erhaltung aquatischer Lebensräume zu erarbeiten und mit Praxispartnern umzusetzen.

Kenneth Dumack studierte Biologie an der Universität zu Köln und promovierte dort am Institut für Zoologie. Dort habilitierte er sich nach einem Forschungsaufenthalt an der University São Paulo, Brasilien.


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TH Lübeck begrüßt Kai Wellbrock als Professor für Abwasserbewirtschaftung und -behandlung

09. Januar 2026 um 08:45

Werdegang von Kai Wellbrock

Wellbrock machte eine Ausbildung als Bauzeichner, studierte ab 2003 an der TH (damals FH) Lübeck Bauingenieurwesen. Seit 2009 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH Lübeck am Fachbereich Bauwesen im Labor für Siedlungswasserwirtschaft tätig und bearbeitete dort viele Projekte in Kooperation mit Industriepartnern.

„Ich feiere mit meiner Ernennung zur Professur Bergfest an der TH Lübeck“, sagt Wellbrock, „ich bin jetzt 22 Jahre hier, und es könnten ab jetzt bis zur Rente noch etwa 22 Jahre werden.“

Kai Wellbrock hat mehr als 40 Bachelor- und Masterarbeiten als Erstbetreuer begleitet und geprüft und weitere 50 Arbeiten als Zweitprüfer begleitet.

Kai Wellbrock, Professor für Abwasserbewirtschaftung und -behandlung (Quelle: TH Lübeck)

Bei seiner Promotion zum Thema Die innerstädtische Wasserbewirtschaftung im hellenistisch-römischen Pergamon von 2010 bis 2016 an der Brandenburgisch-Technischen Universität (BTU) Cottbus – Senftenberg war Wellbrock ein Wegbereiter neuer Strukturen:

„Ich blieb wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH Lübeck, forschte hier vor Ort, promovierte vorwiegend nach Feierabend und am Wochenende. In Cottbus war ich genau zweimal – einmal am Anfang und einmal am Ende“, erinnert er sich.

Forschung an der TH Lübeck, formales Promotionsverfahren an einer titelgebenden Hochschule – dieses Konstrukt war damals neu. Wellbrock war der erste wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich Bauwesen, der eine Promotion erfolgreich abgeschlossen hat. Heute ist die sogenannte Kooperative Promotion an der TH Lübeck gängige Praxis.

Wasser als Beruf und Berufung: Verantwortung in Forschung und Lehre

Bereits 2012 wurde Wellbrock von Matthias Grottker die örtliche Leitung der Versuchs- und Ausbildungskläranlage (VAK) Reinfeld und des angegliederten abwassertechnischen Labors übertragen. 2024 übertrug ihm die TH Lübeck – in Vertretung der vakanten Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik – sechs Monate zudem die Kommissarische Leitung des Labors für Siedlungswasserwirtschaft mit der vollen Verantwortung für Personal und Lehre – und für die Koordination der verschiedenen Forschungsprojekte. Die Ergebnisse wurden regelmäßig in mehr als 30 Veröffentlichungen und mehr als 50 Vorträgen der Fachwelt zugänglich gemacht.

Das Thema Wasser treibt ihn auch privat um: Wellbrock lebt mit seiner Familie in der Jenfelder Au, dem ersten Wohnquartier Hamburgs, in dem alle Häuser an den Hamburger Water Cycle angeschlossen sind. Hier wird unter anderem getestet, wie sich Toilettenabwasser zur Energiegewinnung nutzen lässt.


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Ernennung zum Honorarprofessor: Jochen Türk, Professor an der UDE

07. Januar 2026 um 14:58

Seine Antrittsvorlesung „Vom Gewässermonitoring zur vierten Reinigungsstufe nach KARL: Analytische Herausforderungen und Strategien für eine nachhaltige Spurenstoffreduktion“ wird er am 29. April 2026 am Campus Essen der Universität halten. Türk ist seit vielen Jahren in der Lehre im Studiengang Water Science – unter anderem in den Bereichen Wasseranalytik und oxidative Prozesse – an der Universität Duisburg-Essen engagiert.

Jochen Türk hat an der Universität Dortmund Chemie studiert. Von 2001 bis zum September 2023 arbeitete er am Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V. (IUTA) in Duisburg, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, während er sich im Rahmen seiner Promotion an der Universität Duisburg-Essen mit der Entwicklung von LC-MS/MS-Analyseverfahren in Arbeits- und Umweltschutz beschäftigt hat. Von 2003 bis 2008 war er als Projekt- und Laborleiter im Bereich Umweltmedizin tätig. Seit 2009 leitete er den Bereich Forschungsanalytik. Im Oktober 2023 wechselte er auf seine jetzige Stelle als Leiter des Kooperationslabors der großen Wasserverbände in Essen. Dort liegen seine wissenschaftlichen Schwerpunkte bei der Spurenanalytik mittels LC-MS sowie der Entwicklung von oxidativen Verfahren für die kommunale und industrielle Abwasserbehandlung. Dabei spielt insbesondere die chemisch-biologische Charakterisierung von Transformationsprodukten eine große Rolle.


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