„Circularity is a must“: Interview zur IFAT mit Philipp Eisenmann
Die IFAT Munich gilt als Gradmesser der internationalen Umweltbranche. Wie hat sich die Messe inhaltlich und thematisch mit dem globalen Wandel hin zu Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität entwickelt?
Die IFAT feiert 2026 ihr 60-jähriges Bestehen – und spiegelt seit sechs Jahrzehnten die Entwicklung der Branche wider. Was einst als Fachmesse für klassische Abwassertechnik begann, ist heute die weltweit führende Plattform für ganzheitliche Ressourcen- und Infrastrukturkonzepte. Im Mittelpunkt stehen längst integrierte Wertschöpfungsketten, resiliente Infrastrukturen und zirkuläre Geschäftsmodelle. Unter dem Leitmotiv „Circularity is a must“ machen wir deutlich: Circularity ist weit mehr als nur Umweltschutz. Es ist strategische Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz.
Umwelttechnologien sind längst kein Nischensegment mehr, sondern ein zentraler Innovationsmotor. Wo sehen Sie derzeit die stärksten Impulse – technologisch, politisch und wirtschaftlich?
Technologisch erleben wir enorme Fortschritte bei der Rückgewinnung hochwertiger Sekundärrohstoffe, bei energieeffizienten Verfahren in der Wasser- und Abwasserbehandlung sowie bei der Integration von KI in Betriebsprozesse. Politisch sehen wir einen klaren Fokus auf Ressourcensicherheit, Dekarbonisierung und resilienten Infrastrukturen. Wirtschaftlich wird deutlich: Unternehmen investieren zunehmend in zirkuläre Geschäftsmodelle, weil sie Risiken in Lieferketten reduzieren und unabhängiger von volatilen Rohstoffmärkten werden wollen. Umwelttechnologien sind damit längst zu einem Stabilitäts- und Wachstumsmotor geworden.
Digitalisierung und Datenmanagement spielen zunehmend eine Schlüsselrolle in der Wasser- und Abfallwirtschaft. Wie prägt dieser Wandel das Profil der IFAT Munich 2026?
Die Digitalisierung verändert die Branche grundlegend. Digitale Zwillinge, KI-gestützte Prozessoptimierung, Sensorik in Echtzeit oder digitale Produktpässe machen Stoffströme transparent und steuerbar. Auf der IFAT Munich 2026 wird dieser Wandel in allen Hallen sichtbar: von intelligenten Abfallsammelsystemen über vernetzte Kläranlagen bis hin zu datenbasierten Plattformlösungen für Kommunen und Industrie. Wir verstehen Digitalisierung nicht als Add-on, sondern als Enabler für Effizienz, Nachweisbarkeit und Skalierbarkeit zirkulärer Prozesse.
Die IFAT ist ein Treffpunkt für Entscheidungsträger weltweit. Welche neuen internationalen Partnerschaften oder Initiativen spiegeln den globalen Charakter der Messe besonders eindrucksvoll wider?
Die IFAT Munich bringt wichtige Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und kommunaler Praxis zusammen. Stärker als bisher bilden wir die europäische Ebene ab. Dies zeigt sich auch darin, dass neben Bundesumweltminister Carsten Schneider auch EU-Kommissarin Jessika Roswall die Messe eröffnen wird. Wir erwarten aber auch darüber hinaus zahlreiche Delegationen und Minister aus dem Ausland.
Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Rolle wird die IFAT Munich in den nächsten fünf bis zehn Jahren bei der Umsetzung weltweiter Umweltziele spielen?
Sie wird noch stärker als Umsetzungsplattform wahrgenommen werden – als globale Instanz, die politisch-strategische Zielsetzungen in die Machbarkeit überführt. Dabei sind die grundlegenden strategischen aus meiner Sicht klar vorgezeichnet: In den kommenden Jahren wird es darum gehen, zirkuläre Lösungen schneller in den Markt zu bringen sowie Infrastrukturen klimafest und resilient zu machen. Die IFAT Munich wird dabei nicht nur Trends abbilden, sondern aktiv Impulse setzen – als globaler Marktplatz, Netzwerk und Taktgeber einer Branche, die für wirtschaftliche Stabilität und nachhaltige Entwicklung gleichermaßen steht.
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