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Heute — 09. April 2026Fachinformationen

Einfluss der Änderung der AMNOG-Leitplanken durch das GKV-FinStG auf die Nutzenbewertungen des G-BA

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2823-6449

Das zentrale Ziel der Studie ist die Analyse möglicher Veränderungen bei der Zusatznutzenbewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Folge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes (GKV-FinStG). Die Untersuchung prüft, ob die Verschärfung der AMNOG-Leitplanken zu einer restriktiveren Bewertungspraxis geführt hat. Operationalisiert wird dies durch eine vergleichende Analyse deutscher und französischer Nutzenbewertungen vor und nach dem GKV-FinStG. Die Studie verfolgt zwei zentrale Forschungsfragen: (1) Lassen sich statistisch signifikante Veränderungen in den Zusatznutzenbewertungen des G-BA nachweisen? (2) Können beobachtete Veränderungen kausal auf die Verschärfung der AMNOG-Leitplanken zurückgeführt werden? Die Untersuchung verwendet ein quasi-experimentelles Difference-in-Difference (DiD) Design zur Analyse von Veränderungen der Zusatznutzenbewertung. Deutschland fungiert als Interventionsgruppe, Frankreich als Kontrollgruppe. Die Erfassung der deutschen Nutzenbewertungen erfolgte über den AMNOG-Monitor für den Zeitraum 2020–2024, französische Bewertungen über die Haute Autorité de Santé (HAS). Separate Analysen wurden nach Patentschutzstatus der zweckmäßigen Vergleichstherapie (zVT) durchgeführt.Die Studie liefert erstmals empirische Evidenz für einen möglichen Einfluss der verschärften AMNOG-Leitplanken auf das Bewertungsverhalten des G-BA. Der statistisch signifikante Difference-in-Difference-Effekt von −9,74% (p=0,028) zeigt, dass der Anteil mindestens beträchtlicher Zusatznutzenbewertungen in Deutschland nach der Reform um nahezu 10 Prozentpunkte stärker zurückging als in Frankreich. Bei Verfahren mit patentgeschützter zVT zeigt sich mit −14,56% der stärkste Effekt, während bei generischer zVT erwartungskonform kein relevanter Effekt (0,88%) auftritt.Die Verschärfung der AMNOG-Leitplanken hat zu einer systematischen Reduktion des Anteils mindestens beträchtlicher Zusatznutzenbewertungen geführt. Die beobachtete Veränderung könnte auf unbewusste kognitive Anpassungen oder bewusste strategische Überlegungen zur Begrenzung der GKV-Ausgaben zurückzuführen sein. Die Befunde legen nahe, dass Einsparungen nicht nur durch direkte Preiseffekte, sondern auch durch restriktivere Bewertungspraxis entstehen.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Gestern — 08. April 2026Fachinformationen

JAMA-Review: So lässt sich eine echte therapieresistente Hypertonie diagnostizieren und behandeln

08. April 2026 um 16:49
Paris – Ein aktuelles Review fasst den aktuellen Kenntnisstand zur therapieresistenten Hypertonie zusammen und gibt einen praxisorientierten Überblick über Diagnostik und Behandlung ( JAMA 2026; DOI: 10.1001/jama.2026.1221). Von einer echten therapieresistenten Hypertonie wird erst gesprochen, wenn erhöhte Blutdruckwerte trotz leitliniengerechter...[weiter lesen]

Herzinfarkt: Wann Betablocker gefahrlos abgesetzt werden können

08. April 2026 um 16:47
Seoul – Das Absetzen von Betablockern, die über Jahrzehnte ein unverzichtbarer Bestandteil in der Herzinfarktnachsorge waren, ist in einer randomisierten Studie bei Patienten mit stabiler Pumpfunktion ohne Nachteile geblieben. Die Ergebnisse wurden auf einer Tagung des American College of Cardiology (ACC.26) in New Orleans vorgestellt und im New...[weiter lesen]

Neuer Dengue-Impfstoff unabhängig vom Serostatus wirksam

08. April 2026 um 16:43
São Paulo/Manaus – Forschende des brasilianischen Butantan-Instituts haben einen neuen Impfstoff gegen Dengue-Viren (DENV) entwickelt. Dabei handelt es sich um einen tetravalent gegen alle vier bekannten DENV-Serotypen gerichteten, attenuierten Lebendimpfstoff. In einer Phase-3-Studie reduzierte eine Einmaldosis des Impfstoffs die Zahl der innerhalb...[weiter lesen]

Abholzung: Wie schnell erholt sich ein gerodeter Regenwald?

Werden Kakaoplantagen oder Weiden aufgegeben, kann sich tropischer Wald regenerieren. Aber wie lange braucht es, bis Fledermäuse, Bienen und Bodenorganismen wiederkehren?

© Timo Metz

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