❌

Normale Ansicht

Received today — 05. November 2026

KRH Klinikum Siloah in Hannover von a|sh sander.hofrichter architekten

05. November 2026 um 17:16
Infrastrukturen |
Best Practice

KRH Klinikum Siloah in Hannover von a|sh sander.hofrichter architekten

Mit dem Neubau wurden die Krankenhäuser Siloah und Oststadt-Heidehaus am bestehenden Standort Siloah zusammengeführt. Die Architekt*innen a|sh sander.hofrichter haben 2007 den ersten Preis für ihren Entwurf sowie den Auftrag für die weitere Planung erhalten. Neben der neuen Organisation der medizinischen Bereiche war die Einbindung in das vorhandene Klinikgelände eine zentrale Aufgabe. Der neu entstandene Bau nimmt im Sockel die Traufhöhe der denkmalgeschützten Bestandsgebäude auf und ordnet sich entlang der neu entstandenen Klinikallee zwischen der Ihme und den Bestandsbauten an.

 

Informationen zum Projekt
Architekt*innen

a|sh sander.hofrichter architekten, Ludwigshafen

Gebäudetypologie

Krankenhaus

Grundrisstypologie

Kammstruktur auf einem Sockelbau

Bauvorhaben

Neubau

Fertigstellung

2014


Standort

Hannover, Deutschland

BGF

ca. 62.000 m2 im Neubau

Bettenanzahl

535 Planbetten und 40 Wahlleistungsbetten

Quelle: Wolfgang Fallier
Quelle: Wolfgang Fallier
Quelle: Markus Bachmann
Quelle: Markus Bachmann
Ankommen und Orientierung

Das KRH Klinikum Siloah liegt im hannoverschen Stadtteil Linden-Süd direkt an der Ihme. Der Neubau steht auf dem bestehenden Klinikgelände zwischen den historischen Krankenhausgebäuden und dem begrünten Flussufer der Ihme. Der Haupteingang, gesäumt von zwei alten Eichen, orientiert sich zur Klinikallee und stellt eine direkte Sichtbeziehung zwischen dem Altbau und dem Neubau her. Auf der Rückseite des Krankenhauses öffnet sich das Gelände zum Grünraum entlang der Ihme.

Von der Eingangshalle am Haupteingang erstreckt sich über zwei Geschosse eine große Erschließungsmagistrale, die einen offenen und gleichzeitig ruhigen Eindruck vermittelt. Direkt beim Betreten des Klinikums kann man bis in den grünen Hof der Cafeteria schauen und darüber hinaus einen Blick auf die Ihme bekommen.

Von der Mitte dieser Magistrale führt querliegend die Haupterschließungsachse des Krankenhauses in beide Richtungen. Von dieser Erschließungsachse führen Erschließungsbereiche in die einzelnen Abteilungen und Funktionsbereiche. In  regelmäßigen Abständen sind auf dieser Achse die Treppen und Aufzüge für die vertikale Erschließung verortet. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des Sockelbaus befinden sich die Untersuchungs- und Behandlungsbereiche. Auf dem Sockelbau liegt eine Kammstruktur, in deren Flügeln sich die Pflegestationen befinden.

Untersuchung und Behandlung

Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem die Notaufnahme, das Aufnahme- und Untersuchungszentrum sowie die Radiologie. Im ersten Obergeschoss sind die OP-Abteilung, die interventionelle Diagnostik und die Intensivmedizin zu finden. Die räumliche Nähe ermöglicht die Zusammenarbeit der Fachbereiche und begrenzt die Wege zwischen den Behandlungsschritten.

In der Grundrissstruktur ordnen sich die einzelnen Raumgruppen um sieben unterschiedlich große Innenhöfe an. So entstehen innerhalb des Sockels zusätzliche Außenfassaden, über die Tageslicht und ein Außenraumbezug in die angrenzenden Räume gelangen. Zudem unterbrechen die Innenhöfe die langen Flure und bieten den Patient*innen, Besuchenden und Mitarbeitenden Orientierungspunkte. Der Zugang zur Notaufnahme im Untergeschoss erfolgt über deinen direkten Weg vom Empfangstresen in der Eingangshalle oder über die dezentrale Zufahrt über die Querseite des Gebäudes, zum Eingang ds Krankenhausgeländes gerichtet.

Quelle: Wolfgang Fallier
Quelle: Markus Bachmann
Das Patient*innengeschoss und die Patient*innenzimmer

In den oberen Geschossen befinden sich die Pflegestationen, die über dezentrale Treppenhäuser und Aufzüge in der Erschließungsachse erschlossen werden. Die drei Bettenhausflügel sind durch einen gemeinsamen Querbau miteinander verbunden. In diesem Querbau sind die drei dezentralen Erschließungskerne verortet, die direkt gegenüber dem Zugang der Stationen liegen. Dort befinden sich die Pflegestützpunkte, sodass diese direkt beim Betreten der Station sichtbar sind und einen Orientierungspunkt für Patient*innen und Besuchende ausbilden.

Innerhalb der Flügel verläuft jeweils ein innenliegender Erschließungsbereich, von dem aus die beidseitig an der Fassade angeordneten Patient*innenzimmer erschlossen werden. Durch die Struktur erhalten alle Zimmer direktes Tageslicht. Die Zimmer sind als Zwei- und Vierbettzimmer ausgebildet. Die Sanitärräume liegen jeweils an der Flurseite, während sich der Aufenthaltsbereich mit einer kleinen Sitzgruppe, an der Fassade anordnet. Im Zweibettzimmer stehen die Betten parallel nebeneinander und ergänzend spiegeln sich im Vierbettzimmer noch zwei weitere Betten an der gegenüberliegenden Wand. Durch große Fensterflächen haben die Patient*innen einen Blick ins Grüne und auf die Ihme. Die Zimmer der Patient*innen sind mit hellen Möbeln ausgestattet, haben einen Boden in Holzoptik und hinter den Betten sind großformatige Pflanzenmotive in den passenden Farben zum jeweiligen Signaletikkonzept der Station angebracht.

Zwischen den Flügeln entstehen große Freiräume, die sich zur Ihme hin öffnen. Im Querbau der Kammstruktur ordnen sich weitere Pflegezimmer zwischen den Stationsstützpunkten an. Zwischen den dezentralen Erschließungskernen sind u.a. Sanitäranlagen und Lagerräume angeordnet. Zwei parallele Erschließungsbereiche verlaufen beidseitig entlang dieser dienenden Spange. Im rückwärtigen Bereich des Querbaus befinden sich, entlang der Fassade, Arzt- und Untersuchungszimmer, sowie weitere dienende Räumlichkeiten. An den äußeren Enden des Querbaus sind Aufenthaltsräume mit Sitzgruppen verortet.

Quelle: Wolfgang Fallier
Quelle: Wolfgang Fallier
Quelle: Wolfgang Fallier
Farbe als Orientierungshilfe

Ein starkes Signaletikkonzept unterstützt die Besuchenden und Patient*innen bei der Orientierung und Durchwegung des Gebäudes. So sind unterschiedliche Nutzungen und Funktionsbereiche durch Farben gekennzeichnet und werden durch das Farbkonzept leichter erkennbar. Grün kennzeichnet beispielsweise die Behandlungsbereiche im Sockelgeschoss, wohingegen Violett, Gelb und Rot die drei stationären Pflegestationen kennzeichnen. Die Farben Violett, Gelb und Rot beziehen sich auf die Heilpflanzen Lavendel, Ringelblume und Hibiskus. Durch farbige Wandflächen sind damit unter anderem die Aufzüge, Treppen und Stationszugänge markiert. Von dort wird die jeweilige Farbe vom Pflegestützpunkt bis in die Patientenzimmer weitergeführt.

In den Behandlungsbereichen findet sich das Grün unter anderem an der Anmeldung der Notaufnahme und an den Türen wieder. Großflächige Pflanzenzeichnungen und kurze Texte ergänzen die Beschilderung in den Fluren. In den Patient*innenzimmern werden die Pflanzen auch als Wandmotive hinter den Betten aufgegriffen. So begleitet das Farb- und Pflanzenkonzept den Weg durch das gesamte Klinikum bis hin zum einzelnen Bettplatz.

Fassade und Materialität

Der Aufbau des Krankenhauses lässt sich an den Fassaden ablesen. Der massive, zweigeschossige Sockel mit u.a. den Untersuchungs- und Behandlungsräumen ist mit einem hellen Klinker verkleidet. Über dem Sockelgeschoss liegt eine fünfgeschossige Kammstruktur, in der sich die Bettenstationen befinden. Eine zurückgesetzte, dunkel verglaste Etage trennt die oberen Baukörper optisch vom Sockel und zusammen mit den auskragenden Gebäudekanten verstärkt sie den Eindruck, dass die Bettenhäuser über dem unteren Gebäudeteil schweben. Die oberen vier Etagen sind mit einer hellen, grünschimmernden Fassade und grauen Fensterelementen verkleidet.

Quelle: Markus Bachmann
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?

Das Siloah Klinikum in Hannover bietet seinen Patient*innen und Besuchenden von innen und außen eine gute Orientierung und Übersichtlichkeit. Dies hilft dabei, ungewollte Kontakte zu Personengruppen zu vermeiden und direkte Wege zunehmen. Im Siloah Klinikum kann die Aufteilung in Funktions- und Pflegebereiche bereits in der Fassade durch den massiven Sockel und die leichte Kammstruktur abgelesen werden. Die große Magistrale bietet eine gute Übersichtlichkeit und wird durch das Signaletikkonzept noch weiter unterstützt. Diese Magistrale kann im Akutfall auch zum Errichten von temporären Flächen genutzt werden. Der große Empfangsbereich auf der Magistrale und die Stationsstützpunkte, die jeweils gegenüber der dezentralen Erschließung liegen, bieten direkte Anlaufstellen und eine zusätzliche gute Überwachung. Die dezentrale Erschließung verringert die Kontaktzahl bzw. die Kontaktzeit von Personengruppen. Zusätzlich unterstützt diese die Möglichkeit der Kohortierung im Pandemiefall. Durch die dezentralen Erschließungskerne können die einzelnen Bettenflügel separat erschlossen werden. Durch die jeweils den Erschließungskernen u.a. zugeordneten Sanitäranlagen und Lagerflächen ist die Bildung von Kohorten möglich, sodass im Akutfall die einzelnen Funktionsbereiche losgelöst voneinander genutzt werden könnten.
Die Wege zwischen den Untersuchungs- und Behandlungsbereichen sind kurz. Dies reduziert die Laufwege zwischen unterschiedlichen Bereichen und optimiert die Prozesse der Mitarbeitenden. Die Funktionsbereiche sind so aufgebaut, dass das medizinische Personal zu den Patient*innen kommt, wodurch die Kontakte minimiert werden.

Erschließung EG
Temporäre Flächen EG
Orientierung EG
Erschließung OG
Orientierung OG
Nutzernahe Lagerflächen OG

The post KRH Klinikum Siloah in Hannover von a|sh sander.hofrichter architekten appeared first on PlanGesund.info.

Bürgerspital Solothurn, Schweiz von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten

05. November 2026 um 16:57
Infrastrukturen |
Best Practice

Bürgerspital Solothurn in der Schweiz von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten

Beim Neubau des Bürgerspitals Solothurn haben Silvia Gmür Reto Gmür Architekten den Fokus auf das Wohlbefinden von Mitarbeitenden und Patient*innen gelegt. Mit ihrem Entwurf „Oasis“ gewannen sie 2008 den Wettbewerb für den Neubau des Bürgerspitals Solothurn. Das Spital wurde 2021 nach rund sechsjähriger Bauzeit eröffnet und bietet Platz für bis zu 290 Betten. Ein  zweigeschossiger Sockelbau verbindet öffentliche Nutzungen, Untersuchungen und Behandlungen mit einem darüberliegenden Bettenhaus. Drei unterschiedlich große Innenhöfe bringen viel Tageslicht in das Gebäude und auf dem freien Dach des Sockelbaus liegt ein Dachgarten. In den Zweibettzimmern stehen die Betten versetzt, sodass sich persönliche Bereiche mit einem Blick in den Außenraum für die Patient*innen ausbilden.

Informationen zum Projekt
Architekt*innen

Silvia Gmür Reto Gmür Architekten, Basel, Schweiz

Gebäudetypologie

Krankenhaus

Grundrisstypologie

Sockelbau

Bauvorhaben

Neubau

Fertigstellung

2021


Standort

Solothurn, Schweiz

GF

ca. 57.000 m2 im Neubau

Bettenanzahl

290 Betten

Quelle: Architekturfotografie Gempeler, Bern
Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Reto Gmür, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Reto Gmür, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Neubau Bürgerspital Solothurn

Der Neubau des Bürgerspitals Solothurn geht auf einen internationalen Wettbewerb zurück, den Silvia Gmür Reto Gmür Architekten 2008 mit ihrem Entwurf „Oasis“ gewonnen haben. Bei der Planung des Akutspitals standen neben der stationären Versorgung mit 290 Betten auch spezialisiertere Bereiche im Fokus. Hierzu zählen u.a. die Operationssäle, Intensivmedizin, Tagesklinik und Notfallversorgung. Der Neubau entstand parallel zum Normalbetrieb des bereits bestehenden Spitals, das nach der Eröffnung des Neubaus abgerissen wurde.

Das Spital teilt sich in einen unteren, zweigeschossigen Sockelbau und einen Bettenturm. Die beiden Gebäudeteile folgen unterschiedlichen räumlichen Anforderungen und dennoch einer klaren Grundstruktur. Im Sockel befinden sich öffentliche Nutzungen sowie Untersuchungs- und Behandlungsbereiche und im oberen Bereich befinden sich die stationären Bereiche für die Patient*innen.

Der Sockelbereich baut auf einer linearen Grundstruktur auf, die für unterschiedliche Nutzungen ausgelegt ist und spätere Anpassungen zulässt. So lassen sich innerhalb dieses Rasters unterschiedliche Raumgrößen und Raumgruppen bilden. Die Struktur soll flexibel und erweiterbar sein, um auf zukünftige Anforderungen reagieren zu können.
Drei Innenhöfe ermöglichen in dem großen Sockelbau viel Tageslicht und eine gute Orientierung. Neben dem Bettenturm wird die freie Sockeldachfläche als Dachgarten genutzt.

Der Bettenturm

Die Patientengeschosse für den stationären Aufenthalt befinden sich im oberen Gebäudeteil, in dem Bettenturm. Die Stationen sind ringförmig aufgebaut. Die Zimmer der Patienten liegen dabei nahezu umlaufend an der Außenfassade und werden von einem sich immer wieder aufweitenden Erschließungsbereich, der ebenso einmal um das gesamte Geschoss verläuft, erschlossen. So erhalten alle Zimmer direktes Tageslicht und einen Blick nach außen. In der Geschossmitte befinden sich die dienenden Stationsräume sowie zwei Lichthöfe, die auch Tageslicht in die innenliegenden Erschließungsbereiche und Räumlichkeiten bringen.

Der umlaufende Erschließungsbereich verläuft zwischen den Patient*innenzimmern und dem inneren Kern aus dienenden Räumen sowie Lichthöfen. An den Ecken wird dieser regelmäßige Verlauf des Erschließungsbereiches durch schräg gestellte Wände unterbrochen und weitet sich auf. An diesen vier sich öffnenden Flächen entstehen zum einen lichtdurchflutete Freiflächen und zum anderen der Stationszugang über Aufzüge und Treppen. Ausgewiesene und lichtdurchflutete Bereiche für Patient*innen und Angehörige bieten Platz für Begegnungen.

Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Die Patient*inenzimmer

Das Zweibettzimmer auf der Normalstation ist so aufgeteilt, dass Patient*innen innerhalb des gemeinsamen Raums einen eigenen Bereich erhalten, sodass Privatsphäre und Gemeinschaft nah beieinander liegen. Der Grundriss lässt sich dabei in drei Zonen gliedern: den Versorgungsbereich der Patient*innen, die Bewegungszone sowie den Bereich für den Aufenthalt von Besuchenden und Patient*innen.

Wenn das Zimmer betreten wird, befindet sich im Eingang ein kleiner Bereich für das medizinische Personal und der Zugang zur Nasszelle mit WC, Waschbecken und Dusche. Die Wand der Nasszelle bildet zugleich die Kopfwand für das korridornahe Bett. Dieses Bett ist mit seiner Längsachse zur Fensterfront ausgerichtet. Mittig im Zimmer ist ein Versatz in der Wand ausgebildet. Hinter diesem Versatz steht das zweite Bett, quer zum ersten Bett, an einem schräg verlaufenden Abschnitt der Zimmertrennwand.

Der Versatz der seitlichen Wände unterstützt die Aufteilung in zwei persönliche Bereiche. Dabei verschiebt sich der fensternahe Teil des Zimmers gegenüber dem korridornahen. Zusammen mit der annähernd rechtwinkligen Bettenstellung ermöglicht dies beiden Patienten einen unabhängigen Blick nach draußen. Vom weiter innen liegenden Bett führt die Sicht am zweiten Bett vorbei zur Fensterfront. Auch der fensternahe Bettplatz besitzt einen eigenen Ausblick.

Die beiden Plätze unterscheiden sich in ihrer Lage und Ausrichtung, bieten aber jeweils Aussicht und Platz für Besuch. An beiden Betten sind Sitzmöglichkeiten vorgesehen und im fensternahen Bereich befindet sich zusätzlich ein Tisch. Zwischen den beiden Bettplätzen bleibt genug Platz für eine ausreichende Bewegungsfläche, um die Betten zu manövrieren.

Beide Betten haben die Möglichkeit, mit Sichtschutzvorhängen die Bettplätze bei Bedarf einzeln abzuschirmen, ohne den jeweils anderen Bereich zu beeinträchtigen. Die medizinischen Anschlüsse und die Beleuchtung sind in wandhängende Holzmöbel an den Bettplätzen integriert.

Die Patientenzimmer sind durch einen Parkettboden und Holzmöbel an den Bettplätzen ausgestattet. Die sichtbare Holzmaserung gibt dem Raum zusammen mit den textilen Vorhängen einen eher wohnlichen Charakter und auch die Wände und die Decke sind in hellen, zurückhaltenden Farbtönen gehalten. Die farbigen Streifen in den Vorhängen sowie rote Tische und Sitzmöbel setzen einzelne farbliche Akzente. An den Fenstern gibt es lichtdurchlässige Vorhänge, die Tageslicht in den Raum lassen und zugleich einen leichten Sichtschutz bieten.

Quelle: Reto Gmür, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Quelle: Ralph Feiner, Spital Solothurn von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?

In dem Spital Solothurn treffen ein hohes Maß an Flexibilität und Funktionalität auf Gemeinschaft und Privatsphäre. Durch das hohe Maß an Flexibilität bietet die Grundstruktur die Möglichkeit, zum Errichten von temporären Flächen. Zudem ist das Spital klar gegliedert, wodurch sich eine gute Übersichtlichkeit ergibt. Die Bündelung der Funktionsbereiche ermöglicht für die Mitarbeitenden kurze und direkte Wege und kann somit zu optimierten Arbeitsprozessen beitragen.

Besonders hervorzuheben sind die Patient*innenzimmer, die durch ihre Struktur in einem hohem Maß zum Wohlbefinden und zur Privatsphäre der Patient*innen jedoch auch zur Compliance der Hygiene beitragen. Durch die klare Gliederung der Zonen im Zimmer wird die Hygiene während der Arbeitsprozesse unterstützt. Zusätzlich bietet die Ausstattung des Zimmers durch den Arbeitsbereich eine gezieltere Versorgung und die Möglichkeit der Lagerung von Hilfsmaterial. Ebenso kann der Abstand der Patient*innen die Infektionsübertragung durch eine räumliche Distanzierung zueinander minimieren. Dies unterstützt ebenfalls die Compliance des Personals, da die Gefahr, zwei nebeneinanderliegende Patient*innen nacheinander ohne eine zwischenzeitliche Händedesinfizierung zu versorgen, reduziert wird.

Die klare Zonierung des Zimmers und die Positionierung der Betten sorgen zudem für eine privatere Atmosphäre. Durch die Ausrichtung der Betten haben die Patient*innen während des Aufenthaltes die Möglichkeit, einen direkten Blick in den Außenraum zu werfen und ein hohes Maß an natürlichem Licht fällt in den Raum, wodurch das Wohlbefinden gesteigert wird.
Zum Wohlbefinden der Patient*innen trägt schlussendlich auch die Gestaltung der Räumlichkeiten bei. Die Architekt*innen schaffen in Solothurn durch warme Farben und Holzelemente einen wohnlichen Charakter.

Flächenmanagement
Orientierung
Kurze Wege

The post Bürgerspital Solothurn, Schweiz von Silvia Gmür Reto Gmür Architekten appeared first on PlanGesund.info.

Herlev Hospital in Kopenhagen von Henning Larsen – Architects

05. November 2026 um 16:34
Infrastrukturen |
Best Practice

Herlev Hospital in Kopenhagen von Henning Larsen – Architects

2011 gewann das Team von Henning Larsen den Wettbewerb für die Erweiterung des Herlev Hospitals. Südlich des bestehenden Krankenhauses entstand ein Neubau mit u.a. einer Notaufnahme sowie einem Frauen- und Kinderzentrum, der 2021 in Betrieb genommen wurde. Die Architekt*innen fokussierten sich bei ihrem Entwurf auf den Einfluss von Tageslicht und Natur auf die Gesundheit der Patient*innen.

Der Altbau, mit seinen 120 Meter hohen Bettenturm und der Neubau, der aus viel kleineren Baukörpern besteht, sind durch das neue Foyer des Krankenhauses miteinander verbunden.

Auf einem rechteckigen Sockelbau stehen zwei unterschiedlich große Ringbauten, die durch ihre Form in den unteren Sockelgeschossen unterschiedlich große Lichthöfe ermöglichen. In den unteren Geschossen befinden sich die Untersuchungs- und Behandlungsbereiche und in den oberen Geschossen liegen in den Ringbauten die Pflegestationen. Der Neubau wird vom Foyer durch einen hellen und offenen Verbindungsflur erschlossen, in dem sich der neue Haupteingang befindet.

Informationen zum Projekt
Architekt*innen

Henning Larsen, Kopenhagen

Gebäudetypologie

Akutkrankenhaus mit Frauen- und Kinderzentrum

Grundrisstypologie

Ringförmige Bettenhäuser auf rechteckigen Behandlungssockel

Bauvorhaben

Neubau als Bestandserweiterung

Fertigstellung

2021


Standort

Herlev bei Kopenhagen, Dänemark

BGF

56.000 m2 im Neubau

Bettenanzahl

28 Betten

Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Mikkel Eye/ Henning Larsen
Quelle: Mikkel Eye/ Henning Larsen
Ankommen und Orientierung

Vom Haupteingang aus führt das Foyer in die neuen Krankenhausbereiche. Ein mit Holz verkleideter Empfang liegt direkt am Eingang. Breite, verglaste Erschließungsbereiche verbinden die einzelnen Funktionsbereiche miteinander und geben den Blick auf die bepflanzten Höfe frei. Entlang der Wege befinden sich Sitzgruppen und Wartebereiche, die teilweise über zwei Geschosse reichen.

Die Erschließung im Sockel folgt zunächst einer geradlinigen Ordnung: An den Übergängen zu den Ringbauten liegen Treppenkerne und Aufzüge, über die die oberen Patientengeschosse erreichbar sind. Die Innenhöfe und Gärten bleiben dabei immer wieder sichtbar und bieten Bezugspunkte auf dem Weg durch das Gebäude.

Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Untersuchung und Behandlung

Betreten die Besuchenden, Patient*innen und Mitarbeitenden den Neubau, dann weiten sich die Erschließungsbereiche immer wieder auf und stellen eine Verbindung zu den Innenhöfen her. Neben dem Haupteingang können die einzelnen Funktionsbereiche im Erdgeschoss über dezentrale Eingänge betreten werden und auch separate Eingänge für das Personal sind hier vorzufinden. Dezentrale Stationsstützpunkte an den Eingängen der Funktionsbereiche bieten Anlaufstellen innerhalb der großen Strukturen.
Im EG des Sockelbaus unter dem kleineren Ringbau befinden sich der Bereitschaftsdienst, ein ambulanter Kinderarzt und ein Kinderschutzzentrum. Die Räumlichkeiten werden über einen innenliegenden Erschließungsbereich erschlossen, sodass durch den begrünten Innenhof und den Außenraumbezug viel Tageslicht in u.a. die Behandlungs- und Besprechungsräume fällt.

Im Erdgeschoss unterhalb des großen Ringbaus befinden sich u.a. ein ambulanter Gynäkologe, eine Ergotherapie und die Notaufnahme. In der Notaufnahme sind die Zugänge für selbstständig ankommende Patient*innen und für Krankentransporte getrennt angeordnet. Auf der östlichen Fassadenseite befinden sich Anmeldung, Ersteinschätzung und Wartebereiche, auf der südlichen Seite die Zufahrt für die Rettungswagen und die unmittelbar anschließenden Behandlungsräume.

Die Untersuchungsräume gruppieren sich um die Innenhöfe, sodass überall Tageslicht hinfallen kann. Röntgen-, CT- und MRT-Räume sind in die Notaufnahme eingebunden, um kurze Wege zu gewährleisten. Die Bildgebung liegt damit in direkter Nähe zu den Bereichen, in denen Patienten aufgenommen und behandelt werden.

Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sind in den meisten Funktionsbereichen doppelte Erschließungsspannen vorzufinden. Dadurch sind beispielsweise MRT- und CT-Räume nicht an der Fassade angeordnet, jedoch von zwei Seiten zu betreten.

Im Obergeschoss befinden sich die Entbindungsstationen, Familienbereiche,  Operationsbereiche und Intensivstationen. Im Obergeschoss unterscheidet der Grundriss zwischen den Wegen innerhalb des OP-Bereichs und zusätzlichen Service- und Logistikfluren. So können reine und unreine Prozesse voneinander getrennt werden. Ein eigener Aufzugskern verbindet die übereinanderliegenden Akutbereiche.

Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Das Patientengeschoss

Auf dem zweigeschossigen Sockelbau sind die Pflegestationen als kreisrunder Ring angeordnet. Ein umlaufender Erschließungsbereich verbindet die einzelnen Stationsbereiche miteinander, die über drei Erschließungskerne erreichbar sind. Die Patient*innenzimmer liegen auf beiden Seiten der Struktur und orientieren sich entweder zur äußeren Umgebung oder zu den innenliegenden Gärten. An zwei der Zugänge liegen größere gemeinsame Empfangsbereiche. Zwischen den Bettenzimmern sind Stationsstützpunkte angeordnet, sodass das Personal innerhalb der Stationen erreichbar ist.

Die gleichmäßige Folge der Patientenzimmer wird durch Arbeitsplätze, Nebenräume und gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche unterbrochen. Zur Hofseite liegen außerdem Küchen- und Aufenthaltsräume sowie eine Lounge. Diese Bereiche haben größere Fensterflächen, die die Stationen zu den Gärten hin öffnen und viel Tageslicht hineinlassen.

Die Patient*innenzimmer sind als Einzelzimmer mit jeweils eigener Nasszelle geplant. Die Nasszellen zweier benachbarter Zimmer sind paarweise zwischen den Zimmern angeordnet und können über Schiebetüren im Zimmer betreten werden. Dadurch bleibt vom Eingang aus eine direkte Blickachse zum Fenster frei. Schon beim Betreten des Zimmers kann man den gesamten Raum erfassen und hat einen direkten Blick auf Patient*innen.

Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Vier Gärten als Innenhöfe

Die Mitte des großen Ringbaus wird durch vier Gärten geteilt. Die strukturelle Anordnung der Räumlichkeiten im Sockelgeschoss und der verbindende Erschließungsbereich bildet im Erdgeschoss eine kreuzförmige Struktur, die die Höfe voneinander trennt. Die Dächer sind bepflanzt, sodass die Patient*innen von ihren Zimmern aufs Grüne schauen.

Die vier Gärten sind unterschiedlich gestaltet. Durch große Verglasungen entlang der angrenzenden Erschließungsbereiche werden diese Bepflanzungen auch von innen sichtbar.

Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Fassade und Materialität

Von außen ist der Unterschied zwischen dem Sockel und dem Bettenhaus deutlich erkennbar. Der Sockelbau wird durch helle Fassadenflächen, schlanke Stützen und große Verglasungen gegliedert. Darauf steht der Ringbau mit seiner grünlich schimmernden Außenfassade und hellen Fassade im Inneren. Dort folgen die Fenster einem Raster und die Geschosse sind in der Fassade abzulesen.

Zur Hofseite wird die Kreisform durch vor- und zurückspringende Fassade im Erdgeschoss aufgelockert. Dabei wechseln sich hochformatige Fensterflächen mit dunklen, fein strukturierten Fassadenflächen ab. In den Bereichen mit der größeren Fensterfläche befinden sich die gemeinschaftlich genutzten Bereiche und machen sie so auch aus den Gärten erkennbar.

Im Inneren werden Sichtbeton und Glas mit hellen Holzoberflächen kombiniert. Schmale Holzlamellen verlaufen dabei entlang der öffentlichen Wege und verkleiden teilweise sowohl die Wände als auch die Decken. Zusammen mit den hellen Böden und den Holztischen in den Sitzbereichen geben sie den Räumen eine warme Atmosphäre. Die Sitzgruppen sind an den großen Fenstern angeordnet, sodass Patient*innen und Besucher beim Warten oder im Gespräch auf die bepflanzten Höfe schauen können. An den Aufzügen und Durchgängen werden einzelne Wandflächen in kräftigem Farben, wie Rot oder Grün hervorgehoben und helfen bei der Orientierung. Durch die großen Verglasungen fällt viel Tageslicht in die Räume, das je nach Tageszeit unterschiedliche Schatten auf die Böden und Wände wirft.

Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Quelle: Laura Stamer/ Henning Larsen
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?

Der Neubau des Herlev Hospitals in Kopenhagen ergänzt durch neue Funktionsbereiche den bestehenden Krankenhausbau un trägt durch u.a. die Struktur im neuen Entwurf zum baulichen Gesundheitsschutz bei.

Der Neubau bietet von innen und außen eine gute Orientierung. In der Fassadengestaltung lassen sich die unterschiedlichen Funktionsbereiche sehr gut ablesen. Im Inneren unterstützen großzügig dimensionierte Erschließungsbereiche mit klaren Wegeführungen und wiederkehrenden Blickbeziehungen zum Außenraum die räumliche Orientierung. Durch die farbliche Markierung der Erschließungskerne wird die Orientierung bis in die Details unterstützt.

Über einen zentralen Haupteingang können Besuchende und Patient*innen das Krankenhaus erschließen. Ergänzend bestehen dezentrale Erschließungen zu den Funktionsbereichen. Dies ermöglicht eine gezielte Erschließung im Pandemiefall, ungewollte Kontakte werden vermieden bzw. die Kontaktzeit wird minimiert. An den Zugängen der jeweiligen Funktionsbereiche befinden sich zusätzlich Stützpunkte, die den Zugang kontrollieren.
Eigene Zugänge für das Personal optimieren die Arbeitsprozesse und verhindern ebenfalls ungewollte Kontakte. In der Notaufnahme sind zudem die Zugänge und Zufahrten für selbstständig ankommende Patient*innen und den Rettungswagen ebenfalls getrennt. Dies entzerrt Personenströme, unterstützt die Arbeitsprozesse der Mitarbeitenden und trägt zur Compliance bei.

Die Wege zwischen den Funktionsbereichen sind kurz und interne Verbindungen zwischen bspw. Notaufnahme und Operationsbereich reduzieren die Laufwege und tragen zu optimierten Arbeitsprozessen bei.

Durch die großen Fensterflächen und den Außenraumbezug fällt viel Tageslicht in die Räumlichkeiten. Dies trägt zum Wohlbefinden der Patient*innen und Mitarbeitenden bei. Die ringförmige Grundrissstruktur auf den Pflegestationen kann die Patient*innen zur Bewegung animieren. Gleichzeitig laden auch die öffentlicheren Erschließungsbereiche durch ihr Wechselspiel zwischen Ausblick und verschlossenen Fassadenelementen und den vielen Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten zur Bewegung ein. Die Gestaltung dieser Bereiche mit warmen Farben und Holzdekoren kann das Wohlbefinden der Patient*innen zusätzlich steigern.
Der direkte Zugang in die kleinen Innenhöfe kann zusätzlich durch die eigenständige Exposition der Patient*innen an der frischen Luft zur Reduzierung der Keimbelastung beitragen und das Wohlbefinden fördern.

Erschließung EG
Erschließung OG
Kurze Wege
Orientierung

The post Herlev Hospital in Kopenhagen von Henning Larsen – Architects appeared first on PlanGesund.info.

Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland

04. November 2026 um 23:52
Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland

Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland

Um strategisch entscheiden zu können, wie die bauliche Struktur der deutschen Krankenhäuser entwickelt werden soll, ist ein Überblick über die aktuelle Struktur Voraussetzung. Im Rahmen des Verbundprojektes „HYBAU+“ (FKZ  10.08.18.7-14.04) konnte erstmals bundesweit der Zustand von baulichen Strukturen in deutschen Krankenhäusern mithilfe des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) abgefragt werden.

Bei der Befragung wurde der Ist-Zustand der baulichen Struktur der Krankenhäuser in Deutschland erfasst. Die Umfrage spannte hierbei einen Bogen von der Lage des Krankenhauses, ob städtisch oder ländlich, über die Kubatur  des Hauses, den geometrischen Aufbau der Funktionsbereiche bis hin zum Detail, wie z. B. die Ausstattung der Räume mit Händedesinfektionsmittelspendern. Die Umfrage erhob eine weite Bandbreite an Daten wie z. B. Baujahr des Krankenhauses, Zeiträume baulicher Veränderungen sowie bauliche Strukturen des Krankenhausgebäudes und selektiver Abteilungen. Weitere abgefragte Aspekte waren u. a. die Anzahl von Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmern, die Zimmergröße und die Distanz vom Pflegestützpunkt zum entferntesten Patientenzimmer. Zur Abfrage der baulichen Strukturen entwickelte das Institut für konstruktives Entwerfen, Industriebau und Gesundheitsbau der TU Braunschweig Piktogramme, die in den Fragebogen integriert wurden.

 

Erkenntnisse

Methodischer Aufbau der Umfrage

Die Umfrage wurde als Online-Fragebogen an die für die KISS Erfassung zuständigen Mitarbeitende (meist Krankenhaushygieniker*innen und Hygienefachkräfte) geschickt. Die Befragung der an KISS  partizipierenden Krankenhäuser erfolgte von März bis Juni 2015. Die Einladung zur Teilnahme wurde an 1.357 der knapp 2.000 deutschen Krankenhäuser verschickt . Es konnten ein Fragebogen für das ganze Krankenhaus und je ein Kurzfragebogen für Intensivstationen und neonatologische Stationen beantwortet werden. 621 Krankenhäuser nahmen an der Umfrage teil. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 46 %. Der Fragebogen zu den Intensivstationen wurde von 534 Stationen aus 368 Krankenhäusern beantwortet. Von 246  kontaktierten neonatologischen Stationen? Oder Krankenhäusern mit neonatologischen Stationen?  gaben 127  Daten zu ihren baulichen Strukturen an.

The post Baulichen Krankenhausstruktur in Deutschland appeared first on PlanGesund.info.

Sommerlichen Sonnenschutz im Krankenhaus planen

04. November 2026 um 22:31
Sommerlichen Sonnenschutz im Krankenhaus planen

Sommerlichen Sonnenschutz im Krankenhaus planen

Wie bleiben Patientenzimmer im Sommer angenehm, ohne den Energiebedarf für Kühlung unnötig zu erhöhen? Ein Ansatz ist, den Sonneneintrag bereits durch die Gestaltung von Fenstern und Fassaden zu begrenzen. Entscheidend sind Lösungen, die zur jeweiligen Bausituation passen und zugleich Tageslicht und den Blick nach draußen erhalten.

Angenehme Räume trotz Sommerhitze

Hohe Raumtemperaturen können gerade für gesundheitlich geschwächte Menschen belastend sein. Gleichzeitig kostet es Energie, Räume und die zugeführte Luft zu kühlen. Durch große, ungeschützte Fensterflächen gelangt Sonnenwärme ins Gebäude und kann die Räume zusätzlich aufheizen. Deshalb sollte die Planung nicht nur nach geeigneter Kühlung fragen, sondern zunächst danach, wie sich vermeidbare Wärmeeinträge begrenzen lassen. 1,2

Ein Simulationsbeispiel aus EnHance verdeutlicht, dass auch im Sommer ein erheblicher Energiebedarf entstehen kann. Welcher Anteil davon durch Sonnenschutz vermieden werden kann, muss gesondert ermittelt werden.

Welche Faktoren sind für das Raumklima relevant?

Eine angemessene Raumtemperatur soll zusätzliche Belastungen für Patientinnen und Patienten vermeiden. Neben der Temperatur sind Luftfeuchte und Luftbewegung zu berücksichtigen. Ausreichender Luftaustausch kann die Konzentration luftgetragener Krankheitserreger verringern. Aus einer Sonnenanalyse allein lässt sich jedoch keine Wirkung auf Krankenhausinfektionen ableiten. 2,4,8

Wo Arzneimittel aufbewahrt werden, müssen auch deren Lagerbedingungen berücksichtigt werden. Wärme und direkte Sonne können die Qualität empfindlicher Präparate beeinträchtigen. Maßgeblich sind die jeweiligen Herstellerangaben, nicht eine einheitliche Temperaturgrenze für alle Medikamente. 3

Wesentliche Faktoren sind die Ausrichtung des Gebäudes, Größe und Form der Fenster, die Eigenschaften der Verglasung und der vorhandene Sonnenschutz. Auch Außenwände, Nutzung, Lüftung und Kühlung wirken auf die Raumtemperatur ein. Helligkeit und Wärmeeintrag sind dabei unterschiedliche Größen. 1,5,8

Die bauliche Ist-Situation systematisch erfassen

Im Bestand beginnt die Analyse mit vorhandenen Plänen und einer Begehung. Erfasst werden Stations- und Raumflächen, Raumhöhen, Ausrichtung, Fensterformate sowie verglaste und geschlossene Außenwandflächen. Fehlende Angaben lassen sich durch Aufmaß oder ergänzend durch 3D-Scans vervollständigen. Daraus kann ein digitales Flächenmodell entstehen. 8

Das Modell setzt beispielsweise die Fenster- und Außenwandflächen ins Verhältnis zur Raum- oder Stationsfläche. So lassen sich unterschiedlich große Stationen vergleichen und auffällige Räume gezielt untersuchen. Ergänzend werden Verglasung, vorhandene Verschattung, Nutzung und Gebäudetechnik betrachtet: Das Flächenverhältnis allein erklärt weder die Raumtemperatur noch die Luftqualität. 1,8

Unterschiedliche Baustrukturen brauchen angepasste Lösungen

Die untersuchten Charité-Stationen zeigen, wie unterschiedlich Grundrisse, Fensterlagen und Orientierungen ausfallen können. Für die Sanierung ist deshalb weniger ein unverändertes Einheitsbauteil gefragt als ein Lösungsprinzip, das sich an verschiedene Gebäudetypen anpassen lässt. 8

Große, ungeschützte Glasflächen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Bei einer Abschirmung von oben benötigen hohe Fenster unter gleichen Randbedingungen größere Überstände als niedrigere Fensterbänder. Neben südorientierten Räumen sind auch Ost- und Westfassaden zu prüfen, an denen tief stehende Sonne den Schutz erschwert. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Ausrichtung, Fenstergeometrie und Verschattung. 5

Sonnenanalysen für unterschiedliche Tages- und Jahreszeiten helfen, die betroffenen Bereiche zu erkennen und geeignete Varianten zu vergleichen. 8

Im Sommer abschirmen und Wintersonne erhalten

Ein baulicher Lösungsansatz sind feste Verschattungselemente oberhalb der Fenster und an den seitlichen Laibungen. Ihre Form und Auskragung werden auf die Fenstergeometrie und Ausrichtung abgestimmt. Ziel ist, direkte Sonne in kritischen Sommerzeiten möglichst weitgehend abzufangen und im Winter nutzbare Sonneneinträge zuzulassen. 5,8

Dabei soll nicht der gesamte Raum verdunkelt werden: Tageslicht und der Blick nach draußen bleiben eigenständige Planungsziele. Ob ein festes Element ausreicht, ist für den jeweiligen Raum zu prüfen. Bewegliche Systeme wie Raffstoren können ergänzen; je nach Ausführung und Lamellenstellung lassen sie Licht und Durchsicht zu und führen nicht zwangsläufig zur vollständigen Verdunklung. 6,9

Varianten vergleichen und ihre Wirkung richtig einordnen

Was zeigt die Beispielrechnung?

Eine vereinfachte Simulation aus EnHance ergab für eine Auskragung von 34 cm am 1. Juli um 12 Uhr durchschnittlich 61,4 % geringere direkte Belichtungswerte. Das zeigt die Wirkung in dieser untersuchten Situation. Es ist weder eine allgemeine Bemessungsempfehlung noch ein Nachweis vollständiger Abschirmung über den gesamten Sommer. 8

Wie wird daraus eine Aussage zur Energieeinsparung?

Die berechneten Lux-Werte beschreiben die Belichtung, nicht den Energiebedarf. Für eine Aussage zur Kühlenergie muss die Verschattungsvariante in einer thermischen Gebäudesimulation mit Verglasung, Nutzung und Anlagenbetrieb bewertet werden. 61,4 % weniger direkte Belichtung bedeuten daher nicht 61,4 % weniger Kühlenergie. 8

Bei Neubauten Fassade und Lüftung gemeinsam planen

Bereits im Vorentwurf sollten Ausrichtung, Fensteranteile und -formate, Verglasung und bauliche Verschattung gemeinsam betrachtet werden. Das Planungsziel ist eine Fassade, die sommerliche Wärmeeinträge von sich aus begrenzt, Tageslicht und Außenbezug erhält und winterliche Sonne dort zulässt, wo ihre Wärmegewinne erwünscht sind. Ergänzender beweglicher Sonnenschutz bleibt möglich. 1,5,6

Auch das Lüftungskonzept gehört in diese frühe Planung. Dezentrale Systeme, die einzelne Räume oder Bereiche mit Außenluft versorgen, sind eine zu prüfende Option. Ihre Eignung ist anhand der Raumnutzung, hygienischen Anforderungen, Geräuschentwicklung, Wartung und Energieeffizienz zu bewerten. Fassade, Lüftung und gegebenenfalls Kühlung sollten als abgestimmtes Gesamtsystem geplant werden. 7

Literaturverweise

1  Umweltbundesamt: Gegen die Hitze – kühle Räume im Sommer.

2  Robert Koch-Institut: FAQ zu Klimawandel, Gesundheit und Hitze.

3  Bundesgesundheitsministerium: Umgang mit Arzneimitteln – richtig lagern.

4  Umweltbundesamt: Infektiöse Aerosole in Innenräumen.

5  PNNL / Building America: Shading and Solar Control for Windows and Skylights.

6  BAuA: Tageslichtnutzung und Sonnenschutzmaßnahmen an Büroarbeitsplätzen.

7  VDI: Hygiene-Anforderungen an RLT-Anlagen; Besonderheiten dezentraler Geräte.

8  Projektgrundlage: PlanGesund_EnHance_Artikelentwurf_V1.docx und V1_lj.docx; ergänzende Hinweise von Steven Hahnemann.

9  ROMA: Raffstorelamellen – Lichtlenkung und Sichtschutz (Herstellerangaben).

The post Sommerlichen Sonnenschutz im Krankenhaus planen appeared first on PlanGesund.info.

Gesetze, Richtlinien und Normen im Bereich der baulichen Hygiene für den Krankenhausbau

04. November 2026 um 22:28
Gesetze, Richtlinien und Normen im Bereich der baulichen Hygiene für den Krankenhausbau

Gesetze, Richtlinien und Normen im Bereich der baulichen Hygiene für den Krankenhausbau

Im Bereich der Hygiene ist das Erfordernis nach gesetzlichen Vorgaben und Handlungsempfehlungen hoch. Aufgrund der im Alltag herrschenden Unsicherheiten, vorhandener Wissenslücken, Beratungsresistenzen oder geringer Compliance der Klinikmitarbeitenden sind gebotene infektionspräventive Maßnahmen sehr relevant. Im Folgenden werden wesentliche Standards zur Infektionsprävention im Kontext der baufunktionalen Anforderungen für Krankenhausbauten strukturiert dargestellt und entsprechend ihrer Wertigkeit in gesetzliche Regelungen, Verordnungen und Regelungen privater Organisationen unterteilt.

Deutsches Infektionsschutzgesetz (IfSG) und KRINKO

Das deutsche Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist seit dem 1. Januar 2001 in Kraft. Es regelt die Prävention, Bekämpfung und Meldepflicht von übertragbaren Krankheiten bzw. Erregern beim Menschen. Zentrale Bedeutung des Gesetzes haben die vorbeugenden Maßnahmen zur Übertragung von Krankheiten auf den Menschen, die schnelle Erfassung von Infektionen und die Vermeidung weiterer Verbreitung. Im IfSG ist auch geregelt, dass beim Robert Koch-Institut die KRINKO (Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen und in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe) eingerichtet ist. Diese Kommission veröffentlicht fortlaufend Empfehlungen zu hygienerelevanten Themen wie der Reinigung und Desinfektion von Oberflächen, dem Umgang mit multiresistenten Erregern oder der Betriebsorganisation von Funktionsbereichen. Es werden in Teilen Empfehlungen zur baulich-funktionalen Gestaltung eines Krankenhauses ausgesprochen, z. B. dem Raumbedarf, der Raumgröße und der Lage von hygienerelevanten Räumen sowie zur Qualität des zu verwendenden Materials. Jene KRINKO-Empfehlungen, die sich mit baulich-funktionalen Aspekten auseinandersetzen, betreffen in erster Linie die Bereiche Endoskopie, Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA), Isolierstation, OP, Neonatologie, Onkologie und Intensivstation (ITS). Aufgrund der Gesetzesänderung des IfSG vom 28. Juli 2011 werden alle medizinischen Einrichtungen dazu verpflichtet, die Empfehlungen der KRINKO zu berücksichtigen. Auf Basis wissenschaftlicher Studien und theoretischer Begründungen hat die Kommission eine Kategorisierung ihrer einzelnen Empfehlungen entwickelt, um die Umsetzung der Hygienerichtlinien zu gewährleisten.

 

Auf Ebene der Verordnungen sind in Bezug auf baufunktionale Anforderungen u. a. die Bauordnung, die Krankenhausverordnungen verschiedener Bundesländer, die Trinkwasserverordnung, aber auch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) zu nennen. Neben den allgemeinen Bauordnungen haben sechs Bundesländer (Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) Verordnungen erlassen, die sich mit den speziellen Anforderungen von Krankenhäusern auseinandersetzen.

 

Krankenhausbauverordnung

Darüber hinaus existiert die aus dem Jahr 1976 stammende Muster- Krankenhausbauverordnung (KhBauVO), in der Leitlinien zu den Themen Brandschutz, Hygiene, Belüftung, Belichtung sowie Raumgröße und Raumaufteilung festgelegt sind. Die über die Jahrzehnte veränderten Anforderungen an den Bau und den Betrieb von Gesundheitsgebäuden führen dazu, dass die Muster-Krankenhausbauverordnung nicht mehr aktuell ist und deshalb dringend überarbeitet werden müsste. Die Muster-Krankenhausbauverordnung wird dennoch von vielen Planenden als Orientierungshilfe genutzt.

 

Ergänzend zu den Gesetzen und Verordnungen gibt es eine Vielzahl von Richtlinien und Empfehlungen privater Organisationen, die von fachkundigen Ausschüssen aufgestellt werden und konkrete Handlungsanweisungen auf dem Gebiet der Hygiene geben.

DIN-Normen

Für den Bau von Krankenhäusern gibt die DIN 13080 die Gliederung des Krankenhauses in Funktionsbereiche und Funktionsstellen sowie die Strukturierung der Flächen nach krankenhausrelevanten Funktionen vor. Eine weitere für den Krankenhausbau relevante Norm ist die DIN 1946-4, die raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens betrifft.

 

VDI-Richtlinien

Der Verein Deutscher Ingenieure hat im Bereich des Krankenhausbaus und der Hygiene die VDI-Richtlinie 6023 „Hygiene in Trinkwasserinstallationen“ und die VDI-Richtlinie 6022 „Raumlufttechnik, Raumluftqualität“ herausgegeben. Des Weiteren existiert seit 2013 ein Fachausschuss zum Thema Nachhaltigkeit bei Bau und Betrieb von Krankenhäusern, der sich u. a. mit dem Themenfeld Hygiene beschäftigt.

 

DIVI

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin ist ein Zusammenschluss von Personen, wissenschaftlichen Gesellschaften und Berufsfachverbänden mit dem Ziel der Förderung der Intensivmedizin. Für die Intensivstation existiert die „Empfehlung zur Struktur und Ausstattung von Intensivtherapiestationen“. die im Jahr 2022 aktualisiert wurde. Hier werden Hinweise zur personellen, funktionellen und baulichen Ausstattung von Intensivstationen auf der Basis der vorhandenen Literatur und Expertenmeinungen formuliert (Waydhas C 2022).

 

Landesämter

Die Landesämter verschiedener Bundesländer geben Informationsblätter zu infektionshygienischen Anforderungen heraus. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS) hat beispielsweise 2016 das Infoblatt „Bauanforderungen und funktionelle Empfehlungen aus der Sicht der Hygiene“ herausgegeben; das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichte 2014 den modularen Leitfaden „Erläuterungen zur Checkliste Versorgung von immunsupprimierten Patienten“.

 

Bauministerkonferenz Fachkommission Bau- und Kostenplanung

Die Bauministerkonferenz  ruft in regelmäßigen Abständen Projektgruppen zu krankenhausrelevanten Funktionsstellen aus. Auftrag der jeweiligen Projektgruppen ist die Entwicklung einer praxisorientierten Planungshilfe, die Empfehlungen zu baulichen, strukturellen und fachtechnischen Anforderungen im staatlichen und geförderten Krankenhausbau hinsichtlich Konzeptionen, Standards und Qualitäten liefert. Zu nennen ist die „Planungshilfe Intensivpflege“ des Netzwerkes Krankenhausbau aus dem Jahr 2018.

The post Gesetze, Richtlinien und Normen im Bereich der baulichen Hygiene für den Krankenhausbau appeared first on PlanGesund.info.

Received yesterday — 04. November 2026

Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

04. November 2026 um 21:56
Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Patient*innen werden als Endnutzer der Intensivstation gesehen. Dennoch wird die Intensivstation (ITS)  tagtäglich auch von unterschiedlichen Berufsgruppen als Arbeitsort erlebt. Lange Wege und Lärm sind wesentliche Störfaktoren im Alltag mit möglichen Konsequenzen auf die Ausdauer- und Konzentrationsfähigkeit  der Mitarbeitenden. Die bauliche Umgebung kann also einen Einfluss auf die Lebens- und – konsequenterweise – Arbeitsqualität der ITS-Mitarbeitenden haben, deren frühzeitige Involvierung in den Planungsprozess deshalb in der Praxis immer berücksichtigt werden sollte.

Zu welcher Berufsgruppe gehören Sie?
Die gesamten Umfrageergebnisse

Umfragemethodik

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité und das Institut für konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau der TU Braunschweig haben im Rahmen des Forschungsprojektes „Intensivstation der Zukunft“ (FKZ 10.08.18.7-20.07) einen Fragenkatalog für die Planung von zukünftigen Intensivstationen t, in dem nicht nur die wissenschaftliche Evidenz zum Patienten Outcome sondern auch soziale Aspekte des Arbeitsplatzes berücksichtigt werden. Es wurden 280 Fragebögen auf 7 Intensivstationen der Charité Berlin, des Vivantes Klinikum Berlin und des Städtischen Klinikums Braunschweig ausgefüllt. Es wurde ein Fragebogen aus 21 Fragen über unterschiedliche Aspekte der Intensivstationsstruktur und deren Einfluss auf den Arbeitsalltag von ITS-Mitarbeitern erstellt. Die Fragebögen wurden auf 13 Intensivstationen in sechs Krankenhäusern (fünf in Berlin, eins in Braunschweig) verteilt. Die Teilnahme zur Umfrage war anonym und freiwillig.

Erkenntnisse

Die Umfrage zeigt, dass sich die meist genutzten Arbeitsplätze auf Intensivstationen im Patientenzimmer und im zentralen Pflegestützpunkt befinden, so dass diese zwei Bereiche das Herz der Station darstellen. Für Intensivpersonal ist die direkte Sichtbarkeit der Patient*innen vom Arbeitsplatz aus wichtig, um beispielsweise medizinische Notfälle schnell zu erfassen. Das sollte die Planende dazu anleiten, Arbeitsplätze eher in unmittelbarer Nähe der Patientenzimmer vorzusehen. Gleichzeitig wird aber dem zentralen Stützpunkt eine unverzichtbare Rolle als Dokumentationsplatz und Treffpunkt anerkannt. Dies suggeriert, dass eine Kombination aus „zentralen“ und „dezentralen“ Arbeitsplätzen die bessere Lösung ist.

 

73 % der Mitarbeiter  empfinden Lautstärke als ein relevantes Problem im Alltag, davon antworteten 70 %, dass dies vor allem in Patientenzimmern und im Stützpunkt belastend sei. Eine gute Abschirmung dieser Bereiche von äußeren Störfaktoren sollte also – durch technische und bauliche Hilfsmittel – gewährleistet werden. Platzmangel wird v.a. im Patientenzimmer und in Lagerräumen als Problem empfunden. Gleichzeitig besteht seitens der Mitarbeitenden der Wunsch, feste Flächen im Zimmer für die Vorbereitung und für die Lagerung von Medikamenten bzw. Materialien zu haben. Deutlicher wird der Widerspruch zur vorhandenen Evidenz beim Thema Waschbecken und Vorräumen. Die beiden werden als sinnvoll und nützlich erachtet. Aus infektionspräventiver Sicht ist allerdings kein klarerer Vorteil – außer in wenigen Situationen – der Vorräume nachweisbar (i. e. Isolierung bei Luftübertragung) und es gibt mehrere Hinweise , dass Waschbecken sogar ein Risiko für die Umgebungskontamination und für nosokomiale Infektionen sein könnten.

 

Aus diesen Beispielen kann abgeleitet werden, dass bei der Umsetzung von theoretischen Empfehlungen gezielte Lösungen gesucht werden sollten, die die Umstellung von gewöhnten Prozessen begleiten und die Akzeptanz neuerer Grundrissmodelle erhöhen.

The post Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland appeared first on PlanGesund.info.

Received before yesterday

Baumaßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens sind hygienerelevant!

03. November 2026 um 12:49
Baumaßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens sind hygienerelevant!

Baumaßnahmen im Krankenhaus sind oft unvermeidlich und müssen teilweise im laufenden Patientenbetrieb durchgeführt werden. Durch die Baumaßnahmen wird Baustaub freigesetzt, der durch krankheitserregende Mikroorganismen, insbesondere Pilze (Aspergillen) kontaminiert sein kann [1]. Hierdurch besteht die Möglichkeit einer Patientengefährdung. Was bei der Durchführung von Baumaßnahmen in medizinischen Einrichtungen zu beachten ist, erfahrt ihr hier.

Baustaub – eine potentielle Gesundheitsgefahr

Der Baustaub kann in angrenzende Bereiche gelangen. Vor allem für immunsupprimierte Patient*innen entsteht hierdurch ein erhöhtes Risiko einer nosokomialen Aspergilleninfektion. Besonders gefährdete Bereiche sind beispielsweise die Hämato-Onkologie, der OP und Intensivstationen. Im Krankenhaus sind Baumaßnahmen daher hygienerelevant. Um einen Staubaustrag in angrenzende Bereiche zu verhindern und die Patient*innen zu schützen, sind entsprechende infektionspräventive Maßnahmen während der Bautätigkeiten zu ergreifen [2].

 

Staubschutzmaßnahmen ergreifen

Die Planung einer Baumaßnahme im Krankenhaus umfasst ergänzend immer auch die Planung erforderlicher Staubschutzmaßnahmen. Die Art, sowie der Umfang hängen von der jeweiligen Baumaßnahme und dem betroffenen Bereich ab und müssen frühzeitig mit dem Personal der Krankenhaushygiene abgestimmt werden. Die Baumaßnahme sollte erst nach erfolgter Abnahme des Staubschutzes durch die Krankenhaushygiene erfolgen. Zusätzliche hausinterne Vorgaben sind zu beachten.

Das Ziel der Staubschutzmaßnahmen ist es, einen Austrag in angrenzende (patientenführende) Bereiche zu verhindern. Um dies zu erreichen erfolgt der Zugang zu der Baustelle optimalerweise von außen, damit Schutt und Material und die Wegeführung des Baupersonals nicht über patientenführende Bereiche erfolgen muss. In vielen Situationen ist dies jedoch nicht möglich. Zudem ist immer auch eine konsequente Abschirmung der Bauzone von angrenzenden Klinikbereichen wichtig. Hierfür sind solide Staubschutzwände erforderlich, die Zwischenräume (zu Boden/ Wänden/ Decke) sollten zusätzlich z.B. mittels Folie/ Klebeband abgedichtet werden. Wenn Zwischendecken vorhanden sind, sollten diese entsprechend der lokalen Gegebenheiten abgedichtet werden.
Bei größeren Baumaßnahmen kann ggf. die Errichtung einer Schleuse (für Material und Personal) notwendig sein. Es ist auf eine getrennte Wegeführung für Patient*innen und Personal einerseits und Bauarbeiter*innen andererseits zu achten. Der Abtransport von Bauschutt sollte ebenfalls möglichst über nicht-patientenführende Wege bzw. zeitlich außerhalb der Haupt- Betriebszeiten erfolgen.

Darüber hinaus sollte die Klimaanlage bzw. raumlufttechnische Anlage im betreffenden Bauabschnitt abgeschaltet oder abgeschottet werden, um eine Verteilung des Baustaubes über diesen Weg zu verhindern. Innerhalb des zu bebauenden Bereiches müssen Medizinprodukte, Sterilgut, medizintechnische Geräte, etc. vor Kontamination mit Staub geschützt werden und sollten vor Beginn der Baumaßnahme soweit möglich aus dem Baustellenbereich entfernt werden. Schränke und nicht mobile Gegenstände sind auszuräumen oder sollten durch Abkleben etc. vor Staubstaub geschützt werden.

Bei sehr staubträchtigen Arbeiten oder der Nähe zu stark gefährdeter Patient*innen, sollte eine erhöhte Reinigungs-/Desinfektionsfrequenz der angrenzenden Bereiche erfolgen.

Bei Baumaßnahmen an trinkwasserführenden Systemen oder lüftungstechnischen Anlagen sind entsprechende Vorgaben darüber hinaus zu beachten.

Für die Einhaltung der hygienischen Sicherungsmaßnahmen während der Bauphase ist im allgemeinen der/ die Bauherr*in verantwortlich und hat dafür zu sorgen, dass alle an der Baumaßnahme Beteiligten einschließlich der Mitarbeitenden von Fremdfirmen über die hygienischen Sicherungsmaßnahmen informiert werden.

 

Die oben genannten Maßnahmen sollen einen allgemeinen Überblick über notwendige Staubschutzmaßnahmen geben. Die konkrete Umsetzung, sowie ggf. notwendige ergänzende Maßnahmen sind von den lokalen Gegebenheiten vor Ort abhängig und sollten mit dem krankenhaushygienischen Personal abgesprochen werden. Die Einhaltung der Staubsicherungsmaßnahmen kann eine Gefährdung der Patient*innen durch die Baumaßnahme reduzieren.

 

Quellen:

[1]= Vonberg RP, Gastmeier P. Nosocomial aspergillosis in outbreak settings J Hosp inf 2006; 63, 246-254

[2]= Fournel I et al. Airborne Aspergillus contamination during hopital constructinon works: Efficacy of protective measures. Am J Infect Control 2010, 38 189-194

Abbildung mit Darstellung verschiedener Übertragunsgwege von Krankheitserregern
Hygiene
Infektionsübertragungswege
Welche Übertragungswege von Krankheitserregern gibt es? Welche Erreger werden wie übertragen?

The post Baumaßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens sind hygienerelevant! appeared first on PlanGesund.info.

❌