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Hitzeschutz für Obdach- und Wohnungslose

12. Juni 2025 um 10:00

Hitzeschutz für Obdach- und Wohnungslose

Obdach- und Wohnungslose sind durch Hitze besonders gefährdet, da sie sich die meiste Zeit im Freien aufhalten und keinen sicheren und geschützten Rückzugsort haben. Zu den Symptomen, die bei obdachlosen Menschen beobachtet werden, gehören u. a. Flüssigkeitsmangel, Schwindel, Kreislaufzusammenbruch, Sonnenbrand und Infektionen. Durchgeschwitzte Kleidung erschwert die Heilung offener Wunden.

Um obdach- und wohnungslose Menschen besser vor Hitze zu schützen, haben Sie folgende Handlungsmöglichkeiten:

  • Schaffen Sie kühle Räume, an denen sich die Menschen aufhalten können. Sie können z. B. den Aufenthalt in öffentlichen Gebäuden gestatten oder Pavillons und Sonnensegel an bekannten Aufenthaltsorten einrichten.
  • Schaffen Sie zusätzliche Dusch- und Waschmöglichkeiten, um die Hygienesituation zu verbessern.
  • Bieten Sie Aufbewahrungsmöglichkeiten an, damit Obdachlose ihre Winterbekleidung sicher verwahren können.
  • Organisieren Sie die Ausgabe von Wasser, Sonnenmilch und Kopfbedeckungen, z. B. in Beratungsstellen, in Notunterkünften oder über eine mobile Ausgabe.
  • Weiten Sie das Angebot des Streetworkings aus. Streetworker*innen können helfen, Gefahren durch Dehydrierung und Hitzeerkrankungen bei gefährdeten Menschen rechtzeitig zu erkennen und Hitzeschutzmaßnahmen einzuleiten. Sie können zudem direkt vor Ort Trinkwasser, Sonnenmilch und Kopfbedeckungen ausgeben.

Hitzebus Stuttgart

Das Deutsche Rote Kreuz Stuttgart fährt an heißen Tagen mit dem DRK Hitzebus durch das Stadtgebiet und versorgt hilfsbedürftige Menschen mit ausreichend Wasser und Hilfsmitteln zum Schutz gegen die Sonne. Der Hitzebus fährt bei über 30°C von 13 bis 17 Uhr und ist mit ehrenamtlichen Kräften besetzt.

Berliner Hitzehilfe für obdachlose Menschen

Die Berliner Hitzehilfe unterstützt obdachlose Menschen zwischen Juni und August bei extremer Hitze durch mobile Versorgung (Busse, Trinkwasser, Sonnenschutz), kühle Tagesräume mit Ausstattung (Dusche, Essen, Beratung), Notrufnummern, medizinische Hilfe sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Hilfreiche Materialien

Der Kommunikationsleitfaden (PDF, 0.6 MB, nicht barrierefrei)  von KLUG und ecolo wurde im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und bietet allgemeine Informationen zur Gefährdung von wohnungslosen Menschen durch Hitze sowie eine praktische Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, diese Risikogruppe zu erreichen und für das Thema Hitze und Hitzeschutz zu sensibilisieren.

Die praktische Arbeitshilfe Hitzekonzept – Obdach- und Wohnungslose bei Hitzewellen schützen (PDF, 0.1 MB, nicht barrierefrei)  der Stadt Bochum gibt Hinweise auf Angebote für wohnungslose Menschen während Hitzeperioden.

Ähnliche Maßnahmen


Hitzeschutz für Menschen, die im Freien arbeiten

24. Mai 2024 um 12:33

Hitzeschutz für Menschen, die im Freien arbeiten

Menschen, die im Freien arbeiten, sind von den gesundheitlichen Auswirkungen extremer Hitze besonders betroffen. Besonders geschützt werden müssen Beschäftigte aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau sowie dem Straßen- und Bauwesen. Das gesundheitliche Risiko der Hitzeexposition wird durch weitere Risikofaktoren verstärkt, wie z. B. körperlich anstrengende Arbeiten, Arbeitsschutzkleidung oder auch prekäre Arbeitsverhältnisse.

Kommunen sind Arbeitgeber einer Vielzahl von Draußenarbeitenden und sollten Hitzeschutzmaßnahmen an ihre Beschäftigten weitergeben, wie unter anderem:

  • Adaptierung der Arbeitszeiten, beispielsweise die Möglichkeit, den Dienst früher zu beenden (Zeitausgleich, Urlaub)
  • Ausweitung eines flächendeckenden Angebots von „kühlen Orten“ (mit Toiletten und Trinkwasserstellen) für die Draußen-Arbeitenden, die unterwegs sind (z. B. Entsorgungsbetriebe, Grünflächenpflege)
  • Anbieten von Mineralwasser für alle Beschäftigen
  • Berücksichtigung von Sprachbarrieren und Anbieten der Informationen in relevanten Sprachen
  • Ergänzende Empfehlungen zum UV-Schutz

Als Kommune haben Sie zudem die Möglichkeit nicht nur Ihre Beschäftigten, sondern auch weitere Arbeitgeber über die Notwendigkeit des Hitzeschutzes zu informieren.

Hitzeschutz in der Abfallwirtschaft

team orange – der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Würzburg – nutzt mobiles Grün zur Beschattung der Wertstoffhöfe und stellt den Mitarbeitenden Hitzeschutzausrüstung zur Verfügung. 

Hilfreiche Materialien

KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. hat einen Musterhitzeschutzplan für Baustellen (PDF, 0.6 MB, nicht barrierefrei)  entwickelt, der als Vorlage für Unternehmen dient und an individuelle Bedürfnisse und Arbeitsbedingungen angepasst werden kann. 

Der Kommunikationsleitfaden „Im Freien Arbeitende vor Hitze schützen“ (PDF, 0.6 MB, nicht barrierefrei)   von KLUG und ecolo wurde im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und bietet allgemeine Informationen zur Gefährdung von im Freien Arbeitenden durch Hitze sowie eine praktische Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, Arbeitnehmende für das Thema Hitze und Hitzeschutz zu sensibilisieren.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat Empfehlungen des Arbeitsschutzes für heiße Sommertage in Arbeitsstätten , als auch für im Freien Arbeitende auf ihrer Website zusammengetragen.

Der Hitzeaktionsplan Outdoor-Baustellen  wurde von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft erstellt. Er besteht aus einer interaktiven Checkliste, mit der Unternehmen die Gefährdung durch beurteilen und Maßanhmen entwickeln können.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau stellt mehrspachiges Informationsmaterial zu Hitze- und Sonnenschutz für Arbeiten im Freien  zur Verfügung. Dazu gehören Filme, Betriebsanweisungen, Flyer, Broschüren und Plakate.

Für Menschen, die im Freien arbeiten, sowie zum Schutz vor weiteren klimabedingten Gesundheitsauswirkungen (z. B. UV-Schutz, Schutz vor Mücken und Zecken, Schutz vor Allergien) stehen die kostenfreien Materialien und Informationen zum Hitzeschutz des PECO – Instituts e. V.  zur Verfügung.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gibt auf der Website „Klima-Mensch-Gesundheit“ Verhaltenstipps für Menschen, die im Freien arbeiten .

Ähnliche Maßnahmen


Hausbesuche bei älteren Menschen

19. Mai 2024 um 10:01

Hausbesuche bei älteren Menschen

Ein Großteil der Menschen über 85 Jahre lebt ohne Partner*in und überwiegend im eigenen Haushalt. Daraus ergibt sich eine große Personengruppe hochaltriger, alleinlebender Menschen, die aufgrund ihres Alters und weitere Co-Risikofaktoren besonders von hitzebedingten Gesundheitsgefahren betroffen sind.

Oftmals ist es dieser Personengruppe nicht möglich, Maßnahmen des Hitzeschutzes umzusetzen. Sei es die Wohnung durch Lüftung und Verschattung kühl zu halten, sich angemessen luftig zu kleiden, ausreichend zu trinken oder auch eine ggf. überhitze Wohnung zu verlassen und den Körper an kühlen Orten der nahen Umgebung von der Hitze zu entlasten. Auch besteht oftmals eine eingeschränkte Risikowahrnehmung und erste Anzeichen von Hitzeerkrankungen können nicht rechtzeitig wahrgenommen werden.

Ärzt*innen, Praxismitarbeitende und Pflegepersonal gelten als wichtiger Zugangsweg zur Erreichung hitzevulnerabler Personengruppen im häuslichen Umfeld durch Hausbesuche oder ambulante Dienste.

Informieren Sie diese Berufsgruppen in Ihrer Kommune über die Notwendigkeit und Bedeutung von Hausbesuchen im Akutfall von Hitzeereignissen und unterstützen Sie wenn nötig mit ehrenamtlichen Organisationen Ihrer Kommune.

Hilfreiche Materialien

Die Deutsche Akademie für Prävention und Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter e.V. bietet in Kooperation mit der Landesärztekammer Hessen den Qualifizierungslehrgang „Klimawandel und Gesundheit“ für interessierte MFA aus allen Arztpraxen an.

KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. stellt kostenlose Schulungsmaterialien für Ärzt*innen und ärztliche Praxen bereit.

Der Foliensatz ist als Fortbildung für Hausärzt*innen zur Prävention gesundheitlicher Hitzeschäden (PDF, 0.7 MB, nicht barrierefrei)  angelegt und stellt Handlungsmöglichkeiten dar, wie ältere Menschen bei Hitze geschützt werden können.

Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München stellt kostenlose Broschüren und Materialien für Gesundheits- und Pflegeberufe  bereit.

Ähnliche Maßnahmen


Öffentliche Verbreitung der Hitzewarnung des Deutschen Wetterdiensts

07. Mai 2026 um 14:10

Öffentliche Verbreitung der Hitzewarnung des Deutschen Wetterdiensts

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt in den Sommermonaten Hitzewarnungen heraus, wenn eine starke Wärmebelastung für mindestens 2 Tage in Folge vorhergesagt wird und eine ausreichende nächtliche Auskühlung der Wohnräume nicht mehr gewährleistet ist. Die Hitzewarnungen sensibilisieren die Bevölkerung für ein Hitzeereignis und regen zu Hitzevorsorge- und Hitzeschutzmaßnahmen an.

Abonnieren Sie den Hitzewarn-Newsletter des DWD und verbreiten Sie die Hitzewarnung in Ihrer Kommune über unterschiedliche Kanäle, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen. Geben Sie klare und einfache Anweisungen zum richtigen Verhalten bei Hitze.

Beispiele für Kommunikationskanäle können sein:

  • Automatische Einblendung der Hitzewarnungen auf der Internetseite Ihrer Kommune
  • Einträge der Hitzewarnungen in Social-Media-Kanäle
  • Meldung über lokale/regionale Rundfunksender
  • Anzeigen auf elektronischen Werbetafeln sowie auf Werbetafeln an ÖPNV-Haltestellen
  • Anzeigen auf elektronischen Infoscreens in öffentlichen Einrichtungen
  • Info-Mailing an relevante Institutionen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindertagesstätten und Schulen


Um im Falle einer Hitzewarnung alle Kommunikationskanäle kurzfristig bedienen zu können, ist es hilfreich, wenn Sie im Vorfeld die Kommunikationswege bzw. -kaskade in Ihrer Kommune genau festlegen und definieren: Wer leitet die Hitzewarnung an wen weiter? Alle eingebundenen Akteur*innen sollten darüber informiert sein. Ob die Kommunikationskaskade funktioniert, sollten Sie regelmäßig überprüfen und anschließend ggfs. Kommunikationswege anpassen.

Optimierung der Hitzewarnung in Stuttgart

Das Beispiel Stuttgart zeigt Ihnen, wie Sie einen geeigneten Informationsfluss zum Thema Hitze aufbauen können. In Stuttgart wurde untersucht, wie die Informationen zum Thema Hitze die Bevölkerung erreichen und was getan werden kann, um die Hitzeinformation der Bevölkerung zu optimieren.

Hilfreiche Materialien

  • Hitzewarnung
Über den Newsletter des DWD erhalten Sie in den Monaten Mai bis August regionale Hitzewarnungen . Im Warnfall werden die Hitzewarnungen bis 10 Uhr des entsprechenden Tages versendet.
  • Der Klima-Michel und das neue Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes

Der DWD stellt ein Video zur Erklärung der „gefühlten Temperatur“ bereit. Auf dieser basiert das Hitzewarnsystem des DWD. Außerdem erläutert das Video die Auswirkungen einer hohen Hitzebelastung auf den menschlichen Körper.

  • Evaluation von Informationssystemen zu Klimawandel und Gesundheit (Band 1)

In der Publikation des Umweltbundesamtes (PDF, 3.3 MB, nicht barrierefrei) wurde das Hitzewarnsystem des DWD hinsichtlich des Bekanntheitsgrades und der Nutzung durch die Bevölkerung sowie des Auslösens von Anpassungsmaßnahmen evaluiert. Die Publikation unterstützt Sie bei der Frage, wie Sie die empfindlichen Bevölkerungsgruppen erreichen können.

Ähnliche Maßnahmen


Hitzeangepasste Betreuungsschlüssel

19. Juni 2023 um 08:00

Hitzeangepasste Betreuungsschlüssel

Pflegebedürftige Menschen zählen zur Hochrisikogruppe für hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle. Meist vereinen sich hier unterschiedliche Risikofaktoren wie beispielsweise ein hohes Alter, chronische Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme. Um den durch Hitze steigenden Herausforderungen in der Pflege besser gerecht zu werden, sollten während extremer Hitzewellen die Pflege- bzw. Betreuungsschlüssel in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht bzw. entsprechend angepasst werden. Auf diese Weise ist es möglich, der intensiveren Betreuung der Bewohner*innen während einer Hitzeperiode gerecht zu werden.

Vor dem Hintergrund einer angespannten Personalsituation im Pflegebereich ist dies kein leichtes Unterfangen. Durch die Aktivierung von Ehrenamtlichen und Angehörigen können Kapazitäten für die Pflegekräfte geschaffen werden.

Beispielhafte Unterstützungsmöglichkeiten durch Ehrenamtliche:

  • Hol- und Bringdienste
  • Gestaltung schattenspendender und kühlender Außenanlagen (z. B. Aufstellen von kühlenden Fußbädern, Sonnenschirmen)
  • Begleitung von Bewohner*innen in kühle Außenanlagen und Unterstützung der Hitzeschutzmaßnahmen, wie Motivation zur Flüssigkeitsaufnahme durch Trinkrituale und Anbieten von wasserreichem Obst oder Wasserei, kühlende Fußbäder oder kühlende Wickel auf Unterarme oder in den Nacken

Hilfreiche Materialien

Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) informiert in dem Foliensatz „Prävention gesundheitlicher Hitzeschäden“ (PDF, 0.5 MB, nicht barrierefrei) über Handlungsmöglichkeiten in der Pflege.
Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU Klinikum) hat einen Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege (PDF 2.4 MB, nicht barrierefrei) entwickelt und stellt Informations- und Schulungsmaterial zur Verfügung.
Die Informationen für Ehrenamtliche des LMU Klinikums informiert Ehrenamtliche über Möglichkeiten des Hitzeschutzes.

Ähnliche Maßnahmen


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