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Hitzeschutz für Menschen, die im Freien arbeiten

24. Mai 2024 um 12:33

Hitzeschutz für Menschen, die im Freien arbeiten

Menschen, die im Freien arbeiten, sind von den gesundheitlichen Auswirkungen extremer Hitze besonders betroffen. Besonders geschützt werden müssen Beschäftigte aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau sowie dem Straßen- und Bauwesen. Das gesundheitliche Risiko der Hitzeexposition wird durch weitere Risikofaktoren verstärkt, wie z. B. körperlich anstrengende Arbeiten, Arbeitsschutzkleidung oder auch prekäre Arbeitsverhältnisse.

Kommunen sind Arbeitgeber einer Vielzahl von Draußenarbeitenden und sollten Hitzeschutzmaßnahmen an ihre Beschäftigten weitergeben, wie unter anderem:

  • Adaptierung der Arbeitszeiten, beispielsweise die Möglichkeit, den Dienst früher zu beenden (Zeitausgleich, Urlaub)
  • Ausweitung eines flächendeckenden Angebots von „kühlen Orten“ (mit Toiletten und Trinkwasserstellen) für die Draußen-Arbeitenden, die unterwegs sind (z. B. Entsorgungsbetriebe, Grünflächenpflege)
  • Anbieten von Mineralwasser für alle Beschäftigen
  • Berücksichtigung von Sprachbarrieren und Anbieten der Informationen in relevanten Sprachen
  • Ergänzende Empfehlungen zum UV-Schutz

Als Kommune haben Sie zudem die Möglichkeit nicht nur Ihre Beschäftigten, sondern auch weitere Arbeitgeber über die Notwendigkeit des Hitzeschutzes zu informieren.

Hitzeschutz in der Abfallwirtschaft

team orange – der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Würzburg – nutzt mobiles Grün zur Beschattung der Wertstoffhöfe und stellt den Mitarbeitenden Hitzeschutzausrüstung zur Verfügung. 

Hilfreiche Materialien

KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. hat einen Musterhitzeschutzplan für Baustellen (PDF, 0.6 MB, nicht barrierefrei)  entwickelt, der als Vorlage für Unternehmen dient und an individuelle Bedürfnisse und Arbeitsbedingungen angepasst werden kann. 

Der Kommunikationsleitfaden „Im Freien Arbeitende vor Hitze schützen“ (PDF, 0.6 MB, nicht barrierefrei)   von KLUG und ecolo wurde im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und bietet allgemeine Informationen zur Gefährdung von im Freien Arbeitenden durch Hitze sowie eine praktische Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, Arbeitnehmende für das Thema Hitze und Hitzeschutz zu sensibilisieren.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat Empfehlungen des Arbeitsschutzes für heiße Sommertage in Arbeitsstätten , als auch für im Freien Arbeitende auf ihrer Website zusammengetragen.

Der Hitzeaktionsplan Outdoor-Baustellen  wurde von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft erstellt. Er besteht aus einer interaktiven Checkliste, mit der Unternehmen die Gefährdung durch beurteilen und Maßanhmen entwickeln können.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau stellt mehrspachiges Informationsmaterial zu Hitze- und Sonnenschutz für Arbeiten im Freien  zur Verfügung. Dazu gehören Filme, Betriebsanweisungen, Flyer, Broschüren und Plakate.

Für Menschen, die im Freien arbeiten, sowie zum Schutz vor weiteren klimabedingten Gesundheitsauswirkungen (z. B. UV-Schutz, Schutz vor Mücken und Zecken, Schutz vor Allergien) stehen die kostenfreien Materialien und Informationen zum Hitzeschutz des PECO – Instituts e. V.  zur Verfügung.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gibt auf der Website „Klima-Mensch-Gesundheit“ Verhaltenstipps für Menschen, die im Freien arbeiten .

Ähnliche Maßnahmen


Schulung von Personal in Pflegeeinrichtungen

15. Juni 2023 um 13:12

Schulung von Personal in Pflegeeinrichtungen

Pflegebedürftige Menschen zählen zur Hochrisikogruppe für hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle. Meist vereinen sich hier unterschiedliche Risikofaktoren wie beispielsweise ein hohes Alter, chronische Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme. Das Personal in Pflegeeinrichtungen sollte auf das besondere gesundheitliche Risiko der Bewohner*innen vorbereitet sein, aber auch Maßnahmen des Selbstschutzes bei Hitze kennen.

Etablieren Sie in den Pflegeeinrichtungen in Ihrer Kommune mit Hilfe der jeweiligen Träger die Schulung des Personals.

Hilfreiche Tipps:

  • Sprechen Sie alle Berufsgruppen der Einrichtung an von der Pforte, über die Hauswirtschaft bis hin zur Pflege, denn Hitzeschutz funktioniert am besten, wenn alle mitmachen.
  • Ergänzen Sie die Schulungen mit weiteren Informationsmaterialien.
  • Nehmen Sie auch Einrichtungsexterne mit ins Boot, wie den Besuchsdienst, An- und Zugehörige oder externe Ärzt*innen und Therapeut*innen.
  • Wählen Sie für jede Berufs- oder Personengruppe das richtige Informationsformat von Präsenzschulungen, über Aushänge, Poster, Infos für die Hosentasche bis hin zu Informationsschreiben.

Hilfreiche Materialien

Der Hitzemaßnahmenplan der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU Klinikum) (PDF, 2.4 MB, nicht barrierefrei) des Klinikums der LMU beinhaltet Informationen für alle Berufsgruppen der Einrichtung sowie Kopiervorlagen von Informationsschreiben für Einrichtungsinterne sowie -externe.

Der Kommunikationsleitfaden (PDF, 0.5 MB, nicht barrierefrei)  von KLUG und ecolo wurde im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und bietet allgemeine Informationen zur Gefährdung von pflegebedürftigen Menschen durch Hitze sowie eine praktische Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, pflegebedürftige Menschen und Beschäftigte für das Thema Hitze und Hitzeschutz zu sensibilisieren.

  • Online-Schulung "Pflege bei Hitze"

Die Online-Schulung für pflegende Angehörige und beruflich Pflegende  vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt als Kurzfassung (1-2 Stunden) und als Langfassung (4-5 Stunden) vor.

cool pflegen bündelt Wissen, praxistaugliche Maßnahmen, Hitzeschutzkonzepte sowie Schulungs- und Beratungsangebote, um Pflegekräfte und pflegebedürftige Menschen besser vor Hitze zu schützen. Die Website entstand im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderten Projekts „Hitzeschutz – Pflege in Bayern (Hitzeprävention von Pflegekräften stärken)”.

Ähnliche Maßnahmen


© Bundesministerium für Gesundheit

Schulung von Ärzt*innen und ambulantem Pflegepersonal

15. Juni 2023 um 12:46

Schulung von Ärzt*innen und Pflegepersonal der ambulanten Pflege

Ärzt*innen und Pflegekräfte der ambulanten Pflege gelten als wichtiger Zugangsweg zur Erreichung hitzevulnerabler Personengruppen sowohl in der Arztpraxis als auch im häuslichen Umfeld durch Hausbesuche oder ambulante Dienste. Die Sensibilisierung und Befähigung dieser Berufsgruppen in Bezug auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken sind somit von großer Bedeutung.

Hilfreiche Tipps für Schulungen von ambulantem Pflegepersonal:

  • Nehmen Sie Kontakt zu Trägern wie Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas oder Johanniter sowie zu ambulanten Pflegedienste auf.
  • Etablieren Sie neue Angebote mit relevanten Organisationen oder Einrichtungen, z. B. Seniorenbeiräten.
  • Bieten Sie Schulungen vor dem Sommer zur Sensibilisierung und Befähigung in Bezug auf den Hitzeschutz von betreuten Personen an, aber auch in Bezug auf den Selbstschutz während Hitzewellen.

 

Hilfreiche Tipps für Schulung von Ärzt*innen:

  • Nutzen Sie bereits bestehende Strukturen wie ärztliche Qualitätszirkel oder etablieren Sie neue Angebote z. B. über den öffentlichen Gesundheitsdienst, Ärztenetzwerke oder Ärztekammern.

Hitzeschutz von älteren Menschen

Das Recklinghäuser Ärztenetz für Information und Qualität (RANIQ) und der Seniorenbeirat Recklinghausen organisieren den Hitzeschutz für ältere Menschen in Recklinghausen.

Hilfreiche Materialien

KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. stellt kostenlose Schulungsmaterialien für Ärzt*innen und ärztliche Praxen bereit.

Der Foliensatz ist als Fortbildung für Hausärzt*innen angelegt und stellt Handlungsmöglichkeiten dar, wie ältere Menschen bei Hitze geschützt werden können.

  • Online-Schulung "Pflege bei Hitze"
Die Online-Schulung vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit richtet sich an pflegende Angehörige und beruflich Pflegende. Sie liegt als Kurzfassung (1-2 Stunden) und als Langfassung (4-5 Stunden) vor.

Das Klinikum der LMU stellt kostenlose Informationsmaterialien für Gesundheitsberufe bereit.

Die Klima-Toolbox für die Arztpraxis aus dem Projekt AdaptNet stellt Arztpraxen kostenlose Materialien und Schulungen zum Thema Klimawandel und Gesundheit zur Verfügung. Sie umfasst eine Online-Basisschulung, praxisnahe Checklisten, vertiefende Module sowie Infomaterialien für Patient*innen. Alle Inhalte können direkt im Praxisalltag genutzt werden.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat gemeinsam mit der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) einen „Musterhitzeschutzplan für ambulante psychotherapeutische Praxen“ als Bundesempfehlung entwickelt. Dieser soll Inhaber*innen einer psychotherapeutischen Praxis als Orientierung dienen, um Hitzegefahren bei Patient*innen sowie Praxis-Mitarbeitenden während der Sommermonate zu reduzieren.

© Bundesministerium für Gesundheit
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